Archive for the Probleme des Lebens Category

Fisch. Jetzt auch in echt!

Posted in Essen & Trinken, Probleme des Lebens on 7. Oktober 2012 by hoegi

Nachdem der Ursprung von Wein oft bereits recht pauschal-detailliert mit dem Etikett „mit geografischer Herkunft“ sinnvoll in eine beliebige Ecke dieser Erde eingeordnet werden kann, hadert die Fischindustrie seit Jahrzehnten mit dem Adjektiv „geografisch“:
 

Dummheit des Tages #1

Posted in Probleme des Lebens on 21. August 2012 by Herr Grau

Meine ehrversehrten Damen und Herren,
wie der über die langen Monate meiner schriftstellen- und -legenden Tätigkeit zum entbrannten Fan mit Stalker-Tendenzen gediehene Leser, der ja meiner unegomanischen Perspektive nach wohl meine Stammbesucherschaft stellen dürfte, inzwischen wissen dürfte, gehört der Aphorismus zu meiner absoluten Lieblingsform der Weisheitsvermittelung. So hat sich beispielsweise der kolumbianische Philosoph Nicolás Gómez Dávila mit der Grazie des hellsichtigsten Geistes vermittels dieser Form in das Herz meiner bescheidenen Wenigkeit geschrieben. Was aber, so muss ich ob des schon seine Schatten vorauswerfenden Hauptsatzes dieses Artikels fragen, ist das Gegenteil von einem Aphorismus? Wie nennt man einen Satz, der, eine Sache zu verteidigen suchend, ihr Problem derartig perfekt und vieldimensional in aller Kürze auf den Punkt bringt, dass ich es als größter Nörgeler nie derart vermocht hätte? Was, wenn Scheiße zum transzendierenden Wortgut wird? Ich will nicht länger auf Foltern spannen, wo dem Blut doch der Hochdruck schon wähnt. Hier kommt Gerald Hüther, studierter Tierphysiologe, jetzt aber doch irgendwie Professor der Medizin und das auch noch hier in Göttingen. Abteilung ist allerdings Neurobiologie an der Psychatrischen Klinik. Ob der Tatsache, dass wir abseits der Rückschlüsse auf Transmittersysteme aus Analyse zufällig hilfreicher Drogen über die Neurobiologie der psychischen Erkrankungen nur geringfügig weniger wissen als noch zur Zeiten der Viersäftelehre, lässt sich mutmaßen, es habe sich wohl für die Aufgabe einfach kein Stein von entsprechenden Dimensionen gefunden. Ach ja, das Zitat, taufrisch von Spiegel Online (Quelle):

Ich möchte den Blick dafür öffnen, dass Kinder über viele verschiedene Potentiale verfügen und dass es nicht mehr oder weniger begabte Kinder und Jugendliche gibt. Daher ist es fragwürdig, sie in drei verschiedene Schulformen aufzuteilen […]

Seit Jahren laufe ich gegen diesen grundlegendsten aller Irrtümer der Generation Sozialpädagogik Sturm, jetzt endlich hat man mir eine kompakte Zusammenfassung des Problems geliefert. Danke dafür.
Lieber Herr Professor Doktor. Doch, leider, es gibt Menschen völlig unterschiedlichen Begabungsgrads. Nein, Talente sind nicht fair verteilt. Nein, die Welt ist nicht fair, es ist noch weit, Pipi darf keiner und ein Eis gibt’s auch nicht.
Soviel zum persönlichen Teil. Jetzt wäre dann mal der Zeitpunkt für die Fackeln und die Mistgabeln.

Probleme des Lebens #18

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 17. Juni 2012 by Herr Grau

Die „Breite Straße“ ist eine der engsten Straßen von ganz Göttingen.

Probleme des Lebens #17

Posted in Probleme des Lebens on 7. Juni 2012 by Herr Grau

„Meinen Sie das normale oder das geographische Rechts?“

Probleme des Lebens #16

Posted in Probleme des Lebens on 10. März 2012 by Herr Grau

Rich kids underdress,
poor kids overdress.

Probleme des Lebens #15

Posted in Probleme des Lebens on 27. November 2011 by Herr Grau

Jung, intelligent und voller Ernst:

Das Internet wird sich nicht durchsetzen.

Probleme des Lebens #14

Posted in Probleme des Lebens on 5. Oktober 2011 by Herr Grau

Zu diesem einzigartigen vierzehnten Jubiläum will heute etwas gezeigt sein, dass verblüfft und erstaunt, das fesselt und unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt. Kurz:

Wer kann sich eine Party „ohne“ noch vorstellen? Wie oft hört man Sätze wie: „Bier haben wir ja genug, aber – verdammt, ich muss noch mal schnell los, Schmalz holen!“  Wahrscheinlich deshalb übrigens national auch fast überall zu kaufen. Aus Gründen.

Wenn man die Kinder mal alleine lässt

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 25. August 2011 by Herr Grau

Über den großartigen GMX-Newsticker (Tor Zur Welt™ seit 15 Jahren) bin ich über eine Sache gestolpert, die wie lange keine andere illustriert, was in der Grundgedankenstruktur unserer Gesellschaft falsch läuft – ich will die Geschichte kurz umreißen:

Ein Polizeichief stellt sich vor einen Hörsaal und spricht über öffentliche Sicherheit. Gegen Ende weist der freundliche ältere Herr darauf hin, dass Vergewaltiger dazu tendieren, aufreizender angezogene Frauen anzugehen und empfiehlt daher jenen, welche nicht am Businessende einer Vergewaltigung zu landen trachten, die Nuttigkeit des Oberkleids um 3° Hilton zurückzufahren. Die Emanzen im Saal empören sich, aktivieren ihren Emailverteiler und beraumen öffentlichen Protest samt Aktionstag (den s.g. „Slut Day“) an – der Polizeichef kriegt medial mit dem glühenden Hammer auf den Sack.

„Was ist hier passiert?“ schleicht sich die nötigste aller Fragen direkt vom Neocortex in die Area Postrema. Diese ganze Situation speist sich aus einem einzigen eklatanten Fehlschluss: Alles wird danach bewertet, ob es ideell sein darf oder nicht. Ein Hinweis auf die dem Wunschgedanken widersprechende Realität wird als Affront gegen die Political Correctness gesehen. Einige Realitäten lassen sich ändern und für das mag es sich zu streiten lohnen; die, dass ein Triebtäter statistisch gesehen immer eher auf ein aufreizend zurechtpräpariertes Opfer losgehen wird, ist eine in der Sache so unänderbare wie die Gravitation oder die Tatsache, dass Patrick Steward eigentlich der neue James Bond hätte werden müssen.

 

Vortragender: „Wenn Menschen zu lange hungern, werden sie auf der Suche nach Essen alle Mittel nutzen und schließlich sich auch mit Gewalt Nahrung verschaffen.“
(aus der 2ten Reihe empört): „Hungernde sind keine gewaltigbereiteren Menschen!“
(von weiter hinten, aber lauter): „Er diskriminiert Hungernde!“
(ein Chor bildet sich): „Hetzer! Hetzer! Hängt ihn auf!“
Eine halbe Stunde später verbleibt der Vortragende  unter einem Strick. Neben ihm hängt noch der Mann, der vor zwei Tagen für die Wiedereinführung der Todesstrafe plädierte.

Lieber Facebook-Nörgeler…

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 21. Juni 2011 by Herr Grau

Gerade durfte ich wieder in einem Forum über einen Aufschrei des alarmierten Deutschen stolpern, es wurde sich echauffiert über so genannte „Facebook-Partys“.
Ich bin jung und ich bin im Facebook – und ich weiß nicht einmal, was es mit diesen Facebookpartys auf sich hat. Man kann und muss tagtäglich einen ganzen Haufen Schwachsinn ignorieren; dass eher früher als später auch Facebook ein Ort für die Ausübung dieses Talents sein würde, war angesichts der Tatsache, dass 675 Millionen Menschen dort teilnehmen, jetzt nicht unbedingt verwunderlich. Ein paar Deppen dürften – fernab jeder Erfahrung mit dem Internet jetzt mal rein statistisch – schon dabei sein.

Wer nichts besseres zu tun hat, als bei der schieren Nennung des Namens „Facebook“ reflexartig von „Informations-Stasi“ zu brüllen, hat vermutlich in früherer Kindheit mal einen mit dem Klavier an den supracervicalen Hohlraumbegrenzer gekriegt. Du bekommst eine einmalige und sehr gut funktionierende Dienstleistung und zahlst dafür mit privaten Informationen – aber nur mit jenen, die du preisgeben willst. Es steht kein Mann im grauen Trench vor deiner Tür, wenn Du dein Geburtsdatum nicht veröffentlichst und du wirst auch nicht ohne Prozess interniert, weil du keine Fotos von dir hochlädst. Und wenn du dich irgendwo bewirbst und auf deinem Facebookprofil sind Bilder, wie du dich bar und eigenurintrinkend von einem betrunkenen Zwerg auspeitschen lässt, dann bist du einfach nur ein Trottel, das ist nicht die Schuld von welchem Sozialportal auch immer, das du dich zu nutzen entschieden hast. Es ist deine Schuld, und deine ganz allein.

Leute, die dann anfangen zu nörgeln, sind oft die selben, die sich auch beschweren, wenn ihr Passwort „1234“ geknackt wird und dann vehement fordern, dass man von den Seiten zu sichereren Passwörtern gezwungen werden soll. Wer nicht von sich aus vernünftige Passwörter verwendet, kann sich auch nicht mit dem Argument, er verstünde von Technik nichts, herausreden. Trottel, sonst nichts, und zwar derart, dass man sie von öffentlicher Seite aus mit Schildern kennzeichnen müsste, zum Schutz der Restallgemeinheit. Für solch eine Regel könnte ich mich schon mit Leib und Seele erwärmen.

Zu guter letzt bleibt noch, die Leute zu adressieren, die Dinge wie Facebook „aus Prinzip“ nicht nutzen wollen. Ja, man sollte nicht jede Neuerung per se als toll feiern und sich hinein stürzen – es gibt mit Sicherheit genug Neuerungen von zweifelhaftem Wert. Innovationen aber kategorisch abzulehnen, ist genauso stupide und spricht von einem missverstandenen Sinn von Retrocoolness ( – wenn man nicht gerade kategorischer Reaktionär mit funktionierendem, ich wiederhole: funktionierendem philosophischem Überbau ist).
Zum Mitpinseln: Nein, du bist nicht cool oder interessant, weil Du Facebook ablehnst – alles, was du bist, ist auf dem Weg, ein verschrobener alter Mann zu werden.

Und es wäre ja nun kein meiner würdiger Text, wenn es nicht mindestens irgendwo völlig überhebliche Prophetie gäbe. Also:
Wahrlich, ich sage Euch: Was es gibt, ob alt, ob neu, will sowohl mit Bedacht betrachtet, als auch genutzt werden, wenn denn für gut befunden!
So einfach ist das.

Die Bigotterie des Lokalradios oder „Kann hier jemand Englisch?“

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 8. Juni 2011 by hoegi

Lokalradio. Es läuft in etwa jedem deutschen Durchschnittshaushalt (Durchschnitt ist wörtlich zu nehmen.) mehrere Stunden am Tag und versorgt die Hausfrau von heute mit „den Hits aus den 80ern, 90ern und dem Besten von heute!“. Heißt in der Praxis: Ein bisschen Phil Collins, viel Madonna und ganz viel Fahrstuhlmusik aus den letzten 3 Dekaden.
Stutzig wurde ich vor wenigen Monaten, als „Fuck You“ von Cee Lo Green auf jedem Radiosender auf und ab lief. Wenn ich denn mal Radio höre, dann Einslive. Hier also ebenso tagein, tagaus „Fuck You“.
Als ich das Lied dann aber mal im Lokalradio hörte fiel mir schnell auf, dass da was anders läuft. Plötzlich heißt das Lied „Forget You“ und aus dem Hintergrundchoral mit „oh shit, she´s a golddigger, just thought you should know, nigger!“ wurde ein „oh sh.., she´s a golddigger, just thought you should know, ….“. Bemerkenswert. Scheinbar sind solch böse Worte im Lokalradio nicht gerne gehört und so bedient man sich hier der prüden amerikanischen Radioversion. Nun gut.
Später traf es dann auch noch das Lied „Fucking Perfect“ von Pink, das im Lokalradio 65 mal am Tag als „F…ing Perfect“ durch den Äther fleucht. Naja. Sollen sie halt machen.
Wirklich absurd ist allerdings Folgendes: In der vergangenen Zeit habe ich etwa 3 Male das Lied „Bobby Brown goes down“ von Frank Zappa im Lokalradio gehört. Das letzte Mal war gerade eben.
Hier kleine Textauszüge:

„I got a cheerleader here wants to help with my paper
Let her do all the work n maybe later I’ll rape her“
„I tell you people I was not ready
When I fucked this dyke by the name of freddie“
„She had my balls in a vice, but she left the dick
I guess it’s still hooked on, but now it shoots too quick“
„Oh God I am the american dream
But now I smell like vaseline
An Im a miserable sonofabitch
Am I a boy or a lady…i don’t know which“
„An none of the jocks can even tell Im a homo
Eventually me n a friend
Sorta drifted along into s&m
I can take about an hour on the tower of power
Long as I gets a little golden shower“
„Oh God I am the american dream
With a spindle up my butt till it makes me scream“
„Oh god, oh god, Im so fantastic!
Thanks to freddie, Im a sexual spastic!“

Im Prinzip hätte ich auch die kompletten Lyrics kopieren können.
Wer des Englischen auch nur teilweise mächtig ist, wird festgestellt haben, dass dieses Lied fast ausschließlich die Fornikation in sämtlichen Facetten beschreibt und dabei wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt.
Aber schön, dass „Fucking perfect“ und „Fuck you!“ zensiert werden. Wenn die Kinder sowas hören würden…