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Geld gegen Essen – Bagels and Beans (Aachen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 17. Januar 2011 by hoegi

Wer sich desöfteren in den Niederlanden aufhält oder zumindest dort aufmerksam durch die Fußgängerzonen der großen Städte bewegt, dürfte die Kaffeehauskette „Bagels & Beans“ kennen. Seit etwa einem Jahr hat sich diese Kette mit ihrer ersten Filiale in Deutschland niedergelassen und wie der Zufall es so wollte (oder die Grenznähe es vernünftig erscheinen lässt), liegt diese Filiale eben in meiner „Wahlheimat“ Aachen.

Gestern begab es sich dann also, dass ich dem Lokal einen Besuch abstatten durfte. Einige Wochen zuvor hatte ich mir über Groupon (CityDeal) einen Gutschein über den „Süßes für zwei“-Teller besorgt, der natürlich eingelöst werden wollte.
Das Bagels&Beans begrüßt den Gast in einer recht naturbelassenen Umgebung. Einfach lasierte Holzmöbel und naturnahe Farben vermitteln ein wenig diesen typischen „Öko/Green-economy/Soccermom´s-favourite“-Coffeeshopflair. Leider sorgt diese einfache Gestaltung für eine recht suboptimale Schallverteilung in den Räumlichkeiten, sodass es recht schnell laut werden kann.
Überzeugen kann die Speisekarte, die 1:1 von den holländischen Kaffeestübchen übersetzt, einen freundlichen und ehrlichen Eindruck macht. Weniger überzeugen können auf den ersten Blick die Preise, die jedoch (wenn man den Aussagen der Karte trauen darf) aufgrund fair gehandelter Zutaten und „möglichst alles Bio“ doch gerechtfertigt scheinen. Ich weiß nicht, wie sich das hier gerade liest; vielleicht klingt das alles etwas zynisch und nach „Oh mein Gott, was für ein Ökoschuppen ist das denn?!“, aber diesen Eindruck möchte ich hier eigentlich gar nicht erwecken. Es ist halt so wie es ist.
Zu dem „Süßes für zwei“-Teller, bestehend aus Dattelkuchen, Feigentorte, Brownie, Zimt-Apfel-Muffin, Zimt-Rosinen-Bagel und einem verflucht gutem Cheesecake, wird pro Person ein Becher Kaffee oder Tee gereicht. Für zwei Personen war das allerdings definitiv zu viel des Guten; daran kann man locker zu dritt essen (siehe unten).

Der Kaffee schmeckte sehr intensiv und kräftig, ohne dabei bitter zu wirken; Rückstände von gemahlenem Kaffee (kein Pulver!) lassen auf eine vernünftige Brühung schließen. War lecker.
Zusätzlich bestellte ich mir einen frisch gepressten Ananassaft, der aufgrund seiner Frische allerdings eher wie ein Sorbet daherkam. Viele, viele, viele Fruchtstücke (die seltsamerweise aber durch den Strohhalm passten) versicherten mir, dass dieser Saft auch wirklich frisch gepresst war. War auch sehr lecker.
Erwähnte ich eigentlich schon den Cheesecake? Auch wenn ja, dieser Kuchen war verdammtnochmal scheiße lecker. Eine ganz seltsame fluffig-bröselige und zugleich extrem saftig-süße Konsistenz sorgten für ein einzigartiges Geschmackserlebnis, was leider nur dadurch getrübt wurde, dass ich schon fürchterlich satt war, als ich mit dem Cheesecake angefangen hatte.

Neben Käffchen und Kuchen steht im Namen des „Bagels & Beans“ natürlich auch noch der Bagel. Der Zimtbagel, der unseren Teller begleitete, war überraschenderweise sehr lecker und lässt hoffen, dass die anderen Bagel (besonders mit den vielfältigen Belagsvariationen) ebenso gut schmecken. Das gilt es demnächst zu testen.

Der Service im Bagels&Beans ist äußerst freundlich und augenscheinlich niederländisch, was dem aber keinen Abbruch tut. Besonders oft ließen sie sich bei uns nicht blicken, was aber auch an unserem sehr abgelegenen Tisch gelegen haben mag. Trotzdem gibts hier kleine Abzüge.

Fazit: Wer gerne mal leckeren Kaffee trinkt und weder auf Konditoreiatmosphäre als auch auf durchschnittliche Cafés Lust hat, sollte dem Bagels&Beans mal einen Besuch abstatten. Neben der Filiale in Aachen ist das in den Niederlanden in über 40 Städten möglich. Ich für meinen Teil werde definitiv nochmal reinschauen!

Wertung:
Essen: 8 /10
Service: 6 /10
Sauberkeit: 9 /10
Preisgestaltung: 7 /10
Ambiente: 8 /10

Ergebnis: 3,8 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Bagels & Beans
Kleinmarschierstrasse 78-80
52062 Aachen
Tel. 0241 – 18 01 71 57
http://www.bagelsbeans.de
http://www.bagelsbeans.nl

Le Lion – Bar de Paris

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, German Heaven, Getestet, Mixed Feelings, smile and look alive on 16. Januar 2011 by Herr Grau

Jörg Meyer ist in der Cocktailszene kein Unbekannter, im Gegenteil: Als Teilhaber der Firma The Bitter Truth, die auch exotischere Bitter wieder aufleben lässt, kennt man ihn, als „Travelling Mixologist“ und nicht zuletzt durch sein Barbau-Blog. Letzteres dokumentierte die Konzeption und den Bau einer Bar, die unter Cocktailenthusiasten inzwischen als die beste Bar Deutschlands gehandelt wird, unter allen Menschen aber, die ganzer Sätze und des aufrechten Ganges mächtig sind, weiterhin eher ein Geheimtipp ist:
Das Le Lion in der Hamburger Altstadt.

Als genereller Hedonist, höflich bestellter Aficionado und teilzeitbloggender Cocktailfreund hatte ich mir neben Weltherrschaft und der Züchtung blauer Chorzitronen natürlich das mittelfristige Lebensabschnittsziel gesetzt, dieses feine Etablissement einmal zu besuchen. Es hat gute zwei Jahre gedauert, bis mich der Wind des Schicksals einmal nach Hamburg geweht hat, sodass ich mir einen Haken hinter diesen Punkt setzen konnte. Das war gestern.

Abseits von Klischee und Kravall des Hamburger Nachtlebens findet sich das Le Lion in der Rathausstraße der Hamburger Altstadt. Es sind nur sechs Minuten, die einen S-Bahn-bewehrten Gast von der Reeperbahn trennen, aber das hat man bereits vergessen, wenn man vor der schweren, schwarzen Pforte der Bar steht, die aus dem Vollen gelutscht zu sein scheinenden Türgriffe und die Klingel im Art Déco Stil bestaunt und letztere schließlich zu drücken wagt. Es geschieht eine Zeit lang nichts, Spannung baut sich auf, schließlich öffnet sich das Portal, um hinter sich die freundliche Begrüßung durch den Chef persönlich freizugeben. Man lässt der Dame den Vortritt und folgt – folgt in einen Raum, dessen schöpfender Geist in einer strichsicheren Weiterführung jenes Art Déco offenbar unfehlbaren Geschmack bewiesen hat. Über die wunderbaren Tapeten, Tische und Sessel wird der Blick unweigerlich auf die Bar gezogen, das Herzstück des Le Lion. Wie schmückende Kristalle schimmern die beleuchteten Eiswürfel in der mittig thronenden Eiswanne, in der die Drinks gerührt werden und man kann sich schon an diesem Punkt des Eindrucks nicht erwehren, dass einen hier etwas Besonderes erwartet. Das subtile Gefühl, in einer anderen Welt angekommen zu sein, abseits vom Harm und Trubel der Welt, überkommt einen heimlich und Anspannung, von der man gar nicht wusste, fällt von einem ab.

Wir wurden zu unseren reservierten Plätzen geführt, zwei Sessel an einem größeren Mamortisch, dessen flankierende Bänke drei anderen Gästegrüppchen Platz boten. Zwar wäre ein bisschen mehr Privatssphäre nicht schlecht, aber gestört haben die anderen Gäste uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht, nicht zuletzt wegen der angenehmen, Clubjazz-lastigen Musik, die genau die richtige Lautstärke hatte. Man konnte sich hervorragend unterhalten, die anderen Gäste gingen im Hintergrundgeräusch unter. Nachdem unsere Garderobe abgenommen worden war, offerierte der Chef uns Karten, die ich aber freundlich ablehnte und einen zwei zu eins Plymouth-Martini with a twist und einen French 75 bestellte – und haleluja! – man verstand mich! Man bekommt gutes, gefiltertes Wasser im Prinzip sofort, wenn man sich gesetzt hat und dieses Glas wird von dem umsichtigen Kellner stets voll gehalten. Alles ist darauf ausgelegt, dass man die Drinks, nämlich das, worum es im Le Lion geht, vollends genießen kann.

Wir blieben fast vier Stunden und tranken noch einen Ramos Gin Fizz und einen Gimlet und schließlich bat ich den Kellner, der Barkeeper möge mich mit einem Gincocktail überraschen. Wir kamen etwas ins Gespräch, ich erläuterte meine Ginvorlieben und er fragte, ob ich eine grundsätzliche Cocktailsklasse präferieren würde. Dabei zeigte er beeindruckendes Wissen über Cocktailhistorie, wusste um die Geschichte des Rezepts des Singapur Slings und etliches mehr, ließ mich schließlich durchaus beeindruckt zurück – und machte sich daran, mir persönlich einen Drink zu mixen, während der eigentliche Bartender sich anderen Aufgaben widmete. Schließlich servierte er mir einen wahnsinnig guten Tom Collins, den er kreativ mit einem Grapefruit-Twist versehen hatte. Ich habe lange nichts so leckeres mehr getrunken.

Ich bitte zu verstehen, dass folgende Kritik auf einem fast lächerlich hohen Niveau liegt, aber einige Sachen fielen doch auf: Der Martini war meines Erachtens nicht lang genug gerührt. Der Gimlet war etwas zu stark ausgelegt und ich bin mir relativ sicher, dass er nicht mit Rose’s Limejuice gemacht war, obwohl ich explizit darum gebeten hatte. Der Ramos Gin Fizz war zwar ausreichend geschüttelt, aber enthielt zu wenig Sahne. Der French 75 wurde in einem silbernen Julep-Cup serviert, anstatt in einer Champagnerflöte. Aber ich bin mir sicher, dass all dies Kleinigkeiten sind, die man durch kurzes Reden mit den Leuten hätte lösen können. Es kam generell das Gefühl herüber, dass man mehr als froh sei, wenn man Interesse an den Drinks und der praktizierten Kunst zeigte. Ich wollte allerdings meiner Begleitung nicht zumuten, mich noch in eine weitere, vermutlich noch umfangreichere Diskussion über Cocktails zu verstricken, anstatt meine Zeit dem offensichtlich richtigeren Zweck zu widmen. Deshalb und angesichts der durchgehend extrem hohen Qualität und beispiellosen, wenn auch nicht perfekten, Ausführung verzichtete ich auf jegliche Kritik, was leider später nicht mehr für alle Gäste galt – mit dem Kellner wurde an unserem Tisch für meinen Geschmack rüpelhaft gesprochen, ein probierter Drink wurde zurückgegeben, einfach weil er der Bestellenden nicht schmeckte; man muss glücklich über die Tür und den kontrollierten Einlass sein, aber allen Pöbel hält auch dies leider nicht fern, vor allem weil er sich in teuren Gewändern zu verbergen weiß.

Alles in allem war der Besuch eine großartige Erfahrung. Für die Drinks werden 12 – 15€ je aufgerufen, was ich für durchaus bezahlbar und angemessen halte. Ein Besuch im Le Lion ist, wie der Besuch in einem guten Restaurant, für mich als Student eben etwas Besonderes für seltenere Anlässe, auch wenn ich dort am Liebsten jede zweite meiner Nächte verbringen wollte. Doch das muss warten, bis ich reich und berühmt bin. Wiederkommen werde ich auf jeden Fall, dieses Niveau in allen Facetten ist weltklasse – und das Gefühl, dort zu sein, ist so angenehm, wie ich es bis jetzt noch nie vorher erlebt habe.

Bilder vom Inneren gibt es übrigens hier.

Le Lion – Bar de Paris
Rathausstraße 3
20095 Hamburg

Tel: 040 – 33 47 53 78 0
Website: http://www.lelion.net/

Geld gegen Essen – Pera (Aachen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, Getestet on 15. Januar 2011 by hoegi

Als Student in Aachen ist Aachen fällt einem die Wahl des mittäglichen Speiselokals oft sehr schwer. Denn neben der miserablen Mensa gibts es in unmittelbarer Nähe eine Fülle von günstigen und teils auch guten Restaurants, die es zu entdecken gibt.
Der heutige und erste Kandidat in diesem Feld ist das Pera. Ich wollte den Laden immer schon ausprobiert haben, bin aber komischerweise nie dazu gekommen. Eines Tages war es dann scheinbar für immer geschlossen und das Ladenlokal stand etwa ein Jahr lang leer. Zwischzeitlich hatte dann die amerikanische Fritten-und-Tittenschleuder Hooters angekündigt, das Lokal beziehen zu wollen. Ich denke aber mangels gut bestückter, williger, heißer Frauen in Aachen (einige Stadt in NRW mit größerem Männer- als Frauenanteil!) wurde diese Idee dann verworfen. Seltsamerweise zog es das Pera dann wieder an seine ehemalige Stätte.

Im Zuge meiner Mittagshungrigkeit verschlug es mich also gestern tatsächlich das erste Mal ins Pera. Gelockt hatte mich ein Mittagsangebot für einen Cheeseburger mit Pommes und Salat für 4,90€. Das ist für die Pontstraße ein ziemlich durchschnittliches Angebot, aber um der Entdeckung willen nahm ich es halt wahr. Als „Beilage“ drängte sich mir ein auf einem Tischaufsteller angepriesenes Eigenmarkenbier auf. Es hörte auf den Namen Pera und schien ein obergäriges Helles zu sein. Als dann die Kellnerin mit Flasche plus Kölschglas ankam, war meine Befürchtung bestätigt. Kölsch. Dafür schmeckte es allerdings nicht so schlimm wie erwartet und als Sidekick zum Essen war es allemale brauchbar. Außerdem sind 1,90€ für 0,3l günstiger als größengleiche Softdrinks.
Das Essen kam mit etwa 5 Minuten recht zügig, was mich eigentlich hätte stutzig machen sollen.
Das Patty auf dem Burger war gelinde gesagt winzig (vor allem sehr flach!) und verschwand unter/über einer größeren Salat/Gewürzgurken/Zwiebel/Tomatenschicht. Das Brötchen war gut getoastet und abgesehen von dem eben angesprochenen zu klein geratenem Fleischbrätling war das Produkt essbar. Weniger genießbar waren leider der angrenzende Salat als auch die Steakhousepommes. Das Salatdressing schmeckte wie fürchterliche Medizin und hielt mich vom weiteren Verzehr der Heckenbeilage ab. Die Pommes waren zwar heiß (ich habe mich sogar daran verbrannt…), leider aber sehr labberig. Erkaltet erinnerten sie an festeres Kartoffelpürree. Hier ist aber positiv anzumerken: Ohne Aufforderung kam jeder Teller mit jeweils einer großen Tüte Majo und einmal Ketchup. Woanders kostet das gerne mal empfindlichen Aufpreis.

Das Ambiente in dem Lokal gefällt auf jeden Fall. Dunkle Holzverkleidungen (wenn auch nur Furnier), passives Licht und warme Farben schaffen eine gemütliche und zugleich moderne Atmosphäre. Leider wird es dort relativ schnell laut.
Die Bedienung war mal flott, mal langsam, mal vergesslich; im Schnitt also durchschnittlich bis unauffällig. Kein Pluspunkt und kein Minuspunkt.

Fazit: Ich habe in der Pontstraße definitiv schon besser gegessen, allerdings denke ich, dass hier noch ein gewisses Potential vorhanden ist. Besonders die Cocktail-Happyhours (So.-Do. ab 18 Uhr bis Ende, Fr.+Sa. 22 Uhr bis Ende, 3,90€ für alle Cocktails) klingen verlockend und dank des ansprechenden Interieurs wird mich das Pera mindestens noch einmal als Gast begrüßen dürfen.

Wertung:
Essen: 4 /10
Service: 6 /10
Sauberkeit: 9 /10
Preisgestaltung: 9 /10
Ambiente: 9 /10

Ergebnis: 3,6 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Pera
Pontstraße 95
52062 Aachen
Telefon: 0241-94 37 99 19
Interwebs: http://www.pera-ac.de

Geld gegen Essen – Rimini (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 19. Dezember 2010 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Empfehlenswert

Gerade zurück aus diesem italienischen Restaurant, das im göttinger Vorort Geismar zu finden ist. Gerade bei diesem Wetter zwar ein lebensgefährliches Charakterziel, dort essen gehen zu wollen, aber jeden riskierten Hals wert. Zwar erschließt sich die Parkplatzlage nicht wirklich, aber wenn man den Karren einmal abgestellt, die Öffnungszeiten einmal getroffen und die Pforte durchschritten hat, kann man sich kaum über etwas beschweren.

Das Interieur ist leicht maritim-nautisch angehaucht und für ein italienisches Restaurant ungewohnt rustikal, aber gemütlich und sauber. Der Service ist adrett, flott und sehr freundlich. Die Karte enthält bis auf das von mir vielleicht etwas zu viel geliebte Tiramisú alles, was das Herz begehrt. Die Gerichte liegen mit 5-10€ Durchschnitt auf einem sehr freudeerregenden Niveau und kommen in einem sehr sauberen Zeitrahmen.

Mein Carpaccio war so gut, wie ich es selten gegessen habe. Zu lamentieren, was der Rukola da drauf verloren hat und dass es ein klitzefitzelkleines bisschen zu sauer angemacht war, ist Kritik auf einem extrem hohen Niveau. An der Sauce meiner Penne al Salmone habe ich gar nichts zu mäkeln. Die Nudeln selbst waren leider ein bisschen zu lang gekocht. Wir reden noch nicht über verkocht, aber es war schon so, dass es mir aufgefallen ist. Zu den Vorspeisen gab es eine frische, sehr leckere Focaccia. Das Omelett des Kollegen Hildeborn war sehr gut, die dazu gereichten Pommes vielleicht nicht hundertprozentig passend, aber ebenfalls handwerklich fehlerfrei und gut gewürzt. Die Calzone des Hauptgangs war endlich mal in der Pfanne gemacht, wie es sich gehört, anstatt im Ofen oder in der Friteuse und schmeckte sehr gut.

Das ganze zeichnet ein sehr angenehmes Bild – dieses Restaurant hat mich mit Sicherheit nicht zum letzten mal gesehen. Ich bin hoch zufrieden.

Wertung:
Essen: 9 /10
Service: 10 /10
Sauberkeit: 8 /10
Preisgestaltung: 9 /10
Ambiente: 7 /10

Gesamtergebnis: von 4,3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Rimini
Von-Ossietzky-Straße 28
37085 Göttingen
Telefon: 0551/ 76001

Öffnungszeiten: Täglich 11:30 – 14:30Uhr & 17:30 – 23Uhr

Geld gegen Essen – Diwan (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 16. Dezember 2010 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Unerstaunlich

In der Roten Straße mitten in Göttingens Innenstadt findet sich das „Diwan“ genannte anatolische Restaurant, deren Spezialität nach eigenen Aussagen die Zubereitung von Speisen im Lehmofen ist. Letzteres klang einladenend, also ging ich vor einigen Wochen mit unserem hochbeliebten Autorenkollegen Hildeborn einmal dem Restaurant einen Besuch abstatten.

Von außen fällt die von den Balken abblätternde Farbe und das billig anmutende Plastikschild auf, innen ist die Atmosphäre aber, geprägt von rohem Holz, rustikal, sauber und gemütlich. Zur Mittagszeit war dort fast nichts los, weswegen wir schnell, aber auch nett bedient wurden.

Die Karte ist recht lang, aber die Zubereitungen ähneln sich meines Erachtens doch teilweise recht stark. Man bezahlt für die meisten Gerichte über 10€. Das Essen ist mein Hauptkriterium und in diesem Fall auch mein Hauptkritikpunkt: Beide Gerichte waren bis zu einem gewissen Grad unspektakulär, schienen undurchdacht und nicht unbedingt lecker. Nicht schlecht, aber auch eben nicht doll. Für das Gebotene kosten sie aber auf jeden Fall zu viel. Mich drängt es nicht, in dieses Restaurant alsbald zurückzukehren.

Wertung:
Essen: 3/10
Service: 8/10
Sauberkeit: 7/10
Preisgestaltung: 3/10
Ambiente: 6/10

Gesamtergebnis: 2,7 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Diwan
Rote Straße 11
37073 Göttingen
0551 56085

Öffnungszeiten: Täglich 12 – 15Uhr & 18 – 24Uhr

Geld gegen Essen – Papa George (Münster)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 15. Dezember 2010 by hoegi

„Eine wichtige Kategorie und erst ein Eintrag, das muss sich ändern!“
So geschah es.

Aus dem Exil fällt es bekanntermaßen schwer, Erfahrungsberichte zu verfassen, insbesondere wenn der letzte Restaurantbesuch eine Weile zurückliegt. Dementsprechend fallen jegliche Läden aus der Bewertung, deren Eindruck quasi beim Verlassen des Lokals schon wieder flöten ist. Das sind schon einige. Denke ich aber an meine Heimatbesuche zurück und krame dann nach Erinnerungen an gleichbleibend gute Qualität und unverschämt unvergesslich ungesundes Essen (wichtige Qualitätsmerkmale für mich!) dann kann ich eigentlich nur über einen Laden schreiben: Papa George.

Wer sich Münsteraner nennt und noch nie bei Papa George gegessen, geschweige denn jemals davon gehört hat, darf sich nicht Münsteraner nennen. Dieser Laden ist Kult. Vor dem Umzug im letzten Jahr (± 1 Jahr) lag der Imbiss idyllisch gelegen direkt an der Wolbecker Straße. Heute liegt der Laden immer noch idyllisch an der Wolbecker Straße, nur etwa 200 Meter weiter stadtauswärts. Dafür aber auch gleich ne ganze Stange größer und folglich auch deutlich bequemer!
Dem ein oder anderen Leser mag aufgefallen sein, dass ich in der Bezeichnung für diesen Laden/Imbiss/Restaurant keine klare Linie habe. Ist auch irgendwie schwer zu sagen; ist halt ein Imbiss mit Anklängen an ein Schnellrestaurant. In lecker. Schwer also das genau zu beschreiben.

Die Bedienung.
Gibts eigentlich nicht. Papa George ist ein SB-Restaurant und so ist man nur kurz mit den Griechen hinterm Thresen in Kontakt. Mal freundlich, mal etwas befremdlich kommt die Obermutti bei Papa George daher; man weiß nie ob sie jetzt wirklich böse ist oder nur so tut. Beängstigend, aber nur eine kleine Hürde auf dem Weg zu…

Das Essen.
Das Wichtigste. Viel kann ich eigentlich nicht sagen über das Essen; es ist schlicht und ergreifend lecker. Wer auf viel Fleisch steht, wird mit Gyros überbacken (Gyros in Fett mit Zwiebeln und dick Käse drauf) oder den legendären Gyrospizzen (Pizza mit Gyros in Fett mit Zwiebeln und dick Käse drauf) auf jeden Fall gut bedient, wer kein Fleisch mag (dem ist eh nicht zu helfen) wird bestimmt auch seine Freude an diversen griechischen Salaten haben. Aber ganz ehrlich: Ich bin noch nie annähernd nur auf die Idee gekommen da Salat zu essen. Diese Kurzbeschreibung über das Essen mag nicht zufriedenstellend sein, aber viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Fleisch in Fett mit Zwiebeln und Käse… das ist halt einfach lecker. Und solange man das nicht jeden Tag isst, kann man davon auch nie zu viel bekommen. Mit Preisen um die 5€ pro sättigendem (!) Gericht ist der Imbiss auch für den sparsamen Drescher eine Empfehlung wert!

Von meiner Seite aus kann ich nur 5 von 5 möglichen Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen vergeben. Papa George macht mich immer zufrieden und das schon seit vielen Jahren.

Papa George
Wolbecker Straße 31
48155 Münster
0251 664263

Geld gegen Essen – El Flamenco (Münster)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 31. Oktober 2010 by Herr Grau

Um direkt einmal zu zeigen, wie ein solcher Artikel in meiner glänzenden neuen Kategorie aussehen könnte, werde ich umgehend mit einer sehr angenehmen Lokalität starten:

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Empfehlung

Wie die phantasievolleren Leser vermutlich schon erraten haben, deutet der Name „El Flamenco“ in Verbindung mit dieser Kategorie auf ein spanisches Restaurant hin. Dieses liegt in Münster-Hiltrup an der Marktallee und dort auch eigentlich recht günstig, da man direkt gegenüber an den Schulen parken kann. Das Restaurant ist gerade erst renoviert worden, der Besucher, der Nikotinrauch zu seinem Essen gereicht zu bekommen nicht vorzieht, wählt den hinteren Eingang über die hübsche neue Terasse und findet sich alsbald in einem heimeligen, mittelgroßen Restaurant wieder, das in Rottönen gehalten, dezent dekoriert und mit einladenden, dunkelen Holztischen möbliert ist. Die Begrüßung ist freundlich, aber nicht übertrieben, man wird stets gut platziert und bekommt dann auch recht flott eine sehr umfangreiche Karte (Menü ist hier einzusehen).

Es gibt stets etwas Brot vorweg, das nicht immer ofenfrisch, dafür aber umsonst ist, und eine Auswahl von paninen Agenzien wie Kräuterbutter, Knoblauchbutter, Paprikadip. Es handelt sich zwar nicht um Fitnessessen, sondern eher um kleine Sünden, aber diese lohnen sich – noch nie habe ich etwas Verwürztes dort gegessen, oder Fleisch, das nicht auf den Punkt gewesen wäre, kurz: Die Küche leistet sich keinerlei handwerkliche Fehler, sondern hält durchgehend einen hohen Standard, was leider heute keinstenfalls mehr selbstverständlich ist. Die Portionen sind sehr gut dimensioniert.
Besonders empfehlen kann ich die Serranoschinkenplatte (#24) als Vorspeise, sowie mein Standardgericht, die Bandnudeln mit Lachs und Broccoli (#42), aber auch alle anderen Gerichte, die ich dort gegessen habe oder die meine Begleiter hatten, haben nicht enttäuscht.
Service und Essen sind von sehr akzeptabler Geschwindigkeit, auch wenn das Restaurant voll ist, und die Kellner stets zuvorkommend. Unter Berücksichtigung des mit 9-19€ pro Hauptgericht sehr moderaten Preisrahmens ist das El Flamenco eine stehende Empfehlung unter münsteraner Restaurants und wird von mir durchaus mit Regelmäßigkeit besucht.

Wertung:
Essen: 9/10
Service: 8/10
Sauberkeit: 9/10
Preisgestaltung: 8/10
Ambiente: 8/10

Gesamtergebnis: 4,2 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

 

 

 

„El Flamenco“
Marktallee 9
48165 Münster
Tel. 02501 – 21 29
www.el-flamenco.de

Öffnungszeiten:
Täglich 11:30Uhr – 14:30Uhr & 17:30Uhr – 24Uhr

Geld gegen Essen – Wir nörgeln über Restaurants

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 31. Oktober 2010 by Herr Grau

Ich kann mich daran erinnern, dass ich schon vor Jahren mal anfangen wollte, meine Erfahrungen mit meinen Restaurantbesuchen schriftlich festzuhalten. Wer hätte ahnen können, dass dieser Plan, der zuerst natürlich den Weg alles Weltlichen in meinem Leben ging, also bis zum Vergessen vor mir her prokrastiniert wurde, tatsächlich irgendwann mal realisiert würde.

Aus irgend einem Grund liest tatsächlich eine nennenswerte Zahl Menschen dieses Blog, warum also sollte ich meine Aufzeichnungen von Hand in ein Buch in meiner Schublade schreiben? Wenn ich mehr als vierzehn Wörter am Stück per Hand schreibe, kriege ich sowieso Schmerzen und mein altes Klassenkampfsyndrom flammt wieder auf. Und da ich, wenn ich nichts zu nörgeln habe, unglücklich werde, plane ich – quasi als Substitutdroge -, in Zukunft zu versuchen, meine Besuche in jenen Etablissements, in denen der Koch seine Fertigkeit gegen bare Münze prostituiert, katalogisch aufzuarbeiten und hier bereitzustellen. Wahnwitz und unrealistische Ansprüche, sowie vollständig willkürliche Wertungen inklusive. Wie man mich kennt und liebt. Und natürlich werde ich auch eine Wurst an einen Stock binden und die werten Coautoretten so lange pieken, bis sie es mir gleich tun.

Wurst ho!