Autor-Archiv

Probleme des Lebens #6

Posted in Probleme des Lebens on 6. September 2009 by hoegi

Brabbelnde Chinesen.

Probleme des Lebens #5

Posted in Probleme des Lebens on 28. Juli 2009 by hoegi

Bei mir an der Bushaltestelle; ohne Worte.
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Ingenieureskapaden – The Millenium Brigde, London

Posted in smile and look alive on 21. Juli 2009 by hoegi

Heute widme ich mich erstmals nicht einem Gebäude aus meiner näheren Umgebung. Vielmehr möchte ich einen kleinen Ausflug zu den Menschen machen, die mich stets daran erinnern, dass der Mensch nah mit dem Affen verwandt ist. Den Engländern.

Im Jahr 2000 a.D. erbaute dieses schlichte Volk eine ebenso schlichte wie auch gewagte Brücke über die Themse in London.
Eine reine Fußgängerbrücke sollte es also werden. Das macht die statischen Berechnungen schon etwas leichter. Sollten also auch die Engländer schaffen.
Mit großem Buhei und natürlich im Zuge des Y2K-Hipes wurde die 18 Mio. Pfund teure Brücke dann am 10.6.00 eröffnet… um dann 2 Tage später wieder geschlossen zu werden.
Was war passiert? Die Planer hatten zwar bedacht, dass Fußgänger nicht im Gleich- und Stechschritt über die Brücke in ihrer Eigenfrequenz maschieren; nicht bedacht hatten sie, dass wenn die Brücke doch mal schwingen sollte, die Fußgänger versuchen diese Schwingungen auszugleichen. Das ergäbe sinnigerweise eine Resonanz und die Brücke schwingt fast unkontolliert.
Natürlich passierte das auch prompt und die Engländer standen -zurecht- als die Doofen da.
So wurde die Brücke für 2 Jahre geschlossen, ehe sie modifiziert wieder für das Fußvolk freigegeben wurde.
Meiner Meinung nach: Ein klares Ingenieur-FAIL! Wäre mir ganz sicher nicht passiert… *räusper*

Ingenieureskapaden – Das Uniklinikum Aachen

Posted in smile and look alive on 10. Juli 2009 by hoegi

Das Universitätsklinikum Aachen soll also mein nächstes Opfer sein. Bei diesem Gebäude steht weniger der baulich-verkorkste Aspekt im Vordergrund, sondern eher das Erscheinungsbild und das Konzept des Gebäudes. Denke ich an dieses Gebäude schießen mir so viele Gedanken durch den Kopf, dass ich sie kaum verarbeiten kann. Betreten habe ich es erst einmal, aber um mir ein Urteil zu bilden, reicht das allemal.
Hier eine kurze Zusammenfassung meines Besuches.

Komme an der Rezeption an. „Hallo, wir müssten mal in die Ambulanz.“ – „Hier haben sie eine Wegbeschreibung.“
WTF?? Ich bekomme einen Zettel von der Größe eines Partyflyers: Zur Ambulanz, Gang 6A rechts nehmen, an der zweiten Kreuzung links. Aufzug in Etage 4B nehmen, links in Gang 36 einbiegen. Die Notaufnahme befindet sich nun zu ihrer Rechten in Gang 89. (Die Bezeichnungen weiß ich nicht mehr genau, die Komplexität der Wegbeschreibung ist allerdings realitätsgetreu!)

Merke: Das ist also schonmal sehr praktisch.

Ich war leider nachts zu Gast, sodass mir die „Schönheit“ des Gebäudes weitestgehend verborgen blieb. Kurz darauf, passierte ich das Gelände des UKA jedoch wieder und durfte es also in voller Pracht bestaunen. Hier sehen wir einen kleinen Eindruck davon.

Richtig: Das Teil sieht aus wie eine gigantische Fabrik. Die Vorstellung, dass vorne kranke Menschen reingehen und hinten bestimmt täglich LKWs voll mit Frischfleisch das Gebäude verlassen, lässt mich nicht ganz los.
Aber man soll ja nicht immer nach dem Äußeren urteilen, es zählen die inneren Werte.
Hier also ein innerer Wert:

Ohja. So sieht es da wirklich aus. Fast täglich rufen die 70er Jahre an und verlangen ihr Design zurück. Seltsamerweise steht in diesem Foyer ein Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn. Fragt nicht wieso.
Fun fact #1: Die freiliegenden Rohre unter der Decke (insbesondere in den Gängen) sollen bei sensiblen Menschen Kopfschmerzen auslösen können. („Sie sind kerngesund, aber wenn Sie gerne bleiben möchten, können wir Ihnen Kopfschmerzen bereiten!“)
Fun fact #2: (Kann ich nicht 100%ig belegen) Die geotechnischen Untersuchungen waren bei Baubeginn/Planung nicht vollständig korrekt. Das Gebäude wurde mit mehr Etagen entworfen, als tatsächlich gebaut wurden. Grund: Der Grund. Durch den sandigen Boden sackt das Gebäude jährlich 0,x mm ab. Das erklärt diese seltsam hohen Schächte oben am Gebäude. Da sollte eigentlich mal mehr hin.
Fun fact #3: Zitat wikipedia: „Das Klinikum steht als „bedeutendstes Zeugnis der High-Tech-Architektur in Deutschland“ seit Ende November 2008 unter Denkmalschutz.“ No comment.

Man muss das Design des Gebäudes nicht mögen. Ich finde es interessant, aber ich glaube ich würde bekloppt werden wenn ich da arbeiten oder lernen müsste. Gut, dass ich das nicht muss.

Ingenieureskapaden – Das Super-C

Posted in smile and look alive on 9. Juli 2009 by hoegi

Das SuperC ist das Service-Zentrum der RWTH Aachen, das unmittelbar neben dem Hauptgebäude steht und die meisten Dienstleistungen für Studierende unter einem Dach vereint. Vom Studierendensekretariat über das Akademische Auslands- und Prüfungsamt bis hin zu einem Career Center sind alle Einrichtungen, die bislang weit über viele Gebäude verstreut lagen, an zentraler Stelle zusammengefasst. Darüber hinaus finden sich in dem Gebäude großzügige Flächen für Begegnung und Informationsaustausch, Ausstellungsflächen, Tagungs- und Seminarräume, um einen lebendigen Treffpunkt im Kernbereich der Hochschule zu schaffen.

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Das sagt also Wikipedia über den aktuellsten Repräsentanzbau der RWTH Aachen. Eine zentrale Anlaufstelle für alle Belange der Studierenden war selbstverständlich überfällig, wenn man bedenkt, dass die verschiedenen Einrichtungen mehrere Kilometer voneinander entfernt lagen. Ebenfalls gut ist, dass dieses Gebäude sehr zentral liegt („neben dem Hauptgebäude“) und damit wirklich von jedem Studierenden bestens erreichbar ist.
So viel also zu den positiven Aspekten des Gebäudes. Kommen wir nun zu den Kritikpunkten:

1. Die Lage ist, wie erwähnt, sehr gut für so ein funktionales Gebäude. Leider wurde für meine Begriffe doch wirklich sehr viel Platz verschwendet, der insbesondere für den Bau neuer Hörsaalgebäude an dieser Stelle nützlich gewesen wäre. Glücklicherweise wird direkt im Rücken des Super-C das alte Heizkraftwerk der Uni in ein kleines Hörsaalgebäude umgeschustert. Immerhin etwas. Um aber nochmal auf die Platzverschwendung zu kommen:

2. Die Form des Gebäudes ist in meinen Augen ein echter Witz. StudiVZ-Gruppen wie „Was macht die große Bushaltestelle neben dem Hauptgebäude?“ bringen es schon ziemlich auf den Punkt. Dieses Gebäude ist nicht viel mehr als ein überdimensioniertes Dach, unter das man sich bei dem typischen Öcher Wetter gerne mal unterstellen kann. Dass das nicht immer funktioniert erläutere ich im nächsten Punkt. Aufmerksame Leser (insbesondere jene, die sich das Bild mal genauer angeschaut haben) werden sich nun vermutlich fragen: Warum heißt das Gebäude Super-C, wenn es die Form einer riesigen Bushaltestelle hat? Man könnte das Gebäude ebensogut „Super-umgedrehtes-L“ nennen, aber das ist nicht so… griffig. Insider (im wahrsten Wortsinne) berichten mir jedoch, dass sich im Untergrund des Vorplatzes des Super-C noch ein sehr großer, dem Gebäude angeschlossener, Raum befindet. Würde man das Gebäude also gut 5m anheben, sähe man im Querschnitt tatsächlich ein C. Tut man aber nicht, also belassen wir es bei „Super-umgedrehtes-L“ oder „Bushaltestelle“.
Da nun die Nomenklatur geklärt ist, muss ich natürlich noch etwas rumnörgeln und dabei kurz mathematisch werden.
Wir befinden uns inmitten des Uni-Geländes und bauen ein tolles Gebäude, wo Studenten ganz viele tolle Sachen machen können. Das Grundstück ist circa 50x50m, also 2500m². Kann auch etwas mehr sein, aber der Anschaulichkeit halber rechne ich mit diesen Werten. Das Gebäude darf maximal 6 Stockwerke haben, damit es das nebenstehende Hauptgebäude nicht überragt. Meinetwegen. Macht eine Gebäudehöhe von bis zu rund 20m. Idealerweise könnte man also auf dem Grundstück ein Gebäude mit 6 Stockwerken bauen, also hätten wir eine Nutzfläche von bis zu 15000m². Der Steg, also die Aufstandsfläche, des Gebäudes beträgt nun effektiv aber nur etwa 15x50m. Das macht also eine Grundfläche von 750m². Nun beinhaltet der Steg 5 Stockwerke, das macht also 750m²x5=3750m². Die oberste Etage, der Flansch, des Gebäudes nutzt wieder die gesamte Grundfläche aus, also 2500m². In der Summe haben wir also rund 6250m² Nutzfläche. Das sind nur etwa 42% der maximal möglichen Fläche. Ergo: Den Platz hätte man viel sinnvoller nutzen können. Es soll auch repräsentative Bauten geben, die annähernd kubisch sind.
Ein letzter Kommentar noch zu der Statik: Aufgrund der Form dürfen in die 6. Etage maximal etwa 300 Personen. Schon toll, wenn man bedenkt dass da oben 2 großzügig dimensionierte Konferenzräume sind.

3. Nicht einmal rudimentäre Funktionen erfüllt dieses Gebäude. Wer versucht, sich unter dem gigantischen Dach unterzustellen, wird unter Umständen nass. Nicht aufgrund heftiger Winde, sondern schlicht und ergreifend, weil das Gebäude nicht dicht ist. An 2 Stellen (Nach neuerlicher Reparatur nur noch an Einer. Yeeeah.) kommt das Pani einfach mal von der Decke gesifft. Und das auch nicht zu wenig.

4. Kurz nachdem die Universitätsangestellten ihre Büros bezogen hatten, klagte ein nicht unerheblicher Teil von ihnen über Atemwegsprobleme und Hautreizungen. Schuld hieran sollen diverse Ausdünstungen von Baumaterialien sein. Kann ja keiner ahnen.

5. Ein guter Grundgedanke des Super-C war, es mit Erdwärme (auch Geothermie genannt) zu beheizen. Dafür wurde bei Baubeginn ein 2,7km tiefes Loch gebohrt, um eine Erdwärmequelle zu erschließen. Dummerweise war plötzlich kein passendes Rohr mehr zu bekommen. Das ursprünglich vorgesehene Kunststoffrohr machte bei einem Versuch die Biege. Jetzt haben wir ein 2700m tiefes Loch in Aachen. Ist doch auch was.
PS: Irgendwann soll das aber mal funkionieren, heißt es vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW.

6. Mein letzter Kritikpunkt gilt einer Einrichtung im Erdgeschoss. Dort wurde direkt neben dem Bistro im Hauptgebäude und gegenüber von der Cafete im Karmán-Auditorium und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pontstraße, der Fressmeile Aachens, ein weiteres Café eingerichtet. Unterhalten wird dieses vom Studentenwerk Aachen. Erwähnt werden sollte hier, dass sämtliche Cafeterien des Studentenwerks defizitär sind und nur durch Subventionen am Leben gehalten werden können.
Naja, da kann ein weiteres Café ja kaum schaden.
Achja: Der Kaffee schmeckt mir mal so gar nicht da. Lavazza hin oder her: Bäh.

Probleme des Lebens #3

Posted in Probleme des Lebens on 6. Juli 2009 by hoegi

Apropos Hebelarm:
Wenn ein Arschloch am längeren Hebel sitzt, kannst du drücken wie du willst. Du wirst vom Leben gefickt.

Ein sehr großer Burger.

Posted in Essen & Trinken on 5. Juli 2009 by hoegi

Scroll down for English version:

Heute überkam es mich mal wieder: Ich hatte richtig Bock auf einen Burger. Dummerweise war ich nicht alleine, also mussten es gleich mehrere werden. Da -wie wir alle wissen- große Produkte oft günstiger sind, haben wir uns entschieden einfach einen riesigen Burger zu basteln. Die Materialkosten sind tatsächlich deutlich geringer.
Was wir benötigen:

– 1 Fladenbrot
– 2 Tomaten
– 1-2 Packungen Schmelzkäsescheiben
– Eine Packung Bacon (gerne auch mehr)
– 1 Zwiebel
– 5 Frikadellen
– In jedem Haushalt vorhanden: Majo, Ketchup, Salz, Pfeffer

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Zuerst schneiden wir das Fladenbrot in 2 Hälften. Nun sollte das Fladenbrot schon halbwegs an ein groß geratenes Burgerbrötchen erinnern. Zur Sicherheit legen wir die Hälfte bereits auf ein Backblech, das erleichtet uns später so Einiges! Nun bestreichen wir die untere Brothälfte großzügig mit Mayo. Im Anschluss bedecken wir dies komplett mit Käsescheiben. Im Regelfall sollte man 10 Scheiben unterbringen können. Wer es nicht gerne zu käsig mag, lässt diese Schicht Käse einfach weg. Kommen wir zum aufwändigsten Teil: Dem Schnippeln. Tomaten und Zwiebeln in Scheiben/Ringe schneiden, die Frikadellen zur Hälfte durchtrennen (vom Schnitt orientieren wir uns am Fladenbrot). Die Frikadellenhälten werden mit der flachen Seite auf dem Burger drapiert und widerum mit Tomaten belegt. Hier können wir je nach gusto mit Salz und Pfeffer würzen, da die Tomaten einen guten Boden für Gewürze bilden. Kommen wir nun zu einem Hauptgeschmacksträger: Bacon. Bacon mit Zwiebeln zusammen anbraten und über den Tomaten verteilen. Jenachdem, von welchem Käseschlag wir sind kommt nun die erste oder die zweite Schicht als Abschluss obenauf. Das gesamte Konstrukt schieben wir bei rund 170° Umluft in den vorgeheizten Backofen. Wichtig hier: Die obere Fladenbrothälte bleibt schön draußen, damit der Käse gut verlaufen kann. In der Zwischenzeit bestreichen wir die obere Hälte mit ausreichend Ketchup. Nach etwa 14 Minuten wird die obere Hälfte hinzugefügt und der Burger kann bis zur gewünschten Krossheit 5-10 Minuten im Ofen bleiben.
Das fertige Produkt reicht für 4 hungrige Männer; siffige Finger sind garantiert.
Gesamtkosten: 1€ fürs Brot, 1€ für Gemüse, 1-2€ für Käse, 1€ für Bacon, 2€ für Frikadellen. Macht also 6-7€. Pro Person gut 1,50€.

Guten Appetit!

PS: Man kann wenn man möchte natürlich auch auf selbstgebratenes Burgerfleisch zurückgreifen, aber der Aufwand ist deutlich größer.

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Today is one of those days: Ravenous appetite overwhelmed me and I had a strong urge for burgers. Unfortunately, I wasn´t by myself so I had to cook for several persons. We all know that huge servings save a lot of money, so we decided to produce a huge burger. The cost of materials is distinctly lower.
This is what we need:
– 1 pita bread
– 2 tomatoes
– 1-2 packages of soft cheese panes
– 1 package of bacon
– 1 onion
– 5-10 meat patties (prefab, depends on thickness)
– Must-haves: Mayonnaise, ketchup, salt n pepper

The cooking is as easy as can be. At first we cut the pita in two parts, just like we so with a normal burger. We should put our bread on the baking tray by now, just to be safe. Take the lower part of the pita and spread it with plenty of mayonnaise. If you like cheese, cover this with about one package of cheese. If you don´t, dont. Now the most complex part: The cutting. Slice the tomatoes and the onion into slices/rings. If you got thin patties, leave them like they are, if they are thicker, cut them like you did with the pita. Now put the patties onto the cheese (or not cheese) and top them with the tomato-slices. Now it´s a good time to spice things up. Spices stick well to the tomato-base. Now let´s dedicate to a very important flavor: Bacon. Fry the bacon together with the onion rings. Don´t exaggerate it. Dispense the bacon-onion-mix over the tomatoes. Top it (again) with a package of cheese. Now shove the baking tray into the preheated oven at about 170°C (338°F). Let it bake for like 14 minutes. In the meantime spread the ketchup onto the top-half of the pita. Then put it onto the rest of the burger and let it bake for about 5-10 minutes, depending on how crispy you like your bun.
The product satisfies up to 4 men. Dirty fingers are guaranteed.
Costs: 1€ for the pita, 1€ for the vegetables, 1-2€ for cheese, 1€ for bacon, 2€ for the patties. Makes a total of 6-7€. -> About 1.50€ per person.

Enjoy your meal!

PS: You could also make your own patties, but it makes a lot more effort.

Probleme des Lebens #2

Posted in Probleme des Lebens on 5. Juli 2009 by hoegi

Ich habe neulich 75 Minuten auf einen Bus gewartet.
Er fährt im 15-Minuten-Takt.

Interventions

Posted in smile and look alive on 5. Juli 2009 by hoegi

Als bekennender US-Serienjunkie lerne ich viele Eigenarten unserer transatlantischen Freunde kennen, die ich hier des Öfteren misse.
Bei der letzten Folge Weeds, die mir vergönnt war zu sehen, wurde mir schmerzlich bewusst was wir hier wirklich brauchen und was absolut fehlt: Interventions.
Für alle, die es nicht kennen, kommt hier eine Kurzbeschreibung:
Interventions sind zu vergleichen mit Überraschungspartys. Man kommt nach Hause und urplötzlich stehen die besten Freunde oder gar die Familie versammelt in einem Raum und schauen einen vorwurfsvoll an. In diesem Moment bleiben wenige Möglichkeiten um sich klarzuwerden, was denn hier abgeht.
Erstens: Habe ich meinen Geburtstag vergessen? Unmöglich.
Zweitens: Ist jemand gestorben? Warum sollten sie dann alle so vorwurfsvoll gucken?
Drittens: (Der Blick schweift über die Ansammlung von Menschen) Kacke. Eine Intervention. Tough shit.
Von diesem Moment an wird es dann nur noch peinlich oder gar erniedrigend. Die anderen Personen verlesen nun nacheinander selbstgeschriebene Texte, die meist die Beziehung zu einem beschreiben bzw. wie sich diese Beziehung in näherer Vergangenheit verändert hat, sei es ob Drogenkonsum, Spielsucht, Überarbeitung, Selbstsucht oder was auch immer. Kurzum: Deine Freunde oder deine Familie (oder im schlimmsten Fall alle) wollen, dass du dich änderst.
Nun sollte jeder wissen, worum es hier geht.

Neidisch blicke ich also in die Staaten und sehe in diversen Serien (bislang „How I met your mother“ und „Weeds“), dass Interventions stattfinden und ich muss mich fragen, warum es sich hier noch nicht etabliert hat. Scheinbar gibt es dort sogar anerkannte „Intervention Specialists“, also Menschen, deren Beruf es ist, anderen Menschen bei Interventions zu helfen oder sie dabei zu unterstützen. Man kann damit also sogar Geld machen.
Die Tatsache, dass Interventions gesellschaftlich anerkannt sind, macht die ganze Angelegenheit für die Initiatioren einer eben solchen sehr einfach. Ich vermute, dass es sich so zuträgt: Freund 1 redet mit Freund 2: „Hey, der Damian hat sich total verändert seitdem er mit der Marianne zusammen ist!“ – „Jep, das ist mir auch schon aufgefallen. Geht gar nicht.“. Freund 2 geht also zu Freund 3: „Ist dir mal aufgefallen, dass Damian seit Kurzem anders ist?“ – „Ja, das wollte ich auch schon gesagt haben.“ Und so weiter und so fort. So rotten sich also 4-5 Freunde zusammen und beschließen eine Intervention zu starten. Durch die gesellschaftliche Akzeptanz angespornt vereinbaren sie also einen Überraschungstermin… Den Rest der Geschichte kann man sich denken.
Wie würdest DU reagieren, wenn DEINE Freunde oder DEINE Familie plötzlich vor dir steht und jeder eine kleine Rede vorliest, wie sehr du dich verändert hast und blaa?
Du würdest doch alle für bescheuert erklären, diese Art der Zusammenkunft als New-Age-Shit abtun und einfach wieder gehen. Das liegt daran, dass du Deutschland bist. Wir machen sowas nicht. Hier behält jeder seine Meinung für sich und wenn er jemanden hasst oder verachtet behält er das für sich, oder attackiert die Person gegebenenfalls subversiv. Hier sagt niemand: „Du bist scheiße!“. In Deutschland wird sowas einfach totgeschwiegen und gewartet, dass sich das Problem von selbst löst. Sollte es dennoch mal ausarten, wird es irgendwann in einer Straftat gipfeln und der Staat nimmt sich dem Problem an. Problem gelöst.
Warum hat in diesem Lande niemand die Eier um einfach mal eine Intervention zu starten? Es gibt so viele Bedürftige, denen man einfach nur mal ins Gesicht sagen muss, dass sie totale Flaschen sind. Dass sie scheiße sind. Dass sie Scheiße bauen. Dass sie mal ganz anders waren.
Zu hoffen bleibt, dass das Phänomen „Interventions“ wie so Vieles irgendwann aus den USA zu uns rüberwandert und Millionen von Menschen mal die Meinung gesagt kriegen. Es kann nur besser werden.

Angewandte Wissenschaft – Kronkorken öffnen

Posted in Angewandte Wissenschaft on 2. Juli 2009 by hoegi

Ein freundliches Hallo hier aus dem ingenieurwissenschaftlichen Versuchsstätten der Firma Happy Industries & Co. KG.
Heute möchte ich euch (insbesondere denen die es einfach nicht hinbekommen) das Prinzip des Kronkorkenöffnens darstellen und erklären. Möglicherweise hilfts; wahrscheinlich aber auch nicht. Grobmotoriker bleiben halt Grobmotoriker, da helfen keine Anleitungen und Erläuterungen.

Zuallererst müssen wir uns klarwerden, wie ein Kronkorken überhaupt konzipiert ist und welches Ziel wir -abgesehen davon, dass wir an den Inhalt der Flasche wollen- überhaupt verfolgen müssen. Hier also eine äußerst schematische Darstellung des Sachverhaltes.

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(Die Grafiken in diesem Post wurden in stundenlanger Schweißarbeit von unserem 4-Mann-Designstudio entwickelt.)

Wie der Name vermuten lässt hat der Kronkorken also die Form einer Krone, welche an ihrem Rand 21 Zacken besitzt, die widerum den abgerundeten Abschluss des Flaschenhalses umschließen und so jegliche Bewegung und damit auch Öffnung des Kronkorkens selber verhindern. Dadurch, dass der Zackenring die Flasche komplett umschließt ist zum Einen die Bewegung in Querrichtung behindert, dadurch, dass die Zacken beim Verschließen um den Flaschenhals gebogen werden wird die Bewegung des Korkens in vertikaler Richtung behindert. Doch eben diese Bewegung ist unser Ziel!
Wie trennen wir nun also den Kronkorken von der Flasche? Im Groben und Ganzen gibt es 2 Prinzipien die es zu beherrschen gilt.
Auf der einen Seite haben wir die stationäre Variante die keinerlei Werkzeug vom Nutzer erfordert, jedoch brauchbare Gegenstände in der näheren Umgebung erfordert, auf der anderen Seite ist da die häufiger genutzte Variante, die zwar Werkzeug erfordert, jedoch quasi allenorts Anwendung finden kann.
Beschäftigen wir uns zuerst mit der stationären Variante. Zur Veranschaulichung wieder eine Grafik aus unserem 12-Mann-Designstudio aus der schwedischen Tundra:
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In orange gehalten erkennen wir wieder unser Corpus Delicti. Neu und wichtig für diesen Versuch sind zuerst die rot eingezeichneten Kästen.
Übersetzen wir dieses Bild in die Praxis: Zuerst müssen wir einen rot schraffierten Quader finden. Sollte keiner zur Hand sein tun es auch jegliche sonstige Gegenstände mit möglichst rechtwinkligen, harten Kanten. Ideal und oft in der Nähe: Der Bierkasten.
Nun setzen wir den Kronkorken an einer Seite auf die Kante auf und bringen mit einer Hand, einem Handballen oder (bei ausreichender Größe) mit einem Penis eine Flächenlast auf die andere Seite der Flasche auf. Da der Kronkorken aus weichem Metall besteht wird er sich im Folgenden verformen, weil das Material den aufgebrachten Kräften nicht entgegenwirken kann. Diese Verformung beinhaltet zuerst eine Durchbiegung der im Bild befindlichen rechten Seite des Kronkorkens in Richtung des blauen Pfeiles, welche widerum eine geringe Querausdehnung des Kronkorkens in der Mitte mit sich bringt. So wird der Kronkorken-Flaschen-Verbund gleich an drei Stellen gelöst und die Flasche öffnet sich. Leider werden die Kronkorken bei diesem Verfahren unnötig penetriert und verformen sich dauerhaft mäßig bis stark. Außerdem erzeugt dieses Verfahren beinahe keine Geräusche und so wird der Nutzer beim Öffnen der Flasche nicht akustisch stimuliert.
Also wenden wir uns dem zweiten Verfahren zu. Ich verspreche bessere Resultate!

Zur Veranschaulichung gibt es auch hier wieder eine Grafik von unserer Designagentur SVEN, welche mit 34 Mann an der Produktion dieser Bilder beteiligt war.
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Hier haben wir den Kronkorken abgeschnitten und betrachten nur eine Seite, denn wichtiger als unser orangefarbener kleiner Feind ist hier die rote Apparatur.
Das kleine freischwebende Dreieck rechts vom Kronkorken stellt ein kleines Auflager dar, der dicke Pfeil weiter rechts ist die aufzubringende Kraft (F).
Bei diesem Verfahren wird Nutzen gezogen aus so ziemlich dem einfachsten physikalischen Prinzip: Dem Prinzip des Hebels.
Wie unschwer zu erkennen ist, befindet sich der Kronkorken deutlich näher am Auflager als unsere Einwirkende Kraft. Nehmen wir an, der Abstand vom Kronkorken zum Auflager sei 1 cm, der Abstand vom Auflager zur Wirkungslinie der Kraft sei 10cm. Nach Adam Riese verzehnfacht sich unsere Kraft also in diesem System. In unserem stationären Öffnungsverfahren hatten wir keinerlei Hebelarm, hier war Kraft die den Korken geöffnet hat gleich der Kraft die wir auch in das System eingebracht haben.
Eben in der Multiplikation unserer Kraft mit zunehmendem Hebelarm liegt der Spaßfaktor dieser Öffnungsvariante. Je mehr Hebelarm, desto mehr Kraft, desto mehr „Bums!“.
In der Praxis sieht das ganze wie folgt aus: Das Auflager ist in der Regel unser Mittelhandknochen des Zeigefingers der bierflaschenhalsumklammernden Hand (Anmerkung der medizinischen Fachabteilung: Proximale Phalange des Digitus Index). Empfehlenswert ist bei Rechtshändern die linke Hand; die Kraft der rechten Hand benötigen wir nämlich jetzt.
Mit dieser Hand nehmen wir uns nun ein längliches, weitestgehend stabiles Instrumentarium. In Fachkreisen sind Feuerzeuge meist das Mittel der Wahl.
Wir umschließen also das Feuerzeug in diesem Falle möglichst fest und legen es wie in der Abbildung gezeigt zwischen Zackenrand und Finger. Die Praxis zeigt, dass das Hebelinstrumentarium auch zwecks Verlängerung des Hebelweges angewinkelt angelegt werden kann, sprich: Das freie Ende befindet sich oberhalb des Niveaus des Kronkorkens. Befinden wir uns in der gewünschten Stellung gilt die volle Konzentration der Bewegung der hebelnden Hand. Sie sollte sich möglichst schnell, stark und ruckartig nach unten bewegen, wohingegen der Rest des Systems idealerweise völlig starr bleibt. Der Kronkorken sollte sich nun geräusch- und effektvoll von seinem ehemaligen Wohnort entfernen. Bei richtiger Anwendung ist akustische wie auch optische Stimulation garantiert.
Betrachtet man den abgefeuerten Kronkorken genauer, wird man feststellen, dass dieser praktisch keine Verformungen aufweist.
Unsere 1-Mann starke Laborbesatzung versucht dieses Phänomen wie folgt zu begründen: „Da Metall ein in geringen Teilen elastisches Material ist, begibt sich das Projektil unmittelbar nach Entfernung vom Flaschenhals in seine Ausgangsform zurück, da die Kraft nur für den Bruchteil einer Sekunde auf das Objekt einwirkt und dann unmittelbar die Relaxation eintreten kann.“

Ich hoffe, wir konnten euch das Faszinosum des Flaschenöffnens etwas näher bringen. Wenn nicht, dann nicht.
Guten Durst wünscht
hoegi