Archive for the Getestet Category

Getestet – Tera® Schwimmen MP3 Player Wasserdicht 4GB Speicher mit Alu Gehäuse Sport MP3 FM Blau

Posted in Getestet on 30. Januar 2015 by bic_mac

Anmerkung: Der Name des Geräts steht tatsächlich SO auf der Packung

Ich habe einen wasserdichten MP3-Player fürs Schwimmtraining gesucht, nachdem ich von meinem Bruder mal einen geliehen bekommen hatte. Normalerweise lege ich Wert auf Qualität und gebe dafür auch gerne ein paar Euro mehr aus, aber in diesem Fall dachte ich mir: Das Ding ist ja nur fürs Training und nicht für den Alltagsgebrauch. Hinterher ist man immer schlauer.
Hab den Player bei Amazon um 17:00 Uhr bestellt und tatsächlich war er am nächsten Morgen um 11:00 Uhr schon bei mir. Das war dann auch alles Positive, was ich über dieses Teil berichten kann.
Der Player scheint 2 vorinstallierte Titel zu haben (Brother Louie – Modern Talking, Say you say me – Lionel Richie). Diese werden beim erstmaligen Anschalten des Gerätes auch sofort abgespielt. Leider haben alle Tasten mindestens 3 Funktionen zu erfüllen und die von betrunkenen Krokodilen aus dem Chinesischen übersetze Bedienungsanleitung ist keine wirkliche Hilfe. So soll die Forward-Skip-Taste anscheinend gleichzeitig auch leiser machen und den Sendersuchlauf starten, allerdings ist mir nicht ganz klar geworden, anhand welcher Kriterien entschieden wird, welche Funktion ausgeführt wird. Soweit ich verstanden habe, haben die Mondphase, die Quadratwurzel des Datums und der Chromatanteil im Zement des Hauses einen Einfluss.
Aufgrund dieser Fehlkonstruktion habe ich beim Versuch, die Radiofunktion einzuschalten, etwa 37 Mal die ersten 3 Takte von Brother Louie gehört, weshalb ich nun eine neue Rigipsplatte für die Stelle in meiner Wohnzimmerwand, an der ich meinen Kopf wiederholt einschlug, brauche. Beim 38. Versuch dann Erfolg! Ich hörte tatsächlich Radio. Ich konnte sogar kurzzeitig die Sender wechseln. Doch schon der vierte Senderwechsel gelang nicht mehr, denn der Player hatte beschlossen, des Wechselns überdrüssig zu sein und wollte viel lieber die Lautstärke ändern. In meiner jugendlichen Naivität versuchte ich des Gerätes Zorn durch einen Neustart zu besänftigen. Doch was hörte ich beim Anschalten? Brother Louie!
Noch nicht bereit, mich mit einer Niederlage abzufinden, wollte ich nun neue Musik auf den Player laden, damit das Grauen ein Ende hat. Allerdings weigert sich das Gerät standhaft, mit meinem Computer zu kommunizieren. Anscheinend ist mein Computer nachgiebiger als ich, denn er stürzte nach mehreren Verbindungsversuchen ab und war nur durch einen Exorzismus wieder um Leben zu erwecken.
Zusammenfassung:
Für Menschen mit ausgeprägtem Hang zum Masochismus hervorragend, allen anderen würde ich abraten. Das Teil ist einfach nur Schrott.

Game of Kings – Haus Hüerländer (Münster)

Posted in Game Of Kings, Getestet on 17. April 2014 by bic_mac

Es ist an der Zeit, diese Kategorie mit Leben zu füllen. Den Anfang macht hierbei des Autors Hausbahn.

Lage & Ausstattung:

Unweit der Abfahrt „Münster Nord“ der Bundesautobahn 1 gelegen, beeindruckt das Gehöft Hüerländer mit unvermuteter Ruhe und ländlichem Idyll. Die von steter Urbanisierung gepeinigten Augen haben zunächst Mühe, das gebotene adäquat zu verarbeiten: ein altes, urwestfälisches Fachwerkgehöft, natürlich stilecht um die 90er Jahre mit einem schmucklosen roten Klinkerbau erweitert, ist das Heim des Geschlechts der Hüerländer. Die eigentliche Minigolfbahn ist nur eine von mehreren Attraktionen. Steuerbordseits der Bahn schließt sich ein Rehgehege und ein Ziegenstreichelzoo an – welch cleverer Schachzug, um die Kinder frohlocken zu lassen und die Erwachsenen zum Besuch der angeschlossenen Gastronomie zu bewegen. Des Weiteren vermag man überschüssige Kleinstlebewesen auf einem Spielplatz oder an einer Koppel zu verklappen.

Die Bahn:

Der Zeugwart der Anlage, welcher in einer Blockhütte nebenan harrt, weist stets bei Materialausgabe darauf hin, dass das Betreten der Spielflächen unter Strafe steht. Durch seinen unmittelbaren Blick auf das gesamte Geschehen scheint dies die einzige Anlage zu sein, bei der diese Regel tatsächlich von jedem Spieler eingehalten wird. Welch Glück dies ist, wird bereits beim ersten Abschlag deutlich: jede der 18 Bahnen ist beinahe perfekt austariert, grobe Beschädigungen der Spielflächen sind nicht zu beobachten. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich zwischen Arcade und Medium. Als Besonderheit seien das 9. und 18. Loch hervorzuheben: Für diese wird ein eigener Ball mit erhöhter Prallkraft gereicht. Bei unvorbereiteten Spielern kann dies zu humoristischen Spielzügen führen. Auch noch wichtig: Schreibpult mit Aschenbecher an jedem Abschlag sowie reichlich Sitzgelegenheiten, falls Wartezeiten entstehen. Ein besonderer Clou ist dem Landschaftsgestalter bei den Löchern 8-10 gelungen. Diese sind durch dichtes Buschwerk und einem Bachlauf mit Brücke vom Rest der Anlage abgegrenzt, was erheblich dazu beiträgt, dass man sich bald nicht mehr in der Zivilisation, sondern eher auf einer Expedition befindet.

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Greenfee:

Die Preisgestaltung ist sehr fair gehalten. Eine Runde kostet 1.50 €, inklusive Schläger, Ball, Prallball und Schreibzeug. Die Flasche Pils kostet selbiges Entgelt, ein Pfand wird nicht verlangt. Parken ist selbstverständlich kostenfrei, Futter für die Rehe kostet 50 Cent.

Gesamturteil: 9 von 10 Punkten

Sehr gut gepflegte Anlage mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis und sehr gut lallbarem Namen. Bei gutem Ausflugswetter und besonders am Wochenende jedoch hohes Spieleraufkommen und viele kleinere Kinder. Muss man mit um können.

 

Haus Hüerländer
Twerenfeldweg 4
48161 Münster

Geld gegen Essen – Boccadoro (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 24. Februar 2014 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Wunderbar

boccadoroBis jetzt war die Szene der italienischen Restaurants in Göttingen schlicht und einfach ziemlich bemitleidenswert. Ein paar Klischeeitaliener gibt es, einige sind ganz erträglich, aber im Endeffekt mussten sich alle sogar vom Vapiano ausstechen lassen. Das ist hat jetzt zum Glück ein Ende.

Dario Ciniglio ist gerade mal 23 Jahre alt, aber er kann kochen. Er hat seine Ausbildung im Gauss bei Jaquelin Amirfallah gemacht, dem einzigen Restaurant in Göttingen, das wenigstens irgendwann mal einen Stern hatte. Trotz seines jungen Alters hat Dario das Risiko auf sich genommen und mit viel Geld in den Räumen des alten Cartoons am Albanikirchplatz eine schön und hell eingerichtete, kleine Trattoria eröffnet. Während der Sohn hinten kocht, macht Vatter Salvatore vorne den Service und er schafft es dabei, freundlichen italienischen Charme zu versprühen ohne kitschig zu wirken. Punkte für Klasse rundum. Die Atmosphäre ist gelassen und unaufregt, aber durchaus mit einem gewissen Standard, der sich nicht aufdrängen muss. Einige Sachen verstehen sich einfach – ordentliche Gläser, schöne Teller, sauberes weißes Leinen. Der Service ist durchgehend flott, freundlich und flexibel. Das Essen kommt schnell und ist ohne Ausnahme von durchgehend sehr guter Qualität. Das Rad wird hier bestimmt nicht neu erfunden, stattdessen gibt es einfache, gute Dinge makellos ausgeführt – mir persönlich deutlich lieber als an ihrem Anspruch krepierende Prätention. Eine ordentliche Weinauswahl komplimentiert das Menü.

Alles, was man im Endeffekt sagen muss, ist, dass ich in den letzten drei Wochen seit meiner Entdeckung des Restaurants inzwischen vier mal da gewesen bin und alle meine Freunde schon dorthin geschlört habe. Ehrlich, persönlich, angenehm, charmant und qualitativ hochwertig – was will man mehr?

Wertung:
Essen: 9,5 /10
Service: 9,5 /10
Sauberkeit: 10 /10
Preisgestaltung: 8 /10
Ambiente: 9 /10

Gesamtergebnis: 5 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Boccadoro
Albanikirchhof 5-6
37073 Göttingen
Telefon: 0551-79778545

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 12 – 15Uhr und 18 – 22Uhr, Sonntag 18 – 22Uhr

Game of Kings

Posted in Game Of Kings on 3. Februar 2014 by bic_mac

Bedingt durch die Tatsache, dass ich einen Großteil meines Genmaterials mit dem 3-Zehen-Faultier teile und verstärkt dadurch, dass ich eine hervorragende Ausbildung im Ausreden vor sich selbst finden habe, brauchte ich eine kleine Zeit, bis auch ich mich durchringen konnte meine guten Vorsätze zur erneuten Umrundung des Mittelpunktes unseres Sonnensystem in die Tat umzusetzen. Einer dieser Vorsätze ist es, hier eine neue Kategorie zu eröffnen!

Wie der Name „Game of Kings“ bereits vermuten lässt sollen in dieser Kategorie Spiele getestet werden. Genauer gesagt: Spielflächen.
Aber vorneweg: Ein Ausflug in die Geschichte dieses großartigen Sportes: Die Wenigsten wissen: Im Jahr 1623, nach einer schmutzigen Hetzkampagne, initiiert durch Lord William Arthur Golf III., musste der walisische Hufschmied Jamesworth Farnsborough Minieux-Golf, seines Zeichens Schwager des Lords, sich mit seiner revolutionären Weiterentwicklung des Golfsports, welcher von Golf III. erfunden worden war und sich bei der „Upper Class“ großer Beliebtheit erfreute, ins Ausland, nach Witten-Herdecke absetzen. Die Geschichte lehrt uns, welch glückliche Fügung dies war. Im Kontinentaleuropa frohlockte das präindustrialisierte Proletariat über die Möglichkeit, nun endlich eine erschwingliche Alternative zu Golf, Cricket, Pétanque und Prince of Persia zu haben. Der geneigte, in Medienkompetenz geschulte Leser hat längst erkannt, um welche Sportart es sich handelte: Über die Jahrhunderte vollzog sich der etymologische Wandel des Ursprungsnamens Minieux-Golf zum heutigen „Minigolf“.
Die Regeln sind in ihrer Urfassung auf der Rückseite der Verfassung von Mazedonien sowie auf dem Rand eines jeden 5ct Stückes nachzulesen und haben sich bis heute nicht geändert:

  • 6 Schläge pro Bahn, jeder Schlag 1 Punkt (bei Überschreiten: 7 Punkte)
  • Hindernisse sind korrekt zu überspielen (Ausnahmen bei besonderer Schönheit der Hindernisumgehung möglich)
  • Der Ball darf bei Bedarf eine Schlägerbreite vom Rand weggelegt werden
  • Der Spieler mit den wenigsten Punkten gewinnt
  • Alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt über 15 Volumenprozent dürfen erst nach Spielende konsumiert werden
  • Wucher wird nicht geduldet
  • Die Spielstätten sollen reyn gehalten werden, ihr Zustand solle stehts neuwertyg oder besser seyen.

Dies sind die Regeln und an diesen müssen sich alle messen lassen. Alle diese Stätten, welche mit „Minigolfanlage“ werben, sollen aufgesucht, gemessen und gewogen werden, auf dass ein Urteil über sie gefället werde. Die Ergebnisse sollen an dieser Stelle publizieret werden.

Eine kulinarische Reise durch .. Höxter

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 2. Februar 2014 by Herr Grau

Okay, vielleicht sollte man einfach nicht versuchen, in einer ostwestfälischen Kleinstadt essen zu gehen. Scho recht. Aber wenn man dort eben zum Arbeitsdienst abgestellt ist und in einem Zimmer ohne mit modernen Messmethoden feststellbaren Kochmöglichkeiten einquartiert ist, so sieht man sich in offenkundiger Not. Es ist nämlich so, dass man oben Essen einfüllen muss, gleich der Umstände. Die Krankenhauskantine bot zwar ein Assortment von mindestens zwei frittierten Speisen, aber auf Dauer treibt es einen dann doch in die wartenden Arme der ansässigen Gastronomen. Als guter Deutscher suchte ich natürlich auf allen einschlägigen Internet-Portalen Kritiken heraus. Soweit nicht anders angegeben, haben irgendwie alle Restaurants der heutigen Zeit fünf Sterne. Gefühlt sogar mehr. Wie es um diese Bewertungen steht?
Zur Sache also, auf dass ein für alle mal geklärt sei, warum Ostwestfalen von der kulinarischen Landkarte gestrichen werden darf.

Pizzarella, Obere Mauerstraße 9
Die Kritiken waren wirklich vielversprechend. „Super“ sei’s bei „dem Olli“, da könne „jeder Italiener einpacken“. Ich stand noch am Anfang meiner Reise und suchte den Laden mit einer gewissen freudigen Erwartung auf. Ich mag Pizza, wer dieses Blog auch nur ein bisschen liest, weiß das. Okay, ich bin obesessiv – schuldig. Und mit „netter, einzelner, liebevoller Pizzabäcker“, „schöner Fachwerkbau“ und „Holzofen“ waren bei mir alle wichtigen Worte gefallen, um die Hormone in Wallung zu bringen. Entsprechend war die Erwartungshaltung: Was kann bei so einer Konstellation schon schief gehen! Naja .. alles, wie sich rausstellen sollte.
Gutes zuerst: Der Laden ist wirklich wunderschön, der Besitzer (es ist wirklich eine One Man Operation, normalerweise kriegt man dafür von mir schon die Gloria gesungen) ist freundlich, es brennt ein hübscher Holzofen. Aber .. meine Augen täuschen mich doch nicht? Unter 250° zeigt das Thermometer. Und: Was bei Zeus mächtigen Bart reitet bitte diesen Täter, Vollkornpizza zu servieren? Weiß .. weiß der denn nicht, dass das nicht funktioniert? Nicht funktionieren kann?! Ein böse Ahnung beschleicht mich, aber da ich schon bestellt habe, beschließe ich, dem Schicksal eine Chance zu geben. Wie erwartet braucht die Pizza fast 20 Minuten und ist dann völlig vertrocknet. Der Vollkornteig ist ein kompakter Keks, denn der Mangel an Gluten macht es unmöglich, damit luftige Böden hinzukriegen. Backen 1-0-1, das. Dass der Schinken kleingeschnittene Pressware ist, macht die Sache nicht unbedingt besser. Wie gesagt: Der Fall ist ob meiner Erwartungen besonders tief, ich war den Tränen nah. Abschließende Gedanken: Naja, immerhin das Bier ist gut (König Ludwig). Kann der rurale Fale eben nicht Pizza backen. Hätte man auch eher drauf kommen können.

Pizzeria La Casa, Am Markt 5
Okay, wenn es der Ostwestfale nicht kann, vielleicht der universell gut bewertete Italiener in der Innenstadt? Ich komme an und ein rappelvoller Laden verspricht, dass es hier etwas zu haben hat. Ich mach das mal kurz: Imbisspizza. Metro-Teiglinge in Schwarzblech mit überwürzter Tomatensauce und Gouda. Ich wollte schreien. Wenn der Allemanne das Wie nicht weiß, aus reiner Ignoranz, dem schieren genetischen Unvermögen, dann ist das eine Sache. Aber eine italienische Familie, die sowas tut, DIE tut das wissend. Keine Entschuldigung, keine Gnade. Sprengen, den Laden.

Restaurant Lion, Stummrigestraße 14
Mein Mut, noch einmal italienisch zu probieren, lag wimmernd am Boden (und die einzige Pizzeria, die ich noch zu probieren gewillt gewesen wäre, das „dell’Arte“, hatte Betriebsferien). Es musste also was anderes her. Warum nicht einmal kräftige Halse und ab in die Richtung .. Thailändisch / Indisch?.. Wenn sowas dran steht, warum drehe ich eigentlich nicht auf dem Absatz um und mache was anderes, sinnvolleres? Dachrinne sauber, beispielsweise? Es muss der Zwölfstundentag gewesen sein, der mir derartig das Hirn vernebelt hatte, dass ich mich an einem Montag (von allen Tagen!) dort einfand. Ich war vorerst der einzige Gast. Auch das gibt zu denken, aber ich bestelle trotzdem mutig ein Lammcurry. Die Gewissheit über das, was sich demnächst im meinem Leben zutragen wird, habe ich, als kurz nach dem Verschwinden des Kellners lautstark eine Mikrowelle angeht. Es gesellt sich noch ein Lehrerehepaar in den Speisesaal und macht leider das Dach auf. Es purzeln also fröhlich axtmordbefördernde Dummheiten durch den Raum, während ich auf mein s.g. „Essen“ warte. Die kurz nach dem verräterischen „Ding“ des Wellenherds aufgetragene Schale enthält etwas grob Rotbraunes mit irgendwie Fleisch. Schmeckt ambulant nach gar nichts, alles. Der einzige Grund, warum ich unverzogener Miene die 14€ für Speis wie Trank löhne, ist die grimme Gewissheit, dass die bei Crôm verfluchten Lehrerersatzextraktdarsteller das gleiche werden über sich ergehen lassen müssen. Das „Ding“ verrät’s.

Dynastie, An der Kilianikirche 12
Was also tun, beim Schöpfer, dem allmächtigen und schelmisch auf mich grinsenden? Asiatisch. Das geht immer. Ich habe natürlich mal wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das Buffet, in dessen Richtung wir rüde gedrängt werden, sieht mit seinen fahl beleuchteten Warmhaltetheken und dem darin vor sich hinschwitzenden Pamps so unappetitlich aus, dass wir ála Carte bestellen. Das Essen ist zwar irgendwie .. essbar, aber nichts, worüber man ein Wort verlieren würde. Und dass die Bedienung wirklich ausgemacht schlecht und unfreundlich ist, versteht sich ja fast von selbst. Das gehört in Ostwestfalen so.

Ritmo, Weserstraße 11
Von meinem Oberarzt bekam ich die Empfehlung, mir mal das Ritmo anzuschauen. Dort solle man angeblich Tapas bekommen und außerdem sei es da schön. Dieses selbstbehauptete „andalusische Restaurant“ findet sich im Ratskeller. Höxter hat eine Menge traumhafter Altbauten und dieser Gewölbekeller ist sicherlich eine der Kronen. Und wie immer, wenn es ein Stück wundervolle, altdeutsche Architektur gibt, kommt irgendeine Arschgeige und stellt Palmen und kitschige pseudospanische Kunstsurrogate rein. Und verkauft dann da zu überteuerten Preisen tapa-ähnliche Dinge. Okay, der Service ist nicht schlecht. Und dass Tapas nicht wie in Andalusien umsonst sind, daran hat man sich ja auch schon gewöhnt. Hier darf man sich denn aber für reichlich, reichlich Schotter diverse, supereinfache und deutlich zu sauer angemachte Bohnen oder Sardinen oder diverse frittierte Kleinigkeiten aussuchen. Wir hatten auch noch den schlechten Sinn, eine Paella zu bestellen, die mit „pampige Reispfanne ohne nennenswerten Geschmack“ recht vollständig beschrieben ist. Hab ich erwähnt, dass es sehr teuer ist?…

Strullenkrug, Hennekenstr. 10
Wat, also, fragt man sich, kann der Ostwestfale? Doch wohl gutbürgerlich wenigstens? Ein Schnitzel über das heiße Fett feuern, ist das wohl schaffbar? Ich nehme an einem sehr sonnigen, äußerst wohlfeilen Spätnachmittag im Biergarten Platz. Es ist sehr gut besucht und sehr schön. Die Resignation in meinem Magen getraut sich sogar einen vorsichtigen Schritt zurück. Ja, Schnitzel, Kroketten, Rahmsauce. Alles frittieren außer die Sauce, bitte, und ausreichend. Den Aufpreis für Kalbsfleisch nehme ich auf mich, ich will es wissen. Es dauert schon etwas, dann kommt es meiner Wege. Das Schnitzel ist zu klein und dick, aber noch in Ordnung. Die Sauce ist zu wenig, aber noch in Ordnung. Die Kroketten sehen sehr gut aus. Ich genieße die Sonne und das Treiben und esse mit einstudiertem Gleichmut mein Schnitzel. Unter meinen Erwartungen, deutlich unter meinem Standard, aber für Höxter ziemlich gut! Das ist auch der Grund, warum ich dort ein zweites mal mit Freunden einkehre – schiere Alternativenlosigkeit. Dabei muss ich leider das Buffet unter meine Augen nehmen, bei dem es mir einmal mehr ein bisschen anders wird. Die Bestellung des Bekannten und Erprobten bringt oben genanntes Mahl, diesmal aber sans ausreichend frittierte Kroketten. Was soll ich dazu noch sagen?

Höxter ist eine erstaunlich schöne Stadt. Dieser gesamte Bereich Deutschlands scheint auf Grund von durchschlagender Bedeutungslosigkeit völlig vom Krieg verschont worden zu sein. Entsprechend ist jedes zweite Haus in der Innenstadt richtigerweise denkmalgeschützt. Leider kann man offensichtlich einfach nicht essen gehen. Die örtlichen Restaurantbesitzer nudeln mit einer Boshaftigkeit nicht wenig ähnlich sehenden Determination furchtbarsten Fraß in die das Procedre scheinbar großartig findenden Höxteraner, dass es nur so schallt und johlt. Entsprechend darf ich dann wohl doch dankbar sein, dass mein Aufenthalt zeitlich befristet war und schließlich zu einem glücklichen und verdienten Ende kam, bevor die oben umrissene Realität meiner Existenz ein ebensolches bereiten konnte.

Geld gegen Essen – Bullerjahn (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, Getestet on 4. Januar 2014 by bic_mac

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: AUF KEINEN FALL!

Der Herr Grau hatte geladen und alle folgten weisungsgemäß. Es ward geschotten und gespiesen wie es sich gehört. Selbstverfreilich war am nächsten Morgen ein saftiges Mahl für die ca. 30 von Feierei geschlauchten Menschen von Nöten. Das (der?) Bullerjahn sollte dieses Mahl bereitstellen, ist es doch gemeinhin das Geschäftsmodell eines Restaurants, gegen Bezahlung Speis und Trank zu offerieren. Sauber auf Kies gefurzt! Dieser Laden ist der neue Goldstandard für schlechte Restaurants! Beleuchten wir das ganze nach Segmenten, um zu verhindern, dass etwas vergessen wird, oder ich mich so sehr in Rage schreibe, dass ich mit Fäkalien um mich werfe. Weiterlesen

Geld gegen Essen – Vapiano (Münster & Göttingen und etliche mehr)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 16. März 2013 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Sehr gut

Das einzige Restaurant wohl, das ich sowohl in Münster als auch in Göttingen getestet habe und dabei wird es auch vermutlich bleiben. In Göttingen findet sich die örtliche Niederlassung gegenüber des Audimax am Heinz-Erhard-Platz am Eingang der Innenstadt, die Münsteraner Dependence ist schon alteingesessen gegenüber der Königspassage an der Königsstraße. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass so gut wie jeder, der in einer Stadt mit einer Vapiano-Filiale lebt, dort schon mal gegessen haben wird. Aber sei’s drum, die Welt besteht ja nicht nur aus Aachen, Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Braunschweig, Bremen … Sahnemotten! 56 Vapiano-Restaurants zähle ich alleine in Deutschland und die Zahnräder der internationalen Expansion drehen sich auch schon mit beeindruckender Geschwindigkeit, 72 internationale Vapiani .. Vapianoi .. Vapianetten zählt die Liste, von den Arabischen Emiraten bis Südkorea, von Canada bis Taiwan – die Filialaufzählung des Unternehmens singt sich schöner als die deutsche Nationalhymne. Habe ich die 15 Neueröffnungen für Zwanzigdreizehn erwähnt?..

Big Corporate Franchise also. Und das Ganze ist in den letzten paar Jahren passiert. Ich kann mich noch erinnern, dass es nur eine Handvoll Vapianos gab, als das in Münster eröffnete. Man kann nur hoffen, dass der Moloch nicht zu groß wird und die fraglos früher oder später aufkommende Idee, einfach an der Qualität zu sparen, nicht unkontrollierbar wird. Denn im Moment ist der Grund für den Erfolg klar: Qualität, Preis, Ambiente.

Die Idee ist bestechend: Warum sind alle Ketten eigentlich immer in marginal ondulierender Stärke scheiße? Unklar, denn feste Franchise-Konzepte sind gerade darin gut, eine bestimmte Qualität zu garantieren. Das dachten sich wohl auch die Gründer der Vapiano-Kette und beschlossen, man könnte das doch einfach auch mal anders machen. Das Ambiente wird von qualitativ anmutenden Holzmöbeln in zeitlos modernem Design und cleverer, warmer Beleuchtung geprägt. Es gibt keine Kellner, man holt sich seinen Kram selbst und zwar bei Köchen, die vor den Argusaugen der Kundschaft offenbar frische Dinge zu guten Speisen zubereiten. Ein Dialog ist möglich, auf Sonderwünsche kann dynamisch eingegangen werden. Italienisch diente sich an. Es gibt Pizza und Pasta – keine „Secondi Piatti“ – flankiert von ein paar Salaten und Antipasti. Einfach, dafür gut. Wenige Gerichte, überall einheitliche Karten und zentral festgelegte Specials, daher große Margen, daher guter Preis. Dass man bei der Zubereitung zuschauen kann, stärkt das Vertrauen in der Qualität des Essens drastisch. Und leider, liebe andere Restaurants, sind Zutaten wie Rezepte von genau so professionell hohem Standard wie sie aussehen. Die Köpfe hinter dem Konzept haben die Knackpunkte genau ausgemacht: Die Pasta wird im Haus selbstgemacht und getimt gekocht. Die Nudeln sind einfach nur perfekt. Die Pizza des Vapiano Münster könnte die beste in der Stadt sein. Alle Zutaten sind einfach, dafür gut, genauso, wie die Italiener das seit Jahrhunderten vormachen. Das Ambiente ist angenehm, alles ist immer pikobello sauber. Kurz: Es hat einen Grund, dass es mich, vor die Wahl gestellt, wieder und wieder ins Vapiano zieht – die Alternative, nämlich die eingesessene Individualgastronomie, ist einfach schlechter.

Okay, es soll kein völliger Lobgesang werden, denn es gibt natürlich auch Nachteile. Zum einen reicht der konstruierte Charme eben auch nur so weit. Die diskrete Güte des Vapianos ist besser als die diversen Idiosynkrasien vieler Restaurants, aber es ist auf jeden Fall mehr drin. Gerade die geistigen Kinder überzeugter Einzeltäter zeigen einem immer mal wieder, dass es eine ganz andere Klasse von Charisma geben kann. Und leider werden die Vapianos ihres skandinavomodernen Chics hauptsächlich von aufgejazzten BWL-Studenten frequentiert, wodurch einem bei der Umschau gerne mal etwas der Apetit vergeht. Konzepthalber sitzt man auch durchaus öfter mit den Gurkennasen an einem Tisch und darf dann live und in Farbe der selbstkritiklosen Oberflächlichkeit der ansässigen Peek&Cloppenburg-Dronenschaft lauschen. Der Klientel folgt dann auch noch der nervige Lounge-Elektro. Und ja, die Nudelportionen sind chronisch ein bisschen zu klein.

Aber wie gesagt: Ich kann nur hektisch mit den Armen wedeln und darauf hinweisen, dass es eben die allermeisten Anderen schlechter machen, beim Ambiente, beim Preis, bei der Qualität oder eben einfach bei allem. Deswegen ist das Vapiano so erfolgreich und wenn es einfach so weiter macht, dann wird das auch so bleiben. Es ist, alles in allem, Systemgastronomie, wie sie sein sollte.

Wertung:
Essen:  9 /10
Service:  9 /10
Sauberkeit: 10 /10
Preisgestaltung:  9 /10
Ambiente:  7 /10

Gesamtergebnis: 5 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Vapiano
u.A. Königsstraße 53
48143 Münster
Telefon: 0251-1625 ext. 193

u.A. Weender Landstraße 1
37073 Göttingen
Telefon: 0551 500800
und viele mehr. Für eine genaue Auflistung der Restaurants:
http://www.vapiano.de/

Öffnungszeiten Münster: Täglich 10:00–1:00 Uhr, Küche bis eine Stunde vor Ende
Öffnungszeiten Göttingen: Sonntag bis Donnerstag 10:00–24:00 Uhr, Freitag & Samstag 10:00-1:00Uhr, Küche bis eine Stunde vor Ende

Geld gegen Essen – Salvatore Trattoria (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 11. März 2013 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Seinen Preis nicht wert

Wer vom Teutschen Theater die vermutlich nach Dr. Rudolf Gernod Theater benannte Straße in Richtung Stadt herunter trottet, mag in einer dünkelen Nacht zu seiner Linken große, freundlich leuchtende Fenster widerscheinen und den hungrigen Wanderer zur Einkehr verheißen sehen. Über der Tür spricht es von einer „Trattoria“, im Inneren zeichnet ein Holzofen für das schöne Licht mitverantwortlich. Was soll da noch schiefgehen? Besser: Wo soll ich anfangen?..

Ja, das Ambiente ist recht ordentlich. Der Kellner italienert, im linken Teil des Restaurants gibt es sogar ein paar Echtholzbalken und die Teller sind groß und schön. Und nein, das Essen ist nicht per se schlecht. Aber was Mutti und Vatti uns zu lange verschwiegen haben, ist, dass auch Mangel mehr als die Summe seiner Teile sein kann. Es sind die kleinen Dinge, die sich am Ende zu einem deutlich fahlen Nachgeschmack summieren, zum Beispiel, dass ein bestelltes Pils in einem Weinglas gebracht wird. Auch nicht Weißwein, nene, Rotweinkelch. Muss ja atmen und Kohlensäure stört insgesamt den Biergenuss auch nur. Entsprechend ist es auch schon etwas schal, als es am Tisch ankommt. Leitungswasser wird auf der Karte mit 1€ für ein kleines Glas ausgezeichnet. Das Gefühl, im eigenen Land wie ein dummer Gringo behandelt zu werden, zementiert sich, wenn das Essen kommt. Fast zehn Euro für einen Teller verkochter Pasta mit zu saurer Tomatensauce, in die jemand gnädigerweise eine händisch abzählbare Menge an Rindfleischstreifchen, offensichtlich Abschnitte aller Art und Form, gegeben hat. Acht Euro für eine Pizza, die wirklich keinerlei Profit aus dem Holzofen zieht. Acht Euro für wiederum überkochte Pasta mit Lachsstücken in Sahne. Keine Sauce, einfach Sahne. Dass der Kellner mich noch durch den halben Speisesaal maßregelt, ich möge doch meiner Freundin die Jacke abnehmen, ist mehr die Kirsche obenauf.

Wenn ich diese Erfahrung bei einem Italiener gemacht hätte, wo die Speisen die Hälfte gekostet hätten, wäre das eine Sache. Aber durchschnittliches bis unterdurchschnittliches Essen hinter hohen Preisen und feinem Porzellan zu verstecken, sowas geht mir wider die Natur. Es scheinen sich viele Leute mit offenbar insuffizienten Geschmacksknospen davon blenden zu lassen – mich sieht der Laden so schnell nicht wieder, wo in der Nähe günstigerer Parkgelegenheiten Rimini, Rialto und Vapiano möglich sind.

Wertung:
Essen:  5 /10
Service:  7 /10
Sauberkeit:  10 /10
Preisgestaltung: 3 /10
Ambiente: 8 /10

Gesamtergebnis: von 3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Salvatore Trattoria
Theaterplatz 10
37073 Göttingen
0551 488 ext. 6130

The worst shit since manure – Die McCurrywurst

Posted in Getestet on 3. März 2013 by bic_mac

Ich gestehe: ich habe es getan. Meine Neugierde hat gesiegt. Für einen kurzen Moment hatte ich meinen Körper nicht unter Kontrolle. Ich habe versucht es mir innerlich schönzureden und dennoch, es bleibt eine verabscheuungswürdige Tat. Ich habe die McCurrywurst gegessen. Jetzt bin ich sehr, sehr traurig. Ich bin traurig ob der Tatsache, dass man ein Gericht so missverstehen kann und alles falsch machen kann was nur geht. Es fängt beim Marketing an: Das Werbegesicht ist ein Mann, der durch stottern und das Lächerlichmachen seiner Frau seinen Lebensunterhalt bestreitet. Diese Person versucht mich also zu überzeugen, dass ich ein Gericht, welches als letzte Bastion der Systemgastronomiefreiheit galt, bei einem eben solchen konsumieren möge. Nun ja. Weiterlesen

Geld gegen Essen – Steakhaus Hacienda (Münster-Hiltrup)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 3. März 2013 by bic_mac

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Sehr gut

In Zeiten des gastronomischen Dauerbeschusses an allen Ecken der besiedelten Republik ist es schwer noch wahre Kochkunst zu entdecken. Und dennoch gibt es sie, diese Kleinode voll wahrer Schönheit, in denen für die Dauer des Besuches die Zeit still zu stehen scheint und man sich in einer sehr klischeehaften Werbung für Tiefkühlpizza wähnt. Weiterlesen