Oreios Tiefens tiefster Fels,
in Dunkelheit gediehen,
zu Dunkelheit geworden,
vom hohen Herrn entliehen;dem ewig Feld Bestellenden,
die Garben sensend ein,
wird Schiffer, Strom und Händelsmann
jed letzter Reise sein.Wie auch des Styxens Wasserlauf,
unmerklich zeits, mal reißend,
ist auch der Stein aus Tiefen tiefst,
des Meisters Herz verheißend.Denn wehe dem, der Zorn erregt
vom fahlen Throns Hochkaiser!
Cháos – erwacht, Haus fällt zu Karten,
Blitzdonner brüllt sich heiser.Den Dinglauf biegen ist der Bure nur
für jen zu tun bereit,
der Ernte Teil ihm unterpfändet
vor der gesetzten Zeit.
Archive for the smile and look alive Category
Lied der Ourea
Posted in smile and look alive on 7. Mai 2011 by Herr GrauWorte und Dinge #6
Posted in smile and look alive on 16. März 2011 by Herr GrauHalf of the time I dont know what to say. I consider that the better half, for the other times I do.
Wichtige Worte: George Carlin #1
Posted in smile and look alive on 15. Februar 2011 by Herr GrauHere’s another pack of low grade morons who ought to be locked into portable toilets and set on fire…
Worte und Dinge #5
Posted in smile and look alive on 15. Februar 2011 by Herr GrauEvery path taken is wrong, there’ll always be better choices to be made. Only in your youth can you learn to be happy about making the wrong decision.
Das Wunder von San Marzano – Produktempfehlung
Posted in Essen & Trinken, Getestet, smile and look alive on 23. Januar 2011 by Herr GrauDie italienische Küche hat es mir angetan. Diverse Barilla- und DeCecco-Beutel und -Kisten überwuchern meine Vorratsschränke, ich besitze einen Pizzaofen und perfektioniere ständig an meinen Rezepten herum. Die Gerichte der Italiener bauen auf einem Prinzip: Einfache Rezepte, aber sehr gute Grundzutaten. Zwar hat sich die Versorgungslage schon merklich gebessert, aber trotzdem ist die Beschaffung von guten Zutaten hierzulande ein Problem. Wer einmal bei einem kleinen Gemüsehändler in einem venetischen Dorf eine Tomate oder einen Pfirsich direkt aus der Auslage gegessen hat, weiß, dass die in deutschen Supermärkten angebotenen formähnlichen Früchte mit dem, was sie darstellen sollen, so gut wie nichts zu tun haben. Man lernt schnell, dass man wesentlich besser mit Dosentomaten arbeiten kann – die Italiener tun das übrigens auch! -, als mit der so genannten „Frischware“. Aber auch hier gibt es erhebliche Unterschiede in der Qualität.
Unter Feinschmeckern auf der ganzen Welt sind die Tomaten aus San Marzano berühmt, man findet sie in vielen Gourmetrestaurants, deren Besitzer häufig auf Grund der Versorgungslage zum Eigenimport greifen, denn zu kaufen gab es sie lange Zeit hier überhaupt nicht oder man musste sich auf den Kopf stellen und unvorstellbar schwierige Inkantationen pfeifen, um sie zu bekommen. Tatsächlich wäre die ganze Art vor zwei Jahrzehnten fast ausgestorben. Die Sorte wird fast ausschließlich auf den magnesium- und kaliumreichen Böden einer räumlich sehr begrenzten Region rund um den Ätna angebaut, sodass die damals um sich greifende Krankheit schnell fast die gesamten Pflanzen dahin raffen konnte. Nur weil ausnahmensweise mal jemand mitgedacht und Saatgut als Kulturerbe aufbewahrt hatte, konnten die Bestände wieder aufgeforstet werden.
Gott sei Dank! muss man schreien, denn das wäre wirklich ein kaum zu ertragender Verlust gewesen. Das weiß ich jetzt, und dazu will ich jetzt kommen.
Auf der Suche nach Pizzamehl stolperte ich nämlich bei dem Internetfeinkosthändler Gustini über San Marzanos in Dosen. Ich hatte vorher schon mal welche bei Manufactum entdeckt, fand sie damals aber zu teuer. Bei Gustini musste ich sowieso bestellen und um die Versandkostenfreiheitsgrenze zu überkommen, packte ich kurzentschlossen ein 5er-Vorteilspack mit in den Warenkorb. Die 400g-Dose kommt so für fast genau 2€. Schon teuer, aber noch zu ertragen, vor allem im Angesicht dessen, was passiert, wenn man sie ihrer Bestimmung zuführt.
Ich bin immer noch etwas erfurchtsvoll, wenn ich eine der Dosen öffne, genauso wie beim ersten mal. Zwar habe ich inzwischen damit einige Sachen gekocht, aber am allerliebsten passiere ich sie einfach durch ein Sieb, ein bisschen gutes Olivenöl, ein bisschen Salz, ein bisschen Pfeffer, kurz aufkochen, fertig. Der Geschmack der Tomaten soll im Mittelpunkt stehen, denn nur da gehört er hin: Es begrüßt einen Aroma, als gäbe es Sonnenschein jetzt als Duft, und der folgende Geschmack setzt noch einmal einen drauf. Die Worte für die Geschmacksempfindung sind noch nicht erfunden, „unglaublich lecker“ wird dem ganzen nicht gerecht. Ich könnte den Rest meines Lebens nur von dieser Sauce leben. Auf Capellini, auf Bavette, auf Penne, auf Tagliatelle… Überall macht sie sich exzellent.
Ich kann nur sagen, dass jeder, der diese Tomaten nicht kennt, etwas Essentielles verpasst hat. Ich habe mir erst mal wieder zehn Dosen auf Lager gelegt. Warte mal, nur zehn Dosen?.. Ich muss bald wieder bestellen…
Standardinventar Küche – der Empfehlungsratgeber
Posted in Essen & Trinken, Probleme des Lebens, smile and look alive on 21. Januar 2011 by Herr GrauAls gern kochender Mensch wird man, wenn man durch Studentenwohnungen tingelt, oft zum Kochen abgestellt – oder man bietet sich aus schierer Angst selbst dazu an. Dabei kommt es im Prinzip jedes mal zu dem Moment, an dem etwas Essentielles fehlt. Häufig wissen sie es nicht besser, aber die Provisorien sind haarsträubend.
Deshalb hatte ich mir vorgenommen, sollte es auch rein symbolisch sein, ein günstiges Standardinventar für Küchen zusammenzuschreiben, über das jeder verfügen sollte. Gerade Durchschläge, Wecker, scharfe Messer und Reiben fehlen gern und viel und es verursacht weltweit Schmerz und Verzweifelung.
Tu auch Du heute was für deinen kochenden Freund, Bekannten oder Sklaven – checke die Liste und kauf das fehlende Kochinstrumentarium!
Frisch ans Werk!..
Kochgeschirr:
2x Steka Bratpfanne – je 1,99€ – 3,98€
1x Annons Kochgeschirr – 6,99€
1x Skänka Topf – 19,99€
1x Smarta Ofenform – 12,99€
2x Mixtur Ofenform – je 2,99€ – 5,98€
Küchenzubehör:
1x Idealisk Schneebesenset – 0,99€
1x Idealisk Korkenzieher – 2,69€
1x Idealisk Reibe – 4,99€
1x Ikea 365+ Dosenöffner – 3,99€
1x Utmärkt Suppenkelle – 0,99€
2x Fackelmann Holz-Kochspatel (gibts in fast jedem Supermarkt) – je ~1,99€ – 3,98€
1x Fläckig Durchschlag – 1,99€
1x Info Küchenwaage – 6,99€
1x Uppenbahr Messbecher – 4,99€
1x Fläckig Rührschüsselset – 4,99€
1x Sigrid Topflappen – 2,99€
1x Kurzzeitwecker Digital – 3,90€
1x Magasin Schneidbrettset – 3,49€
1x Kesper Pfeffermühle – 6,08€
Messer:
1x Marsvogel Brotmesser – 12,90€
1x Marsvogel Schälmesser – 5,50€
1x Tosa Hocho Bunkaboocho oder Santoku – 39€
Gesamtsumme: 160,38€
160€, das ist nicht viel, vor allem nicht in Anbetracht der Tatsache, dass überall irgendwas schon vorhanden sein dürfte.
Jetzt kann man nur noch darauf hoffen, dass Salz da ist, wenn man es braucht…
Probleme des Lebens – BASE
Posted in Probleme des Lebens on 18. Januar 2011 by hoegiLe Lion – Bar de Paris
Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, German Heaven, Getestet, Mixed Feelings, smile and look alive on 16. Januar 2011 by Herr GrauJörg Meyer ist in der Cocktailszene kein Unbekannter, im Gegenteil: Als Teilhaber der Firma The Bitter Truth, die auch exotischere Bitter wieder aufleben lässt, kennt man ihn, als „Travelling Mixologist“ und nicht zuletzt durch sein Barbau-Blog. Letzteres dokumentierte die Konzeption und den Bau einer Bar, die unter Cocktailenthusiasten inzwischen als die beste Bar Deutschlands gehandelt wird, unter allen Menschen aber, die ganzer Sätze und des aufrechten Ganges mächtig sind, weiterhin eher ein Geheimtipp ist:
Das Le Lion in der Hamburger Altstadt.
Als genereller Hedonist, höflich bestellter Aficionado und teilzeitbloggender Cocktailfreund hatte ich mir neben Weltherrschaft und der Züchtung blauer Chorzitronen natürlich das mittelfristige Lebensabschnittsziel gesetzt, dieses feine Etablissement einmal zu besuchen. Es hat gute zwei Jahre gedauert, bis mich der Wind des Schicksals einmal nach Hamburg geweht hat, sodass ich mir einen Haken hinter diesen Punkt setzen konnte. Das war gestern.
Abseits von Klischee und Kravall des Hamburger Nachtlebens findet sich das Le Lion in der Rathausstraße der Hamburger Altstadt. Es sind nur sechs Minuten, die einen S-Bahn-bewehrten Gast von der Reeperbahn trennen, aber das hat man bereits vergessen, wenn man vor der schweren, schwarzen Pforte der Bar steht, die aus dem Vollen gelutscht zu sein scheinenden Türgriffe und die Klingel im Art Déco Stil bestaunt und letztere schließlich zu drücken wagt. Es geschieht eine Zeit lang nichts, Spannung baut sich auf, schließlich öffnet sich das Portal, um hinter sich die freundliche Begrüßung durch den Chef persönlich freizugeben. Man lässt der Dame den Vortritt und folgt – folgt in einen Raum, dessen schöpfender Geist in einer strichsicheren Weiterführung jenes Art Déco offenbar unfehlbaren Geschmack bewiesen hat. Über die wunderbaren Tapeten, Tische und Sessel wird der Blick unweigerlich auf die Bar gezogen, das Herzstück des Le Lion. Wie schmückende Kristalle schimmern die beleuchteten Eiswürfel in der mittig thronenden Eiswanne, in der die Drinks gerührt werden und man kann sich schon an diesem Punkt des Eindrucks nicht erwehren, dass einen hier etwas Besonderes erwartet. Das subtile Gefühl, in einer anderen Welt angekommen zu sein, abseits vom Harm und Trubel der Welt, überkommt einen heimlich und Anspannung, von der man gar nicht wusste, fällt von einem ab.
Wir wurden zu unseren reservierten Plätzen geführt, zwei Sessel an einem größeren Mamortisch, dessen flankierende Bänke drei anderen Gästegrüppchen Platz boten. Zwar wäre ein bisschen mehr Privatssphäre nicht schlecht, aber gestört haben die anderen Gäste uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht, nicht zuletzt wegen der angenehmen, Clubjazz-lastigen Musik, die genau die richtige Lautstärke hatte. Man konnte sich hervorragend unterhalten, die anderen Gäste gingen im Hintergrundgeräusch unter. Nachdem unsere Garderobe abgenommen worden war, offerierte der Chef uns Karten, die ich aber freundlich ablehnte und einen zwei zu eins Plymouth-Martini with a twist und einen French 75 bestellte – und haleluja! – man verstand mich! Man bekommt gutes, gefiltertes Wasser im Prinzip sofort, wenn man sich gesetzt hat und dieses Glas wird von dem umsichtigen Kellner stets voll gehalten. Alles ist darauf ausgelegt, dass man die Drinks, nämlich das, worum es im Le Lion geht, vollends genießen kann.
Wir blieben fast vier Stunden und tranken noch einen Ramos Gin Fizz und einen Gimlet und schließlich bat ich den Kellner, der Barkeeper möge mich mit einem Gincocktail überraschen. Wir kamen etwas ins Gespräch, ich erläuterte meine Ginvorlieben und er fragte, ob ich eine grundsätzliche Cocktailsklasse präferieren würde. Dabei zeigte er beeindruckendes Wissen über Cocktailhistorie, wusste um die Geschichte des Rezepts des Singapur Slings und etliches mehr, ließ mich schließlich durchaus beeindruckt zurück – und machte sich daran, mir persönlich einen Drink zu mixen, während der eigentliche Bartender sich anderen Aufgaben widmete. Schließlich servierte er mir einen wahnsinnig guten Tom Collins, den er kreativ mit einem Grapefruit-Twist versehen hatte. Ich habe lange nichts so leckeres mehr getrunken.
Ich bitte zu verstehen, dass folgende Kritik auf einem fast lächerlich hohen Niveau liegt, aber einige Sachen fielen doch auf: Der Martini war meines Erachtens nicht lang genug gerührt. Der Gimlet war etwas zu stark ausgelegt und ich bin mir relativ sicher, dass er nicht mit Rose’s Limejuice gemacht war, obwohl ich explizit darum gebeten hatte. Der Ramos Gin Fizz war zwar ausreichend geschüttelt, aber enthielt zu wenig Sahne. Der French 75 wurde in einem silbernen Julep-Cup serviert, anstatt in einer Champagnerflöte. Aber ich bin mir sicher, dass all dies Kleinigkeiten sind, die man durch kurzes Reden mit den Leuten hätte lösen können. Es kam generell das Gefühl herüber, dass man mehr als froh sei, wenn man Interesse an den Drinks und der praktizierten Kunst zeigte. Ich wollte allerdings meiner Begleitung nicht zumuten, mich noch in eine weitere, vermutlich noch umfangreichere Diskussion über Cocktails zu verstricken, anstatt meine Zeit dem offensichtlich richtigeren Zweck zu widmen. Deshalb und angesichts der durchgehend extrem hohen Qualität und beispiellosen, wenn auch nicht perfekten, Ausführung verzichtete ich auf jegliche Kritik, was leider später nicht mehr für alle Gäste galt – mit dem Kellner wurde an unserem Tisch für meinen Geschmack rüpelhaft gesprochen, ein probierter Drink wurde zurückgegeben, einfach weil er der Bestellenden nicht schmeckte; man muss glücklich über die Tür und den kontrollierten Einlass sein, aber allen Pöbel hält auch dies leider nicht fern, vor allem weil er sich in teuren Gewändern zu verbergen weiß.
Alles in allem war der Besuch eine großartige Erfahrung. Für die Drinks werden 12 – 15€ je aufgerufen, was ich für durchaus bezahlbar und angemessen halte. Ein Besuch im Le Lion ist, wie der Besuch in einem guten Restaurant, für mich als Student eben etwas Besonderes für seltenere Anlässe, auch wenn ich dort am Liebsten jede zweite meiner Nächte verbringen wollte. Doch das muss warten, bis ich reich und berühmt bin. Wiederkommen werde ich auf jeden Fall, dieses Niveau in allen Facetten ist weltklasse – und das Gefühl, dort zu sein, ist so angenehm, wie ich es bis jetzt noch nie vorher erlebt habe.
Bilder vom Inneren gibt es übrigens hier.
Le Lion – Bar de Paris
Rathausstraße 3
20095 Hamburg
Tel: 040 – 33 47 53 78 0
Website: http://www.lelion.net/
GTA IV – Die Zukunft des Gamings?
Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 13. Januar 2011 by hoegiIn der Historie der Computerspiele gab und gibt es alle Jubeljahre Spiele, die die Welt des Gamings verändern sollten. Nennen wir sie Meilensteine des Zockens. Einer dieser Meilensteine ist meiner Meinung nach GTA. GTA steht übrigens für Grand Theft Auto, aber wer das bis jetzt noch nicht wusste, sollte jetzt seinen PC ausschalten, sich eine Eselsmütze schnappen, die nächste Ecke des Zimmers suchen und sich mehrere Tage schämen. GTA I fiel irgendwo in die Untiefen meiner Kindheit hinein und auch wenn ich der kümmerlich vorhandenen Story kaum folgen konnte, hatte ich doch wenigstens immer Spaß daran, einfach mit einem Auto durch die Gegend zu fahren und Polonaisen von Elvis-Imitaten zu überrollen. Jahre später waren wir reifer. GTA als auch ich. GTA II hatte schon eine tiefere Atmosphäre, aber Elvisse überfahren machte immernoch Spaß. GTA III fesselte mich Jahre darauf noch mehr, insbesondere weil die für damalige Verhältnisse riesige 3D-Landschaft einfach Spaß und die Story auch einfach Bock machte. Mit GTA Vice City und GTA San Andreas schaffte Rockstar es nicht mehr ganz, an die Spieltiefe von GTA III heranzukommen, obgleich diese Spiele auch für eine gewisse Zeit ihren Reiz hatten. Eine ganze Zeit lang haben wir nichts mehr voneinander gehört, GTA und ich.
Vor nicht allzulanger Zeit erschien dann GTA IV. Zwar erst nur für Konsolen, aber immerhin ein kleines Lebenszeichen. Schließlich wurde das Spiel dann auch auf den PC portiert und ich hatte mir vorgenommen, es zu kaufen. Doch viele negative Berichte über unendlich viele Bugs und irgendwelche multiplen Plattformanmeldungen, die getätigt werden müssen, sowie ein (für PC-Spiele leider üblich) hoher Kaufpreis hielten mich dann wirklich vom Erwerb ab. Bis… ja bis es im Steam Holiday Sale GTA IV, sowie Tales from Liberty City als auch The Ballad of Gay Tony zusammen für 8,95€ gab. Jegliche negativen Konnotationen waren schon lange in einem Brei aus Alkohol und anderen Späßen in meinem Gehirn versumpft und schließlich gewann das Kind in mir die Überhand: Ich kaufte das Spiel.
Dank meiner 6000er Leitung dauerte es auch nur rund 12 Stunden, bis das Spiel dann geladen war (nur GTA IV, die Add-Ons dauern nochmal so lange…) und voller Vorfreude startete ich das Spiel. Würde es mich wieder packen? Gibt es wieder Elvis-Horden? Ist die Story gut?
Debil sabbernd wartete ich diverse Installationsvorgänge vor dem Spiel ab. Hätte ich da mal gewusst, was da geladen wurde…
Zuerst poppte vor Spielstart ein billig anmutendes Fenster auf. Ein gewisser „Rockstar Social Club“ möchte meine Registrierung. Genau. Und danach gebe ich einem sprechenden Esel meine Kreditkartendaten. „Click“, weiter! Alsbald erschien das Hauptmenü und nachdem ich ein paar Einstellungen vorgenommen hatte, konnte es losgehen. Hoffentlich… Das Introvideo lief flüssig und ich sah mich schon die kommenden 20 Stunden wie festgegurtet vor dem PC hängen, als sich plötzlich ein unheilvoller Ton in meine Gehörgänge bohrte. Das Spiel stürzte ab und Windows meldete, dass dem Spiel nicht genügend Grafikspeicher zur Verfügung stünde. Fuck. Also das Spiel neugestartet. Grafikoptionen etwas modifiziert (in den Optionen wird direkt gezeigt wieviel VRAM das Spiel nutzen wird. Gute Idee, das!) und dann auf ein Neues! Vorspann nochmal von vorne laufen lassen… Yes! Da stand ich nun. Niko Bellic in Liberty City. Na wartet ihr fiesen Wichser, jetzt mache ich die Stadt un… w00t? Vom oberen Bildrand flutschte wie ein Erdbeereishörnchen bei 35°C im Schatten ein Windows-Live!-Layer ins Bild. Ich solle mich doch bitte bei Windows-Live! registrieren, damit das Spiel automatisch meinen Fortschritt speichert. Wer hat sich sowas denn ausgedacht bitte? Nun gut. Was tut man nicht alles für ein hoffentlich gutes PC-Spiel. Ich drücke in diesem Layer auf „OK“ damit ich auf eine Registrierseite geleitet werde. Natürlich muss das Spiel dafür beendet werden, weil dass sowas nicht auch parallel funktioniert, beweist Steam ja oder wie? Leider kommt es gar nicht erst richtig zum Registrierfenster, denn das Spiel friert spontan ein und mit ihm auch der Befehl, mich gefälligst auf die Registrierseite zu schicken. Fuck it. Jetzt habe ich das Spiel auf brutalstmögliche Weise beendet und bin auf der Suche nach einer Windows-Live! Registrierung. Leider scheinen die Winzigweich-Seiten unter dem neuen Firefox 4 (Beta) irgendwie nicht zu funktionieren, also muss ich für den Spaß meinen verstaubten Internet Exploder aus den Untiefen meines Explorers graben. Rund 5 Minuten später verfüge ich über eine Windows-Live!-ID und voller Erwartung starte ich das Spiel erneut. Jetzt sollte dem Spielspaß doch nichts mehr im Wege stehen? Tatsächlich konnte ich mich im Spiel/Windows-Live!-Layer dann auch mit meinem frischen Konto einloggen. Hurrah! Allerdings war dieses „etwas“ dann der Meinung, dass das Windows-Live!-Plugin doch Aktualisierungen bräuchte. Um die zu installieren, muss selbstverständlich mal wieder das Spiel beendet werden. Ist ja klar. Also wieder von vorne: Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Noch eine Aktualisierung. Spiel beenden, Updaten… Und nochmal von vorne. Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Noch eine Aktualisierung. Leicht angefressen (Ich hatte bis jetzt schon 45 Minuten damit verbracht, irgendwie dafür zu sorgen, dass ich verdammtnochmal spielen kann!!) fing ich mit dem ganzen Schlonz mal wieder an. Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Geschafft! Oder? Windows-Live! wies mich dezent darauf hin, dass meine Live!-ID ja noch nicht mit einem Gamer-Tag verknüpft wäre, den ich scheinbar wirklich brauche, damit der Rotz funktioniert. Wo kriege ich so einen Tag her? Naaa? Natürlich außerhalb des Spiels! Also wieder raus, Gamertag besorgt, mit Live! verknüpft, Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Fertig? Ich kann spielen? Kann nicht euer Ernst sein. Mittlerweile war eine Stunde vergangen und ich durfte tatsächlich spielen? Damit hätte ich meinen Lebtag nicht mehr gerechnet.
Zum Spiel: Es macht ähnlich viel Spaß wie GTA III, allerdings bietet es bislang noch nicht viel bahnbrechend Neues. Ich werds auf jeden Fall noch eine Weile spielen und selbst wenn ich keine Lust mehr habe weiterspielen. Ich will diese Strapazen nicht umsonst auf mich genommen haben!
Achja: Für den Social Club habe ich mich letztenendes doch noch angemeldet, denn nur damit kann man Multiplayer spielen. Cool, oder?
Ich spiele also jetzt ein Spiel für das ich:
– bei Steam eingeloggt bin (Shift+Z und Steam geht auf)
– bei Windows Live! mit meiner ID und meinem Gamer-Tag eingeloggt bin (Pos1 und Live! geht auf)
– und mich vor jedem Spielstart im „Social Club“ anmelden muss damit der Multiplayer-Modus funktioniert.
Sehe nur ich das oder ist das irgendwas zwischen völlig Banane und übertriebener Analität? Es hätte so einfach sein können. So verdammt einfach…
Und um zur Überschrift zurückzukommen: Die Zukunft des Gamings? Hoffentlich nicht! Wenn ich für jedes neue Spiel so viel Scheiße in Kauf nehmen muss, schließe ich mich dem CCC an und zerficke sämtliche Firmen die dafür verantwortlich sind. Oder ich werde wie so viele verprellte Gamer einfach überzeugter „Raubkopierer“.
Review – Squier SA-105 – Die funktionierende Gitarre für 58€
Posted in Getestet, smile and look alive on 12. Januar 2011 by Herr GrauWenn man mich vor fünf Jahren gefragt hätte, ob es für 50€ eine vernünftige Gitarre zu kaufen gibt, dann hätte ich mit einer Mischung aus Verwirrung, Wut und Trauer reagiert. Man sprach in Gitarristenkreisen sogar bei den furchtbar zusammengeschusterten Machwerken, die kaum als Deko taugten, von „Chinakrachern“, vermutlich weil beim Blasen in den Gurtpin gerne mal der Hals abfiel und dann mit Berühren des Bodens in einem jämmerlichen Schwelbrand verging. Es wäre fast an mir vorbeigegangen, dass namhafte Firmen sich diesem Umstand angenommen haben. Der Chinese braucht offensichtlich einen dicken, peitschenbewehrten Amerikaner, der ihm einen Plan gibt und sagt, an welchen Ecken die Qualität welches Niveau nicht unterschreiten darf, damit er so funktioniert, dass er glücklich macht. Ob Blackheart- oder Harley Benton-Amps, t.bone-Mikrophone oder auch diese Squier-Gitarre, wenn man einmal mehr als sonst überprüft, was man da kauft, kann man mit Chinaprodukten heute einen sehr guten Schnitt machen. Nein, ich bin kein Haleluja-Schreier und ich bin auch kein Fan von China. Und entsprechend misstrauisch war ich, als unser Leser bic_mac freudestrahlend verkündete, er habe sich eine Gitarre für 60€ bestellt. Als ich das Instrument dann aber in Händen hielt, änderte sich meine Stimmung. Was Fender da via Thomann an den Mann gebracht hatte, war kein Müll.
Tatsächlich überzeugte mich das Klampfophon des Kollegen so sehr, dass ich mir selbst eines anschaffte. Denn eine hochwertige Gitarre ist gut und schön, aber sie verlangt schon ein wenig gute Behandlung und dazu gehört nun dezidierterweise eben nicht, sie im Gigbag durch die kalte Winternacht zu einer Party mitzunehmen und dort jedem Heiopei in die Hand zu drücken. Genau danach gelüstet es mich aber von Zeit zu Zeit. Nach der kurzen Überlegung, dass diese Gitarre etwa so viel wie vier meiner normal benutzten Saitensätze (Elixir) kostet, erwarb ich sie im Thomann-Bundle, das einem für 11€ mehr noch einen Rockbag (Warwick! Qualität! Wahnsinn!..), einen Gurt, einen Satz Saiten und Plektren hinterher schmeißt.
Die Gitarre besitzt eine laminierte Fichtendecke und Zargen und Boden aus laminiertem Nato. Ja, Brotbaumholz. Man kann daraus Gitarren bauen und nein, fragt besser nicht… Während die Decke in Natur, Sunburst oder Schwarz zu haben ist, kommen Zargen, Boden, Hals und Kopfplatte immer mit tadelloser schwarzer Hochglanzlackierung daher. Brücke und Griffbrett sollen angeblich aus Palisander sein. Wenn dem so ist, handelt es sich um das dunkelste Palisander, das ich je gesehen habe. Ich weiß, dass andere Leute aus solche Hölzern nicht mal Zigarrenkisten für sich akzeptieren würden, aber wie wir ja von Volker Pispers wissen: Wichtig ist, was hinten raus muss.
Und im Ergebnissegment kann sich die Gitarre sehen lassen. Sie ist von Werk aus hervorragend eingestellt, da könnte sich mancher große Hersteller noch eine Scheibe von abschneiden. Ja, Gibson, Takamine, ich rede mit euch! Stellt euch lieber einen von diesen Chinesen zum Einpendeln eurer Klampfen ein, die können das besser. Der Klang ist natürlich kein Anlass für auditiv ausgelöstes Glücksstöhnen, aber durchaus ausgewogen, voll und nicht unschön.
Dazu gibt es zwei Soundfiles, die ich flott und ohne viel Einstellboheo aufgenommen habe (2x EV Cardinal, eins auf 12ten Bund, eins auf Steg, ~30cm Abstand):
Der Diskant ist bisweilen ein bisschen viel, aber sei’s drum. Zu der sehr guten Bespielbarkeit und dem passabelen Klang gesellt sich eine völlig erträgliche Verarbeitung. Das Griffbrett wurde ein bisschen an den Rändern mitpoliert, wenn man durch das Schallloch schaut, kann man ein wenig unversäuberte Leimungen erkennen. Die Schalllochkante hat leichte Fehlerstellen. Alles Details, die für die Funktion unwichtig sind und deren Wegignorieren sich bei dem Preis von selbst versteht. Die Gitarre hält ihre Stimmung und scheint bundrein. Es zeigt sich eine minimale Okatavunreinheit, aber die fällt in der Praxis nicht auf. Sie reagiert allerdings auf unterschiedlichen Druck auf die Saite sehr stark, was beizeiten den Eindruck erweckt, sie wäre verstimmt. Tatsächlich ist man aber selbst der Übeltäter, man muss sich hier ein wenig Griffdisziplin angewöhnen. So gesehen bringt einem das Brett sogar noch was bei. Guck an, Pädagogik eingebaut.
Ergo censeo: Als Zweitgitarre (Party-, Wander- und Wegwerfgitarre) oder für den Anfänger ein absolut empfehlenswertes Instrument und für den Preis ein absoluter Kracher.

