He who makes a beast of himself
gets rid of the pain of being a man.
Autor-Archiv
Wichtige Worte: Samuel Johnson #1
Posted in smile and look alive on 4. Juli 2011 by Herr GrauWichtige Worte: Deutsche Volkslieder #1
Posted in smile and look alive on 2. Juli 2011 by Herr GrauIm Wald, da sind die Räuber.
Review: Wyres Saiten
Posted in Getestet on 23. Juni 2011 by Herr Grau
Saiten sind für Gitarristen magisches Gut, denn sie bergen die Verheißung, für ein paar Taler aus dem alten Eierschneider doch noch ätherischen-güldenes Singen entlocken zu können oder – die tiefe Grundlage fast jedes Gear Acquisition Syndromes – plötzlich wie der junge Teufel in Yrgendwie Malmsteins Küchenschränkchen spielen zu können. Leider bin ich von dem Nymphengesang jener Magie nicht gefeit. Unfähig, jemals einfach mal mit dem „ganz Guten“ dauerhaft vorlieb nehmen zu können, mäandere ich durch das Angebot der Saitenhersteller. Meine Lakewood wurde mit 012-053ern Elixir-Saiten ausgeliefert, die mir als Referenz dienen. Generell kommen für mich eigentlich nur beschichtete Saiten in Frage. Ich habe nicht viel Zeit, daher stehen die Instrumente von Spielen zu Spielen auch mal ein paar Tage; unbeschichtete Saiten, mit ein wenig Handschweiß benetzt, annihilieren sich innerhalb dieser Zeit einfach auch mal gerne selbst.
Nachdem die D’Addario EXP durch ihren zu dumpfen Klang bereits ausgeschieden waren, stolperte ich im Fingerpickerforum über die Empfehlung, dem Drahtwerkœvre der Firma Wyres aus Canada einmal ein forschendes Auge zuzuwenden. Die Firma Celtic Sound vertreibt genannte Schwungkörper in Deutschland, also wagte ich den Schritt und bestellte die beschichtete Serie in der selben Stärke wie meine Elixirs, mit der ich sehr gut zurecht komme ( – wer hat außerdem Lust, seine Gitarre neu einstellen zu lassen?..).
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen Klangvergleich zwischen Elixirs und Wyres veröffentlichen. Nach meinen Erfahrungen erübrigte sich aber die Mühe: Von Anfang an klangen die Saiten .. sagen wir mal unspektakulär. Langweilig. Außerdem hingen die beiden hohen Saiten im Klangbild irgendwie daneben. Und das wurde nicht besser – nach nicht einmal zwei Wochen nicht besonders intensiver Nutzung sieht die Bespannung aus, als wäre Stalingrad mal zum Kaffee vorbei gekommen. Als langer Rede kurze Klimax möge dienen, dass ein befreundeter Gitarrist mich verstört fragte, seit wann meine Gitarre so armseelig klinge. Das soll als zusammenfassender Punkt gereichen.
Es bleibt zu erwähnen, dass die Saiten beim Fingerpicking schon merklich besser klingen, als beim von mir fast hauptsächlich praktizierten Strumming – und dass die Firma Celtic Sound meine übrigen Saitensätze sehr kulant zurücknahm. Für den Fingerstyle-Gitarristen, der beschichtete Saiten braucht und weder mit den Elixirs, noch mit den D’Addarios zurecht kommt, mag es einen Versuch wert sein. Für alle anderen kann ich nicht guten Gewissens etwas anderes als ein Abraten aussprechen.
Wichtige Worte: Schillers Tell #6
Posted in smile and look alive on 23. Juni 2011 by Herr GrauRastlos muß ich ein flüchtig Ziel verfolgen,
Dann erst genieß ich meines Lebens recht,
Wenn ich mirs jeden Tag aufs neu erbeute.
Lieber Facebook-Nörgeler…
Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 21. Juni 2011 by Herr GrauGerade durfte ich wieder in einem Forum über einen Aufschrei des alarmierten Deutschen stolpern, es wurde sich echauffiert über so genannte „Facebook-Partys“.
Ich bin jung und ich bin im Facebook – und ich weiß nicht einmal, was es mit diesen Facebookpartys auf sich hat. Man kann und muss tagtäglich einen ganzen Haufen Schwachsinn ignorieren; dass eher früher als später auch Facebook ein Ort für die Ausübung dieses Talents sein würde, war angesichts der Tatsache, dass 675 Millionen Menschen dort teilnehmen, jetzt nicht unbedingt verwunderlich. Ein paar Deppen dürften – fernab jeder Erfahrung mit dem Internet jetzt mal rein statistisch – schon dabei sein.
Wer nichts besseres zu tun hat, als bei der schieren Nennung des Namens „Facebook“ reflexartig von „Informations-Stasi“ zu brüllen, hat vermutlich in früherer Kindheit mal einen mit dem Klavier an den supracervicalen Hohlraumbegrenzer gekriegt. Du bekommst eine einmalige und sehr gut funktionierende Dienstleistung und zahlst dafür mit privaten Informationen – aber nur mit jenen, die du preisgeben willst. Es steht kein Mann im grauen Trench vor deiner Tür, wenn Du dein Geburtsdatum nicht veröffentlichst und du wirst auch nicht ohne Prozess interniert, weil du keine Fotos von dir hochlädst. Und wenn du dich irgendwo bewirbst und auf deinem Facebookprofil sind Bilder, wie du dich bar und eigenurintrinkend von einem betrunkenen Zwerg auspeitschen lässt, dann bist du einfach nur ein Trottel, das ist nicht die Schuld von welchem Sozialportal auch immer, das du dich zu nutzen entschieden hast. Es ist deine Schuld, und deine ganz allein.
Leute, die dann anfangen zu nörgeln, sind oft die selben, die sich auch beschweren, wenn ihr Passwort „1234“ geknackt wird und dann vehement fordern, dass man von den Seiten zu sichereren Passwörtern gezwungen werden soll. Wer nicht von sich aus vernünftige Passwörter verwendet, kann sich auch nicht mit dem Argument, er verstünde von Technik nichts, herausreden. Trottel, sonst nichts, und zwar derart, dass man sie von öffentlicher Seite aus mit Schildern kennzeichnen müsste, zum Schutz der Restallgemeinheit. Für solch eine Regel könnte ich mich schon mit Leib und Seele erwärmen.
Zu guter letzt bleibt noch, die Leute zu adressieren, die Dinge wie Facebook „aus Prinzip“ nicht nutzen wollen. Ja, man sollte nicht jede Neuerung per se als toll feiern und sich hinein stürzen – es gibt mit Sicherheit genug Neuerungen von zweifelhaftem Wert. Innovationen aber kategorisch abzulehnen, ist genauso stupide und spricht von einem missverstandenen Sinn von Retrocoolness ( – wenn man nicht gerade kategorischer Reaktionär mit funktionierendem, ich wiederhole: funktionierendem philosophischem Überbau ist).
Zum Mitpinseln: Nein, du bist nicht cool oder interessant, weil Du Facebook ablehnst – alles, was du bist, ist auf dem Weg, ein verschrobener alter Mann zu werden.
Und es wäre ja nun kein meiner würdiger Text, wenn es nicht mindestens irgendwo völlig überhebliche Prophetie gäbe. Also:
Wahrlich, ich sage Euch: Was es gibt, ob alt, ob neu, will sowohl mit Bedacht betrachtet, als auch genutzt werden, wenn denn für gut befunden!
So einfach ist das.
Worte und Dinge #8: Beziehungsspielchen
Posted in smile and look alive on 13. Juni 2011 by Herr GrauWie ein Mann mit einem Problem umgeht, kommt auf seine Größe an.
Worte und Dinge #7
Posted in smile and look alive on 2. Juni 2011 by Herr GrauPasta per l’Amica
Posted in Essen & Trinken on 21. Mai 2011 by Herr Grau
Ob ich diese Variante erst gemacht habe, weil ich keine Kapern und Oliven für eine Putanesca im Haus hatte und dann festgestellt habe, dass es eine klasse Variante ist für Leute, die keine Kapern und Oliven mögen, oder ob es anders herum war – ich kann es wirklich nicht mehr sagen. Punkt ist, dass besonders meine beste Freundin ziemlich augenblicklich ein großer Fan dieses Rezepts wurde, als sie das erste mal damit kollidierte. Eine kurze Suche offenbarte keine ähnlichen Rezepte, also musste eine neue Bezeichnung geschöpft werden. Das ist der Grund für den ominösen Namen.
Man würfelt eine halbe kleine Zwiebel pro Person und schneidet ein bis zwei – je nachdem, wie man da veranlagt ist – große Knoblauchzehen nach bester Goodfellas-Manier in mikrotomdünne Scheiben. Mit einer gesunden Portion Olivenöl wird das ganze bei mittlerer Hitze glasig gedünstet. Der Kniff an dieser Sauce ist, dass sie nicht mit Pfeffer, sondern mit Chili gewürzt wird. Dies habe ich in Italien gelernt, man benutzt auch dort für Ragú Peperoncini. Dieser Punkt ist allerdings auch der kniffelige, denn Chili sind heimtückisch. Alle sind unterschiedlich scharf, selbst aus dem selben Glas, und so kann es sein, dass manchmal eine Chilischote genau richtig ist, das nächste mal ist es mit der selben Menge völlig überwürzt. Außerdem zieht die Schärfe beim Kochen nach, weswegen ich die Chili so früh wie möglich, also auch am Anfang dazu gebe. Um diese diffizile Balance zwischen zu viel und zu wenig ( – die „geringe therapeutische Breite“ für die Mediziner unter uns – ) zu treffen, sollte man sich langsam rantasten. Ich fange etwa bei einer drittel Schote von den grünen aus dem Glas pro Person an und gehe dann nur vorsichtig höher. Wenn die Schärfe allerdings genau richtig ist, wird man mit einem einzigartigen Genuss belohnt, der den Aufwand einfach wert ist. Okay, Chili kommt auch in die Pfanne. Dann löschen wir das ganze mit einem guten Schwenk Rotwein ab und lassen das Ganze einreduzieren, etwa auf 1/3. In dieser Phase kommen Sardellen dazu, in Salzlake eingelegte, die vorher kurz abgewaschen werden, etwa zwei pro Person. Wenn der Wein fertig einreduziert ist, geben wir Tomatenpüree dazu, etwa 200ml pro Person, plus minus, und ein guter Schuss Sahne, vielleicht 50ml pro Person. Wenn die Sauce etwas zu scharf geworden ist, kann man jetzt mit etwas mehr Sahne noch korrigieren. Salz, dann doch eine kleine Prise Pfeffer für untenrum und eine kleine Prise Zucker gegen die Säure von Wein und Tomaten runden das Pastaapplikanz ab. Es wird dann einige Minuten gekocht, bis eine Konsistenz erreicht ist, die uns dieses warme Zufriedenheitsgefühl in der Körpermitte bereitet.
Als Pasta eignet sich eigentlich alles, was etwas robuster ist, bei mir heißt das entweder Bavette oder Penne Rigate.
Guten Appetit! Und preiset den Herrn! Grau.
Probleme des Lebens #13
Posted in Probleme des Lebens on 11. Mai 2011 by Herr GrauIst eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass die Taschentücher von Aldi „Solo Talent“ heißen?
Studentenfutter: Tuna Sandwich
Posted in Essen & Trinken on 8. Mai 2011 by Herr GrauHeute ist mal wieder eine der famosen Episoden, die sich mehr mit jener kulinarischen Seite meines Daseins befassen, die vom Inhalt meines Schrankes geprägt wird, statt durch mein Streben nach Perfektion. Spricht aber nichts dagegen, auch hier umsichtig zu arbeiten.
Der Grund, warum ich überhaupt beschreibe, wie man ein solches Sandwich macht, ist, dass es in Deutschland bis zur Publikation von Tuna Subs im Prinzip unbekannt war. Einem Ami muss man sowas nicht erklären, in Amerika wird mehr als die Hälfte des verkauften Dosenthunfischs für Sandwiches verwandt. Hierzulande kann aber eine kurze Anleitung samt Betrachtung der wichtigen Punkte nicht schaden.
Wie immer steht die Qualität der Hauptzutat, in diesem Fall des Thunfischs, im Vordergrund. Nur weil es sich um ein Dosenprodukt handelt, sollte man nicht auf die Idee kommen, dass der Inhalt automatisch Dreck ist. Ein guter Thunfisch im eigenen Saft (in Öl hat keine Vorteile, außer mehr Kalorien und die tolle Sauerei, die wir alle so lieben) macht was her und ist im Endprodukt deutlich zu schmecken. Wenn man nicht zum Allerbilligsten greift, sondern gewillt ist, auch mal knapp über 1€ pro Dose zu investieren, kann man selbst bei Tegut schon das Mittelpreisprodukt bekommen, man wird belohnt mit einer nicht-graubraunen Farbe und der Abwesenheit von fischigem Geruch. Das Meeresgetier riecht frisch und ist von einer hellbeigen Apparenz. So muss das.
Nachdem wir also eine halbe Stunde über Thunfisch nachgedacht haben, öffnen wir die Dose, auf die wir so durchdringend gestarrt haben. Saft abgießen, ab mit dem Inhalt in eine Mixschüssel. Dazu kommen zwei gehackte Gewürz-gürkchen, eine halbe rote Zwiebel – die so frisch wie möglich sein sollte, sonst ist sie zu süß, es fehlt dann der Biss -, ein halber TL milder Löwensenf, Salz, Pfeffer, ein EL gutes Olivenöl, ein Schuss Tabasco und gehackte Petersilie. Außerdem so viel Mayonnaise, wie man mag, um das Ganze zu binden; ich nehme etwa drei bis vier TL, manchmal auch mal mehr oder weniger. Ist sehr Geschmacksfrage, das. Mit einer Gabel schön durchmischen, schließlich sollte der Thunfischsalat dann etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank stehen, damit er richtig schön kalt ist.
Das Substrat verbergen wir jetzt geschickt samt einem halben Blatt Chinakohl oder Eisbergsalat zwischen zwei leicht (!) getoasteten Brotscheiben.
Leckrrrr.
Auf Basis dieses Grundrezeptes kann man natürlich nach Lust und Laune variieren. Tomaten – als Scheiben auf dem Toast oder Würfel im Salat -, Käse – als Feta im Aufstrich oder als Schmelzkäse auf dem Brot -, gehacktes hartgekochtes Ei… Der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Ich persönlich ertappe mich allerdings dabei, immer wieder zu dem Ausgangspunkt zurückzukehren…

