Unveröffentlichte IMPP-Fragen 2. Staatsexamen Medizin

BB_Praktische Hinweise

Für all die armen Buben und Madel, die sich mit dem Opus Magnum des nur leicht delusionalen IMPPs herumschlagen müssen – diese BIS HEUTE UNVERÖFFENTLICHTEN FRAGEN wurden heute morgen in einer versteckten Kiste auf dem Dachboden der Hitschmiede aus Mainz gefunden:

1. Sie sind Unfallchirurg in der Notfallambulanz eines städtischen Krankenhauses im Siegenerland.
Der 63jähige Landwirt Herbert Wildernst B. kommt am späten Nachmittag mit multiplen, blutenden Wunden zu Ihnen, die Wundränder imponieren stumpf ausgefranst. Auf Grund des landesüblichen Dialekts, vor allem unter älteren, stets volltrunkenen Landwirten, ist an Anamneseerhebung überhaupt nicht zu denken. Im Labor fällt eine Hyponatriämie und eine Hypokaliämie auf.
Was gilt in dieser Situation am wenigsten?
a) Brüllend mit einem Hammer auf den Patienten zuzustürmen ersetzt in der Unfallchirurgie kategorisch rechtswirksam die Aufklärung
b) Es handelt sich um einen akut auf chronischen Verlauf eines Morbus Jågerzaunn, in dessen Verlauf es durch die Grunderkrankung zu einem kompressionsbedingten Schwartz-Bartter-Syndrom gekommen ist
c) Die Wundränder müssen sauber ausgeschnitten und die Wunden dann mit PU-Schaum aufgefüllt werden, um ein Rezidiv sicher auszuschließen
d) Der Nachweis zyankalifester Stäbchen in Urin und Liquor im Zusammenschau mit einem kümmelichen Genitale deutet auf einen akut exazerbierten Morbus Chrumpff-Círque hin
e) Plumboballistische Trepanation hat die sichersten Heilungsaussichten bei allen zugrunde liegenden Erkrankungen

2. Sie ersetzen bei einer Patientin den Arkusreaktor. Während dieser schwierigen Operation macht sich der Anästhesist wiederholt dummer Sprüche schuldig, obwohl sie ihn schon mehrfach leitliniengerecht mahnend als „Hafensänger“, „Flasche“, „Sozialdemokraten“ und „fahrenden Zähnereißer“ bezeichnet haben, um so die zur Durchführung der Operation nötige Ordnung im Saal wiederherzustellen.
Sie stellen zutreffend fest, dass Sie sich in einem Übergesetzlichen Notstand nach §34 und §35 StGB befinden, sodass Ihre Fürsorgepflicht für den Patienten für den Moment hinter dem höheren Rechtsgut Ihrer verletzten Ehre und dem Schutz der öffentlichen Ordnung zurücktritt.
Was gilt im folgenden am wenigsten?
a) Nach Musterberufsordnung hat der Anästhesist sein Recht auf körperliche Unversehrtheit verwirkt
b) Durch die Notstandssituation bin ich an das Gebot der Sterilität nicht mehr gebunden
c) Ich wahre meine Ruhe und versuche, den Schaden für den Patienten trotz der unhaltbaren Situation so gering wie möglich zu halten. Hämmer sind treffliche Wurfgeschosse
d) Ich habe im Saal eine Vorbildfunktion und stürze daher mit der nächstbesten Knochensäge auf den Übeltäter zu
e) Ich beende die Operation sachgemäß und informiere danach meinen Vorgesetzen über den Vorgang

3. Beate Z. stellt sich in der Inneren Ambulanz der Universitätsklinik vor. Der Überweisungsbeleg vom Hausarzt gibt an:
„Patientin mit Symptomen, Verdacht auf Krankheit.“
Die Patientin gibt an, seit einigen Monaten zunehmende Gelenkbeschwerden zu haben, später sei auch Fieber, eine Nasennebenhöhlenentzündung und Husten dazu gekommen. Erst habe sie dies als Erkältung abgetan, aber da sich die Symptome nicht gebessert hätten und sogar jetzt eine deutliche Hörverschlechterung dazu gekommen sei, habe sie Angst bekommen, an einer Wegenerschen Granulomatose zu leiden.
Was trifft hierzu am wenigsten zu?
a) Sie lachen die Patientin kräftig aus und klären sie dann darüber auf, dass der Name der Erkrankung obsolet sei und diese nun „granulomatöse Polyangiitis“ heiße. Nur das IMPP und deutlich zu alte Kollegen würden den veralteten Begriff noch nutzen
b) Die Therapie im Grunde jeder rheumatischen Erkrankung ist erst mal ordentlich Kortison und Rattengift. Wenn das nicht funktionieren will oder wider Erwarten zu unerwünschten Nebenwirkungen führt, hat es immer noch den Hokuspokus mit den lustigen Namen
c) Da sich die Therapie von rheumatischen Erkrankungen wirtschaftlich für ein Krankenhaus nicht lohnt, schicken sie die Patientin im Rahmen ihres Therapieverweigerungsrechts zum Hausarzt zurück, der insgesamt schon auf einer guten Spur war
d) Da eine der gefürchtetesten Komplikationen des M. Wegener eine Glomerulonephritis ist, lassen Sie den Urin der Patientin von ihrer Arzthelferin probieren. Vanille-, Kumquat- und Moschusnoten im Abgang sprechen für die anschließende Durchführung einer vollständigen Urinanalytik
e) Sie teilen der Patientin mit, dass nur 5 von 100.000 Patienten diese Erkrankung bekommen und dass es deswegen statistisch quasi unmöglich ist, dass es gerade sie trifft. Dann bieten sie ihr einen Kaffee an und fangen an, kräftig zu rauchen.

4. Was gilt für die Dermatologie am wenigsten?
a) Die Musterberufsordnung ist ein Zettel mit einem lustigen Muster zum Ausmalen
b) Laut dem Marckenbrief der Freystädte von 1612 ist Dermatologen in den Stadtgrenzen von Augsburg das Tragen einer Narrenkappe vorgeschrieben
c) Es handelt sich um eine Geringfügige Beschäftigung nach §8 Abs.1 Nr.1 SGB IV
d) Notfallpieper sind innen hohl, aber in jedem siebten ist ein Spielzeug versteckt
e) Sie sind nach Erwerb einer KV-Zulassung bei Niederlassung trotz allem zu Kassenärztlichen Notdiensten verpflichtet. So können Sie in die Situation kommen, nach zwanzig Jahren Krankenhaus-Dermatologie wieder Innere Medizin in kritischen Notfallsituationen beherrschen zu müssen.

5. Frau Cindy B., eine 33-jähige Verkäuferin von Souvenirs und Kleinsanitärartikeln, befindet sich seit etlicher Zeit in Ihrer hausärztlichen Behandlung. Sie missachtet systematisch Ihren ärztlichen Rat und versichert schließlich glaubwürdig, Sie in ihrer ärztlichen Kapazität nicht zu respektieren. Sie werten dies richtigerweise als Nichtvorliegen des für die Behandlung nötigen Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient.
Durch welche Maßnahme können Sie das therapeutisches Vertrauensverhältnis kurzfristig wiederherstellen?
a) Ich entschuldige mich kurz, springe dann ohne Hose, mit Bockwurst in den Ohren und großem Zylinder wieder in den Raum und kündige mich als den „Großen Bombardino“ an. Auf Grund ihres geringen Bildungsstandes kann die Patientin die Verkleidung nicht durchschauen, sodass ein neues Vertrauensverhältnis möglich ist.
b) Nach der Theorie des Sensory Reset By Overload versuche ich eine Rückstellung des Gesamtverhältnisses durch überraschende Penetration mit einem Rettich.
c) Laut Bundesschützenstandsgesetz (BuSSTanG) bin ich verpflichtet, mich in ihrem Schützenverein anzumelden und dort an regelmäßigen Umtrünken teilzunehmen, um so ein alternatives Vertrauensverhältnis zu erwirken.
d) 10mg Adenosin i.v. demonstrieren ihr die Notwendigkeit einer funktionierenden Arzt-Patienten-Beziehung am zuverlässigsten
e) Statistisch gesehen muss eine dysfunktionale Beziehung mit mir auf ein psychisches Grundleiden zurückgehen, das im Falle einer kausal resultierenden medizinischen Nichtversorgung als selbstgefährdende Tendenz aufgefasst werden muss. Ich beginne daher eine psychoanalytische Tiefenexploration. Gut ausgeleuchtet und mit Musik.

6. An einem spätsommerlichen Abend – die Blätter beginnen sich langsam in güldene und rubinrote Töne zu färben und eine warme Abendbrise weht von Nordnordost – kommt die 86jährige Extrembergsteigerin Mathilde R. zu Ihnen in die Notaufnahme. Sie berichtet von diffusen Gliederschmerzen, Husten nach dem Sturzrauchen etlicher Schachteln Rothhändle, einer seit sechs Monaten intermittierenden schmerzhaften Verspannung ihrer Schultergürtel-Muskulatur und einer neu aufgetretenen Abneigung gegen fränkische Frikadellen. Ihr Lebensabschnittsgefährte leide außerdem unter starker Morgensteifigkeit, was ihn teilweise mehr als eine Stunde vom Aufstehen abhalte. In der Reiseanamnese findet sich eine kürzliche Kaffeefahrt nach Klingon 1, wo sie mehrere Stunden neben einem sprudelnden Tümpel voller Kvaz gesessen habe.
In der körperlichen Untersuchung finden sich druckschmerzhafte Augäpfel und eine leichte Hyperexzitabilität. Das EKG, das ein unvorsichtiger Arzthelfer ausversehen abgeleitet hat, zeigt folgenden Befund (*Anhang fehlt).
Was trifft am wahrscheinlichsten zu?
a) Es handelt sich klar um ein WPW-Syndrom (Wank-Pjöllemann-Worst-Syndrom). Ich versuche die Therapie mit Isoniazid, Haloperidol, Diclofenac, Amiodaron, elementarem Brom und Karottensuppen nach Moro.
b) Das Vorhandensein eines Elektrokardiogramms ist obligat pathologisch. Ich rufe meinen Oberarzt, da ich sonst im Sinne der Arzthaftung in Vorschuldigkeit trete.
c) Klingonisches Bimmelfieber. Ich beginne die leitliniengerechte Therapie mit 3kg Pothmanns Wundermehl im Bolus
d) Es handelt sich um einen Schrei nach Aufmerksamkeit. Die Symptome sind im Rahmen s.g. „Probierschmerzen“ zu deuten
e) Die Unterdruckkammer-Flatophonie würde ein schleifendes Orgeln zeigen

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