Drei Wochen in Vietnam – eine Reise in Stichpunkten

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Es ist etwas über ein Jahr her, dass ich mir einen lange gehegten Traum erfüllen und nach Vietnam reisen konnte. Es hatte sich heraus kristallisiert, dass man, so man immer nur im Ruhrgebiet bleibt, erschreckend wenig von der Welt sieht. Die Plattentektonik braucht ein bisschen, um Patagonien an Bottrop vorbei zu schieben. Ich habe ein paar mal angesetzt, einen Artikel über diesen meinen Urlaub zu schreiben, habe aber aufgrund von Zeitmangel und im Endeffekt doch recht gemischten Gefühlen über diese Reise immer wieder aufgegeben. Heute soll es nun sein, denn die Erinnerungen verdämmern schneller als heißgeredete Wahlkampfversprechen. Der Zeitmangel ist leider weiterhin ein Problem, weshalb meine gebeutelte Leserschaft mit einer eklektischen Sammlung aus Stichpunkten wird vorlieb nehmen müssen. Garstige Welt, diese. Für kohärentes Erzählen fehlt im Moment die Traktion im Bregen.

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Anreise und Transit:
Von Düsseldorf aus fliegen Emirates über Dubai und Thai Air über Bangkok nach Hanoi. Wir wählten Thai, eine Freundin flog zur gleichen Zeit Emirates. Die Fluglinien tun sich nicht allzu viel. Umsteigen in Bangkok ist nicht schön, Warten in Dubai aber auch nicht. Die Flüge selber sind komfortabel und hochwertig. Innerhalb von Vietnam kann man günstig und gut mit VietJet und VietStar fliegen. Diese Flüge kann man auch durchaus vor Ort buchen. Die Flugzeuge erinnern zwar an holzpaneelierte Busse aus den Achtzigern, Angst bekommt man aber nicht.

Hotels:
Es gibt zahllose räudige Hotels in Vietnam und auch „hochwertig“ fühlt sich für den verwöhnten Mitteleuropäer meistens noch eher 3- an. Es lohnt sich also, an den obersten Rand des Preisniveaus zu gehen. Neben dem Flug ist die Unterbringung die andere Sache, die wirklich Geld kostet. In Hanoi waren wir im Palmy Hotel (1), das ich nur empfehlen kann. Eine Straße weiter ist das in deutschen Foren sehr stark empfohlene Viethouse (2), das von Deutschen geführt wird, und das meine erste Wahl gewesen wäre. Beide sind im Old Quarter, sodass die meisten interessanten Dinge fußläufig erreichbar sind.

Auf Phú Quốc wohnten wir im The Shells Ressort (3), was ungefähr das schönste Hotel am Platz ist. Sehr teuer, aber auch sehr empfehlenswert – wenn auch wie die meisten guten Hotels etwas ab vom Schlag.

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Elf allgemeine Hinweise:
Vietnam ist ein Tourismusland. Das heißt: Der Touristenverkehr funktioniert gut und routiniert. Die meisten Ansprüche des durchschnittlichen Mitteleuropäers werden vor Ort erfüllt. Man kann aber durchaus in Schwierigkeiten kommen.
1. Die vietnamesische Regierung versteht genau null Spaß; kritische Fragen über das Regime sind extrem ungerne gesehen und sollten nicht an die falschen Ohren geraten. Handelsübliche vietnamesische Bürger werden bei solchen Fragen ausgesprochen betreten – sie in eine solche Zwangslage zu setzen, ist eine Zumutung. Während man in Vietnam ist, sollte man auch im Internet keine politische Kritik veröffentlichen.
2. Es gibt zwei Arten Polizei: Blaue Uniform mit hübscher Schirmmütze und grüne Militärkleidung mit weißen Knüppeln. Erstere sind sehr nett, letztere schlicht gefährlich. Wenn die Militärpolizei die Straße runter kommt, räumen Geschäftsinhaber die Tische und Stühle rein und machen die Tür zu. Wenn man in eine Polizeikontrolle kommt und ein bestimmter Geldbetrag gefordert wird, ist es besser, einfach zu bezahlen. In allen pragmatisch wichtigen Bereichen hat man in dieser Situation keinerlei Rechte.
3. Die Polizei ist kein Ansprechpartner bei Diebstahl, Betrug oder Belästigung. Dieses sind s.g. „Zivile Streitigkeiten“, die nach eigener Ansicht nicht in das Tätigkeitsfeld der Staatsgewalt fallen. Schäden sind Schäden und bleiben Schäden. Sollte man die Impertinenz haben, die Polizei mit seinem Unsinn zu belästigen, dürfen alle Beteiligten gleichermaßen mit Strafe rechnen.
4. Theoretisch braucht man zum Rollerfahren einen Führerschein. Theoretisch. Es gibt eine Reglung mit einem internationalen Lappen und für Ultraparanoide ist das durchaus gangbar. Praktisch interessiert es aber keinen. Ein amerikanische Restaurantbesitzer auf Phú Quốc, den wir kennen lernten, fährt nach eigenen Aussagen seit 13 Jahren ohne Führerschein und hatte schon drei Unfälle, wo er sich mit der anderen Partei mittels Geld schnell geeinigt hat. Die Vietnamesen haben genauso viel Angst vor der Polizei, weshalb in solchen Situationen unbürokratische Lösungen die Regel sind.
5. Das Visum kann man ganz einfach online beantragen. Das funktioniert schnell und zuverlässig. Trotzdem frühzeitig machen. Aber Achtung: Mit dem e-Visum darf man nur einmal ein- und ausreisen. Zwischen Ländern hin und her zu springen ist damit daher nicht möglich.
6. Antibrumm ist absolut notwendig. Sonnenmilch sollte man dabei haben. Perenterol und Imodium ebenfalls, sollte der Magendarm die beleidigte Leberwurst spielen. Die notwendigen Impfungen hängen daran, wo man genau hin will; eine Impfberatung samt Rezeptierung einer kleinen Reiseapotheke, so nicht vorhanden, ist dringend zu empfehlen (Perenterol, Imodium, Ibuprofen, Amoxyclav, MCP, Betaisodona, Pflaster; Phosphomycin, wenn weiblich).

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7. Geld kann man vor Ort tauschen. Euro werden genauso gerne getauscht wie Dollar, man braucht also nicht vorher in Dollar tauschen. Es gibt ausreichend lizensierte Geldwechselstuben und noch mehr illegale Geldwechsler mit besseren Kursen. Die meisten Geschäfte nehmen auch Dollar und Euro, aber eher widerwillig. Für die Geschäftsleute ist es ein Ärgernis, da sie so weniger Geld bekommen. Es empfiehlt sich also, immer ausreichende Mengen der unglücklich benannten vietnamesischen Währung Dong dabei zu haben. 1€ sind zum heutigen Kurs ca. 25.000 VND. Zurücktauschen ist mit größeren Verlusten behaftet, also eher sukzessive kleinere Mengen Geld tauschen.
8. Die sinnvollste und erste Investition in Vietnam ist eine Prepaid-Sim. Für ca. 30€ bekommt man ca. 10GB schnelles Internet für die Tasche. Telefonieren kann man damit zwar nur innerhalb des Landes, aber mobiles Internet ist Gold wert. Google Maps alleine…
9. In den großen Städten gibt es jeweils ein Internationales Krankenhaus. Sollte man ernstlich krank sein, sind diese die einzigen gangbaren Adressen. Man muss aber mit einer Aufnahmegebühr in Bar rechnen. Insgesamt gilt: Wenn der Busch brennt und es scheint vertretbar, dann sollte man so schnell wie möglich nach Deutschland zurück fliegen. Wenn man auf Versorgung dort angewiesen ist, kann es durchaus mittelmäßig werden. Wenn man aus den Städten heraus kommt, wird Krankenversorgung ziemlich schlagartig nichtexistent. Mit ein bisschen Glück findet sich dann noch ein schneller Rücktransport oder eine Flinte zur kurzfristigen Beendigung der Beschwerden.
10. Taxis sind eine sehr gute und zuverlässige Art des Transports. Die Preise sind fest und günstig, die Taxifahrer uniformiert, zuvorkommend und hilfsbereit und die Wagen klimatisiert und sauber. Im Endeffekt geht einem beim Taxifahren aber ein Großteils des Erlebens verloren. Obwohl bei einer ersten Betrachtung des Verkehrs diese Idee titanisch dämlich erscheint, sollte man sich einen Roller leihen. Der Verkehr ist für ein deutsches Hirn erst einmal völlig unbegreiflich. Es fahren viel zu viele Leute in einem nie abreißenden Strom mit jeder Art von Transportmittel durcheinander. Eigentlich müssten ständig alle sterben. Es passiert aber so gut wie nichts. Hupen ist übrigens anders als im Teutonenland keine feindliche Äußerung, sondern einfach nur ein „Achtung, ich bin hier“. Es sollen schon Touristen an Straßen gestanden haben und eine Stunde auf eine Lücke im Verkehr gewartet haben. Man muss seinen Überlebenstrieb überwinden und einfach losgehen. Das Geheimnis: Nicht schneller oder langsamer werden, nicht plötzlich anhalten. Einfach für alle vorhersehbar mit der gleichen Geschwindigkeit gehen – dann brandet der Verkehr um einen herum.
11. Es ist weithin bekannt, dass die germanische Klempnerei die beste Klempnerei auf dero Erden ist. Insbesondere Südostasien hat der Toilettengott nicht unbedingt mit Segen bedacht. Die Realität ist teilweise ziemlich rustikal, besonders die Tatsache, dass die Toiletten mit Klopapier nicht zurecht kommen und quasi sofort verstopfen, muss man wissen. Ein sehr lesenswertes Guide gibt es von Lonely Planet.

Reiseziele:
Wir konnten Mittelvietnam, also vor allem Huế und Hội An, nicht wie geplant besuchen, da es während unseres Aufenthalts eine große Überschwemmung gab. Huế ist die alte Kaiserstadt und gilt als durchaus sehenswert, für derart inklinierte Enthusiasten kann man in der Umgebung auch Tunnelanlagen des Vietcong besuchen. Hội An ist zwar inzwischen auch eine stark touristisch erschlossene Stadt, insbesondere der Markt gilt aber als das Mekka für gutes Essen.

Hồ Chí Minh aka Saigon ist mit 8,3 Millon Einwohnern ein Moloch, in dem wir wenige schöne Ecken gefunden haben. Ich habe die Pflichtstation für Foodies, die Lunch Lady (4), absolviert und war zumindest von dem Essen stark angetan – als Tourist wird man hier schon sehr ausgenommen -, ansonsten hat mir die Stadt nicht viel gegeben.

Phú Quốc ist das Mallorca Südostasiens, reiche Japaner und Chinesen machen hier Urlaub. Die Städte bestehen fast nur aus Restaurants, Tourismusbüros und Hotels. Leider ist die Landschaft recht zugemüllt – die Vietnamesen haben sichtbar dringendere Sorgen als Umweltschutz. Es gibt auf der Insel ein paar sehr schöne Ecken zu entdecken, insbesondere die Bee Farm (5) soll sehr schön sein. Zwar ist ein Urlaub auf Phú Quốc nicht verkehrt, aber man muss sich fragen, ob man einen Strandurlaub nicht doch schöner und vielleicht sogar günstiger – weil nur die besten Hotels wirklich brauchbar sind – vor der Haustür haben kann. Ich würde eher nicht nochmal Zeit von meinem wertvollen Urlaub in Südostasien für Strand abzweigen.

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Halong Bay ist eines der Titelbilder des Vietnam-Tourismus. Die Bucht der tausend Inseln, nicht weit von Hanoi gelegen, wäre wirklich traumhaft schön. Wäre ist hier das operative Wort, denn leider ist das Poster wie so oft zur Tourismushölle geworden. Abertausende Cruise Ships durchziehen die Bucht und spulen das immer gleiche Programm ab. Obwohl wir einen der hochwertigsten Anbieter genommen haben, war es wirklich unangenehm. Vom Begrüßungstanz des Personals über den hyperaktiven und übertrieben immer fantaaaaastisch gelaunten Cruise Leiter „Mr. Lee“ bis zu der Touristen-Markthalle, bei der mit dem Shuttle gezwungen auf Hin- und Rückweg Halt gemacht wurde, rechtfertigen die schönen Bilder die Erfahrung dann doch nicht.

Es gibt einige Nationalparks, die immer wieder empfohlen werden. Ich kann leider nichts dazu sagen. Das selbe gilt für eine Reise in die Berge.

Und Hanoi. Am Ende geht es immer um Hanoi.

Ein Abenteuer in Hanoi:
Man braucht nicht nach Vietnam zu fahren, um die schöne Architektur zu bewundern. Die Gebäude der Kolonialzeit sind größtenteils verfallen. Die kommunistische Baukultur entspringt der Stilrichtung des frühen Beton-Brutalismus. Und der Rest ist entweder Flickwerk oder Kitsch. Hanoi ist groß, laut, bunt, neonhell, aus Plastik und immer in Bewegung. Und vor allem ist die Stadt ein Reigen aus betörenden und gelegentlich weniger einladenden Gerüchen. An fast jeder Ecke wird irgendwas gekocht oder gebraten und man muss aller sieben Sinne und jedes letzten Rests seines Menschenverstandes abhandig sein, um nicht zu bemerken, dass dies die hervorstechende Qualität der Stadt ist. Das vietnamesische Essen war für mich der Hauptgrund der Reise, und dieser Grund war ein guter. Das Essen ist fantastisch, fast überall wo wir waren. Natürlich braucht es ein wenig Mut, um an den Garküchen und Straßenständen bei Leuten, die keine gemeinsame Sprache beherrschen, etwas Unbekanntes zu bestellen, das man nicht einmal richtig aussprechen kann. Man stellt aber fast sofort fest, dass „one“ oder ein Zeigen auf die Karte völlig ausreicht, die Verkäufer fast alles höchst entgegenkommend und nett sind und die Früchte des Mutes prall, süß und saftig sind. Wer hier nur im Hotel undoder in westlichen Restaurants isst, sollte sich mit grobem Hanf erdrosseln.

Die folgende Aufstellung versucht, die wichtigsten Speisen zusammenzufassen, die man probiert haben sollte. Es gibt extrem viele gute Adressen für jede einzelne davon; ich hatte jeweils eine Vorauswahl über Internetrecherche getroffen und dann vor Ort mehr oder weniger Alternativen ausprobiert. Meine Empfehlungen sind die jeweils besten aus dieser Auswahl.

Bún Bò Nam Bộ Cửa Đông (6). Bún Bò Nam Bộ ist ein Nudelsalat mit Rindfleisch, meist mit Gemüse, Salat und frittierten Schalotten. Man könnte ihn als den suppenlosen Bruder von Phở bezeichnen, wenn man so möchte. Dieser Laden ist sehr geschäftig, aber das Personal war ausgesprochen nett, und da es nur zwei oder drei Dinge auf der Karte gibt, hat man innerhalb kürzester Zeit sein Essen. Eine der ersten Sachen, die wir in Hanoi gegessen haben – und bis zum Schluss eine der leckersten.

Bánh Mì 25 (7) ist ein inzwischen von Touristen und Reisegruppen überlaufener Laden, der die Bánh Mì genannten vietnamesischen Sandwiches verkauft, die es inzwischen so weit in die westliche Kultur geschafft hat, dass es sogar hier im Blog einen Artikel dazu gibt.  Sie werden in Hanoi buchstäblich an jeder Ecke angeboten, aber von allen probierten war Bánh Mì 25 mit großem Abstand das beste. Und die Betreiber sind nett, touristenfreundlich und sauber. Insbesondere auch das oft für seine Qualität erwähnte Nguyên Sinh Hà Nội (11), über das sich jedoch viele Touristen im Netz über unfreundliche Behandlung beschweren, konnte dagegen wirklich nicht an.

Chả Cá Thăng Long (8). Chả Cá ist ein etwas aus der Reihe fallendes Gericht, dessen Geschmacksprofil wenig mit allgegenwärtigen Geschmack zu tun hat, an den man sich in Hanoi schnell gewöhnt. Hier wird aber Fisch – entweder Karpfen oder Wels – in Kurkuma mariniert in einer Pfanne am Tisch angebraten und dann mit großen Mengen an Dill und Frühlingszwiebeln gemischt. Dazu gibt es Nudeln und ein paar Accoutrements. Dieses Restaurant macht nichts anderes als dieses Gericht und es ist unfassbarer Betrieb – das sagt einem eigentlich alles, was man wissen muss. Für mehr als einen Teilnehmer unserer Reise das Lieblingsessen des gesamten Urlaubs.

Stock Photo von Flickr

Phở Gia truyền Bát Đàn (9). Phở ist in der Wahrnehmung der meisten Europäer das quintessentielle vietnamesische Gericht, und nicht zu unrecht: Sie ist in Hanoi allgegenwärtig. Phở ist eine Fleischbrühe mit Reisnudeln, dünn geschnittenem Fleisch und Kräutern. Die Variante mit Huhn tritt dabei deutlich hinter ihrer Schwester aus Rind zurück. Welches Fleisch man in seiner Suppe mag, ist eine Wissenschaft für sich: Tai ist Steak aus der Kugel, Nam Flanksteak, Chin mageres Brisket, Gau fettes Brisket, Ve Don Skirtsteak, Bo Vien Fleischbällchen, Gan geschmorte Sehnen und Sach Kutteln. Nur um mal die zu nennen, die ich so kenne. Es gibt unzählige gute Adressen für Phở in Hanoi, aber aus allen, die ich probiert habe, war Phở Gia truyền Bát Đàn mein persönlicher Favorit – es geht hier allerdings um anders und nicht um besser. Auch hier sammeln sich die Zeichen großartiger südostasiatischer Kulinarik: Lange Schlange, extrem schneller Service, niedrige Plastikstühle und Tische.
Andere Adressen mit ausgezeichneter Phở, die man auf keinen Fall verpassen sollte: Phở Thìn (12), Phở 10 Lý Quốc Sư (13), Phở Sướng (14)

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Giảng Cafe (10). Kaffeekultur ist groß in Vietnam. Ich wusste nicht, dass hier nach Brasilien der meiste Kaffee weltweit produziert wird, aber wenn man vor Ort ist, fällt einem das zu glauben plötzlich nicht mehr schwer. Der vietnamesische Kaffee ist distinkt anders, als wir es gewohnt sind, er schmeckt und riecht nussig und karamellig. Aufgrund des häufig drückenden Klimas wird der Kaffee oft auf Eis serviert, typischerweise mit gesüßter Kondensmilch (Cà phê sữa đá – gibt es sogar einen Artikel von mir). Eine Spezialität in Hanoi ist der Ei-Kaffee (Cà phê trứng), die möglicherweise sogar vom Vater des Inhabers des Giang Cafe erfunden wurde – dies ist aber eine unbewiesene Legende. Ein Eigelb wird mit etwas Zucker und gesüßter Kondensmilch aufgeschlagen und dann mit Kaffee aufgegossen. Das ganze ist fast ein Dessert, gehaltvoll, süß und sehr lecker.

Stock Photo von Wikimedia Commons

Bún chả Hàng Quạt (15). Bún chả sind gegrillte Stücke Schwein und Schweinebällchen in einem aromatischen Dip, meist serviert mit einem großen Korb Kräutern und einem Haufen Reisnudeln. Eine Lokalspezialität Hanois, die man nicht verpassen sollte. Hàng Quạt 74 hat zwar nur kurz auf, die Qualität ist aber ausgezeichnet. Auch Bún chả gibt es an jeder Straßenecke und es gibt eine Vielzahl gute Restaurants. Das bekannteste ist fraglos Bún chả Hương Liên (16), in dem 2016 Barack Obama mit Anthony Bourdain einkehrte. Die Bekanntheit hat dem Etablissement aber nicht unbedingt gut getan – zwar ist die Qualität wohl weiterhin sehr gut, das Lokal ist aber völlig überlaufen und entsprechend pragmatisch geht das Personal auch mit den Gästen um.

Stock Photo von Wikimedia Commons

Bún cả Sâm Cây Si (17). Bún cả ist eine weitere Spezialität Hanois, man kann sie sich wie die Fischsuppen-Schwester von Phở vorstellen. Eine helle Fischbrühe mit leicht gebratenem oder frittiertem Frischwasserfisch auf einem Bett aus Nudeln und natürlich mit dem omnipräsenten Bukett aus aromatischen Kräutern. Zu meinem ewigen Bedauern habe ich es nicht geschafft, diese zu probieren. Alle Pfeile zeigen aber auf Sâm Cây Si, eine richtige Straßengarküche, bei der man sich nicht von den Äußerlichkeiten abschrecken lassen darf. Der Laden kommt mit besten Empfehlungen.

Bún riêu cua Hàng Bạc (18). Im Gegensatz zu Bún cả ist Bún riêu eine Fischsuppe mit Tomaten, Annatto-Öl und Tamarinde, deren Brühe scharlachrot und trüb ist und sich deutlich von den sonst eher klaren Suppen Hanois abhebt. Es gibt sie mit allerhand Dingen, aber ich hatte sie mit Krabbenfleisch und fand diese absolut großartig. 11 Hàng Bạc ist die bekannteste Adresse in Hanoi´für diese Suppe, die ich leider erst in Ho Chi Minh probiert habe.

Stock Photo von Wikimedia Commons

Lau. Wenn man mit größeren Gruppen von Menschen unterwegs ist, ist Vietnamese Hot Pot eine super Idee. Leider haben wir diese Erfahrung völlig vergeigt. Ich habe verdrängt, wie der Laden hieß, aber wir haben uns wider besseren Wissens in ein „schönes Restaurant“ gesetzt. Das war natürlich Unsinn. Man suche nach Plastiktischen auf der Straße und einer ehrlichen Garküche. Aus Scham gebe ich keine Empfehlung.

Bia Hoi Ha Noi (19). Bia Hoi ist ein Frischbier und eine eigentümliche Spezialität Vietnams. Nachdem die Franzosen im Zuge ihrer Kolonialherrschaft Bier mitgebracht hatten, waren die Einheimischen auf den Geschmack gekommen. Die lange Reifung untergäriger Biere war sowohl aus Gründen der Temperatur als auch des damit verbundenen Aufwands nicht möglich, sodass sich eine Brauart durchsetzte, die nach ein bis zwei Tagen trinkbares Bier mit 2 bis 4% Alkohol produziert. Bis heute ist die Herstellung von Bia Hoi staatlich überhaupt nicht kontrolliert, weshalb das Produkt doch recht unterschiedlich ausfallen kann. Bei Bia Hoi Ha Noi zahlt man zwar etwas mehr (10.000 VND im Gegensatz zu bis zu 3.000 VND bei anderen Läden), dafür ist das Bier aber von gleichbleibend ordentlicher Qualität. Uns hat es ausgezeichnet geschmeckt, es ist leicht säuerlich und ausgesprochen erfrischend. Außerdem ist es so süffig, dass es in großen Mengen runter geht, weshalb es sehr gut ist, dass die Kellner es so zackig nachbringen, dass sich jeder Kölner Kober eine Scheibe davon abschneiden kann. Bei Bedarf kann man sich ein paar Kleinigkeiten zum Essen bestellen.


In diesem Artikel:
1. Palmy Hotel & Spa – 4A-4B bao khanh lane, Hàng Trống, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
2. Viethouse Hanoi – 23 C Ngõ Hàng Hành, Hàng Trống, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
3. Ganh Gio Beach, tỉnh Kiên Giang, Vietnam
4.
The Lunch Lady (Nguyen Thi Thanh), tgl 11:00-15:00 Uhr, Chung Cư, Lô D, Nguyễn Đình Chiểu, Đa Kao, Quận 1, Hồ Chí Minh, Vietnam
5. Phu Quok Bee Farm, tägl. 09:00-17:00 Uhr, Cửa Cạn, Phú Quốc, Kiên Giang, Vietnam

6. Bún Bò Nam Bộ Cửa Đông, tägl. 7:30-22:30 Uhr, 67 Hàng Điếu, Cửa Đông, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
7. Bánh Mì 25, tägl. 7:00-21:00 Uhr, 25 Hàng Cá, P, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
8. Chả Cá Thăng Long, tägl. 10:00-21:30 Uhr, 19 – 21 – 31, Dương Thành, Vietnam
9. Phở Gia truyền Bát Đàn, tägl. 6:00-20:30 Uhr, 49 Bát Đàn, Cửa Đông, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
10. Giảng Cafe, tägl. 7:00-22:00, 39 Nguyễn Hữu Huân, Hàng Bạc, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
11. Nguyên Sinh Hà Nội, tägl. 07:00-21:30 Uhr, 17 Lý Quốc Sư, Hàng Trống, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
12. Phở Thìn, tägl. 5:30-21:30 Uhr, 13 Lò Đúc, Ngô Thì Nhậm, Hai Bà Trưng, Hà Nội, Vietnam
13. Phở 10, tägl. 6:00-22:00 Uhr, 10 Lý Quốc Sư, Hàng Trống, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
14. Phở Sướng, tägl. 5:30-11:00 & 16:30-21:30Uhr, 24B Ngõ Trung Yên, phố Đinh Liệt, Hàng Bạc, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
15. Bún chả àng Quạt, tägl. 10:00-14:00 Uhr, 74 Hàng Quạt, Hàng Gai, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
16. Bún chả Hương Liên, tägl. 08:00-20:30 Uhr, 24 Lê Văn Hưu, Phan Chu Trinh, Hai Bà Trưng, Hà Nội, Vietnam
17. Bún cá Sâm Cây Si, tägl. 07:00-22:30 Uhr, 5 Ngõ Trung Yên, Hàng Bạc, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
18. Bún riêu cua Hàng Bạc, tägl. 07:00-22:30 Uhr, 11 Hàng Bạc, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam
19. Bia Hoi Ha Noi, tägl. 10:00-23:00 Uhr, 50 Bát Đàn, Hàng Bồ, Hoàn Kiếm, Hà Nội, Vietnam

Eine Antwort to “Drei Wochen in Vietnam – eine Reise in Stichpunkten”

  1. […] tatsächlich praktisch hilfreichen Artikeln wie unserem Messerratgeber, Reiseberichten – Rom, Vietnam, Lissabon, Mallorca Teil 1 & Teil 2 und Sardinien – und sympathisch rufschädigenden […]

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