Das Pizzabrötchen – Von der Beilage zur Hauptspeise

Prolog: Ich habe (hier) länger nichts verfasst. Leider war ich durch zahlreiche Nebenprojekte sehr gebunden, so dass an ein Verfassen qualitativer Texte nicht zu denken war. Die Nebenprojekte gehen jetzt allerdings in die Kita und schicken sich an trocken zu werden, so dass ich von nun an und für immerdar Besserung gelobe!

Der (durch den Genuss starker Alkoholika nach links und rechts) geneigte Leser fragt sich nun: Warum zur Hölle meldet er sich mit einem Bericht über eine belanglose Beilage zurück? Darauf will ich antworten:

  1. Irgendwo mit muss ich ja anfangen
  2. Ist das hier nicht ein Buch von Dan Brown, daher gibt es auch keine tiefergehende Symbolik
  3. Muss ich feststellen, dass Pizzabrötchen, abhängig vom kulturellen Hintergrund, dem Einkommen der Eltern, der Inklination der Erdrotationsachse und dem Aszendenten des Goldfischs, von beinahe jedem Individuum verschieden definiert werden
  4. Die Klimakrise

Zu 1. und 2. muss ich nichts sagen. Ad tertiam: Dies ist Motivation und Auftrag die gesellschaftlichen Gräben, die unsere Gesellschaft durchziehen, zuzuschütten und, um es mit den Worten des an der Bettkante unabweisbaren Hartmut Englers zu sagen, „neue Brücken“ zu bauen. Nummer Vier ist erwähnt, weil es Hoffnung gibt, dass aufgrund klimatischer Veränderungen bald (in 150 – 1.500 Jahren) bei Meppen die neue Emilia-Romagna entsteht – und wir möchten ja vorbereitet sein.

Was habe ich also getan? Ausgangspunkt war etwas überschüssige Zeit und dieses, aus diesem Blog hinlänglich bekannte Rezept für Pizzateig. Den Teig modifizierte ich geringfügig, in dem ich die Salzmenge ungefär verdoppelte und die Hefemenge auf 2.5-fach hochdrehte. Ersteres sorgt in Abwesenheit von Pizzabelag für etwas mehr Umami am Gaumen, letzteres sorg für Fluff am Endprodukt. Gehzeit war etwa ein Spielplatzbesuch mit einem Dreijährigen. Den gegangenen Teig auf eine im Verhältnis 50/50 bemehlte und mit Maisgries bestreute Fläche geben, von oben ebenfalls mit Mehl/Gries bestäuben und mit einem Teigschaber zu etwa wallnusgroßen Kissen stechen. Ich höre schon die Herren Grau und Hildebrand H. Hildebrandt schreien: „WATT HAT DATT GRIES DA VERLOREN, DU PERLGRAUPE!“. Nun, es ist gut. Daher bleibt es.

Einschub: Jetzt ist es kurz an der Zeit Grundlagenwissen zu vermitteln. Die oben dargestellte Form der Zubereitung führt zu Pizzabrötchen. Nühme man den Rohteig, röllte ihn aus, versähe ihn mit allerlei Zutaten und/oder Küchenabfällen, sowie Käse, und bücke man diese Objekte stehend so erhülte man Pizzaschnecken. Lüße man alles en bloc und buke daraus einen gänzlichen Teigling, so entspricht dies dem Pizzabrot. So, und nun will ich nie wieder eine Speisekarte mit falscher Nomenklatur oder eine böse Überraschung nach Bestellung erleben. P.s.: der guten Ordnung halber sei darauf hingewiesen, dass es nach preußischer Krumenverordnung von 1893, die mit der Widervereinigung in die DIN1765 überführt wurde, Pflicht ist, dass „zu imbisshaft zubereytetem Brote und Brötechen stets eyn Aufstrich – nicht weniger als eyn achtunszwanzigstel Fuder – zu raichen ist“. Einschub Ende!

Ich erstellte eine Versuchsanordnung mit 4 Testreihen:

  1. Natur
  2. Mit Olivenöl bestrichen
  3. Mit Ölivenöl und Rosmarin bestrichen
  4. Mit Olivenöl, Rosmarin und Knoblauch bestrichen

Die gesamte Versuchanordnung kam, unter völliger Missachtung der EU-Verordnung 2017/2158, bei 210 vorgeheizten °C für 8 Minuten in den umlüftenden Ofen.

Zieleinlauf und Siegerehrung: Variante 2 und 3 gewinnen. Variante 1 ist für Diät. Der Knoblauch der Variante 4 übersteht die Hitze nicht.

Dies ist selbstverständlich nur ein auftaktlicher Zwischenbericht. Zum ersten gilt es diese Brötchen weiter zu perfektionieren. Zweitens muss über den richtigen Dipp diktatorisch abgestimmt werden. Drittens muss die Welt ebenfalls erfahren wie man (ich) Pizzaschnecken richtig macht. Wohlan, auf bald meine Tapferen Recken!

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