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Geld gegen Essen – Tijuana Aachen

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 6. Juni 2011 by hoegi

Vor wenigen Wochen erweckte eine Werbung am kürzlich geschlossenen Café Extrablatt am Aachener Markt meine Aufmerksamkeit.
Sonntags im Tijuana „Das deftige Dutzend“. 12 Burger inklusive Pommes, Ketchup und Mayo ab 4,90€.
Das musste natürlich getestet werden und letzte Woche war es dann soweit.
Ich versuche mich hier kurz zu fassen: Das Personal war weitestgehend nett, leider aber auch in Teilen arg unfähig.
Bestellt hatten wir einen Chickenburger ohne Zwiebeln und einen normalen „God save the queen“-Burger (Cheeseburger mit Bacon). Wir bekamen einen Chickenburger mit Zwiebeln und einen Cheeseburger ohne Zwiebeln. Nach Reklamation unsererseits wurde dann der Chickenburger mitgenommen. Fragwürdig ist hier schon, warum mein Burger nicht auch mitgenommen wurde, schließlich fehlten mir ja die Zwiebeln.
Nach maximal einer Minute kehrte der Chickenburger an den Tisch zurück und der Fehler sollte behoben sein. Denkste. Alles war wie vorher. Die Frage nun: „Was zur Hölle habt ihr mit dem Burger da gemacht??“. Naja, selbst ist der Mann: Zwiebeln von Burger zu Burger transplantiert und dann rein mit dem Bulettenbrötchen.
Vom Geschmack her war mein Cheeseburger eher als durchschnittlich zu bezeichnen. Nicht spektakulär aber auch nicht ungenießbar. Am Schlimmsten war allerdings das Handling. Die ziemlich glatte Bulette flutschte bei jedem Biss einen Stück in Richtung entgegengesetztem Burgerrand. Das sollte man vermeiden können. Die beigefügten Pommes (eher Steakhouse Frites) waren gut gewürzt und die dazu gereichten Pöttchen Mayo und Ketchup ausreichend dimensioniert. Das war nicht schlecht.

Fazit: Für 5,90€ kann man in einem Restaurant am Aachener Markt sicherlich nicht meckern, aber für den vergleichsweise geringen Aufwand, den ein Burger in der Zubereitung erzeugt, ist der Preis auch schon wieder grenzwertig. Schlimm waren die Getränkepreise: 0,25l Cola für 2,20€ und 0,4 l für 3,95€! Ich glaub es hakt.

Essen: 6/10
Service: 3/10
Sauberkeit: 7/10
Preisgestaltung: 3/10
Ambiente: 8/10

Ergebnis: 2,7 von 5 möglichen Vanilleeiskügeln mit Senf und Gürkchen.

Markt 45-47
52062 Aachen
Tel: 0241 – 4019437
http://www.aachen.bar-tijuana.de/

Geld gegen Essen – Finders (Aachen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 26. Januar 2011 by hoegi

Das Finders in Aachen spricht zwei wichtige Rezeptoren im Hirn eines Mannes an. Einerseits lockt es durch seine „All-you-can-eat“-Politik (Essen bis zum Brechreiz, yeah!), andererseits darf/muss man hier sein Essen selber auf dem Tisch grillen (Urinstinkte ftw!!). Gelockt von diesen beiden Faktoren zog es mich vergangene Woche zwecks Jahrestag mit meiner Freundin in besagtes Lokal. Der hohe Preis (~22€/p.P) wurde im vornherein durch das Vorhandensein eines Gutscheinbuches relativiert, sodass wir nur noch 11€ pro Nase zu zahlen hatten.

Das Lokal liegt an der Aachener Theaterstraße und damit von der „richtigen“ Innenstadt ein wenig abgelegen. Von der Front lässt sich nicht vermuten welche Ausmaße der Laden nach hinten hin hat. Bei Ankunft wurden wir nach unserer (zum Glück vorhandenen) Reservierung gefragt und zum Tisch geleitet. Vorbei an Fleisch- und Salatbüffet, durch den Raucherraum und dann in den hinteren Saal. Bereits hier waren wir leicht verstört, dass wir jedes Mal zum Fleisch holen durch den Raucherraum spazieren müssen. Am Tisch, oder besser gesagt an der Tafel, wurden uns dann zwei gegenüberliegende Plätze, jeweils an einer Ecke eines Grills, zugewiesen. Schnell fiel uns auf, dass das Alles keine so fürchterlich gute Idee war: Durch den Grill auf dem Tisch saßen wir circa 1,20m voneinander entfernt. Kommunikativ ist diese Entfernung schon nicht mehr.
Der zuständige Kellner führte uns höflich in die Geheimnisse des Grillbetriebes ein. Zuerst solle man das Fleisch aufspießen und sobald dieses dann über dem Grill verweilt könne man sich am Salatbüffet bedienen; das würde Zeit sparen. Leider war das Salatbüffet nicht besonders gut, insbesondere wenn man überdenkt, dass eigentlich 22€ pro Person fällig wären. Sämtliche Salate schmeckten zwar, allerdings war das auch nicht viel anders als die Beilagensalate beim Grillen im Garten.
Nach der Einführung durch den Kellner packte mich der Durst und ich beschloss etwas dafür/dagegen zu tun. Bier musste her. Mit 4€ für nen halben Liter Veltins bewegte sich der Preis schon auf einem fast unverschämten Niveau… aber dass eine gleich große Cola 4,50€ (!) kostete war dann wahrhaftig unverschämt. Daher beließen wir es bei einem Getränk pro Person.
Viel wichtiger ist dann ja doch das Essen und voller Vorfreude spazierte ich (natürlich durch die Raucherecke) mit meinem Teller ans Fleischbüffet. Zur Auswahl standen sämtliche gängigen Fleischsorten (Hähnchen, Pute, Schwein (Bauch, Filet), Rind, allesamt verschieden mariniert) sowie eine Auswahl an spießbarem Gemüse wie Zwiebeln, Paprika, Zucchini… und Champignons. Die sind allerdings mit einem quadratischem Spieß mit Kantenlängen von gut 4-5mm nicht spießbar, sondern nur spaltbar. Schade eigentlich.
Zurück am Tisch setzten wir unseren Fleischprengel zusammen und warteten geduldig auf den Grill. Anfangs dauerte der Grillvorgang recht lange, nach einer halben Stunde war der Grill dann allerdings auf Betriebstemperatur und es ging sehr flott. Am Fleisch selber gab es nichts auszusetzen. Das Fleisch war nicht zu durchwachsen und frei von jeglichen Störkörpern.
Leider stellte sich bei mir nach dem zweiten Spieß schon das Raclette-Phänomen ein: Sobald ich zu lange auf kleine Portionen Essen warte, werde ich satt. Beim Raclette ist da meist schon nach 4-5 Schäufelchen Schluss, beim Tischgrill nun nach 2 Spießen.
Gemessen an der geringen Menge Fleisch war so eigentlich nichtmal der Preis von 11€ gerechtfertigt, aber das habe ich mir selbst zuzuschreiben. Passionierte Fleischfanatiker und Dreschkönige werden wohl eher auf ihre Kosten kommen.

Fazit:
Wer viel Essen kann, viel Geld hat, viel Zeit hat und viel Platz zwischen sich und seinem Gegenüber möchte, sollte dem Finders mal einen Besuch abstatten. Wer nicht zu viel Geld hat, sollte sich vorher ein Gutscheinbuch zulegen (momentan 15,80€) und spart zumindest 6,20€ auf ein Essen. Ich hatte persönlich irgendwie mehr von dem Laden erwartet, auch wenn es teilweise meine Schuld ist wenn ich nicht genügend esse. Dass wir trotz Nichtraucherreservierung durch den Raucherraum gehen mussten und dass wir trotz vorhandenem Büffetmobiliar im hinteren Saal immer eine ordentliche Strecke nach vorne gehen mussten ist für den Preis einfach nicht hinnehmbar.

Essen: 8/10
Service: 7/10
Sauberkeit: 9/10
Preisgestaltung: 2/10
Ambiente: 4/10

Ergebnis: 3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen.


Finders
Theaterstrasse 63
52062 Aachen
Fon: 0241 – 400 81 77
Fax: 0241 – 401 10 72
Web: http://www.finders-aachen.de

Das Wunder von San Marzano – Produktempfehlung

Posted in Essen & Trinken, Getestet, smile and look alive on 23. Januar 2011 by Herr Grau

Die italienische Küche hat es mir angetan. Diverse Barilla- und DeCecco-Beutel und -Kisten überwuchern meine Vorratsschränke, ich besitze einen Pizzaofen und perfektioniere ständig an meinen Rezepten herum. Die Gerichte der Italiener bauen auf einem Prinzip: Einfache Rezepte, aber sehr gute Grundzutaten. Zwar hat sich die Versorgungslage schon merklich gebessert, aber trotzdem ist die Beschaffung von guten Zutaten hierzulande ein Problem. Wer einmal bei einem kleinen Gemüsehändler in einem venetischen Dorf eine Tomate oder einen Pfirsich direkt aus der Auslage gegessen hat, weiß, dass die in deutschen Supermärkten angebotenen formähnlichen Früchte mit dem, was sie darstellen sollen, so gut wie nichts zu tun haben. Man lernt schnell, dass man wesentlich besser mit Dosentomaten arbeiten kann – die Italiener tun das übrigens auch! -, als mit der so genannten „Frischware“. Aber auch hier gibt es erhebliche Unterschiede in der Qualität.

Unter Feinschmeckern auf der ganzen Welt sind die Tomaten aus San Marzano berühmt, man findet sie in vielen Gourmetrestaurants, deren Besitzer häufig auf Grund der Versorgungslage zum Eigenimport greifen, denn zu kaufen gab es sie lange Zeit hier überhaupt nicht oder man musste sich auf den Kopf stellen und unvorstellbar schwierige Inkantationen pfeifen, um sie zu bekommen. Tatsächlich wäre die ganze Art vor zwei Jahrzehnten fast ausgestorben. Die Sorte wird fast ausschließlich auf den magnesium- und kaliumreichen Böden einer räumlich sehr begrenzten Region rund um den Ätna angebaut, sodass die damals um sich greifende Krankheit schnell fast die gesamten Pflanzen dahin raffen konnte. Nur weil ausnahmensweise mal jemand mitgedacht und Saatgut als Kulturerbe aufbewahrt hatte, konnten die Bestände wieder aufgeforstet werden.
Gott sei Dank! muss man schreien, denn das wäre wirklich ein kaum zu ertragender Verlust gewesen. Das weiß ich jetzt, und dazu will ich jetzt kommen.

Auf der Suche nach Pizzamehl stolperte ich nämlich bei dem Internetfeinkosthändler Gustini über San Marzanos in Dosen. Ich hatte vorher schon mal welche bei Manufactum entdeckt, fand sie damals aber zu teuer. Bei Gustini musste ich sowieso bestellen und um die Versandkostenfreiheitsgrenze zu überkommen, packte ich kurzentschlossen ein 5er-Vorteilspack mit in den Warenkorb. Die 400g-Dose kommt so für fast genau 2€. Schon teuer, aber noch zu ertragen, vor allem im Angesicht dessen, was passiert, wenn man sie ihrer Bestimmung zuführt.

Ich bin immer noch etwas erfurchtsvoll, wenn ich eine der Dosen öffne, genauso wie beim ersten mal. Zwar habe ich inzwischen damit einige Sachen gekocht, aber am allerliebsten passiere ich sie einfach durch ein Sieb, ein bisschen gutes Olivenöl, ein bisschen Salz, ein bisschen Pfeffer, kurz aufkochen, fertig. Der Geschmack der Tomaten soll im Mittelpunkt stehen, denn nur da gehört er hin: Es begrüßt einen Aroma, als gäbe es Sonnenschein jetzt als Duft, und der folgende Geschmack setzt noch einmal einen drauf. Die Worte für die Geschmacksempfindung sind noch nicht erfunden, „unglaublich lecker“ wird dem ganzen nicht gerecht. Ich könnte den Rest meines Lebens nur von dieser Sauce leben. Auf Capellini, auf Bavette, auf Penne, auf Tagliatelle… Überall macht sie sich exzellent.

Ich kann nur sagen, dass jeder, der diese Tomaten nicht kennt, etwas Essentielles verpasst hat. Ich habe mir erst mal wieder zehn Dosen auf Lager gelegt. Warte mal, nur zehn Dosen?.. Ich muss bald wieder bestellen…

Geld gegen Essen – Bagels and Beans (Aachen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 17. Januar 2011 by hoegi

Wer sich desöfteren in den Niederlanden aufhält oder zumindest dort aufmerksam durch die Fußgängerzonen der großen Städte bewegt, dürfte die Kaffeehauskette „Bagels & Beans“ kennen. Seit etwa einem Jahr hat sich diese Kette mit ihrer ersten Filiale in Deutschland niedergelassen und wie der Zufall es so wollte (oder die Grenznähe es vernünftig erscheinen lässt), liegt diese Filiale eben in meiner „Wahlheimat“ Aachen.

Gestern begab es sich dann also, dass ich dem Lokal einen Besuch abstatten durfte. Einige Wochen zuvor hatte ich mir über Groupon (CityDeal) einen Gutschein über den „Süßes für zwei“-Teller besorgt, der natürlich eingelöst werden wollte.
Das Bagels&Beans begrüßt den Gast in einer recht naturbelassenen Umgebung. Einfach lasierte Holzmöbel und naturnahe Farben vermitteln ein wenig diesen typischen „Öko/Green-economy/Soccermom´s-favourite“-Coffeeshopflair. Leider sorgt diese einfache Gestaltung für eine recht suboptimale Schallverteilung in den Räumlichkeiten, sodass es recht schnell laut werden kann.
Überzeugen kann die Speisekarte, die 1:1 von den holländischen Kaffeestübchen übersetzt, einen freundlichen und ehrlichen Eindruck macht. Weniger überzeugen können auf den ersten Blick die Preise, die jedoch (wenn man den Aussagen der Karte trauen darf) aufgrund fair gehandelter Zutaten und „möglichst alles Bio“ doch gerechtfertigt scheinen. Ich weiß nicht, wie sich das hier gerade liest; vielleicht klingt das alles etwas zynisch und nach „Oh mein Gott, was für ein Ökoschuppen ist das denn?!“, aber diesen Eindruck möchte ich hier eigentlich gar nicht erwecken. Es ist halt so wie es ist.
Zu dem „Süßes für zwei“-Teller, bestehend aus Dattelkuchen, Feigentorte, Brownie, Zimt-Apfel-Muffin, Zimt-Rosinen-Bagel und einem verflucht gutem Cheesecake, wird pro Person ein Becher Kaffee oder Tee gereicht. Für zwei Personen war das allerdings definitiv zu viel des Guten; daran kann man locker zu dritt essen (siehe unten).

Der Kaffee schmeckte sehr intensiv und kräftig, ohne dabei bitter zu wirken; Rückstände von gemahlenem Kaffee (kein Pulver!) lassen auf eine vernünftige Brühung schließen. War lecker.
Zusätzlich bestellte ich mir einen frisch gepressten Ananassaft, der aufgrund seiner Frische allerdings eher wie ein Sorbet daherkam. Viele, viele, viele Fruchtstücke (die seltsamerweise aber durch den Strohhalm passten) versicherten mir, dass dieser Saft auch wirklich frisch gepresst war. War auch sehr lecker.
Erwähnte ich eigentlich schon den Cheesecake? Auch wenn ja, dieser Kuchen war verdammtnochmal scheiße lecker. Eine ganz seltsame fluffig-bröselige und zugleich extrem saftig-süße Konsistenz sorgten für ein einzigartiges Geschmackserlebnis, was leider nur dadurch getrübt wurde, dass ich schon fürchterlich satt war, als ich mit dem Cheesecake angefangen hatte.

Neben Käffchen und Kuchen steht im Namen des „Bagels & Beans“ natürlich auch noch der Bagel. Der Zimtbagel, der unseren Teller begleitete, war überraschenderweise sehr lecker und lässt hoffen, dass die anderen Bagel (besonders mit den vielfältigen Belagsvariationen) ebenso gut schmecken. Das gilt es demnächst zu testen.

Der Service im Bagels&Beans ist äußerst freundlich und augenscheinlich niederländisch, was dem aber keinen Abbruch tut. Besonders oft ließen sie sich bei uns nicht blicken, was aber auch an unserem sehr abgelegenen Tisch gelegen haben mag. Trotzdem gibts hier kleine Abzüge.

Fazit: Wer gerne mal leckeren Kaffee trinkt und weder auf Konditoreiatmosphäre als auch auf durchschnittliche Cafés Lust hat, sollte dem Bagels&Beans mal einen Besuch abstatten. Neben der Filiale in Aachen ist das in den Niederlanden in über 40 Städten möglich. Ich für meinen Teil werde definitiv nochmal reinschauen!

Wertung:
Essen: 8 /10
Service: 6 /10
Sauberkeit: 9 /10
Preisgestaltung: 7 /10
Ambiente: 8 /10

Ergebnis: 3,8 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Bagels & Beans
Kleinmarschierstrasse 78-80
52062 Aachen
Tel. 0241 – 18 01 71 57
http://www.bagelsbeans.de
http://www.bagelsbeans.nl

Le Lion – Bar de Paris

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, German Heaven, Getestet, Mixed Feelings, smile and look alive on 16. Januar 2011 by Herr Grau

Jörg Meyer ist in der Cocktailszene kein Unbekannter, im Gegenteil: Als Teilhaber der Firma The Bitter Truth, die auch exotischere Bitter wieder aufleben lässt, kennt man ihn, als „Travelling Mixologist“ und nicht zuletzt durch sein Barbau-Blog. Letzteres dokumentierte die Konzeption und den Bau einer Bar, die unter Cocktailenthusiasten inzwischen als die beste Bar Deutschlands gehandelt wird, unter allen Menschen aber, die ganzer Sätze und des aufrechten Ganges mächtig sind, weiterhin eher ein Geheimtipp ist:
Das Le Lion in der Hamburger Altstadt.

Als genereller Hedonist, höflich bestellter Aficionado und teilzeitbloggender Cocktailfreund hatte ich mir neben Weltherrschaft und der Züchtung blauer Chorzitronen natürlich das mittelfristige Lebensabschnittsziel gesetzt, dieses feine Etablissement einmal zu besuchen. Es hat gute zwei Jahre gedauert, bis mich der Wind des Schicksals einmal nach Hamburg geweht hat, sodass ich mir einen Haken hinter diesen Punkt setzen konnte. Das war gestern.

Abseits von Klischee und Kravall des Hamburger Nachtlebens findet sich das Le Lion in der Rathausstraße der Hamburger Altstadt. Es sind nur sechs Minuten, die einen S-Bahn-bewehrten Gast von der Reeperbahn trennen, aber das hat man bereits vergessen, wenn man vor der schweren, schwarzen Pforte der Bar steht, die aus dem Vollen gelutscht zu sein scheinenden Türgriffe und die Klingel im Art Déco Stil bestaunt und letztere schließlich zu drücken wagt. Es geschieht eine Zeit lang nichts, Spannung baut sich auf, schließlich öffnet sich das Portal, um hinter sich die freundliche Begrüßung durch den Chef persönlich freizugeben. Man lässt der Dame den Vortritt und folgt – folgt in einen Raum, dessen schöpfender Geist in einer strichsicheren Weiterführung jenes Art Déco offenbar unfehlbaren Geschmack bewiesen hat. Über die wunderbaren Tapeten, Tische und Sessel wird der Blick unweigerlich auf die Bar gezogen, das Herzstück des Le Lion. Wie schmückende Kristalle schimmern die beleuchteten Eiswürfel in der mittig thronenden Eiswanne, in der die Drinks gerührt werden und man kann sich schon an diesem Punkt des Eindrucks nicht erwehren, dass einen hier etwas Besonderes erwartet. Das subtile Gefühl, in einer anderen Welt angekommen zu sein, abseits vom Harm und Trubel der Welt, überkommt einen heimlich und Anspannung, von der man gar nicht wusste, fällt von einem ab.

Wir wurden zu unseren reservierten Plätzen geführt, zwei Sessel an einem größeren Mamortisch, dessen flankierende Bänke drei anderen Gästegrüppchen Platz boten. Zwar wäre ein bisschen mehr Privatssphäre nicht schlecht, aber gestört haben die anderen Gäste uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht, nicht zuletzt wegen der angenehmen, Clubjazz-lastigen Musik, die genau die richtige Lautstärke hatte. Man konnte sich hervorragend unterhalten, die anderen Gäste gingen im Hintergrundgeräusch unter. Nachdem unsere Garderobe abgenommen worden war, offerierte der Chef uns Karten, die ich aber freundlich ablehnte und einen zwei zu eins Plymouth-Martini with a twist und einen French 75 bestellte – und haleluja! – man verstand mich! Man bekommt gutes, gefiltertes Wasser im Prinzip sofort, wenn man sich gesetzt hat und dieses Glas wird von dem umsichtigen Kellner stets voll gehalten. Alles ist darauf ausgelegt, dass man die Drinks, nämlich das, worum es im Le Lion geht, vollends genießen kann.

Wir blieben fast vier Stunden und tranken noch einen Ramos Gin Fizz und einen Gimlet und schließlich bat ich den Kellner, der Barkeeper möge mich mit einem Gincocktail überraschen. Wir kamen etwas ins Gespräch, ich erläuterte meine Ginvorlieben und er fragte, ob ich eine grundsätzliche Cocktailsklasse präferieren würde. Dabei zeigte er beeindruckendes Wissen über Cocktailhistorie, wusste um die Geschichte des Rezepts des Singapur Slings und etliches mehr, ließ mich schließlich durchaus beeindruckt zurück – und machte sich daran, mir persönlich einen Drink zu mixen, während der eigentliche Bartender sich anderen Aufgaben widmete. Schließlich servierte er mir einen wahnsinnig guten Tom Collins, den er kreativ mit einem Grapefruit-Twist versehen hatte. Ich habe lange nichts so leckeres mehr getrunken.

Ich bitte zu verstehen, dass folgende Kritik auf einem fast lächerlich hohen Niveau liegt, aber einige Sachen fielen doch auf: Der Martini war meines Erachtens nicht lang genug gerührt. Der Gimlet war etwas zu stark ausgelegt und ich bin mir relativ sicher, dass er nicht mit Rose’s Limejuice gemacht war, obwohl ich explizit darum gebeten hatte. Der Ramos Gin Fizz war zwar ausreichend geschüttelt, aber enthielt zu wenig Sahne. Der French 75 wurde in einem silbernen Julep-Cup serviert, anstatt in einer Champagnerflöte. Aber ich bin mir sicher, dass all dies Kleinigkeiten sind, die man durch kurzes Reden mit den Leuten hätte lösen können. Es kam generell das Gefühl herüber, dass man mehr als froh sei, wenn man Interesse an den Drinks und der praktizierten Kunst zeigte. Ich wollte allerdings meiner Begleitung nicht zumuten, mich noch in eine weitere, vermutlich noch umfangreichere Diskussion über Cocktails zu verstricken, anstatt meine Zeit dem offensichtlich richtigeren Zweck zu widmen. Deshalb und angesichts der durchgehend extrem hohen Qualität und beispiellosen, wenn auch nicht perfekten, Ausführung verzichtete ich auf jegliche Kritik, was leider später nicht mehr für alle Gäste galt – mit dem Kellner wurde an unserem Tisch für meinen Geschmack rüpelhaft gesprochen, ein probierter Drink wurde zurückgegeben, einfach weil er der Bestellenden nicht schmeckte; man muss glücklich über die Tür und den kontrollierten Einlass sein, aber allen Pöbel hält auch dies leider nicht fern, vor allem weil er sich in teuren Gewändern zu verbergen weiß.

Alles in allem war der Besuch eine großartige Erfahrung. Für die Drinks werden 12 – 15€ je aufgerufen, was ich für durchaus bezahlbar und angemessen halte. Ein Besuch im Le Lion ist, wie der Besuch in einem guten Restaurant, für mich als Student eben etwas Besonderes für seltenere Anlässe, auch wenn ich dort am Liebsten jede zweite meiner Nächte verbringen wollte. Doch das muss warten, bis ich reich und berühmt bin. Wiederkommen werde ich auf jeden Fall, dieses Niveau in allen Facetten ist weltklasse – und das Gefühl, dort zu sein, ist so angenehm, wie ich es bis jetzt noch nie vorher erlebt habe.

Bilder vom Inneren gibt es übrigens hier.

Le Lion – Bar de Paris
Rathausstraße 3
20095 Hamburg

Tel: 040 – 33 47 53 78 0
Website: http://www.lelion.net/

Geld gegen Essen – Pera (Aachen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, Getestet on 15. Januar 2011 by hoegi

Als Student in Aachen ist Aachen fällt einem die Wahl des mittäglichen Speiselokals oft sehr schwer. Denn neben der miserablen Mensa gibts es in unmittelbarer Nähe eine Fülle von günstigen und teils auch guten Restaurants, die es zu entdecken gibt.
Der heutige und erste Kandidat in diesem Feld ist das Pera. Ich wollte den Laden immer schon ausprobiert haben, bin aber komischerweise nie dazu gekommen. Eines Tages war es dann scheinbar für immer geschlossen und das Ladenlokal stand etwa ein Jahr lang leer. Zwischzeitlich hatte dann die amerikanische Fritten-und-Tittenschleuder Hooters angekündigt, das Lokal beziehen zu wollen. Ich denke aber mangels gut bestückter, williger, heißer Frauen in Aachen (einige Stadt in NRW mit größerem Männer- als Frauenanteil!) wurde diese Idee dann verworfen. Seltsamerweise zog es das Pera dann wieder an seine ehemalige Stätte.

Im Zuge meiner Mittagshungrigkeit verschlug es mich also gestern tatsächlich das erste Mal ins Pera. Gelockt hatte mich ein Mittagsangebot für einen Cheeseburger mit Pommes und Salat für 4,90€. Das ist für die Pontstraße ein ziemlich durchschnittliches Angebot, aber um der Entdeckung willen nahm ich es halt wahr. Als „Beilage“ drängte sich mir ein auf einem Tischaufsteller angepriesenes Eigenmarkenbier auf. Es hörte auf den Namen Pera und schien ein obergäriges Helles zu sein. Als dann die Kellnerin mit Flasche plus Kölschglas ankam, war meine Befürchtung bestätigt. Kölsch. Dafür schmeckte es allerdings nicht so schlimm wie erwartet und als Sidekick zum Essen war es allemale brauchbar. Außerdem sind 1,90€ für 0,3l günstiger als größengleiche Softdrinks.
Das Essen kam mit etwa 5 Minuten recht zügig, was mich eigentlich hätte stutzig machen sollen.
Das Patty auf dem Burger war gelinde gesagt winzig (vor allem sehr flach!) und verschwand unter/über einer größeren Salat/Gewürzgurken/Zwiebel/Tomatenschicht. Das Brötchen war gut getoastet und abgesehen von dem eben angesprochenen zu klein geratenem Fleischbrätling war das Produkt essbar. Weniger genießbar waren leider der angrenzende Salat als auch die Steakhousepommes. Das Salatdressing schmeckte wie fürchterliche Medizin und hielt mich vom weiteren Verzehr der Heckenbeilage ab. Die Pommes waren zwar heiß (ich habe mich sogar daran verbrannt…), leider aber sehr labberig. Erkaltet erinnerten sie an festeres Kartoffelpürree. Hier ist aber positiv anzumerken: Ohne Aufforderung kam jeder Teller mit jeweils einer großen Tüte Majo und einmal Ketchup. Woanders kostet das gerne mal empfindlichen Aufpreis.

Das Ambiente in dem Lokal gefällt auf jeden Fall. Dunkle Holzverkleidungen (wenn auch nur Furnier), passives Licht und warme Farben schaffen eine gemütliche und zugleich moderne Atmosphäre. Leider wird es dort relativ schnell laut.
Die Bedienung war mal flott, mal langsam, mal vergesslich; im Schnitt also durchschnittlich bis unauffällig. Kein Pluspunkt und kein Minuspunkt.

Fazit: Ich habe in der Pontstraße definitiv schon besser gegessen, allerdings denke ich, dass hier noch ein gewisses Potential vorhanden ist. Besonders die Cocktail-Happyhours (So.-Do. ab 18 Uhr bis Ende, Fr.+Sa. 22 Uhr bis Ende, 3,90€ für alle Cocktails) klingen verlockend und dank des ansprechenden Interieurs wird mich das Pera mindestens noch einmal als Gast begrüßen dürfen.

Wertung:
Essen: 4 /10
Service: 6 /10
Sauberkeit: 9 /10
Preisgestaltung: 9 /10
Ambiente: 9 /10

Ergebnis: 3,6 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Pera
Pontstraße 95
52062 Aachen
Telefon: 0241-94 37 99 19
Interwebs: http://www.pera-ac.de

Getestet – Severin MW 9675

Posted in Getestet on 12. Januar 2011 by hoegi

Seit gut einem halben Jahr wohne ich nun alleine und das einzige was meine Wohnung bislang missen ließ, war eine Mikrowelle. Als leidenschaftlicher Koch (der gerne auch mal „etwas“ zu viel zubereitet) war diese Anschaffung sogar als eher dringend einzustufen. Aufgrund von Platzmangel und völliger Unentschlossenheit was eine Mikrowelle für mich denn können muss schob ich die Anschaffung eine ganze Weile vor mir her. Vor wenigen Tagen sah ich dann ein nur allzu verlockendes Angebot von einem Elektro-Discounter der die Severin MW 9675 für günstige 77€ anbot (vgl. Amazon momentan 87€, zwischenzeitlich aber auch teurer). Das Angebot war scheinbar so gut, dass mir nichts anderes übrig blieb als das Ausstellungsstück zu kaufen; der Rest war in der betreffenden Filiale und sämtlichen Filialen im Umkreis vergriffen. Spoiler: Den Kauf sollte ich nicht bereuen!
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Review – Squier SA-105 – Die funktionierende Gitarre für 58€

Posted in Getestet, smile and look alive on 12. Januar 2011 by Herr Grau

Wenn man mich vor fünf Jahren gefragt hätte, ob es für 50€ eine vernünftige Gitarre zu kaufen gibt, dann hätte ich mit einer Mischung aus Verwirrung, Wut und Trauer reagiert. Man sprach in Gitarristenkreisen sogar bei den furchtbar zusammengeschusterten Machwerken, die kaum als Deko taugten, von „Chinakrachern“, vermutlich weil beim Blasen in den Gurtpin gerne mal der Hals abfiel und dann mit Berühren des Bodens in einem jämmerlichen Schwelbrand verging. Es wäre fast an mir vorbeigegangen, dass namhafte Firmen sich diesem Umstand angenommen haben. Der Chinese braucht offensichtlich einen dicken, peitschenbewehrten Amerikaner, der ihm einen Plan gibt und sagt, an welchen Ecken die Qualität welches Niveau nicht unterschreiten darf, damit er so funktioniert, dass er glücklich macht. Ob Blackheart- oder Harley Benton-Amps, t.bone-Mikrophone oder auch diese Squier-Gitarre, wenn man einmal mehr als sonst überprüft, was man da kauft, kann man mit Chinaprodukten heute einen sehr guten Schnitt machen. Nein, ich bin kein Haleluja-Schreier und ich bin auch kein Fan von China. Und entsprechend misstrauisch war ich, als unser Leser bic_mac freudestrahlend verkündete, er habe sich eine Gitarre für 60€ bestellt. Als ich das Instrument dann aber in Händen hielt, änderte sich meine Stimmung. Was Fender da via Thomann an den Mann gebracht hatte, war kein Müll.

Tatsächlich überzeugte mich das Klampfophon des Kollegen so sehr, dass ich mir selbst eines anschaffte. Denn eine hochwertige Gitarre ist gut und schön, aber sie verlangt schon ein wenig gute Behandlung und dazu gehört nun dezidierterweise eben nicht, sie im Gigbag durch die kalte Winternacht zu einer Party mitzunehmen und dort jedem Heiopei in die Hand zu drücken. Genau danach gelüstet es mich aber von Zeit zu Zeit. Nach der kurzen Überlegung, dass diese Gitarre etwa so viel wie vier meiner normal benutzten Saitensätze (Elixir) kostet, erwarb ich sie im Thomann-Bundle, das einem für 11€ mehr noch einen Rockbag (Warwick! Qualität! Wahnsinn!..), einen Gurt, einen Satz Saiten und Plektren hinterher schmeißt.

Die Gitarre besitzt eine laminierte Fichtendecke und Zargen und Boden aus laminiertem Nato. Ja, Brotbaumholz. Man kann daraus Gitarren bauen und nein, fragt besser nicht… Während die Decke in Natur, Sunburst oder Schwarz zu haben ist, kommen Zargen, Boden, Hals und Kopfplatte immer mit tadelloser schwarzer Hochglanzlackierung daher. Brücke und Griffbrett sollen angeblich aus Palisander sein. Wenn dem so ist, handelt es sich um das dunkelste Palisander, das ich je gesehen habe. Ich weiß, dass andere Leute aus solche Hölzern nicht mal Zigarrenkisten für sich akzeptieren würden, aber wie wir ja von Volker Pispers wissen: Wichtig ist, was hinten raus muss.

Und im Ergebnissegment kann sich die Gitarre sehen lassen. Sie ist von Werk aus hervorragend eingestellt, da könnte sich mancher große Hersteller noch eine Scheibe von abschneiden. Ja, Gibson, Takamine, ich rede mit euch! Stellt euch lieber einen von diesen Chinesen zum Einpendeln eurer Klampfen ein, die können das besser. Der Klang ist natürlich kein Anlass für auditiv ausgelöstes Glücksstöhnen, aber durchaus ausgewogen, voll und nicht unschön.
Dazu gibt es zwei Soundfiles, die ich flott und ohne viel Einstellboheo aufgenommen habe (2x EV Cardinal, eins auf 12ten Bund, eins auf Steg, ~30cm Abstand):

Der Diskant ist bisweilen ein bisschen viel, aber sei’s drum. Zu der sehr guten Bespielbarkeit und dem passabelen Klang gesellt sich eine völlig erträgliche Verarbeitung. Das Griffbrett wurde ein bisschen an den Rändern mitpoliert, wenn man durch das Schallloch schaut, kann man ein wenig unversäuberte Leimungen erkennen. Die Schalllochkante hat leichte Fehlerstellen. Alles Details, die für die Funktion unwichtig sind und deren Wegignorieren sich bei dem Preis von selbst versteht. Die Gitarre hält ihre Stimmung und scheint bundrein. Es zeigt sich eine minimale Okatavunreinheit, aber die fällt in der Praxis nicht auf. Sie reagiert allerdings auf unterschiedlichen Druck auf die Saite sehr stark, was beizeiten den Eindruck erweckt, sie wäre verstimmt. Tatsächlich ist man aber selbst der Übeltäter, man muss sich hier ein wenig Griffdisziplin angewöhnen. So gesehen bringt einem das Brett sogar noch was bei. Guck an, Pädagogik eingebaut.

Ergo censeo: Als Zweitgitarre (Party-, Wander- und Wegwerfgitarre) oder für den Anfänger ein absolut empfehlenswertes Instrument und für den Preis ein absoluter Kracher.

Review – Traditional Rainwear Trenchcoat – oder: Die Jagd nach dem leeren Mantel

Posted in Getestet, smile and look alive on 9. Januar 2011 by Herr Grau

Relativ lange wollte ich jetzt schon einen Trenchcoat haben. Es war für mich klar, dass ich keinen Kurzmantel haben wollte, denn – bei allem Respekt – das ist einfach nichts. Beige ist auch nicht so meine Farbe. Man sollte meinen, dass ein Kleidungsstück, das zu aberhunderttausenden für militärische Zwecke gefertigt wurde und das im Prinzip jeden zweiten Mantel, den man auf der Straße sieht, massiv geprägt hat, irgendwie zu bekommen wäre. Selten habe ich einen größeren Fehlschluss getan. Manufaktum hat seine Linie gecancelt, übrig bleibt nur Burberry. Und für ein Stück Stoff 1500+€ auszugeben, kam für mich nicht in Frage. Ich will gar nicht wissen, wie viel von den Kosten nur auf das Namensschild entfällt.

Ich recherchierte Woche um Woche. Das Internet blieb stumm. Ich war enttäuscht, fast entrüstet, selten hat es mich so im Stich gelassen. Erst durch einen Hinweis in einem kleinen Forum kam ich endlich auf die Lösung meines Problems: Eine Firma in Manchester, die scheinbar auch schon länger für Burberry die Trenchcoats herstellt und auch für etliche andere große Namen Zulieferer spielt, bietet Trenchcoats in Maßkonfektion an. Es handelt sich um Traditional Rainwear Ltd.

Hier ist allein der Link und das Wissen Gold wert. Die kompromisslos klassischen Trenchs können in kurz, mittel und lang gehabt werden, in schwarz, navy, beige oder stone, mit oder ohne herausnehmbarem Innenfutter aus Wolle, in zwei verschiedenen Stoffen und natürlich in jeder Größe. Ein Mantel für Männer kommt dabei für 275£, einer für Frauen für 235£, unabhängig von der Auswahl der Zusammenstellung. Der Versand nach Deutschland kommt mit gerade mal 5£ sehr günstig. Ich musste allerdings eine Kreditkarte organisieren, da man leider nicht per Paypal zahlen kann.

Es dauerte ein paar Wochen, bis das Paket bei mir ankam. Ich will es kurz machen: Die Verarbeitung meines Mantels ist makellos. Er passt hervorragend. Der Stoff ist etwas gröber und starrer, als der eines exakt gleichen Burberrymantels, aber es kann sein, dass der andere angebotene Stoff, das Polycotton, diesem entspricht. Er verfügt aber ebenfalls über die berühmten wasserabweisenden Fähigkeiten der Garbadine-Bindung, ohne beschichtet zu sein.

Mein im Folgenden abgebildeter und freundlicherweise von der adonischen Figur des Autorenkollegen The Tool zur Schau getragener Mantel entspricht den Spezifikationen long, navy, 100% cotton, chest size 44 (was meinem wohlmeinenden Manequin offenbar etwas zu groß ist). Ich habe ein wollenes Futter mitbestellt, das gerade jetzt im Winter schon gute Dienste geleistet hat. Da es heraustrennbar ist, sehe ich nicht, warum man dies nicht tun sollte.

Alles in allem bin ich hoch zufrieden und kann die Firma und ihre Produte nur wärmstens empfehlen.

Traditional Rainwear Limited
1 Harding Street Pendleton
Salford
United Kingdom M6 6WE

E-mail: admin@traditionalrainwear.co.uk
Website: www.traditionalrainwear.co.uk

Geld gegen Essen – Rimini (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 19. Dezember 2010 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Empfehlenswert

Gerade zurück aus diesem italienischen Restaurant, das im göttinger Vorort Geismar zu finden ist. Gerade bei diesem Wetter zwar ein lebensgefährliches Charakterziel, dort essen gehen zu wollen, aber jeden riskierten Hals wert. Zwar erschließt sich die Parkplatzlage nicht wirklich, aber wenn man den Karren einmal abgestellt, die Öffnungszeiten einmal getroffen und die Pforte durchschritten hat, kann man sich kaum über etwas beschweren.

Das Interieur ist leicht maritim-nautisch angehaucht und für ein italienisches Restaurant ungewohnt rustikal, aber gemütlich und sauber. Der Service ist adrett, flott und sehr freundlich. Die Karte enthält bis auf das von mir vielleicht etwas zu viel geliebte Tiramisú alles, was das Herz begehrt. Die Gerichte liegen mit 5-10€ Durchschnitt auf einem sehr freudeerregenden Niveau und kommen in einem sehr sauberen Zeitrahmen.

Mein Carpaccio war so gut, wie ich es selten gegessen habe. Zu lamentieren, was der Rukola da drauf verloren hat und dass es ein klitzefitzelkleines bisschen zu sauer angemacht war, ist Kritik auf einem extrem hohen Niveau. An der Sauce meiner Penne al Salmone habe ich gar nichts zu mäkeln. Die Nudeln selbst waren leider ein bisschen zu lang gekocht. Wir reden noch nicht über verkocht, aber es war schon so, dass es mir aufgefallen ist. Zu den Vorspeisen gab es eine frische, sehr leckere Focaccia. Das Omelett des Kollegen Hildeborn war sehr gut, die dazu gereichten Pommes vielleicht nicht hundertprozentig passend, aber ebenfalls handwerklich fehlerfrei und gut gewürzt. Die Calzone des Hauptgangs war endlich mal in der Pfanne gemacht, wie es sich gehört, anstatt im Ofen oder in der Friteuse und schmeckte sehr gut.

Das ganze zeichnet ein sehr angenehmes Bild – dieses Restaurant hat mich mit Sicherheit nicht zum letzten mal gesehen. Ich bin hoch zufrieden.

Wertung:
Essen: 9 /10
Service: 10 /10
Sauberkeit: 8 /10
Preisgestaltung: 9 /10
Ambiente: 7 /10

Gesamtergebnis: von 4,3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Rimini
Von-Ossietzky-Straße 28
37085 Göttingen
Telefon: 0551/ 76001

Öffnungszeiten: Täglich 11:30 – 14:30Uhr & 17:30 – 23Uhr