Archiv für Juli, 2009

Mixed Feelings – Basics: Rum

Posted in Mixed Feelings on 2. Juli 2009 by Herr Grau

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Rum: Bei der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr fällt ein zäher Sirup an, mit dem man Tapeten ankleben, feindliche Schiffe festsetzen oder eine mittelschwere Umweltkatastrophe vor Madagaskar hervorrufen könnte. Das Zeug heißt „Molasse“. Die Verwendung in Wasserpfeifentabak und Desserts reichte einfach nicht aus, um die Unmengen loszuwerden, die damals anfielen, also entschied man sich folgerichtig den Kram zu vergären und zu brennen. Wie Grappa und Vodka handelt es sich eigentlich um einen Müllschnaps, der damals auch nur von den härtesten Stahleierträgern getrunken werden konnte. Diese hatten bevorzugt einen Goldring im Ohr und kämpften hauptberuflich mit der See und ihren Tücken, daher kommt die Assoziation. Aber die Geschichte ist lang und voller nutzlosem Faktenwissen und wen es interessiert, der kann es auch nachlesen. Wichtig ist:

Irgendwann kam wieder mal jemand auf den Trichter, dass man mit ein paar geschickten Handgriffen aus Molasse auch ein gescheites Grundnahrungsmittel brennen kann. Damit war der Grundstein für den südamerikanischen Nationalfusel gelegt, den Rum, den man tatsächlich trinken konnte. Bacardi hat sich hier unsterblich gemacht, ist aber mit der Zeit genauso besser geworden wie Anita Ekberg. Mit Ausnahme des Bacardi 8 Jahre und 151 Overproof gilt: Finger weg.

Rum kommt ebenfalls als weiße, ungereifte, und goldene, gelagerte Variante. Der Weiße ist mehr ein runder, frischer Schnaps, wobei der goldene etwas wärmer und seriöser schmeckt, ich finde immer mehr nach Winter und Weihnachten.

Rum ist eine ziemliche Wissenschaft und ich bin kein Experte. Aber ich bin in der Lage wichtige Tipps mit an die Hand zu geben:

Markenempfehlungen:

Weiße Rums:

Appleton White: Mein Standard für weißen Rum.

Brugal Blanco: Einen Tick teurer und einen Tick angenehmer im Geschmack als der Appleton.

Havanna Club 3 Jahre: Einige Leute halten es für essentiell, dass man in cubanischen Drinks auch cubanischen Rum benutzt. Er schmeckt etwas anders, etwas würziger. Wer das mag: HC3. Ich brauche ihn trotzdem nicht dringend.

Golden Rums:

Ich will nur zwei, drei Anreize geben, was man sich erst mal gefahrlos in die Bar stellen kann und im Zweifel stets die richtige Idee ist:

Appleton Estate V/X: Ein wunderbarer Einstieg für erträgliches Geld in die Welt des goldenen Rums. Mein Stockrum.

Appleton Extra: Fein, lecker, großartig, bezahlbar. Immer eine fantastische Idee.

Mount Gay Extra Old: Kenne ich nur vom Hörensagen, ist aber mit Sicherheit auch immer eine sichere Wette.

Eine Empfehlung für einen goldenen Rum ist wie eine Empfehlung für Whiskey zu geben: Eigentlich ein hoffnungsloses Unterfangen, da die Geschmacksnoten schon erheblich auseinander gehen. Wer sich damit befassen will, der guckt mal beim RumDood.

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Rum: Prdoucing refined sugar from sugar cane you end up with a sticky sirup, with which your can glue wallpaper to the wall, make your enemys battle ships unable to manouver or cause a semigiant environmental crisis at the coast of  Madagaskar. The stuff is called “molasses” and the use in shisha tabacco and deserts didn’t realy catch up with the massive amounts that were produced in south America, so they correctly decided to ferment and destill the crap. Like vodka and grappa it actualy originated as a garbage destillate which in those days could only be drunk by Those-who-had-iron-guts, who preferedly had a golden ring in their ear and professionally fought with the sea and its harms, so there is where this association comes from. But it’s long and complicated history took a turn when – again – somebody figured out the moves how to make something from molasses that could actually pass as a valid basic nutriant. This was the headstone for the south American national beverage and it makes Bacardi a living legend, which though has aged most equally to Anita Ekberg. The Bacardi 8 yo is alright, the 151 Oerproof ain’t bad, but from the rest you should keep away from.

Rum also comes as a white unaged and a golden aged version. The white one is more simple, fresh spirit whilst the golden one is somewhat warmer and more serious, always reminding me of winter and Christmas somehow.

Rum is a real science and I by far am no expert. But I am capable of giving a few hints:

Recommended brands:

White rums:

Appleton White: My standard for white rum.

Brugal Blanco: A little bit more expensive and a tiny bit smoother in taste as the Appleton.

Havanna Club 3 Jahre: Some people believe it to be essential to use a Cuban rum in Cuban drinks. Tastes a little different, a little more spicy. If you like that: HC3. I don’t need it. If you’re living in the US and can’t get your hands on this, don’t substitute with Bacardi, just forget about it.

Golden rums:

I only want to present a few ideas what you can put in your bar without any risks. Those who are without doubt always a good idea:

Appleton Estate V/X: A wonderful introduction in the world of golden rum for a very sufferable amount of money.

Appleton Extra: Fine, tasty, gorgeous, affordable. Always a fantastic idea.

Mount Gay Extra Old: I only know it from reading about it, but I would bet with closed eyes, that it’s an awesome rum.

To give recommendations for gold rum is like recommending scotch: It basically is a hopeless efford, because the tastes differ immensely. Everyone who is interested is better off with the RumDood.

Mixed Feelings – Basics: Tequila

Posted in Mixed Feelings on 2. Juli 2009 by Herr Grau

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Tequila: Tequila ist ein Destillat aus vergorenen Agaven, genauer den blauen Weberagaven, die man nach langer Experimentiererei als die einzige Agave identifiziert hat, aus der sich lecker Schnäppschen machen lässt. Dieser Findungsprozess verlief wohl recht ähnlich wie die Sozialisation der Kartoffel in Europa…

Agaven sind Kaktuspflanzen, die 7 Jahre bis zur Reife brauchen. Weil der durchschnittliche Mittelamerikaner in etwa so vorrausschauend wirtschaftet, wie der durchschnittliche Nordamerikaner und man sich nun auch nicht gegen alle klimatischen Eventualitäten absichern kann, pendelt die Verfügbarkeit der schmackhaften Bollen zwischen viel zu viel und viel zu wenig. Sehr deutsch eigentlich.

Nach der Mexikanischen-Verordnung-Für-Wann-Man-Tequila-Tequila-Nennen-Darf, darf man Tequila Tequila nennen, wenn ein Minimum von 51% des Fusels aus Agaven hergestellt worden ist. Der Rest darf mit Lückenfüllern bestückt werden, was bei bezahlbaren Produkten auch gern und viel gemacht wird. Premiumbrände zeichnen sich durch die Angabe „100% Agave“ aus. Da sie nicht mit Neutralbränden aufgefüllt wurden, schmecken sie etwas charaktervoller und intensiver.

Es gibt darüber hinaus „Golden Tequilas“. Hier wird dann Zuckercouleur, Bullenpisse oder was man sonst gerade zur Hand hat zugesetzt, um eine goldene Farbe zu erzeugen. Einzige Effekte: Es sieht golden aus und kostet mehr. Finger wech.

Die goldene Farbe soll einen gelagerten Tequila vortäuschen. Der klare Brand kann in Fässern gelagert werden und heißt dann „reposado“ (min. 2 monate gelagert) bzw. „añejo“ (min. 1 Jahr). Wenn man Tequila gerne so sippt, dann mag sich das anbieten, für das Mischen halte ich das für Overkill. Tatsächlich ist Tequila zwar der Rohstoff für den beliebtesten Cocktail der Welt, den Magarita, aber ansonsten relativ gesehen die unwichtigste Spirituose in der Bar. Dem Tequila-Liebhaber stehen hier besonders viele Experimentiermöglichkeiten offen.

Markenempfehlungen:

Morelos: Ich habe ihn inzwischen bei Trinkgut, Teegut und Edeka entdecken können, im günstigsten Fall für 7,99€. Der Tequila schmeckt super, rund, mild und ist bei mir ständig mit mehreren Flaschen vorhanden. Er ist nicht super-premium, aber absolut erstaunlich gut. Nicht nur für den Preis.

José Cuervo: Ein profundes Produkt guter Verfügbarkeit, aber teurer. Ich habe nie die Notwendigkeit verspürt, noch einmal eine Flasche zu kaufen, nachdem ich Morelos entdeckt hatte.

1921: Der Schritt nach oben. Feines Tröpfchen für die Zeiten, in denen der Schotter etwas lockerer sitzt, aber definitiv eine gute Investition. Auch für einen großartigen Cocktail nicht zu schade.

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Tequila: Tequila is a destillate from fermented agaves, the blue weber agaves to be exact. They found those to be the only once which you can produce an yummy liquor from. The process of this discovery is said to have happend quite equaly to the european socialization of the potatoe…

Agaves are cactus plant which need about 7 year until mature. And because the average middle american is about as economicaly competent as the average north american, we stumble from having too much to having far to little agaves in a very regular pattern. Pretty german actualy…

The mexican-decree-of-when-tequila-is-allowed-to-be-called-tequila states that tequila may be called tequila if it contains at least 51% alcohol made from agaves. The rest is allowed to be filled with whatever you have in your backyard, an option which is put to good use in affordable products. Premium brands set themselves apart from the others by the declaration „100% Agave”. Because they are not filled with neutral spirits they taste more intense and more characteristic.

Besides that there it “golden tequila“. It’s just plain old tequila which they add sugar couleur to. Only effects: Looks golden and costs more. Keep away.

The golden color is supposed to pretend that it’s an aged tequila. The clear spirit can be stored in casks and is than called “reposado” (aged for at least 2 months) or „añejo“ (min. 1 year). If you like sipping your tequila, this might be an option, but for mixing purpose I believe this to be overkill. Tequila indeed is the basic spirit for the most popular cocktail in the world, the margarita, but others than that it is relatively the most unimportant basic spirit in a bar. The tequila afficionado has a lot of possibiltys to experiment in this field.

Recommended brands:

Morelos: I have actualy found this costing 7,99. The tequila tastes great, round, mild and so I always stock several bottles. It’s not super premium, but supprisingly good. Not only considering the prize…

José Cuervo: A profound product with good availability, but more expensive. I never found myself in need to buy another bottle after I discovered Morelos.

1921: On step upwards. Gooood liquor for those times when the money hanges a little more loose, but definitely a fine investment. Not too precious, but worth making a really great cocktail of.

Mixed Feelings – Basics: Gin

Posted in Mixed Feelings on 1. Juli 2009 by Herr Grau

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Gin: Gin ist die wichtigste Spirituose in der Bar, da könnt ihr zetern wie ihr wollt. Ich dachte lange, ich sei bescheuert, weil ich Gin lecker finde. Setzt man sich mit dem Thema auseinander, wird schnell klar, dass ich ausnahmensweise kein bisschen wirr bin. Nicht umsonst sagt ein westfälisches Sprichwort: „Wacholder macht schöne Kinder.“

Wat issenu Gin?

Im Gegensatz zu seinem Vorfahren, dem „Jenever“ aus Holland, der wie auch der deutsche „Wacholder“ einen „charaktervollen“ Kornbrand (dessen leckerer Geschmack ursprünglich der Grund für den Wacholdereinsatz als Überdeckungsmaßnahme war) als Grundlage hat, ist Gin ein Neutralalkohol, der mit Wacholder aromatisiert wurde. So einfach ist das.

Ob der Wacholder in den Sprit eingelegt wird und dann irgendwann gebrannt wird, ob er in der Maische mitgebrannt wird oder ob er in den Dampf gehängt wird – das Resultat ist immer ein klarer Schnaps, der nach Wacholder duftet und schmeckt. Verschiedenste Zugaben, so genannte „Botanicals“ (und darunter versteht man von der Zitronenschale über Gurken bis zu Rosenblätter und Tee alles), werden gerne zugegeben, um das Geschmacksprofil zu charakterisieren, abzurunden oder abzusäubern. Ich halte ein bisschen für OK, aber habe einiges gegen den neuen Trend, denn:

Gin ist der neue Vodka. Nachdem der Vodka mit den Edelmarken genug ruiniert worden ist, sodass einige Barbesitzer diesen aus Trotz gar nicht mehr benutzen, wendet sich die Industrie jetzt dem Gin zu. Die Beobachtung, dass viele Leute die distinktive Wacholdernote nicht mögen, hat zu der großartigen Idee geführt, diese einfach bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund zu rücken und das Hauptgeschmacksprofil mit den Botanicals zu formen.

Ich schreie einfach mal laut „Bullshit!“

Jeder soll es hören.

Markenhinweise:

Bombay Sapphire / Greenall’s – Der Sapphire ist ein bekannter, klassischer Gin, mit einem angenehmen, runden Geschmacksprofil. Leider ist er auf 40% reduziert worden, womit man ihn meiner Meinung nach nicht kaufen muss. Die Variante mit 47% ist aber noch zu bekommen, diese ist empfehlenswert. Bombay wird bei Greenall’s destilliert, der – man sehe und staune – recht ähnlich schmeckt, aber wesentlich weniger kostet. Damit ist Greenall’s die Empfehlung für den fleißigen Trinker, der nicht zufällig zu viel Geld herumliegen hat, in der 40%-Version ein echtes Schnäppchen.

Plymouth Gin: Wir kümmern uns auch hier um den Plymouth in „Export Strength“, also 47%. Der gute Plymouth ist einer meiner Favoriten. Wenn ich mich dazu bringen kann, einen kleinen grauen Schein mehr zu investieren, dann gönne ich mir die 1L-Flasche Export Strength Plymouth. Runder Wacholder, schicke Zitrusnötchen.

Beefeater: Der Gin, der Queen Mum zu zehnmilliardenjährigem Leben verholfen hat. Es ist der Gin der Queen! Was soll man dazu noch sagen?!

Tanqueray: Astreiner Gin. Man halte sich von den neuen Produkten des Hauses fern, wenn man nicht genau recherchiert hat, dass sie in dem angepeilten Drink gut funktionieren.

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Gin: Gin is the most important spirit in every bar, shout and cry all you want. For a long time I thought I’d be crazy, because I realy liked Gin. Turns out, that if you research on the matter, that in this special case I’m not nuts at all for a change.

So what exactly is gin?

Other than it’s ancestor „jenever“, which like the German „wacholder“ is based on a very „characterful“ grain destillat (this character was the original reason to use juniper for masking purposes), gin is a neutral spirit which is aromatised with juniper. It’s that simple.

If you infuse the spirit with juniper first and the distill it or if you put the junper in the mash while you burn or if you hang them into the steam – result is always the same: A clear liquid, that smells and tastes like juniper. Different additions, so called „botanicals“ (and that could be anything from lime peel to cucumber, rose pedals and tea) are implemented to characterize, clear and shapen the taste profile. A few botanicals I think are alright, but I have a whole lot against the newest trend, because:

Gin is said to be the new vodka. After they ruined the vodka with their premium fetishism, so by pure defiance some bar owners have banned it from their menu, now the industry turns towards the gin. The observation that many people don’t like the distinct juniper flavor has led to the brilliant idea to push down the juniper once and for all to work out the main taste profile of the liquor through the botanicals.

I’m shouting „BULLSHIT!“ and I’m shouting loud.

Everyone is supposed to hear it.

Recommended brands:

Bombay Sapphire / Greenall’s – The Sapphire is a very popular, classic gin with a delightful, round flavor profile. To my dislike they reduced the alcohol content to 40% which in my oppionion makes it something that you don’t need to buy no more. With a little efford, the 47% variant is still available and is to be recommended. Bombay is destilled at Greenall’s, which, observe and learn, tastes quite similar, but costs quite a lot less. This considered, Greenall’s is the recommendation for the brave drinker who just hasn’t a pile of money sitting around to set fire on. The 40% variant is a real real bargain.

Plymouth Gin: We only care about the Plymouth in the so called „Export Strength“, which means 47%. Good ol’ Plymouth is one of my alltime favorites. Whenever I can convince myself that I can spare a little bank note, I grant myself one 1L-bottle Export Strength Plymouth Gin. Rich juniper, a chic citrus smell and smooth taste.

Beefeater: The gin that gave Queen Mum a ten million year life span. It’s the Queen’s gin for crying out loud! What else is there to say?!

Tanqueray: Damn good gin. Just keep away from the newer products of them unless you absolutely know that the recipe of yours calls for them.