Archiv für Juli, 2009

Ein sehr großer Burger.

Posted in Essen & Trinken on 5. Juli 2009 by hoegi

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Heute überkam es mich mal wieder: Ich hatte richtig Bock auf einen Burger. Dummerweise war ich nicht alleine, also mussten es gleich mehrere werden. Da -wie wir alle wissen- große Produkte oft günstiger sind, haben wir uns entschieden einfach einen riesigen Burger zu basteln. Die Materialkosten sind tatsächlich deutlich geringer.
Was wir benötigen:

– 1 Fladenbrot
– 2 Tomaten
– 1-2 Packungen Schmelzkäsescheiben
– Eine Packung Bacon (gerne auch mehr)
– 1 Zwiebel
– 5 Frikadellen
– In jedem Haushalt vorhanden: Majo, Ketchup, Salz, Pfeffer

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Zuerst schneiden wir das Fladenbrot in 2 Hälften. Nun sollte das Fladenbrot schon halbwegs an ein groß geratenes Burgerbrötchen erinnern. Zur Sicherheit legen wir die Hälfte bereits auf ein Backblech, das erleichtet uns später so Einiges! Nun bestreichen wir die untere Brothälfte großzügig mit Mayo. Im Anschluss bedecken wir dies komplett mit Käsescheiben. Im Regelfall sollte man 10 Scheiben unterbringen können. Wer es nicht gerne zu käsig mag, lässt diese Schicht Käse einfach weg. Kommen wir zum aufwändigsten Teil: Dem Schnippeln. Tomaten und Zwiebeln in Scheiben/Ringe schneiden, die Frikadellen zur Hälfte durchtrennen (vom Schnitt orientieren wir uns am Fladenbrot). Die Frikadellenhälten werden mit der flachen Seite auf dem Burger drapiert und widerum mit Tomaten belegt. Hier können wir je nach gusto mit Salz und Pfeffer würzen, da die Tomaten einen guten Boden für Gewürze bilden. Kommen wir nun zu einem Hauptgeschmacksträger: Bacon. Bacon mit Zwiebeln zusammen anbraten und über den Tomaten verteilen. Jenachdem, von welchem Käseschlag wir sind kommt nun die erste oder die zweite Schicht als Abschluss obenauf. Das gesamte Konstrukt schieben wir bei rund 170° Umluft in den vorgeheizten Backofen. Wichtig hier: Die obere Fladenbrothälte bleibt schön draußen, damit der Käse gut verlaufen kann. In der Zwischenzeit bestreichen wir die obere Hälte mit ausreichend Ketchup. Nach etwa 14 Minuten wird die obere Hälfte hinzugefügt und der Burger kann bis zur gewünschten Krossheit 5-10 Minuten im Ofen bleiben.
Das fertige Produkt reicht für 4 hungrige Männer; siffige Finger sind garantiert.
Gesamtkosten: 1€ fürs Brot, 1€ für Gemüse, 1-2€ für Käse, 1€ für Bacon, 2€ für Frikadellen. Macht also 6-7€. Pro Person gut 1,50€.

Guten Appetit!

PS: Man kann wenn man möchte natürlich auch auf selbstgebratenes Burgerfleisch zurückgreifen, aber der Aufwand ist deutlich größer.

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Today is one of those days: Ravenous appetite overwhelmed me and I had a strong urge for burgers. Unfortunately, I wasn´t by myself so I had to cook for several persons. We all know that huge servings save a lot of money, so we decided to produce a huge burger. The cost of materials is distinctly lower.
This is what we need:
– 1 pita bread
– 2 tomatoes
– 1-2 packages of soft cheese panes
– 1 package of bacon
– 1 onion
– 5-10 meat patties (prefab, depends on thickness)
– Must-haves: Mayonnaise, ketchup, salt n pepper

The cooking is as easy as can be. At first we cut the pita in two parts, just like we so with a normal burger. We should put our bread on the baking tray by now, just to be safe. Take the lower part of the pita and spread it with plenty of mayonnaise. If you like cheese, cover this with about one package of cheese. If you don´t, dont. Now the most complex part: The cutting. Slice the tomatoes and the onion into slices/rings. If you got thin patties, leave them like they are, if they are thicker, cut them like you did with the pita. Now put the patties onto the cheese (or not cheese) and top them with the tomato-slices. Now it´s a good time to spice things up. Spices stick well to the tomato-base. Now let´s dedicate to a very important flavor: Bacon. Fry the bacon together with the onion rings. Don´t exaggerate it. Dispense the bacon-onion-mix over the tomatoes. Top it (again) with a package of cheese. Now shove the baking tray into the preheated oven at about 170°C (338°F). Let it bake for like 14 minutes. In the meantime spread the ketchup onto the top-half of the pita. Then put it onto the rest of the burger and let it bake for about 5-10 minutes, depending on how crispy you like your bun.
The product satisfies up to 4 men. Dirty fingers are guaranteed.
Costs: 1€ for the pita, 1€ for the vegetables, 1-2€ for cheese, 1€ for bacon, 2€ for the patties. Makes a total of 6-7€. -> About 1.50€ per person.

Enjoy your meal!

PS: You could also make your own patties, but it makes a lot more effort.

Probleme des Lebens #2

Posted in Probleme des Lebens on 5. Juli 2009 by hoegi

Ich habe neulich 75 Minuten auf einen Bus gewartet.
Er fährt im 15-Minuten-Takt.

Probleme des Lebens #1

Posted in Probleme des Lebens on 5. Juli 2009 by Herr Grau

Ich gehe in die Kneipe und bestelle „Einen Halben Jever“ und bekomme ein halbes Glas Jever.

Interventions

Posted in smile and look alive on 5. Juli 2009 by hoegi

Als bekennender US-Serienjunkie lerne ich viele Eigenarten unserer transatlantischen Freunde kennen, die ich hier des Öfteren misse.
Bei der letzten Folge Weeds, die mir vergönnt war zu sehen, wurde mir schmerzlich bewusst was wir hier wirklich brauchen und was absolut fehlt: Interventions.
Für alle, die es nicht kennen, kommt hier eine Kurzbeschreibung:
Interventions sind zu vergleichen mit Überraschungspartys. Man kommt nach Hause und urplötzlich stehen die besten Freunde oder gar die Familie versammelt in einem Raum und schauen einen vorwurfsvoll an. In diesem Moment bleiben wenige Möglichkeiten um sich klarzuwerden, was denn hier abgeht.
Erstens: Habe ich meinen Geburtstag vergessen? Unmöglich.
Zweitens: Ist jemand gestorben? Warum sollten sie dann alle so vorwurfsvoll gucken?
Drittens: (Der Blick schweift über die Ansammlung von Menschen) Kacke. Eine Intervention. Tough shit.
Von diesem Moment an wird es dann nur noch peinlich oder gar erniedrigend. Die anderen Personen verlesen nun nacheinander selbstgeschriebene Texte, die meist die Beziehung zu einem beschreiben bzw. wie sich diese Beziehung in näherer Vergangenheit verändert hat, sei es ob Drogenkonsum, Spielsucht, Überarbeitung, Selbstsucht oder was auch immer. Kurzum: Deine Freunde oder deine Familie (oder im schlimmsten Fall alle) wollen, dass du dich änderst.
Nun sollte jeder wissen, worum es hier geht.

Neidisch blicke ich also in die Staaten und sehe in diversen Serien (bislang „How I met your mother“ und „Weeds“), dass Interventions stattfinden und ich muss mich fragen, warum es sich hier noch nicht etabliert hat. Scheinbar gibt es dort sogar anerkannte „Intervention Specialists“, also Menschen, deren Beruf es ist, anderen Menschen bei Interventions zu helfen oder sie dabei zu unterstützen. Man kann damit also sogar Geld machen.
Die Tatsache, dass Interventions gesellschaftlich anerkannt sind, macht die ganze Angelegenheit für die Initiatioren einer eben solchen sehr einfach. Ich vermute, dass es sich so zuträgt: Freund 1 redet mit Freund 2: „Hey, der Damian hat sich total verändert seitdem er mit der Marianne zusammen ist!“ – „Jep, das ist mir auch schon aufgefallen. Geht gar nicht.“. Freund 2 geht also zu Freund 3: „Ist dir mal aufgefallen, dass Damian seit Kurzem anders ist?“ – „Ja, das wollte ich auch schon gesagt haben.“ Und so weiter und so fort. So rotten sich also 4-5 Freunde zusammen und beschließen eine Intervention zu starten. Durch die gesellschaftliche Akzeptanz angespornt vereinbaren sie also einen Überraschungstermin… Den Rest der Geschichte kann man sich denken.
Wie würdest DU reagieren, wenn DEINE Freunde oder DEINE Familie plötzlich vor dir steht und jeder eine kleine Rede vorliest, wie sehr du dich verändert hast und blaa?
Du würdest doch alle für bescheuert erklären, diese Art der Zusammenkunft als New-Age-Shit abtun und einfach wieder gehen. Das liegt daran, dass du Deutschland bist. Wir machen sowas nicht. Hier behält jeder seine Meinung für sich und wenn er jemanden hasst oder verachtet behält er das für sich, oder attackiert die Person gegebenenfalls subversiv. Hier sagt niemand: „Du bist scheiße!“. In Deutschland wird sowas einfach totgeschwiegen und gewartet, dass sich das Problem von selbst löst. Sollte es dennoch mal ausarten, wird es irgendwann in einer Straftat gipfeln und der Staat nimmt sich dem Problem an. Problem gelöst.
Warum hat in diesem Lande niemand die Eier um einfach mal eine Intervention zu starten? Es gibt so viele Bedürftige, denen man einfach nur mal ins Gesicht sagen muss, dass sie totale Flaschen sind. Dass sie scheiße sind. Dass sie Scheiße bauen. Dass sie mal ganz anders waren.
Zu hoffen bleibt, dass das Phänomen „Interventions“ wie so Vieles irgendwann aus den USA zu uns rüberwandert und Millionen von Menschen mal die Meinung gesagt kriegen. Es kann nur besser werden.

Mixed Feelings – Basics: Bar-Equipment

Posted in Mixed Feelings on 5. Juli 2009 by Herr Grau

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Jetzt, wo wir die grundlegenden Spirituosen erforscht haben, wenden wir uns den wichtigsten Dingen zu, die man braucht, um gescheite Drinks zu mixen und was man damit genau tut. Es braucht nicht viel, aber einige Sachen und Vorgehensweisen sind essentiell.

Eis: Die gesammte Cocktailwelt dreht sich letztendlich um das kühlende Element des Eises. Ohne Eis braucht man gar nicht anfangen. Professor Felicius Grau von der staatlich designierten Eliteuniversität™ Georgia Augusta Göttingen liefert folgende völlig nachvollziehbare und gleichsam faszinierende Aussage: „Aus der Bergmann’schen Regel wissen wir, dass das Volumen eines Körpers mit der dritten Potenz, die Oberfläche aber nur mit den Quadrat einher geht, kleinere Körper ihre Temperatur also schneller ändern als große, da die Temperaturänderung von der Grenzfläche abhängt und der absorbierten Energie eine Energiedichte zugrunde liegt.“ Heißt: Crushed Ice schmilzt verhältnismäßig schnell, während riesige Eiswürfel sehr lange halten. Das abgegebene Schmelzwasser ist sehr selten ein erwünschter Effekt, meistens kommen die Drinks aus dem Shaker, wo sie mit Eis gekühlt wurden und sollen von dem Eis im Glas nur kalt gehalten, nicht aber verwässert werden. Man sollte sich also standardmäßig auf Volleiswürfel (das sind die ohne hohlen Kern) von möglichst großen Dimensionen verlegen. Wasser für Eiswürfel sollte immer abgekocht werden, weil es sonst früher oder später unabdingbar zur Bakterienkatastrophe kommt, was in widerlich schmeckendem Eis und Durchfall resultiert. Einige der besten Formen gibt es preiswert im 1€-Shop zu kaufen. Für einen besonders dicken Eiswürfel, z.B. in einem Old Fashioned von mir benutzt, gibt es von Real distributierte Plastikformen von Buchsteiner mit 150ml Inhalt, mein heutiger Geheimtipp.

Shaker: Es gibt prinzipiell zwei wichtige Shakertypen, den Cobbler-Shaker und den Bostonshaker. Der Cobblershaker ist komplett aus Metall und hat einen kleinen Pinörpel mit Sieb oben dran. Diesen Shakertyp kennen wir alle. Der Bostonshaker ist die professionellere Variante und besteht aus einem großen Mixbecher aus Metall und einem etwas kleineren Mixglas, das hinein passt. Durch die lidernden Eigenschaften des geringfügig elastischen Materials Eisen und durch die vom Eis gekühlte und damit sich zusammenziehende Luft innerhalb des geschlossenen Shakers bleibt das Gerät dicht und hält zusammen. Eine Unterart hiervon ist der Parisian Shaker, der aus zwei unterschiedlich großen Metallbechern besteht. Mein Tipp aus leidseeliger Erfahrung: Unbedingt einen Boston Shaker mit Libbey Mixglas kaufen. Carl Mertens und WMF sind recht teuer, aber ebenfalls ihr Geld wert. Man braucht zwar einen Strainer zusätzlich, aber man erspart sich das Elend, dass das Ausgießen eines einzigen Drinks minutenlang dauern kann, wie ich es mit meinem Cobblershaker erleben durfte.

Strainer: Ein Metallsieb, mit dem die Eiswürfel und möglicherweise mitgeshakerter Kram in dem Mixbecher zurück gehalten werden. Bei einem Bostonshaker unbedingt nötig. Ich hab das Ding von WMF. Ist super.

Feinsieb: Ein kleines Teesieb ist sehr nützlich, um einige Drinks fein zu strainen. Alles, wo Minze mitgeshakt wird, wo Basilikum eine Rolle spielt, wenn crushed Ice oder ganze Limetten mit Fruchtfleisch mitgeshakt werden, ist der Einsatz absolut anzuraten.

Barlöffel: Einige Cocktails wollen gerührt und nicht geschüttelt werden, nämlich jene, die nur aus klaren Flüssigkeiten bestehen. Das Schütteln bringt kleine Luftblasen in den Drink, was ihn milchig macht. Und das sieht nunmal nicht aus.

Jigger: Auch Messbecher genannt. Merke: Alle Zutaten immer abmessen. Anders werden die Cocktails kaum gut werden. Vor allem die Balance aus Zitrussaft und Zuckersirup ist sehr delikat und im Prinzip ohne messen nicht herzustellen, ohne zig mal zu probieren. Ein ideales Produkt habe ich noch nicht gefunden. Ich denke, ich werde in naher Zukunft auf einen Messzylinder aus dem Laborbedarf umsteigen, da mein Messbecher erst bei 20ml anfängt – zu viel.

Muddler: Jeder Holzknüppel mit einem runden Ende tut es, um Mojitos und Capirinhas machen zu können. Wovon man sich fernhalten sollte, sind Muddler mit scharfen Zacken und zu offenporigem Holz.

Zitruspresse: Ich habe lange mit Hitchcock-Säften gearbeitet, wenn Limetten- oder Zitronensaft in einem Rezept verlangt war. Beschäftigt man sich auf nur oberflächlich mit dem Thema, ist das erste, was man liest, dass man diese Säfte stets frisch pressen sollte. Am Anfang dachte ich noch: Jaja… Irgendwann wunderte ich mich, dass es wirklich JEDER sagte. Ich probierte es aus und erlebte eine regelrechte Offenbarung. SO sollten die Drinks also schmecken. Eine billige Zitruspresse von Fackelmann tut den Dienst vollkommen hinreichend.

Gläser: Nun, im Prinzip kann man jeden Cocktail in ein und dem selben Glas servieren, so es denn nur groß genug ist. Aber da Ikea wirklich günstig die drei gängigsten Glasformen anbietet, werde ich diese kurz vorstellen. Da wäre zu allererst das Cocktailglas, auch als Martiniglas bekannt. Hierin werden so gut wie alle Drinks serviert, die nicht auf Eis kommen. Der Stiel ist sehr sinnvoll, da die Handwärme den Drink so nicht erwärmt, da dieser auch ohne die helfende Körperwärme nur wenige Minuten in einem trinkbaren Temperaturrahmen zu verweilen deucht. An zweiter Stelle wäre das Old Fashioned- oder Rocks-Glas zu nennen. Es handelt sich dabei um einen kurzen Tumbler, in dem erstmal alle Spirituosen on the rocks serviert werden. Whiskey kann man aus solchen Gläsern trinken und im Prinzip alle klassischen Cocktails, die Eis im Glas verlangen. Das dritte und größte Glas ist das Collinsglas. Ein großes, zylindrisches Glas von normalerweise 0,33L Inhalt. Eine großzahl von Cocktails schreien nach diesem Glas, da sie in die kleineren Gläser nicht mehr hinein passen. Klassischerweise ist ein Fizzglas etwas kleiner und ein Collinsglas etwas größer, aber man muss auch mal Prioritäten setzen, sein Geld also lieber für Fusel auf den Kopf hauen.

Bitters: Für viele, vor allem ältere Cocktails braucht man aromatische Bitter oder Orangenbitter. Die benutzten Mengen sind sehr gering, was recht einfach zu dem Fehlschluss führen könnte, man könnte darauf zu verzichten. Von Robert Hess habe ich die Analogie des Salzes in der Suppe: Man merkt es nicht, solange es da ist. Aber die Suppe ist fade, wenn es fehlt. Bitter bringen Drinks zusammen und sind essentielle Teile. Gute Bitter kommen von Angostura oder der deutschen Firma The Bitter Truth. Eine Flasche Aromatic Bitters und eine Orange Bitters empfiehlt es sich zu besitzen. Die Flaschen halten sehr lange, daher ist die zuerst hoch scheinende Investition sehr lohnend. Ebenfalls empfehlen würde ich eine Flasche Orange Flower Water, da man es für einen meiner Lieblingscocktails braucht. Alles ist im prinzip nur im Versandhandel, dort aber dank Internetz sehr schnell und einfach erhältlich.

Simple Syrup: Einfacher Zuckersirup gehört als Einrichtungsgegenstand in jede Bar. Man nehme gewichtsbezogen 1:1 Wasser und Zucker, erhitze alles leicht, bis der Zucker sich vollständig gelöst hat, organisiere sich eine hübsche, ausgespülte Flasche und fülle den Sirup hinein. Abkühlen und fertig. Die Zutat findet sich in jedem zweiten Cocktail, da die Säure der Zitrussäfte im Normalfall damit ausbalaciert wird, wenn man für diesen Zweck nicht Liköre benutzt.

Mit dem hier beschriebenen Zubehör sieht sich der geneigte Leser nun in der Lage, mit Pauken und Trompeten loszulegen und hervoragende Drinks herzustellen. Damit ist der „Basics“-Lehrgang bis auf Weiteres erst mal beendet und es geht an die Drinks.

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Now that we learned about the basic spirits, it’s time to turn toward the most important things one is going to need to make decent drinks and what you do with these things exactly. You don’t need much, but some things and proceedings are absolutly essential.

Ice: The whole world of cocktails revolves around the cooling element of ice. Without ice you don’t even need to start. Professor Felicius Grau from the ivy league™ (govermentaly approved) Georgia Augsta University of Göttingen has given us the following, completly understandable and fascinating statement on the matter: „From Bergmann’s rule we know that the volume of an object grows with in the third potence, whilst the surface only increases in the second one, which means that small objects change their temperature quicker than bigger ones, because the change of temperature depends on the border surface and the energetic density of the object.“ Means: Crushed ice melts way faster than giant ice cubes. The dispensed melting water is very unlikely desired in the drink, because most of the time the cocktails come out of the shaker ice cold and are only put on ice so they stay cool, not to get diluted any further. You should go for massive ice cubes (those which don’t have a hollow center) of biggest available dimensions. The water for making ice cubes should always be boiled beforehand, otherwise you sooner or later get a germ catastrophy, resulting in nasty tasting ice and diarrhea. I recently discovered little 150ml plastic containers for storage which make great giant ice cubes, working awesomely e.g. in an Old Fashioned.

Shaker: There are basicly two types of shaker, the cobbler shaker and the boston shaker. The cobbler shaker is completly made from metal and has a little pour-out-thingy on the top with a built in strainer.  We all know this type of shaker. The boston shaker is more professional, consisting of a bigger metal tin and a smaller mixing glass. Through the minimaly elastical features of the metal and through the air, which is cooled by the ice and therefore contracts, the mixer is tight and keeps together. A sub-type of this is the parisian shaker, which consists of two different metal tins. I can only recommend to buy a boston shaker with a libbey mixing glass. I own a WMF model and it’s very good, too. You will need an extra strainer, but you prevent yourself from the torture that is pouring a drink through the thin collum of a cobbler shaker, which can take minutes for one drink in the worst case. And which I had to witness myself before I believed it.

Strainer: A metal sieve, with which you keep the ice and possibly the fruit stuff you put in your shaker from falling into the drink. With a boston shaker, you absolutly need one. I’ve got the model of WMF. It’s awesome.

Fine sieve: A little fine sieve is very usefull to strain small particles out of your drinks. Whenever you shake mint, basil, crushed ice, whole lime pieces with their pulp, etc., you want to make shure to double strain pouring the drink into the serving glass.

Bar spoon: Certain Cocktails call for being stirred instead of shaken, specificaly those which contain only clear liquors. The shaking implements little bubbles to the liquid making it cloudy and milky. And that just doesn’t look good, period.

Jigger: Remember: We always measure our ingredients. You will very unlikely get any good results otherwise. Most important is the balance between citrus and sugar, which cannot get right without measuring, unless tasting several times. I still haven’t found the ideal one and since my measuring cup starts at 20ml, which is too much, I will probably switch to a laboratory measurement cylinder. If you’re from the US, you can get the awesome OXO jigger.

Muddler: Every wooden pin with a round end will do to make a decent Mojito or Caipirinha. Just keep away from muddlers with sharp teeth and too open pored wood.

Citrus squeezer: I worked with hitchcock juices for a long time whenever a recipe called for lime- or lemon juice. If you engage in the topic just a little, you basicaly instantly read that you should squeeze your juices freshly. At the beginning I just thought: Yeayeah, you heavy talkers… But I came to wondering, why really EVERYBODY said that. So I tried and experianced a real epiphany. So THAT’s what drinks should taste like! A cheap citrus squeezer totaly does the trick.

Glassware: Well, you could basicaly serve every cocktail in the same glass as long as it’s big enough. But Ikea offeres a very good deal on the three most important glass variants, so I will briefly introduce them to you. First thing would be the cocktail glass, also known as the martini glass. In these you serve most likely every drink that doesn’t come on ice. The stem makes perfectly good sense, because it prevents the warmth of your hands to warm up the drink, due even without your helping hand the drink stays cold enough to really enjoy it for only a few minutes. Secondly there is the old fashioned or rocks glass. It’s a short tumbler, which you would expect to get a spirit on the rocks in. You can drink whiskey from this glass or basicaly every classical cocktail served on ice. The last and biggest glass is the collins glass. It is big and cylindrical and usualy holds about 12 ounces. A big number of cocktails demand this glass because they wouldn’t fit in the smaller ones. Actualy the fizz glass would be a little smaller and the collins glass a little bigger, but you have to have some prioritys. Meaning to spend your money on likker instead.

Bitters: Many, espacialy the older cocktails, demand aromatic or orange Bitters to be used. The needed amounts are very small, which easly could lead to the wrong conclusion, you could just leave them out. I got the analogy of the salt in your soup from Robert Hess: You don’t taste it if it’s there, but if it’s missing the soup is somewhat flat and tasteless. Bitters bring together the drink and are absolutly essential. Good Bitters come e.g. from Angostura or the German company The Bitter Truth. One bottle of aromatic Bitters and one of orange Bitters I realy do recommend everyone to own. The bottles last for a long time and many many drinks, so what seems as a rather big investment in the first place will turn out to be very much worth every penny very soon. I too would recommend ordering a bottle of orange flower water because you need it for my favorite cocktail. You can most likely only obtain good bitters by mail order, but since we live in the time of the internet, it’s quite an easy and quick way.

Simple Syrup: Simple sugar syrup belongs in every bar as basic inventory. You just take water and sugar in a weight based 1:1 ratio, heat it up until all the sugar has desolved and fill it in a nice, clean bottle. Cool down, done. This ingredient is used in every second cocktail, because it’s the classic choice for balancing citrus juices beside the use of sweet liqueur.

With this massive amount of babbeling knowledge the reader now is prepared to rock’n’roll .. and to prepare delicious drinks, too. This closes the „Basics“ section until further notice. Now we can start with the drinks.

Mixed Feelings – Basics: Brandy & Cognac

Posted in Mixed Feelings on 3. Juli 2009 by Herr Grau

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Brandy/Cognac: Brandy heißt bei uns Branntwein und kommt bevorzugt aus dem Nachlass von Oma in Form von Asbach Uralt. Es ist alles die selbe Soße, Traubenwein wird destilliert und dann in Fässern gelagert. Cognac ist einfach ein Brandy aus einem geographisch genau festgelegten Gebiet und damit keine besondere Qualitätsbezeichnung. Es gibt guten Cognac, es gibt guten Brandy, und es gibt Brandy, der besser ist als Cognac.

Technisch gesehen ist die gerade gegebene Definition falsch. Brandy bezeichnet jedes Destillat aus einem Fruchtwein. Aber diese tragen entweder besondere Namen (z.B. Calvados), oder sie müssen dies auf dem Etikett vermerken. Wenn einfach nur „Brandy“ draufsteht, ist es aus Trauben gemacht, steht „Apricot Brandy“ drauf, dann handelt es sich um ein Destillat aus spinatgefüllten Elephanten.

Das Motto kann man Lammbock entnehmen: „Kenne deinen Feind.“

Um ehrlich zu sein, habe ich aber keine Ahnung von der Materie, da ich mich einfach noch nicht damit beschäftigen konnte. Sollte das irgendwann mal passieren, werde ich lautgeben.

Damit ich dem interessierten Leser trotzdem eine Empfehlung an die Hand geben kann, da diesem ja sonst ganz schlimm das Herzeken weh tut, habe ich mich durch die Wirrungen des Internetzes gewühlt und konnte schließlich von „Crackone“ aus dem Cocktails&Dreams-Forum folgende Produkthinweise klauen exzerpieren:

Cognac: Frapin VSOP und Courvoisier VSOP

Brandy: Cardenal Mendoza und Gran Duque d’Alba

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Brandy/Cognac: Brandy, in German „Branntwein“, is a spirit destilled from grapes and then aged. Cognac is just a brandy from a specific region in france and not a special sign of qualitiy. There is good cognac, there is good brandy.

Technicaly this definition is wrong. Brandy actualy is a destillate from every fruit wine. But these either carry a specific name (e.g. Calvados) or have to feature an name addition. If it just says „brandy“, it’s made from grapes, if it says „apricot brandy“, it of course is destilled elephants stuffed with spinach.

Quote from the film “Lammbock“: „Know your enemy“

To be honest, I don’t know the matter too well, I had no time (and money) to research on it yet. If that happens someday, I’ll let you know…

For you not to stand there now with empty pockets, I have dug in the fantastic maze that is the internet and finally managed to steal excerpt some recommendations from “Crackone” of the Cocktails&Dreams-Forum:

Cognac: Frapin VSOP and Courvoisier VSOP

Brandy: Cardenal Mendoza and Gran Duque d’Alba

Mixed Feelings – Basics: Scotch Whiskey

Posted in Mixed Feelings on 3. Juli 2009 by Herr Grau

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Scotch Whiskey: Ich vermute, es gibt nichts schwierigeres, als etwas verbindliches über Scotch zu sagen. Ich will trotzdem mal wieder meinen Buchstabensack schütteln und das ganze versuchen für den Otto-Normal-Trinker herunterzubrechen.

  1. Wir halten uns von Blends fern. Diese Dinger hat eine Eggsbechtenzunge aus verschiedenen Ursuppen zusammengefummelt. Wir trinken nur Single Malt Scotch. Da stammt alles aus der selben Destillerie, ist ein Vat genannter Blend aus eigenen Fässern.
  2. Wir halten uns von Whiskeys fern, die zu durchsichtig aussehen. Sie sind mit 98%iger Wahrscheinlichkeit unterlagert.
  3. Scotch kommt generell in zwei Arten: Getorft und nicht getorft. Getroft heißt, dass das Malz über einem Torffeuer gedarrt wurde und daher ein ziemlich spezielles Aroma in das Produkt bringt. Natürlich sind Abstufungen so möglich wie gängig. Die Insel Islay ist relativ bekannt für torfige Whiskeys. Größtenteils. Mal wieder.
  4. Scotch kommt in verschiedenen Altersklassen. Als Richtschnur ist recht einfach zu sagen, dass je älter, desto doller. Leider ist auch Alter keine Garantie für einen guten Whiskey. Man muss also das Alter auf die Marke beziehen.
  5. Das Fass ist entscheidend. Es ist gängig, den Stoff erst mal in normalen Eichenfässern zu lagern. Diese kommen leider in verschiedenen „Toastungen“, also verschieden stark ausgebrannt. Um das ganze noch weiter zu vereinfachen, lagert man den Malt auch gerne noch mal in Sherry-, Marsala- oder Weinfässern nach.
  6. Das alles ist zum Glück vollkommen irrelevant, da mit Ausnahme des Penicillin und des Blood&Sand keine mir bekannten Cocktails Scotch Whiskey nutzen. Es geriete auch leicht zur Verschwendung, da der Stoff gut teuer ist. Wir merken uns:
  7. Scotch wird generell erst mal pur getrunken und auf keinen Fall mit Cola gemixt. Wir trinken Scotch nicht mit Eiswürfeln. Es ist erlaubt, manchmal notwendig, ihn mit stillem Wasser zu verdünnen.

Markenempfehlungen:

Laphroigh 10yo oder Quarter Cask: Stark getorfter Whiskey. Leder, Stall, Torf, gut um herauszufinden, ob man das Aroma mag. Wenn ja, dann schaue man sich bei anderen Islay-Malts um und probiere möglicherwiese folgenden an:

Ardbeg: Torf, Baby.

Oban 14yo: Jaja, es ist ein Classic Malt, also ein Kommerzprodukt, blabla… Es ist ein verdammt leckerer Whiskey und bezahlbar ist er auch. Nichts besonderes, aber ein sehr elaboriertes, rundes und gefälliges Geschmacksbild. ICH hab ihn zu hause.

Aberlour a’bunadh: Das ist das Ding, um mal Sherryfasslagerung für sich auszuloten. Braucht Wasser, da mit 60% doch recht satt abgefüllt.

NICHT empfehlen kann ich:

Talisker, Bruichladdich 12yo, MacDuff 26yo, Dalwhinnie, Isle of Jura Superstition, Auchentoshan 12yo

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Scotch Whiskey: I guess there is nothing more complicated than saying something universally valid about scotch. I nevertheless take my shot, shake my hackisacki-letter-sack and try to come up with something useful for “average people”:

  1. We keep away from blends. These things are put together by so called “experts” from different, unidentifieable primordial soups. We only drink Single Malt Scotch. With that, everythings from the same distillery and from their own casks.
  2. We keep aways from whiskeys which look too clear. Very likely they are underaged.
  3. Scotch generly comes in two breeds: With or without peat. With peat means, that the malt was dried over a turf fire, which brings a very distinctive flavor to the product. Naturaly, to walk somewhere in between is as possible as it is done often. The Island of Islay is know for it’s peaty whiskeys. Well, most of them. As always.
  4. Scotch comes in several ages. As a guideline it’s safe to say that the older, the better. Unfortunaly age is no guaranty for quality. So you can only aply the age rule to the whiskeys of the same brand.
  5. The cask matters. It is common firstoff to age the stuff in normal oak casks. Those come in different levels of „toasting“, which means they were burned out more or less strongly. To oversimplefy everything even further they use old sherry, marsala oder wine casks to mature the whiskey in the end.
  6. Luckily all of this is completely ireelevant, because by the exeption of the Penicillin and the Blood&Sand I don’t know any other cocktail that features scotch. I would easily develop in wastage, because the stuff is rather expensive. We memorize:
  7. Scotch is generaly sipped in a pure fashion, we do never ever mix it with cola! We don’t drink scotch on ice. It is allowed, sometimes necessary, to dilute it with filtered water.

Recommended brands:

Laphroigh 10yo or Quarter Cask: Strongly peated whiskey. Leather, stables, smoke, a good thing to find out if you like the aroma. If so, you might want to consider other islay malts and perhaps try this one:

Ardbeg: Peat, peat, baby.

Oban 14yo: Yeah, I’ve heard it, it’s a “classic malt”, a commerce product, blablabla.  It’s a damn fine and tasty whiskey and affordable too. Nothing special, but a very elaborated, round and likeable flavor. I have got it at home.

Aberlour a’bunadh: That’s the one to try sherry cask matured whiskey for yourself. Needs quite a little water, because it’s bottled at 60%.

I can NOT recommend:

Talisker, Bruichladdich 12yo, MacDuff 26yo, Dalwhinnie, Isle of Jura Superstition, Auchentoshan 12yo

Mixed Feelings – Basics: Korn & Grappa

Posted in Mixed Feelings on 3. Juli 2009 by Herr Grau

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Korn: Mit Korn etwas anderes als Apfelkorn herzustellen, ist Selbstmord, denn im Prinzip schmeckt Korn scheiße. Korn muss aus Getreide hergestellt werden und mindestens 32% haben, ansonsten kann da im Prinzip alles drin sein. Doppelkorn ist zweimal gebrannt, Frühstückskorn einfach schön.

Grappa: Das Nationalgetränk Italiens. Genau.

Lasst mich kurz erklären, was Grappa ist, dann versteht sich mein Urteil leichter.

Grappa ist ein s.g. Tresterbrand, es werden also Obstabfälle aller Art in einem großen Topf gekocht und dann teilweise unter Zuckerzusatz vergoren, anschließend gebrannt.

Ich habe keine Worte für die Idee, als die tatsächliche Definition: Schnaps aus Abfall.

Die Grappafreunde mögen schreien und zetern, die Tatsache, dass man durch riesigen Aufwand ein trinkbares Getränk daraus gemacht hat, macht es nicht besser. Nimmt man einen von sich aus angenehmen Rohstoff, so ist das Produkt einfacher besser zu machen und auch absolut von höherem Genusspotential. Dieser Absatz steht hier aus rein pädagogischen Gründen.

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Korn: If you make something else with Korn than Apfelkorn, you’re basicaly commiting suicide, because on principle Korn doesn’t taste good. Korn has to be made from grain and have over 32% alcohol, others than that it could be anything. Doppelkorn is destilled twice, Frühstückskorn (breakfast korn) simply beautiful.

Grappa: Italy’s national beverage. Yeah right…

Let me explain very briefly what grappa is exactly, so my judgment is easier to understand.

Grappa is a so called pomace brandy, that means that fruit garbage of every origin is cooked up, fermented, partially with plied sugar, and then destilled.

I lack words for the idea but the real definition: Made from garbage.

The friends of grappa may scratch my eyes out, but the fact that you produce a drinkable beverage under extremely high efford doesn’t make this better. If you simply take a enjoyable basic ingredient, you can produce a tastier produce much more simply and have a higher absolute enjoyment potential, too. I only included grappa here for educational purposes.

Angewandte Wissenschaft – Kronkorken öffnen

Posted in Angewandte Wissenschaft on 2. Juli 2009 by hoegi

Ein freundliches Hallo hier aus dem ingenieurwissenschaftlichen Versuchsstätten der Firma Happy Industries & Co. KG.
Heute möchte ich euch (insbesondere denen die es einfach nicht hinbekommen) das Prinzip des Kronkorkenöffnens darstellen und erklären. Möglicherweise hilfts; wahrscheinlich aber auch nicht. Grobmotoriker bleiben halt Grobmotoriker, da helfen keine Anleitungen und Erläuterungen.

Zuallererst müssen wir uns klarwerden, wie ein Kronkorken überhaupt konzipiert ist und welches Ziel wir -abgesehen davon, dass wir an den Inhalt der Flasche wollen- überhaupt verfolgen müssen. Hier also eine äußerst schematische Darstellung des Sachverhaltes.

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(Die Grafiken in diesem Post wurden in stundenlanger Schweißarbeit von unserem 4-Mann-Designstudio entwickelt.)

Wie der Name vermuten lässt hat der Kronkorken also die Form einer Krone, welche an ihrem Rand 21 Zacken besitzt, die widerum den abgerundeten Abschluss des Flaschenhalses umschließen und so jegliche Bewegung und damit auch Öffnung des Kronkorkens selber verhindern. Dadurch, dass der Zackenring die Flasche komplett umschließt ist zum Einen die Bewegung in Querrichtung behindert, dadurch, dass die Zacken beim Verschließen um den Flaschenhals gebogen werden wird die Bewegung des Korkens in vertikaler Richtung behindert. Doch eben diese Bewegung ist unser Ziel!
Wie trennen wir nun also den Kronkorken von der Flasche? Im Groben und Ganzen gibt es 2 Prinzipien die es zu beherrschen gilt.
Auf der einen Seite haben wir die stationäre Variante die keinerlei Werkzeug vom Nutzer erfordert, jedoch brauchbare Gegenstände in der näheren Umgebung erfordert, auf der anderen Seite ist da die häufiger genutzte Variante, die zwar Werkzeug erfordert, jedoch quasi allenorts Anwendung finden kann.
Beschäftigen wir uns zuerst mit der stationären Variante. Zur Veranschaulichung wieder eine Grafik aus unserem 12-Mann-Designstudio aus der schwedischen Tundra:
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In orange gehalten erkennen wir wieder unser Corpus Delicti. Neu und wichtig für diesen Versuch sind zuerst die rot eingezeichneten Kästen.
Übersetzen wir dieses Bild in die Praxis: Zuerst müssen wir einen rot schraffierten Quader finden. Sollte keiner zur Hand sein tun es auch jegliche sonstige Gegenstände mit möglichst rechtwinkligen, harten Kanten. Ideal und oft in der Nähe: Der Bierkasten.
Nun setzen wir den Kronkorken an einer Seite auf die Kante auf und bringen mit einer Hand, einem Handballen oder (bei ausreichender Größe) mit einem Penis eine Flächenlast auf die andere Seite der Flasche auf. Da der Kronkorken aus weichem Metall besteht wird er sich im Folgenden verformen, weil das Material den aufgebrachten Kräften nicht entgegenwirken kann. Diese Verformung beinhaltet zuerst eine Durchbiegung der im Bild befindlichen rechten Seite des Kronkorkens in Richtung des blauen Pfeiles, welche widerum eine geringe Querausdehnung des Kronkorkens in der Mitte mit sich bringt. So wird der Kronkorken-Flaschen-Verbund gleich an drei Stellen gelöst und die Flasche öffnet sich. Leider werden die Kronkorken bei diesem Verfahren unnötig penetriert und verformen sich dauerhaft mäßig bis stark. Außerdem erzeugt dieses Verfahren beinahe keine Geräusche und so wird der Nutzer beim Öffnen der Flasche nicht akustisch stimuliert.
Also wenden wir uns dem zweiten Verfahren zu. Ich verspreche bessere Resultate!

Zur Veranschaulichung gibt es auch hier wieder eine Grafik von unserer Designagentur SVEN, welche mit 34 Mann an der Produktion dieser Bilder beteiligt war.
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Hier haben wir den Kronkorken abgeschnitten und betrachten nur eine Seite, denn wichtiger als unser orangefarbener kleiner Feind ist hier die rote Apparatur.
Das kleine freischwebende Dreieck rechts vom Kronkorken stellt ein kleines Auflager dar, der dicke Pfeil weiter rechts ist die aufzubringende Kraft (F).
Bei diesem Verfahren wird Nutzen gezogen aus so ziemlich dem einfachsten physikalischen Prinzip: Dem Prinzip des Hebels.
Wie unschwer zu erkennen ist, befindet sich der Kronkorken deutlich näher am Auflager als unsere Einwirkende Kraft. Nehmen wir an, der Abstand vom Kronkorken zum Auflager sei 1 cm, der Abstand vom Auflager zur Wirkungslinie der Kraft sei 10cm. Nach Adam Riese verzehnfacht sich unsere Kraft also in diesem System. In unserem stationären Öffnungsverfahren hatten wir keinerlei Hebelarm, hier war Kraft die den Korken geöffnet hat gleich der Kraft die wir auch in das System eingebracht haben.
Eben in der Multiplikation unserer Kraft mit zunehmendem Hebelarm liegt der Spaßfaktor dieser Öffnungsvariante. Je mehr Hebelarm, desto mehr Kraft, desto mehr „Bums!“.
In der Praxis sieht das ganze wie folgt aus: Das Auflager ist in der Regel unser Mittelhandknochen des Zeigefingers der bierflaschenhalsumklammernden Hand (Anmerkung der medizinischen Fachabteilung: Proximale Phalange des Digitus Index). Empfehlenswert ist bei Rechtshändern die linke Hand; die Kraft der rechten Hand benötigen wir nämlich jetzt.
Mit dieser Hand nehmen wir uns nun ein längliches, weitestgehend stabiles Instrumentarium. In Fachkreisen sind Feuerzeuge meist das Mittel der Wahl.
Wir umschließen also das Feuerzeug in diesem Falle möglichst fest und legen es wie in der Abbildung gezeigt zwischen Zackenrand und Finger. Die Praxis zeigt, dass das Hebelinstrumentarium auch zwecks Verlängerung des Hebelweges angewinkelt angelegt werden kann, sprich: Das freie Ende befindet sich oberhalb des Niveaus des Kronkorkens. Befinden wir uns in der gewünschten Stellung gilt die volle Konzentration der Bewegung der hebelnden Hand. Sie sollte sich möglichst schnell, stark und ruckartig nach unten bewegen, wohingegen der Rest des Systems idealerweise völlig starr bleibt. Der Kronkorken sollte sich nun geräusch- und effektvoll von seinem ehemaligen Wohnort entfernen. Bei richtiger Anwendung ist akustische wie auch optische Stimulation garantiert.
Betrachtet man den abgefeuerten Kronkorken genauer, wird man feststellen, dass dieser praktisch keine Verformungen aufweist.
Unsere 1-Mann starke Laborbesatzung versucht dieses Phänomen wie folgt zu begründen: „Da Metall ein in geringen Teilen elastisches Material ist, begibt sich das Projektil unmittelbar nach Entfernung vom Flaschenhals in seine Ausgangsform zurück, da die Kraft nur für den Bruchteil einer Sekunde auf das Objekt einwirkt und dann unmittelbar die Relaxation eintreten kann.“

Ich hoffe, wir konnten euch das Faszinosum des Flaschenöffnens etwas näher bringen. Wenn nicht, dann nicht.
Guten Durst wünscht
hoegi

Mixed Feelings – Basics: Bourbon & Rye

Posted in Mixed Feelings on 2. Juli 2009 by Herr Grau

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Bourbon und Rye Whiskey: Bourbon wird aus 51+% Mais hergestellt, Rye aus ebensoviel Roggen. Die Geschmacksnoten variieren deutlich, je nachdem, was oberhalb dieser 50% passiert. Der Kram wird gemälzt, eingemaischt und gerastet. Von hier an könnte man auch Bier daraus herstellen. Tut man aber nicht. Man macht Whiskey. Dafür schmeißt man einen Teil der alten Maische (Sour Mash) als Kultur und Gärstarter in den Topf und ab geht’s.

Fusel brennen und dann in ausgebrannte Weißeichefässer füllen. Warten. Trinken.

Die amerikanische Whiskeyindustrie hat durch die Prohibition enormen Schaden genommen. Viele wunderbare Traditionsmarken sind zugrunde gegangen, viele Rezepte verstorben. Die Rye-Industrie hat sich bis heute kaum erholt, es existieren nur eine Hand voll Marken, die noch Rye produzieren, der Absatz ist geradezu lächerlich.

Da der Amerikaner aber gerne säuft, hat sich der Bourbon einigermaßen wieder reinstalliert. Gerade die amerikanische Stein-und-Roll-Musik hat das güldene Nass neu popularisiert. Viele klassische Cocktails basieren auf Rye oder Bourbon, da die Amerikaner diese Mixgetränke praktisch im Alleingang erfunden haben.

Markenempfehlungen:

Bourbon:

Der Markt ist riesig, bietet aber einige saubere Lösungen für den unkomplizierten Konsumwilligen.

Maker’s Mark Red Seal: Astreiner Go-To-Bourbon. Funktioniert fast in allem gut bis sehr gut.

Knob Creek: Tut genau das selbe, ist aber teurer. Ich persönlich brauche ihn nicht, aber viele Leute halten ihn für den empfehlenswerten Whiskey überhaupt. Alleine seiner Präsenz wegen sollte man wissen, dass er gut ist.

Bulleit: Klasse Ding nach alter so-hat-Vaddi-schon-getan-Formel. Hoher Roggenanteil, daher etwas rye-mäßig würzig. Besonders schmuck in Cocktails, die man sowohl mit Bourbon, als auch mit Rye machen kann.

Rye:

Rittenhouse Bonded 100 Proof: Leider fängt Rye bei “teuer” an und wird dann nicht mehr angenehmer. Der Rittenhouse ist gerade noch erträglich teuer und damit eigentlich der die einzig vernünftige Variante.

Sazerac Rye, Thomas Handy, Van Winkle: Tolle Schnäpser, leider alle grauenhaft teuer. Wenn man einen angeboten bekommt, nicht nein sagen.

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Bourbon and Rye Whiskey: Bourbon is made 51+% from corn, rye from 51+% … well, rye. The flavours differ noteably depending on what make everything but. The whole thing is malted, mashed and lead through the rests. From thereone your could as easy brew a good beer but we don’t do that now. We’ve come here to make wiskey. In order to do that, you throw in a part of your old so called “sour mash” as culture and fermentation starter in the pot and off we go.

Burn the suff and fill it into toasted white oak casks. Wait. Drink.

The american whiskey industry has taken an enormous amount of damage due prohibition. Many traditional brands died, many recipes were lost. The rye industry still hasn’t recovered from that blow till our very day, there are only a hand full destillerys who still make rye, the sales are ludicrous.

But because the American likes a good blow too, the bourbon managed to reinstall itself pretty well, not at least due to the help of hard rock music which dramaticly repopularized the beverage.

Many classic cocktails are based on bourbon and rye because the Americans basically invented all of them.

Recommended brands:

Bourbon:

The market is quite big, but still offers some clean solutions for the uncomplicated consumer.

Maker’s Mark Red Seal: Damn straight go-to-bourbon. Works in basically everything very well or better.

Knob Creek: Does the exact same thing, but is more expensive. I personaly don’t need it, but many people believe it to be very recommendable, so at least because of it’s presence one should know that it’s fine stuff.

Bulleit: Awesome thingy after a real grandpa recipe. High rye content, so it’s a little more ryelike spicy. Very good choice in cocktails in which you could both use rye or bourbon.

Rye:

Rittenhouse Bonded 100 Proof: At least in Europe, the market for rye starts at “expensive” and doen’t get nicer from there. Rittenhouse is borderline sufferable priced and that way the only realistic choice.

Sazerac Rye, Thomas Handy, Van Winkle: Amazing liquors, but unfortunaly awefully expensive. If someone offers you one, don’t decline…