Man muss den Wahnsinn erlebt haben, damit man wissen kann, was man an der Normalität hat.
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Bad Man’s Aubade
Posted in smile and look alive on 27. Mai 2010 by Herr GrauNimmt man an, dass alle Menschen Idioten sind, hat man der Wahrheit bei weitem weniger Unrecht getan, als wenn man unterstellt, alle seien intelligent und mündig.
Probleme des Lebens #10
Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 27. Mai 2010 by Herr GrauKonversation bei Tisch:
„Ich bin frei in diesem Land!“
→ Nachfrage →
„Ich bin innerhalb meiner Abhängigkeiten von Anderen und den Einschränkungen durch den Staat frei!“
→ Irritierte Nachfrage →
„Ich werde durch die Einschränkungen des Staats nicht weniger frei, weil der Staat ja in meinem Interesse handelt!“
Das muss ein glückliches Leben sein. Der alte Herr Gray hätte seine Freude gehabt. Und Rousseau wohl einen Wohlfühlorgasmus gekriegt im Angesicht dieses inversen Volonté Générale.
Wichtige Worte: Mad Men #1
Posted in smile and look alive on 7. Mai 2010 by Herr GrauNow I’m quietly waiting for the catastrophe of my personality to seem beautiful again. And interesting and modern.
Spargelsuppe
Posted in Essen & Trinken on 28. April 2010 by Herr GrauSo Kinder, heute zeigt euch der Onkel… nene, nur wie man Spargelsuppe macht. Es ist wieder die zauberhafte Jahreszeit gekommen, in denen freundliche junge Männer ganz freiwillig Spargel für absolut adäquaten Lohn stechen und sich dabei auch gar zauberhaft den Rücken gesund halten. So zumindest der Bundesverband der Konsumtempel. Auch ich ließ mich dazu hinreißen, ein Gebinde der von Vielen hoch geschätzten Stangen zu kaufen und dann lagen sie hier rum. Und guckten mich blöd an. Und drohten .. geringfügig unfrisch zu werden. Also musste ich was damit machen und ich entschied mich für ein cremig-leckeres Spargelsüppchen.
Zutaten:
- Spargel
- Wasser
- Sahne
- Butter
- Mehl
- Ei
- Brühe
- Salz
- Zucker
Zubereitung:
Spargel waschen, schälen und die Enden abschneiden. Man kann mit der Spargelmenge relativ weit variieren. 2 Stangen pro Person gehen, 5 Stangen gehen auch. Wasser aufsetzen, salzen und zuckern. Spargelschalen und Enden hineingeben und gut auskochen (20-30 Minuten kann man das schon machen). Mit einer Schaumkelle den Müll rausfischen und Spargel hineingeben. 15-20 Minuten kochen, Spargel herausholen, kleinschneiden und beiseite stellen. Spargelwasser mit einem halben TL Instantbrühe pro Person würzen. In einem zweiten Topf Butter auslassen, pro Person etwa einen EL voll. Mehl einschlagen, ca. 40g pro Person. Langsam unter Rühren einen halben Becher Sahne pro Person zugeben. Wenn dies glattgerührt ist, langsam unter Rühren das Spargelwasser zugeben. Aufkochen lassen und bei Bedarf mit Milch oder Wasser verdünnen, bis die gewünschte Suppenkonsistenz erreicht ist. Vom Feuer nehmen und abschmecken. Spargelstücke unterziehen, und pro Person einen weiteren halben Becher Sahne mit einem Eigelb verschlagen (Ein Eigelb tuts hier auch für drei bis vier Personen). Wenn die Suppe nicht mehr kocht, Sahne-Ei-Mix unterziehen. Servieren.
Pasta dello Formaggio
Posted in Essen & Trinken on 26. April 2010 by Herr GrauAls erste hier präsentierte Speise genießt dieses Rezept die Ehre, das frisch erschaffene „Heartburn In A Jar“-Siegel zu tragen, das besonders gesunde Mahlzeiten kennzeichnet. Lange Jahre kannte ich Käsesauce nur als das-Ding-aus-der-Tüte und hatte mich völlig auf den Geschmack eingestellt. In Restaurants findet man selten reine Käsesaucen und so war das einzige, das mich zum Experimentieren trieb, der kleine Mann in meinem Kopf, der keine Instantprodukte mag. Ich musste erst einige Male scheitern und mir dann gekonnt vom Schicksal in die Hände spielen lassen, um dieses Rezept aus der dünnen Luft heraus zu erschaffen. Ja, ich weiß: Es ist nicht schwierig, es ist keine Kernphysik und doch: Es muss erstmal funktionieren!
Ein paar wichtige Punkte habe ich gelernt:
1. Zu saurer Weißwein macht alles kaputt. Ich denke, dass der Charette Chardonnay, der den Job bei mir im Moment hervorragend macht, von Aldi kommt.
2. Finger weg von Ricotta. Erst sifft er, dann stückt er.
3. Hartkäse sind auch weitestgehend ungeeignet. Alle meine Versuche mit Parmesan und Gouda endeten ziemlich katastrophal.
Kürzlich fiel mir an der Pennertheke im Real ein französischer Weichkäse in die Finger, der innerhalb eines Tages ablaufen sollte. Ein oder zwei Broteinheiten konnte man damit bepflanzen, doch so lecker der Käse auch war, mehr wäre einfach nur unschön gewesen. Also stand ich mit einem halben Käse da, der schon die Sporen scharf machte und weg musste. Aus der Not der Verzweifelung (und einen minimalen Anteil Hunger) produzierte ich die folgende Käsesauce, die absolut referenzverdächtig ist:
Zutaten (für 1 Person)
75-100g eines vollfetten, pikanten Weichschimmelkäse
100ml Sahne
Guter Schuss unsauerer Weißwein (~50ml)
1 EL Butter
2 Knoblauchzehen
Salz & Pfeffer
Zubereitung
Einen EL Butter in einer Pfanne auslassen und zwei gehackte Knoblauchzehen dazu geben. Einen guten Schwenk Weißwein und einen halben Becher Sahne angießen. Aufkochen. Weichkäse in Flocken dazu geben und schmelzen lassen. Bis zur gewünschten Sämigkeit einreduzieren lassen. Salzen und pfeffern. Mit Lieblingspasta servieren.
Andechser Weißbier
Posted in ... weiter nichts als Bier on 19. April 2010 by Herr GrauArt:
Weizen, 5,5%
Geschmack: 9 Punkte
Substanz, Hefe, dann feine Kohlensäure. Ein Teppich von süßen Früchten und ein Hauch von säuerlicher Zitrus. Leichte Feinherbe und subtile Honignoten im Abgang. Ich trinke Andechser jetzt schon ziemlich lange und habe daher festgestellt, dass das Bier manchmal nicht so gut schmeckt. Ich weiß nicht, ob es an schlechteren Chargen oder falscher Lagerung liegt, aber ab und zu hatte ich schonmal ein Andechser, das unangenehm herb-hefig schmeckte. Dies ist allerdings selten, trotzdem führt es zur Abwertung um einen halben Punkt auf 9.
Preis: 4 Punkte
Liegt zwischen 14 und 15€ die Kiste und ist damit im Bereich aller Premiumweizen angesiedelt. Ein Preis allerdings, den ich gerne zahle.
Flasche: 7 Punkte
Schlicht und schön, leider eine Standardflasche.
Fazit: 8,4 Punkte
Andechser ist das beste Weizen, das ich kenne. Wenn es geht, habe ich immer mindestens ein bis zwei von den schmackhaften Bouteillen im Haus.
Unbedingte Empfehlung
Rother Bräu Ur-Weizen
Posted in ... weiter nichts als Bier on 19. April 2010 by Herr GrauArt:
Weizen, 5,3%
Geschmack: 8,5 Punkte
Fein-samtig, Kohlensäure gut eingebunden, aber etwas wenig, süffig, schmackhaft, gut dosierte Herbe, angenehme, leichte Hefe, leicht fruchtig-säuerlich, allenthalben etwas unspektakulär. Feine, aber recht geringe Blume. Alles in allem aber ein wirklich gutes Bier.
Preis: 4 Punkte
Ich weiß mal wieder den genauen Preis des Kastens nicht, aber er liegt um 15€, wie bei fast allen Premiumweizen.
Flasche: 4 Punkte
Über Geschmäcker kann man streiten, aber ich finde, dass die Flasche billig aussieht. Vor allem die übertriebene Erwähnung der Wörter „Öko“ und „Bio“ fällt negativ auf.
Fazit: 8 Punkte
Das Bier ist so gut, dass es durchaus den Sprung in meine Wiederkehrer schaffen könnte. Seine herausragende Qualität ist seine Süffigkeit und Feinzeichnung, ohne dabei wässerig oder charakterlos zu sein. Von einem wirklichen charakterstarken, substantiellen Weizen kann man nicht allzu viele trinken, weil man irgendwann erschlagen wird; das Ur-Weizen hat meines Erachtens das Potential durchgängig getrunken werden zu können. Daher wird das arithmetisch ermittelte Ergebnis mit einem Sonderpunkt von 7,8 auf
8 Punkte aufgewertet.
Empfehlung
Augustiner Edelstoff
Posted in ... weiter nichts als Bier on 17. April 2010 by Herr GrauArt:
Exportbier, 5,6%
Geschmack: 7,7 Punkte
Süffig ist das erste, was man denkt, wenn anfängt, den Edelstoff in sich reinzustöpseln. Eine leichte, erfrischende Säuerlichkeit kommt in der Mitte des Geschmackserlebnisses, gefolgt von einer feinen, sehr subtilen Herbe. Alles in allem ein wirklich gutes Bier. Man könnte dieses Gebräu als „Gentleman“ bezeichnen, denn es ist zurückhaltend und leichtgängig; auf die Dauer könnte einem Actiontrinker schon etwas langweilig werden. Aber man kann eben nicht alles gleichzeitig haben.
Preis: 4 Punkte
Ich muss ehrlich zugeben, ich weiß nicht mehr, wie viel die Kiste kostet, aber es ist recht viel, schätzungsweise 15€. Das Bier ist wirklich sehr lecker, aber ich sehe meistens doch davon ab, den extra Zuschlag zu zahlen, da es auch günstigere Biere der selben Qualität gibt.
Flasche: 9 Punkte
Ich persönlich finde die Flasche extrem gelungen. Das Etikett enthält viel Gold, schafft es aber, dabei kein bisschen kitschig, sondern nur rustikal und stilvoll auszusehen. Die Flasche ist dabei auch keine braune Standardform, was einen kleinen Extrabonus einbringt. Außerdem ist der Name „Edelstoff“ einfach hervorragend.
Fazit: 7,4 Punkte
Es ist eine Schande, dass das Bier so teuer ist, sonst würde ich es zum einem regelmäßigen Gast in meinem Haus erklären. Wird es mir angeboten, so werde ich ein Edelstöffchen nie ablehnen. Es hat seine Gründe, warum dieses Bier eine Legende ist, die so viele glückliche Alkoholiker Fans hat, wie kaum ein anderes Bier.
Rotes Thai-Curry
Posted in Essen & Trinken on 13. April 2010 by Herr GrauHeute gibt es ein Rezept für eins meiner Lieblingsgerichte, nämlich das, was mir mal um mal den Hals rettet, wenn mich irgend ein schwiegermütterliches Schicksal in ein Chinarestaurant treibt: Thai-Curry.
Anders als der Name es vermuten lassen könnte, hat das Thai-Curry nicht viel mit indischem Curry gemeinsam. Es ist eine auf Kokosmilch aufbauende Sauce zum Reis und benötigt nicht viele exotische Gewürze. Wenn man die Grundzutaten einmal gekauft hat, kann man viele Portionen für ziemlich schmales Geld kochen.
Currypasten schmecken übrigens von Anbieter zu Anbieter verschieden. Ich habe mich mehr oder minder auf die von Bamboo Garden Thai eingeschossen, vor allem auch, weil sie überall zu haben ist.
Wir benötigen: (2-3 Portionen)
- Eine Dose Kokosmilch (besser: Kokoscreme)
- Rote Currypaste
- Sojasauce
- Fischsauce
- Braunen Zucker
- Sambal Olek oder einen ähnlichen Scharfmacher
- Fleisch nach Wahl (ich empfehle die Variante mit Geflügel)
- Gemüse nach Wahl (hier bieten sich Paprika, Karotten, Sojasprossen, Bambussprossen, Zwiebelspalten, etc. an)
Zubereitung:
Kokosmilch in eine Pfanne geben. Wenn die Milch einen Bodensatz aus Kokoswasser gebildet hat, diesen nicht mit in die Pfanne gießen. Einfach so trinken. Schmeckt lecker. Hitze voll aufreißen. Je nach Geschmack (ca. einen guten Esslöffel) rote Currypaste darin auflösen. Einen EL braunen Zucker, einen EL Sojasauce und einen EL Fischsauce ebenfalls dazu geben. Ich persönlich verzichte auf massiveren Einsatz von Fischsauce und salze etwas. Schärfemittel der Wahl ebenfalls einrühren. Aufkochen und einreduzieren lassen. Pro Person etwa 100g Fleisch in kleine Stücke schnetzeln, Gemüse ebenfalls klein schnippeln. Das Fleisch wird zuerst zugegeben und erst ganz am Ende das Gemüse, damit es schön knackig bleibt. Das Timing muss man etwas rausfummeln, aber wenn das Fleisch etwas länger mitkocht, macht das überhaupt nichts. Dazu gibt es natürlich Reis.





