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Standardinventar Küche – der Empfehlungsratgeber

Posted in Essen & Trinken, Probleme des Lebens, smile and look alive on 21. Januar 2011 by Herr Grau

Als gern kochender Mensch wird man, wenn man durch Studentenwohnungen tingelt, oft zum Kochen abgestellt – oder man bietet sich aus schierer Angst selbst dazu an. Dabei kommt es im Prinzip jedes mal zu dem Moment, an dem etwas Essentielles fehlt. Häufig wissen sie es nicht besser, aber die Provisorien sind haarsträubend. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, sollte es auch rein symbolisch sein, ein günstiges Standardinventar für Küchen zusammenzuschreiben, über das jeder verfügen sollte. Gerade Durchschläge, Wecker, scharfe Messer und Reiben fehlen gern und viel und es verursacht weltweit Schmerz und Verzweifelung.
Tu auch Du heute was für deinen kochenden Freund, Bekannten oder Sklaven – checke die Liste und kauf das fehlende Kochinstrumentarium!
Frisch ans Werk!..

Kochgeschirr:
2x Steka Bratpfanne – je 1,99€ – 3,98€
1x Annons Kochgeschirr – 6,99€
1x Skänka Topf – 19,99€
1x Smarta Ofenform – 12,99€
2x Mixtur Ofenform – je 2,99€ – 5,98€

Küchenzubehör:
1x Idealisk Schneebesenset – 0,99€
1x Idealisk Korkenzieher – 2,69€
1x Idealisk Reibe – 4,99€
1x Ikea 365+ Dosenöffner – 3,99€
1x Utmärkt Suppenkelle – 0,99€
2x Fackelmann Holz-Kochspatel (gibts in fast jedem Supermarkt) – je ~1,99€ – 3,98€
1x Fläckig Durchschlag – 1,99€
1x Info Küchenwaage – 6,99€
1x Uppenbahr Messbecher – 4,99€
1x Fläckig Rührschüsselset – 4,99€
1x Sigrid Topflappen – 2,99€
1x Kurzzeitwecker Digital – 3,90€
1x Magasin Schneidbrettset – 3,49€
1x Kesper Pfeffermühle – 6,08€

Messer:
1x Marsvogel Brotmesser – 12,90€
1x Marsvogel Schälmesser – 5,50€
1x Tosa Hocho Bunkaboocho oder Santoku – 39€

Gesamtsumme: 160,38€

160€, das ist nicht viel, vor allem nicht in Anbetracht der Tatsache, dass überall irgendwas schon vorhanden sein dürfte.
Jetzt kann man nur noch darauf hoffen, dass Salz da ist, wenn man es braucht…

Bayreuther Aktien Landbier

Posted in ... weiter nichts als Bier on 20. Januar 2011 by Herr Grau

Malz, das ist das erste, was einem im Antrunk begegnet, eine satte, malzige Brotigkeit. Vollmundig, gehaltvoll, das ist dieses Bier. Es kommt mit einer feinen, genau ausbalancierten Herbe daher und samtig prickelnder Kohlensäure. Aber aller Sätte zum Trotz verlangt es, in vollen Zügen und großen Schlücken getrunken und genossen zu werden, es will mehr und mehr genommen werden, es geht runter, als sei es das erste Wasser für einen Verdurstenden. Dieser motivierende, bodenständige Charakter löst Euphorie aus und innerhalb von vier Minuten nach Einschank ist die erste Flasche leer. Es bleibt Gelüst, es bleibt nur, die nächste Flasche zu öffnen.

Dieses Bier ist ein Bringer und Forderer. Mein Herz hat es gewonnen und so schnell werde ich nicht von ihm weichen. Es begleitet einen gerne die ganze Nacht, kann, anders als so manch anderes Bier, ohne Probleme ausschließlich getrunken werden. Es wirkt nicht nur durstanregend, es macht auch froh, ist gesund und verursacht keinerlei Kater.
Es inspirierte mich zu anderer Stunde zu folgender Beschreibung:

Eine vollwertige Mahlzeit, eine leckere Geliebte und der treuste Freund in einem Glas, dessen Antrunk aus dem ganzen Arm zu erfolgen hat…

Art:
Landbier, 5,3 Vol%

Geschmack:  9,5 Punkte
Siehe meine obrige Bescheibung: Vollmundig, dabei süffig, substanziell, feine Kohlensäure, malzig, kernig. Nein, es ist nicht besonders, super komplex oder fancypants, es ist einfach und kantig, aber darin unverschämt lecker!

Preis: 3 Punkte
Mit seiner schlechten Verfügbarkeit und im Schnitt 16€ pro Kiste kann man da nur tapfer zu lächeln versuchen.

Flasche:  10 Punkte
SO
muss eine Flasche sein! Schlich, aber geschmackvoll. Bebügelt. 0,5L groß. Und alle Kerninformationen zum Produkt enthaltend.

Fazit: 9 Punkte

Unbedingte Empfehlung

Le Lion – Bar de Paris

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, German Heaven, Getestet, Mixed Feelings, smile and look alive on 16. Januar 2011 by Herr Grau

Jörg Meyer ist in der Cocktailszene kein Unbekannter, im Gegenteil: Als Teilhaber der Firma The Bitter Truth, die auch exotischere Bitter wieder aufleben lässt, kennt man ihn, als „Travelling Mixologist“ und nicht zuletzt durch sein Barbau-Blog. Letzteres dokumentierte die Konzeption und den Bau einer Bar, die unter Cocktailenthusiasten inzwischen als die beste Bar Deutschlands gehandelt wird, unter allen Menschen aber, die ganzer Sätze und des aufrechten Ganges mächtig sind, weiterhin eher ein Geheimtipp ist:
Das Le Lion in der Hamburger Altstadt.

Als genereller Hedonist, höflich bestellter Aficionado und teilzeitbloggender Cocktailfreund hatte ich mir neben Weltherrschaft und der Züchtung blauer Chorzitronen natürlich das mittelfristige Lebensabschnittsziel gesetzt, dieses feine Etablissement einmal zu besuchen. Es hat gute zwei Jahre gedauert, bis mich der Wind des Schicksals einmal nach Hamburg geweht hat, sodass ich mir einen Haken hinter diesen Punkt setzen konnte. Das war gestern.

Abseits von Klischee und Kravall des Hamburger Nachtlebens findet sich das Le Lion in der Rathausstraße der Hamburger Altstadt. Es sind nur sechs Minuten, die einen S-Bahn-bewehrten Gast von der Reeperbahn trennen, aber das hat man bereits vergessen, wenn man vor der schweren, schwarzen Pforte der Bar steht, die aus dem Vollen gelutscht zu sein scheinenden Türgriffe und die Klingel im Art Déco Stil bestaunt und letztere schließlich zu drücken wagt. Es geschieht eine Zeit lang nichts, Spannung baut sich auf, schließlich öffnet sich das Portal, um hinter sich die freundliche Begrüßung durch den Chef persönlich freizugeben. Man lässt der Dame den Vortritt und folgt – folgt in einen Raum, dessen schöpfender Geist in einer strichsicheren Weiterführung jenes Art Déco offenbar unfehlbaren Geschmack bewiesen hat. Über die wunderbaren Tapeten, Tische und Sessel wird der Blick unweigerlich auf die Bar gezogen, das Herzstück des Le Lion. Wie schmückende Kristalle schimmern die beleuchteten Eiswürfel in der mittig thronenden Eiswanne, in der die Drinks gerührt werden und man kann sich schon an diesem Punkt des Eindrucks nicht erwehren, dass einen hier etwas Besonderes erwartet. Das subtile Gefühl, in einer anderen Welt angekommen zu sein, abseits vom Harm und Trubel der Welt, überkommt einen heimlich und Anspannung, von der man gar nicht wusste, fällt von einem ab.

Wir wurden zu unseren reservierten Plätzen geführt, zwei Sessel an einem größeren Mamortisch, dessen flankierende Bänke drei anderen Gästegrüppchen Platz boten. Zwar wäre ein bisschen mehr Privatssphäre nicht schlecht, aber gestört haben die anderen Gäste uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht, nicht zuletzt wegen der angenehmen, Clubjazz-lastigen Musik, die genau die richtige Lautstärke hatte. Man konnte sich hervorragend unterhalten, die anderen Gäste gingen im Hintergrundgeräusch unter. Nachdem unsere Garderobe abgenommen worden war, offerierte der Chef uns Karten, die ich aber freundlich ablehnte und einen zwei zu eins Plymouth-Martini with a twist und einen French 75 bestellte – und haleluja! – man verstand mich! Man bekommt gutes, gefiltertes Wasser im Prinzip sofort, wenn man sich gesetzt hat und dieses Glas wird von dem umsichtigen Kellner stets voll gehalten. Alles ist darauf ausgelegt, dass man die Drinks, nämlich das, worum es im Le Lion geht, vollends genießen kann.

Wir blieben fast vier Stunden und tranken noch einen Ramos Gin Fizz und einen Gimlet und schließlich bat ich den Kellner, der Barkeeper möge mich mit einem Gincocktail überraschen. Wir kamen etwas ins Gespräch, ich erläuterte meine Ginvorlieben und er fragte, ob ich eine grundsätzliche Cocktailsklasse präferieren würde. Dabei zeigte er beeindruckendes Wissen über Cocktailhistorie, wusste um die Geschichte des Rezepts des Singapur Slings und etliches mehr, ließ mich schließlich durchaus beeindruckt zurück – und machte sich daran, mir persönlich einen Drink zu mixen, während der eigentliche Bartender sich anderen Aufgaben widmete. Schließlich servierte er mir einen wahnsinnig guten Tom Collins, den er kreativ mit einem Grapefruit-Twist versehen hatte. Ich habe lange nichts so leckeres mehr getrunken.

Ich bitte zu verstehen, dass folgende Kritik auf einem fast lächerlich hohen Niveau liegt, aber einige Sachen fielen doch auf: Der Martini war meines Erachtens nicht lang genug gerührt. Der Gimlet war etwas zu stark ausgelegt und ich bin mir relativ sicher, dass er nicht mit Rose’s Limejuice gemacht war, obwohl ich explizit darum gebeten hatte. Der Ramos Gin Fizz war zwar ausreichend geschüttelt, aber enthielt zu wenig Sahne. Der French 75 wurde in einem silbernen Julep-Cup serviert, anstatt in einer Champagnerflöte. Aber ich bin mir sicher, dass all dies Kleinigkeiten sind, die man durch kurzes Reden mit den Leuten hätte lösen können. Es kam generell das Gefühl herüber, dass man mehr als froh sei, wenn man Interesse an den Drinks und der praktizierten Kunst zeigte. Ich wollte allerdings meiner Begleitung nicht zumuten, mich noch in eine weitere, vermutlich noch umfangreichere Diskussion über Cocktails zu verstricken, anstatt meine Zeit dem offensichtlich richtigeren Zweck zu widmen. Deshalb und angesichts der durchgehend extrem hohen Qualität und beispiellosen, wenn auch nicht perfekten, Ausführung verzichtete ich auf jegliche Kritik, was leider später nicht mehr für alle Gäste galt – mit dem Kellner wurde an unserem Tisch für meinen Geschmack rüpelhaft gesprochen, ein probierter Drink wurde zurückgegeben, einfach weil er der Bestellenden nicht schmeckte; man muss glücklich über die Tür und den kontrollierten Einlass sein, aber allen Pöbel hält auch dies leider nicht fern, vor allem weil er sich in teuren Gewändern zu verbergen weiß.

Alles in allem war der Besuch eine großartige Erfahrung. Für die Drinks werden 12 – 15€ je aufgerufen, was ich für durchaus bezahlbar und angemessen halte. Ein Besuch im Le Lion ist, wie der Besuch in einem guten Restaurant, für mich als Student eben etwas Besonderes für seltenere Anlässe, auch wenn ich dort am Liebsten jede zweite meiner Nächte verbringen wollte. Doch das muss warten, bis ich reich und berühmt bin. Wiederkommen werde ich auf jeden Fall, dieses Niveau in allen Facetten ist weltklasse – und das Gefühl, dort zu sein, ist so angenehm, wie ich es bis jetzt noch nie vorher erlebt habe.

Bilder vom Inneren gibt es übrigens hier.

Le Lion – Bar de Paris
Rathausstraße 3
20095 Hamburg

Tel: 040 – 33 47 53 78 0
Website: http://www.lelion.net/

Review – Squier SA-105 – Die funktionierende Gitarre für 58€

Posted in Getestet, smile and look alive on 12. Januar 2011 by Herr Grau

Wenn man mich vor fünf Jahren gefragt hätte, ob es für 50€ eine vernünftige Gitarre zu kaufen gibt, dann hätte ich mit einer Mischung aus Verwirrung, Wut und Trauer reagiert. Man sprach in Gitarristenkreisen sogar bei den furchtbar zusammengeschusterten Machwerken, die kaum als Deko taugten, von „Chinakrachern“, vermutlich weil beim Blasen in den Gurtpin gerne mal der Hals abfiel und dann mit Berühren des Bodens in einem jämmerlichen Schwelbrand verging. Es wäre fast an mir vorbeigegangen, dass namhafte Firmen sich diesem Umstand angenommen haben. Der Chinese braucht offensichtlich einen dicken, peitschenbewehrten Amerikaner, der ihm einen Plan gibt und sagt, an welchen Ecken die Qualität welches Niveau nicht unterschreiten darf, damit er so funktioniert, dass er glücklich macht. Ob Blackheart- oder Harley Benton-Amps, t.bone-Mikrophone oder auch diese Squier-Gitarre, wenn man einmal mehr als sonst überprüft, was man da kauft, kann man mit Chinaprodukten heute einen sehr guten Schnitt machen. Nein, ich bin kein Haleluja-Schreier und ich bin auch kein Fan von China. Und entsprechend misstrauisch war ich, als unser Leser bic_mac freudestrahlend verkündete, er habe sich eine Gitarre für 60€ bestellt. Als ich das Instrument dann aber in Händen hielt, änderte sich meine Stimmung. Was Fender da via Thomann an den Mann gebracht hatte, war kein Müll.

Tatsächlich überzeugte mich das Klampfophon des Kollegen so sehr, dass ich mir selbst eines anschaffte. Denn eine hochwertige Gitarre ist gut und schön, aber sie verlangt schon ein wenig gute Behandlung und dazu gehört nun dezidierterweise eben nicht, sie im Gigbag durch die kalte Winternacht zu einer Party mitzunehmen und dort jedem Heiopei in die Hand zu drücken. Genau danach gelüstet es mich aber von Zeit zu Zeit. Nach der kurzen Überlegung, dass diese Gitarre etwa so viel wie vier meiner normal benutzten Saitensätze (Elixir) kostet, erwarb ich sie im Thomann-Bundle, das einem für 11€ mehr noch einen Rockbag (Warwick! Qualität! Wahnsinn!..), einen Gurt, einen Satz Saiten und Plektren hinterher schmeißt.

Die Gitarre besitzt eine laminierte Fichtendecke und Zargen und Boden aus laminiertem Nato. Ja, Brotbaumholz. Man kann daraus Gitarren bauen und nein, fragt besser nicht… Während die Decke in Natur, Sunburst oder Schwarz zu haben ist, kommen Zargen, Boden, Hals und Kopfplatte immer mit tadelloser schwarzer Hochglanzlackierung daher. Brücke und Griffbrett sollen angeblich aus Palisander sein. Wenn dem so ist, handelt es sich um das dunkelste Palisander, das ich je gesehen habe. Ich weiß, dass andere Leute aus solche Hölzern nicht mal Zigarrenkisten für sich akzeptieren würden, aber wie wir ja von Volker Pispers wissen: Wichtig ist, was hinten raus muss.

Und im Ergebnissegment kann sich die Gitarre sehen lassen. Sie ist von Werk aus hervorragend eingestellt, da könnte sich mancher große Hersteller noch eine Scheibe von abschneiden. Ja, Gibson, Takamine, ich rede mit euch! Stellt euch lieber einen von diesen Chinesen zum Einpendeln eurer Klampfen ein, die können das besser. Der Klang ist natürlich kein Anlass für auditiv ausgelöstes Glücksstöhnen, aber durchaus ausgewogen, voll und nicht unschön.
Dazu gibt es zwei Soundfiles, die ich flott und ohne viel Einstellboheo aufgenommen habe (2x EV Cardinal, eins auf 12ten Bund, eins auf Steg, ~30cm Abstand):

Der Diskant ist bisweilen ein bisschen viel, aber sei’s drum. Zu der sehr guten Bespielbarkeit und dem passabelen Klang gesellt sich eine völlig erträgliche Verarbeitung. Das Griffbrett wurde ein bisschen an den Rändern mitpoliert, wenn man durch das Schallloch schaut, kann man ein wenig unversäuberte Leimungen erkennen. Die Schalllochkante hat leichte Fehlerstellen. Alles Details, die für die Funktion unwichtig sind und deren Wegignorieren sich bei dem Preis von selbst versteht. Die Gitarre hält ihre Stimmung und scheint bundrein. Es zeigt sich eine minimale Okatavunreinheit, aber die fällt in der Praxis nicht auf. Sie reagiert allerdings auf unterschiedlichen Druck auf die Saite sehr stark, was beizeiten den Eindruck erweckt, sie wäre verstimmt. Tatsächlich ist man aber selbst der Übeltäter, man muss sich hier ein wenig Griffdisziplin angewöhnen. So gesehen bringt einem das Brett sogar noch was bei. Guck an, Pädagogik eingebaut.

Ergo censeo: Als Zweitgitarre (Party-, Wander- und Wegwerfgitarre) oder für den Anfänger ein absolut empfehlenswertes Instrument und für den Preis ein absoluter Kracher.

Review – Traditional Rainwear Trenchcoat – oder: Die Jagd nach dem leeren Mantel

Posted in Getestet, smile and look alive on 9. Januar 2011 by Herr Grau

Relativ lange wollte ich jetzt schon einen Trenchcoat haben. Es war für mich klar, dass ich keinen Kurzmantel haben wollte, denn – bei allem Respekt – das ist einfach nichts. Beige ist auch nicht so meine Farbe. Man sollte meinen, dass ein Kleidungsstück, das zu aberhunderttausenden für militärische Zwecke gefertigt wurde und das im Prinzip jeden zweiten Mantel, den man auf der Straße sieht, massiv geprägt hat, irgendwie zu bekommen wäre. Selten habe ich einen größeren Fehlschluss getan. Manufaktum hat seine Linie gecancelt, übrig bleibt nur Burberry. Und für ein Stück Stoff 1500+€ auszugeben, kam für mich nicht in Frage. Ich will gar nicht wissen, wie viel von den Kosten nur auf das Namensschild entfällt.

Ich recherchierte Woche um Woche. Das Internet blieb stumm. Ich war enttäuscht, fast entrüstet, selten hat es mich so im Stich gelassen. Erst durch einen Hinweis in einem kleinen Forum kam ich endlich auf die Lösung meines Problems: Eine Firma in Manchester, die scheinbar auch schon länger für Burberry die Trenchcoats herstellt und auch für etliche andere große Namen Zulieferer spielt, bietet Trenchcoats in Maßkonfektion an. Es handelt sich um Traditional Rainwear Ltd.

Hier ist allein der Link und das Wissen Gold wert. Die kompromisslos klassischen Trenchs können in kurz, mittel und lang gehabt werden, in schwarz, navy, beige oder stone, mit oder ohne herausnehmbarem Innenfutter aus Wolle, in zwei verschiedenen Stoffen und natürlich in jeder Größe. Ein Mantel für Männer kommt dabei für 275£, einer für Frauen für 235£, unabhängig von der Auswahl der Zusammenstellung. Der Versand nach Deutschland kommt mit gerade mal 5£ sehr günstig. Ich musste allerdings eine Kreditkarte organisieren, da man leider nicht per Paypal zahlen kann.

Es dauerte ein paar Wochen, bis das Paket bei mir ankam. Ich will es kurz machen: Die Verarbeitung meines Mantels ist makellos. Er passt hervorragend. Der Stoff ist etwas gröber und starrer, als der eines exakt gleichen Burberrymantels, aber es kann sein, dass der andere angebotene Stoff, das Polycotton, diesem entspricht. Er verfügt aber ebenfalls über die berühmten wasserabweisenden Fähigkeiten der Garbadine-Bindung, ohne beschichtet zu sein.

Mein im Folgenden abgebildeter und freundlicherweise von der adonischen Figur des Autorenkollegen The Tool zur Schau getragener Mantel entspricht den Spezifikationen long, navy, 100% cotton, chest size 44 (was meinem wohlmeinenden Manequin offenbar etwas zu groß ist). Ich habe ein wollenes Futter mitbestellt, das gerade jetzt im Winter schon gute Dienste geleistet hat. Da es heraustrennbar ist, sehe ich nicht, warum man dies nicht tun sollte.

Alles in allem bin ich hoch zufrieden und kann die Firma und ihre Produte nur wärmstens empfehlen.

Traditional Rainwear Limited
1 Harding Street Pendleton
Salford
United Kingdom M6 6WE

E-mail: admin@traditionalrainwear.co.uk
Website: www.traditionalrainwear.co.uk

Probleme des Lebens #12

Posted in Probleme des Lebens on 5. Januar 2011 by Herr Grau

Gefunden in der Zitatesektion der P.M.:

Wenn „Karnevalist“ deine zweitwichtigste Qualifikation ist, hast Du schon sehr gewonnen.
Ich höre schon den Aufschrei der Handwerkskammer. „Hallodri“ wird sofort zum Ausbildungsberuf. Mit Innung.

Neujahrsgruß – „Anlage 1“

Posted in smile and look alive on 1. Januar 2011 by Herr Grau

Als Neujahrsgruß mit eingebauter Prädiktion gibt es ein kleines Stück aus meiner Wenigkeit Feder. Es handelt sich um eine Letterate für zwölf Phnaguffen in pdf-Moll.

Der Titel: “Anlage 1

Worte und Dinge #4

Posted in smile and look alive on 1. Januar 2011 by Herr Grau

Panik ist eine unbegrenzte Ressource.

Geld gegen Essen – Rimini (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 19. Dezember 2010 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Empfehlenswert

Gerade zurück aus diesem italienischen Restaurant, das im göttinger Vorort Geismar zu finden ist. Gerade bei diesem Wetter zwar ein lebensgefährliches Charakterziel, dort essen gehen zu wollen, aber jeden riskierten Hals wert. Zwar erschließt sich die Parkplatzlage nicht wirklich, aber wenn man den Karren einmal abgestellt, die Öffnungszeiten einmal getroffen und die Pforte durchschritten hat, kann man sich kaum über etwas beschweren.

Das Interieur ist leicht maritim-nautisch angehaucht und für ein italienisches Restaurant ungewohnt rustikal, aber gemütlich und sauber. Der Service ist adrett, flott und sehr freundlich. Die Karte enthält bis auf das von mir vielleicht etwas zu viel geliebte Tiramisú alles, was das Herz begehrt. Die Gerichte liegen mit 5-10€ Durchschnitt auf einem sehr freudeerregenden Niveau und kommen in einem sehr sauberen Zeitrahmen.

Mein Carpaccio war so gut, wie ich es selten gegessen habe. Zu lamentieren, was der Rukola da drauf verloren hat und dass es ein klitzefitzelkleines bisschen zu sauer angemacht war, ist Kritik auf einem extrem hohen Niveau. An der Sauce meiner Penne al Salmone habe ich gar nichts zu mäkeln. Die Nudeln selbst waren leider ein bisschen zu lang gekocht. Wir reden noch nicht über verkocht, aber es war schon so, dass es mir aufgefallen ist. Zu den Vorspeisen gab es eine frische, sehr leckere Focaccia. Das Omelett des Kollegen Hildeborn war sehr gut, die dazu gereichten Pommes vielleicht nicht hundertprozentig passend, aber ebenfalls handwerklich fehlerfrei und gut gewürzt. Die Calzone des Hauptgangs war endlich mal in der Pfanne gemacht, wie es sich gehört, anstatt im Ofen oder in der Friteuse und schmeckte sehr gut.

Das ganze zeichnet ein sehr angenehmes Bild – dieses Restaurant hat mich mit Sicherheit nicht zum letzten mal gesehen. Ich bin hoch zufrieden.

Wertung:
Essen: 9 /10
Service: 10 /10
Sauberkeit: 8 /10
Preisgestaltung: 9 /10
Ambiente: 7 /10

Gesamtergebnis: von 4,3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Rimini
Von-Ossietzky-Straße 28
37085 Göttingen
Telefon: 0551/ 76001

Öffnungszeiten: Täglich 11:30 – 14:30Uhr & 17:30 – 23Uhr

Eternalisierung

Posted in smile and look alive on 19. Dezember 2010 by Herr Grau

Folgende Zeilen bekam ich von einem Freund zum Geburtstag und befand, dass sie es mehr als wert sind, in Stein gemeißelt zu werden. Das nächste zu Stein, das ich besitze, ist dieses Blog. Also.

 

War gestern nicht schon Ritterleben,
so wirst Du heute einen heben;
danach zum Frühstück schrecklich stinken
nach Hopfen, Gerste, Malz und Schinken.
Denn Deines Katers Nebenkläger
ist ganz gewiss der Schinkenhäger.

 

Danke an Christian.