Autor-Archiv

Wichtige Worte: Schillers Tell #1

Posted in smile and look alive on 15. Januar 2010 by Herr Grau

Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt,
Doch ach – es wankt der Grund, auf den wir bauten.

Wichtige Worte: Californication #2

Posted in smile and look alive on 12. Januar 2010 by Herr Grau

I’m disgusted with my life and myself, but I’m not unhappy about that.

Rührei richtig gemacht

Posted in Essen & Trinken on 10. Januar 2010 by Herr Grau

Dass ich Rührei bestellt und nicht ein Omlett bekommen habe, ist schon ganz schön lange her. Auch etapesker Trockenpamps aus der Warmhaltetheke ist näher mit dem gemeinen Tapetenkleister als mit dem angeblichen dargestellten Vorbild verwandt. Wie Rührei richtig zubereitet wird, hat der leicht hyperaktive Weltklassebeleidiger und Hobbykoch Gordon Ramsay in mein Leben gebracht:

In aller Kürze: Eier in einen Topf geben und eine gute Spalte Butter dazu geben, Hitze voll auf. Die ganze Zeit rühren, bis es anfängt zu stocken. Von der Hitze nehmen und arbeiten lassen. Die ganze Zeit rühren. Solange auf die Platte und wieder runter, bis ein schönes, cremiges Rührei entstanden ist. Am Ende einen kleinen Stich Creme Fraiche dazu geben, um den Kochprozess abzubrechen, wenn es perfekt ist. Erst dann salzen und pfeffern. Auf gediegenem Brot servieren.

Wenn man den Dreh einmal raus hat, ist Rührei auf Brot eine absolut großartige Sache.

Wichtige Worte: Californication #1

Posted in smile and look alive on 9. Januar 2010 by Herr Grau

Rome is burning, he said, as he poured himself another drink. Yet, here I am knee deep in another river of pussy. Here it comes, she thought. Another self indulgent, whiskey soaked diatribe about how fucking great everything was in the past. And how all us poor souls born too late to see the Stones at – wherever, or snort the good coke that they had at Studio 54 – well, we all just missed out on practically everything worth living for. And the worst part was, she agreed with him. Here we are, she thought, at the edge of the world – the very edge of western civilization and all of us are so desperate to feel something… anything… that we keep falling into each other and fucking our way toward the end of days.

Theodizee 101

Posted in smile and look alive on 19. Dezember 2009 by Herr Grau

Das Theodizeeproblem hat schon einige haarsträubende Erklärungsversuche hinter sich; jeder intelligente Mensch stößt mit etwa 5-12 Jahren auf die Frage, wie Übel und Gott vereinbar sind und kommt in etwa in dem selben Alter auch auf einzige plausible Antwort (entschuldigung Herr Leibnitz, Herr Hegel), nämlich dass es als notwendige Folge der Freiheit des Menschen gedacht werden muss.  Dass alle Überlegungen gar nicht den Grund des Problems angreifen, ist irgendwie überraschend; denn die Freiheit des Menschen führt nur zu so viel Übel, weil er, das Ebenbild Gottes, im Naturzustand ein egozentrisches, neidendes und geiles Tier ist. Warum das so ist, müsste die eigentliche Frage sein.

Wie nennen wir eigentlich jemanden, der den zurückgebliebenen Krüppeljungen ärgert? Wie jemanden, der einem Hungrigen Essen hinstellt mit der Auflage, es nicht zu essen? Wie nennen wir ein Weibstück, das eine knapp bekleidete und herausfordernd willige Schönheit anheuert, nur um zu testen, ob man treu ist? Wie nennt man einen Herrn, der seinen Knecht die Familie tötet, alles nimmt und mit Geschwüren schlägt, um einen Punkt zu machen? Wie nennt man den Gott, der den Teufel erschafft?

Und mal ganz nebenbei: Matthäus 5:17 ist interessant im Bezug auf die Gültigkeit des Alten Testaments für Christen.

Bau eines endgültigen Röhrenverstärkers – Vergießen von Koppelkondensatoren

Posted in Angewandte Wissenschaft, Röhrenverstärker, smile and look alive on 17. Dezember 2009 by Herr Grau

Ich habe hier bereits einen Abschnitt über Koppelkondensatoren geschrieben. Da sie direkt im Signalweg liegen, ist ihre Qualität nicht unbedeutend. Sie hat direkten Einfluss auf den Klang eines Verstärkers und wollen daher mit Bedacht gewählt werden. Zwar gilt Teflon als das beste Dielektrikum für diese Anwendung, doch nimmt den knappen zweiten Platz bereits Polystyrol ein. Von Oppermann Electronics habe ich mir 40stk 47nF Styrolflex-Kondensatoren für insgesamt nur 10,60€ besorgt. Da ich allerdings 250nF brauche, war es nötig, jeweils fünf parallel zu schalten und zu vergießen. Mit 1,325€ für eine Fünfereinheit war der Preis ein starkes Argument, kosten doch bei momentanem Kurs Teflonkondensatoren gut das Zehnfache und mehr.

Als Behältnis dienen Abschnitte einer Papprolle, auf der Alufolie aufgewickelt war (die sind erstaunlich schwer in gerade Stücke zu zersägen!). Vergussmaterial ist reines Bienenwachs, das im Moment in jedem größeren Supermarkt in Kerzenform erhältlich ist. Preis für das Wachs für acht Kondensatoren: 2,50€. Es hat den Vorteil, völlig ungiftig, verfügbar, gut zu verarbeiten und hervoragend isolierend zu sein. „Cera Flava“, wie Bienenwachs wissenschaftlich heißt, wird schon sehr lange mit gutem Erfolg in der Elektrotechnik eingesetzt. Geschmolzen habe ich das ganze  in einem kleinen Tiegel aus Alufolie im Wasserbad. Die untere Seite der Papprohre wurde mit einem Stück Karton versiegelt.

Alles in allem kam das ganze auf 1,64€ pro Koppelkondensator aus. Schnäppchen, würde ich behaupten.

Bilder:

Diese Anordnung erinnerte mich an die nuklearen Sprengköpfe, die ich auf Fotos gesehen habe… Irgendwie hat das was.

Den Wachs zu granulieren beschleunigt das Schmelzen

Leere Flaschen bieten sich als Kondensatorbecherhalter an

Bienenwachs schmilzt bei etwas über 60°. Er beschädigt daher die Bauteile nicht und härtet schnell aus. Dazu riecht er auch noch gut.

Studentenfutter – Das Ding aus dem Kühlschrank

Posted in Essen & Trinken on 17. Dezember 2009 by Herr Grau

Im Gegensatz zu gestern, wo es um Perfektion ging, war das Thema gerade eher „Ob man das wohl essen kann?“

Eben gemacht, wirklich ziemlich erträglich: Eine Studentenvariante der Carbonara: Nudeln aufsetzen, Schinkenspeckwürfel in Ölivenöl mit Knoblauch anbraten. Nebenbei vorbereitet: 1 Ei mit Salz, Pfeffer und zwei Scheiben zerschnibbeltem Cheddar-Sandwichkäse verschlagen. Einen EL Nudelwasser mit in die Pfanne geben zum Abbinden, Pfanne vom Feuer nehmen, dann Nudeln abießen und in die Pfanne schütten. Käse-Ei-Mix unterrühren. Es hat erstaunlich unschlecht geschmeckt.

Es ist auf jeden Fall ein würdiges Mitglied in der Familie jener schmackhaften Sportspeisen, die nie im Leben Sodbrennen oder hohes Cholesterin auslösen würden.

Da meine Freundin auch eine Portion wollte, gibt es doch noch ein Photo. Allerdings ist das die Sauce etwas viel, da man die Einheit „1 Ei“, die sich auf 140g Nudeln bezieht, schlecht verkleinern kann.

German Heaven – Perfekter Burger

Posted in Essen & Trinken, German Heaven on 16. Dezember 2009 by Herr Grau

Wieee jezz? Burger in der German Heaven-Sektion? Ja genau. Die historische Diskussion über den Ursprung des Burgers ist nicht geklärt, aber jeder Mensch mit Verstand sieht die deutsche Handschrift auf jeder einzelnen Zutat. *hust* Auf jeden Fall teile ich heute mein persönliches Geheimrezept, was dem Ganzen auf jeden Fall den Stich deutsche Persönlichkeit einhaucht, den es braucht, um in dieser Kategorie erscheinen zu dürfen.

Nicht nur in Anbetracht dessen, was die Fast-Food-Ketten verzweifelt als Burger zu verkaufen versuchen, könnte man auf die Idee kommen, dass es bei der Zubereitung auf nichts Besonders ankäme. Das Gegenteil ist der Fall. Burger sind an einigen Eckpunkten kritisch und ich werde zeigen, was ich über Jahre im Selbstversuch lernen musste.

1. Fleisch

Hier lauern direkt mehrere Fehler auf den arglosen Carnivoren. Die Zusammensetzung des Hackfleischs ist essentiell, ebenso wie die Menge des Fleischs und der Verarbeitungsmodus.

Das Burgerfleisch sollte idealerweise aus Rinderfleisch und Schweinefleisch im Verhältnis 2:1 bestehen. Ein Schweineanteil wie im Halbundhalb macht zu siffige Fleischstücke. Die Qualität des Fleisches ist sehr wichtig für den Gesamtgeschmack des Burgers. Hüfte ist nicht gleich Hüfte, Filet nicht gleich Filet – der Gang zum Metzger des Vertrauens lohnt doppelt. Im Idealfall kommt der Anteil des Rindfleischs aus dem Roastbeef, das Schweinefleisch sollte nicht zu mager sein. Das gesamte Fleisch sollte möglich doppelt und dabei recht fein gewolft werden. Gewürzt wird das Fleisch nur mit Salz und Pfeffer, davon aber ruhig reichlich.

In Feldversuchen exzerpiert wurde die richtige Fleischmenge. Anfänger tendieren dazu, zu große Fleischberge auf die Burger zu packen, was das Gleichgewicht der Speise erheblich stört. Als ideal erwiesen hat sich für das 12cm-Format der klassische Quarterpounder, also 125 Gramm Fleisch.

Vor dem Braten sollte das Fleisch gefrostet werden. Dass das Fleisch gefroren in die Pfanne oder auf den Grill geht verhindert – warum auch immer -, dass die Patties „aufgehen“, sich also in der Mitte auswölben. Auch sehr wichtig für einen guten Burger.

2. Zutaten und Reihenfolge

Viele Leute meinen, dass das schöne am Burger sei, dass man ihn individuell zusammensetzen könne. Ich bin von dieser Idee abgekommen. Der Grund ist, dass eine bestimmte Zusammensetzung von Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge einfach wesentlich besser als alles andere funktioniert. Diese Erfahrung wurde von vielen Leuten bestätigt.

Wir brauchen: Burgerbrötchenunterseite, normalen Ketchup, Eisbergsalat, Burgerfleisch, Cheddarkäse, Bacon, Zwiebeln, Röstzwiebeln, dänische Remoulade und Burgeroberseite. Und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Um einen Richtfaden für die Menge der Zutaten zu geben (und natürlich um allen den Mund gediegen wässerig zu machen), habe ich eine schöne Bilderserie zusammengestellt.

Um ein perfekt getoastetes Brotergebnis zu erhalten, muss man seinen Backofen kennen; meiner braucht auf 200°C Umluft etwa vier bis viereinhalb Minuten (vorgeheizt). Ich nehme die großen Burgerbrötchen von Golden Toast.

Der Ketchup sollte, wie die Remoulade auch, noch verstrichen werden.

Zur Besseren Verteilbarkeit und damit er sich nicht so aufbiegt, lohnt es, den Eisbergsalat kurz etwas zu hacken.

Fleisch braten muss einfach gekonnt sein; 2 Minuten pro Seite reichen aus; dabei wird darauf geachtet, dass der Patty gedreht wird, sobald er sich von selbst vom Rost/Pfannenboden löst. Der Käse wird nach dem letzten Wenden aufgelegt und sollte möglichst etwas schmelzen. In der Pfanne nicht so einfach…

Röstzwiebeln am besten auf die Remoulade streuen, so halten sie. Bacon natürlich vorher anbraten.

Go. Do it.

DIY – Röhrenverstärker für Anfänger durchgeplant

Posted in Angewandte Wissenschaft, Röhrenverstärker, smile and look alive on 12. Dezember 2009 by Herr Grau

Im Progress meines laufenden Verstärkerbaus habe ich auch einen Verstärker komplett geplant, der meine Grundkriterien (Röhrengleichrichter, KT88) erfüllt, allerdings ein Single Ended-Projekt ist. Da von einer KT88 getrieben, dürfte er aber für normalen Heimbedarf immer noch ausreichend Kraft mitbringen. Es handelt sich um die Schaltung von Mikael Abdellah, leicht abgewandelt von Alex Gendrano (Projekt), die für 385€ realisierbar ist (eigentlich sogar noch viel weniger, wenn man noch günstigere Widerstände und Kondensatoren wählt) und als sehr gut gilt.

Da es sich für Anfänger (extrem wenige Bauteile) und Kostenbewusste ziemlich ideal eignen würde, habe ich die Kanten ein bisschen rundgeschliffen und stelle im Folgenden eine vollständige Tabellenkalkulation über die benötigten Bauteile, Kosten und Distributoren zur Verfügung.

Download: XLS-Format

Schaltbilder: Verstärker und Stromversorgung

Achtung: Der 5H-Choke im Verstärkerschaltbild wird, um bessere Stabilität zu gewährleisten (und nebenbei viel Schotter zu sparen), durch einen 100R 5W-Widerstand ersetzt. Die Stromversorgung muss nur einmal gebaut werden, der Verstärker natürlich zweimal (einmal pro Kanal). Die beiden Kanäle teilen sich in der Vorstufe eine Doppeltriode. Damit das ganze so günstig wie möglich bleibt, habe ich bei meiner Kalkulation auf eine Aufteilung in Monoblöcke verzichtet. Ich habe bei der Auswahl der Bauteile versucht, einen guten Kompromiss zwischen Qualität und Kosten zu finden; die Bauteilwahl ist daher als Empfehlungen zu vertehen und kann selbstverständlich geändert werden. Das betrifft insbesondere die Ausgangsübertrager (Info Übertrager & Bauteile). Lautstärkeregler und Eingangswahlschalter habe ich nicht mit einkalkuliert. Ebenfalls sind Lötleisten und Gehäuse nicht enthalten.

Und natürlich:

OBACHT! Die Spannungen in einem Röhrenverstärker sind sehr hoch und können auch gut mal lebensgefährlich sein. Wer also keine Ahnung davon hat, wie man nicht in angeschlossene Geräte fasst, sollte sich davon dann doch fernhalten. Kondensatoren führen auch nach der Trennung vom Netz noch Strom!

Ich hafte nicht für Schäden.

DIY – Cinchkabel

Posted in Angewandte Wissenschaft, smile and look alive on 12. Dezember 2009 by Herr Grau

Viele Leute halten die Kabel, welche ihre Audiokomponenten verbinden, für wichtig. Ob Kabel überhaupt einen Einfluss auf den Klang des Systems haben, ist nicht wirklich geklärt, aber meiner Meinung nach sollte man alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Zumindest sollte man versuchen, die Kabel so kurz zu halten, wie möglich und vernünftige Stecker verwenden (vergoldet ist wieder mal gut, weil es nicht oxidiert).

Kabeltheorie ist nicht allzu kompliziert; das ideale Kabel ist so nah wie möglich an der Abwesenheit dieses Kabels. Das heißt, der Widerstand, die Kapazität und die Selbstinduktion sollte so nah wie möglich an null, die Einstrahlsicherheit an unendlich sein. In DIY-Kreisen ist schon lange bekannt, dass CAT-Kabel sehr nah am Ideal sind, da sie doppelt geschirmt sind und aus vier verdrillten Litzenpaaren bestehen, die wiederum verdrillt sind. Sowohl Selbstinduktion, als auch Einstrahlung wird so nahezu vollständig unterbunden. Solide Kuperlitzen reduzieren Widerstand und Kapazität ziemlich gut. Auch kommerzielle Kabel für hunderte von Euro machen das alles nicht viel besser.

Ich werde also hier zeigen, wie man aus CAT6-Kabel und Neutriksteckern ziemlich gute Verbindungskabel macht.

Schritt 1: Kabel gerade abschneiden

Schritt 2: Kabel abisolieren

Schritt 3: Schirmungen abschneiden

Schritt 4: Führungsstern freilegen und abschneiden

Schritt 5: Weiße und farbige Litzen trennen und alle abisolieren

Schritt 6: Stecker anlöten. Dabei werden die farbigen Litzen mit dem Pin des Steckers und die weißen Litzen mit dem Außenring verbunden.

Fertig.

Kabeldaten:

Gesamtquerschnitt / Kanal: 0,70mm²

Widerstand / Meter: 0,037Ohm

Kapazität / Meter: 196pF

Preis für ein 1-meter-Kabel: 4,36€ für Stecker + 1,84€ für 1 Meter Kabel = 6,20€

Basierend auf CAT6-Kabel von Conrad (Artikel 600171-LN) (Datenblatt)