Archive for the Geld gegen Essen – Restaurantnörgeleien Category

Geld gegen Essen – Steakhaus Hacienda (Münster-Hiltrup)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 3. März 2013 by bic_mac

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Sehr gut

In Zeiten des gastronomischen Dauerbeschusses an allen Ecken der besiedelten Republik ist es schwer noch wahre Kochkunst zu entdecken. Und dennoch gibt es sie, diese Kleinode voll wahrer Schönheit, in denen für die Dauer des Besuches die Zeit still zu stehen scheint und man sich in einer sehr klischeehaften Werbung für Tiefkühlpizza wähnt. Weiterlesen

Geld gegen Essen – Orléans (Münster)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 20. Februar 2013 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Sehr gut

An der Kreuzung Geiststraße/Weseler Straße gibt es ein kleines deutsch-französisches Restaurant, das auf den Namen Orléans hört. Es war mir unter der Hand schon einige Male empfohlen worden – heute habe ich es endlich einmal geschafft, dort essen zu gehen und muss sagen: Das Orléans ist einer dieser Läden, die man einfach gut finden muss. Warum? Dachte ich mir, dass einer fragen würde. Und wenn nur ich es bin.

Es handelt sich um eins dieser überaus sympatischen Etablissiments, die primär aus fünf Tischen und der Besitzerin bestehen. Christiane Austermann IST die Küche, Punkt. Ein zuvorkommender Kellner kümmert sich um den Gastraum, aber das ist es auch schon an Hilfe. Eine Ein-Personen-Operation also, alles steht und fällt mit dem Talent und der Passion der Köchin. Und um diese ist es glücklicherweise bestens bestellt. Ja, man mag zwar ein Minütchen länger auf sein Essen warten, ja, die Karte ist nicht zweihundert Positionen lang und ja, man bezahlt auch etwa fünfzehn Euro für einen Hauptgang. Aber!
Dafür ist alles frisch, von bester Qualität und handwerklich makellos zubereitet. Alles Dinge, die sich so mal überhaupt nicht von selbst verstehen. Mein Lamm war auf den Punkt, das Salatdressing kräftig aber klasse, die Saucen äußerst geschmackvoll. Dass der Gastraum klein und gemütlich ist und die Köchin ihr lächelndes Gesicht aus der Küchentür streckt, so oft es geht, versteht sich schon fast von selbst und macht das Ganze zu einer vollends gelungenen Erfahrung.

In aller Kürze: Ich habe am Orléans nichts zu mäkeln. Es ist freundlich, sympatisch und die Küche ist von großer Güte. Hingehen.

Wertung:
Essen: 10 /10
Service: 9 /10
Sauberkeit: 10 /10
Preisgestaltung: 7 /10
Ambiente: 9/10

Gesamtergebnis: von 5 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Orléans
Weseler Straße 65
48151 Münster
Telefon: 0251 5303808
http://www.restaurant-orleans.de/

Öffnungszeiten: Mittwoch – Sonntag 17:30 – 23Uhr

Geld gegen Essen – Altes Gasthaus Lohmann – Poseidon (Münster)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 25. April 2012 by bic_mac

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Naja

Mit diesem Artikel gebe ich meinen Einstand als Autor auf diesem hochgeschätzen Blog, daher bitte ich etwaige Logorrhöe zu entschuldigen. Ist halt mein erster Tag.

Durch die Wirtschaftskrise(TM) sahen sich viele fleißige Westfalen gezwungen, ihre über jahrhunderte in Familienhand befindlichen Gasthöfe zu schließen. Um diese Lokalitäten nun wieder zu vermieten, machte sich der findige Unternehmer eine List zueigen: Er warb in den entlegendsten Winkeln der bekannten Welt für seine Besitztümer, wo Kapital auf seine Investition wartete und wo niemand um die abgeschiedene Lage der Gehöfte wusste. Den dadurch angelockten Gastronomiebetrieben blieb dann nichts anderes mehr übrig, als den Kunden über den Preis zu ködern. Und dies wiederum führte dazu, dass wegen der schmalen Gewinnmarge die Räumlichkeiten nicht renoviert, sondern nur schnell überdekoriert wurden und der rustikale, westfälische Landhausstil erhalten blieb. Dies brachte uns so schöne Kombinationen wie Chinesisch-Westfälische Küche, Mongolisch-Westfälische Küche oder hier Griechisch-Westfälische Küche. So jedenfalls wirbt das Restaurant mit dem klangvollen Doppelnamen „Altes Gasthaus Lohmann – Poseidon“.

Draußen informiert ein im hellenischen Stil gehaltenes Schild über: „Mittagstisch ab 5€“, weshalb der studentische Geldbeutel in Verzückung gerät und man gerne den Weg zur Pforte sucht. Im Foyer erwartet den Besucher ein offener Kamin mit massivem Eichentisch, zur Rechten schließt sich der einladende Theken- und Raucherbereich an, zur Linken erstreckt sich der Speisesaal.

Ernüchterung. Die Einrichtung scheint der Versuch zugrunde gelegen zu haben, möglichst klischeehaft dem griechischen Stereotyp zu entsprechen, ohne dabei mehr als eine Tageseinnahme durch den Mittagstisch auszugeben. Das zumindest ist ausgezeichnet gelungen. Auf jedem Tisch wartet zudem eine Flasche gefüllt mit vergorenen roten Traubensäften aus verschiedenen EG und nicht-EG Ländern mit dem verheißungsvollen Namen „Cuvée Superior“, welche schon durch zu langes anschauen des Etiketts Kopfschmerzen auslösen kann.

Ein Blick in die Speisenkarte verstärkt den lieblosen Eindruck. Die meisten Gerichte kennt man auch von einem griechischen Imbiss, die, die anders sind, sind es nicht viel. Und das endtäuschendste: der versprochene westfälische Teil ist nonexistent! Wie sehr freute ich mich auf einen Strammen Max mit Gyros oder Wurstebrot und Leberbrot mit gefüllten Weinblättern! Aber halt, diese Gaumenfreuden sollen einem verwehrt bleiben.

Was also bleibt ist der Gesamteindruck eines durchschnittlichen griechischen Restaurants mit durchschnittlicher Küche, unterdurchschnittlichem Service und überdurchschnittlichen Preisen. Um es mit den Worten meiner Oma zu sagen: Muss man wissen ob es das wert ist.

Wertung:
Essen:  5/10
Service:  3/10
Sauberkeit:  7/10
Preisgestaltung:  4/10
Ambiente:  6/10

Gesamtergebnis: von 3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Altes Gasthaus Lohmann – Poseidon
Mecklenbecker Str. 345
48163 Münster

Tel: 0251 / 7475153

Öffnungszeiten:
Mo. Ruhetag, Di. – So. 12:00 Uhr bis 14:30 Uhr und 17:30 Uhr bis 23:00 Uhr

Großer Kneipencheck – Münster

Posted in ... weiter nichts als Bier, Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, German Heaven, Getestet, smile and look alive on 30. Januar 2012 by Herr Grau

Wo die Arbeit am Göttinger Pendant zu diesem Artikel – vielleicht aus schierer Ignoranz – noch allein bestreitbar war, so gestaltet sich dies in unserer uns wohl bekannten Heimatstadt Münster doch etwas schwieriger, taten sich doch bei erster Schätzung rund siebzig zu bewertende Etablissements auf – Tendenz steigend. So mussten wir die geballte Kraft dreier in der freien Wildbahn überaus schwer zu fangenden Autoren am Himmel sammeln, um diese Aurora von in jahrelanger, aufopferungsvoller Kleinstarbeit erstrittenen Kompetenz abbrennen zu können.

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Großer Kneipencheck – Göttingen

Posted in ... weiter nichts als Bier, Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, Getestet, smile and look alive on 25. Dezember 2011 by Herr Grau

Der Mensch lebt bekanntermaßen nicht vom Brot allein. Wenn der Freizeit zur Pflicht ins Horn gestoßen wird, auf dass man sich sammele und die gegenseitige Gesellschaft in Anwesenheit entsprechender Soziallubrikanzien genieße, ist es von Vorteil, die einschlägigen Etablissiments zu kennen. Zu diesem Zweck will ich einen kurzen Abriss über die Möglichkeiten geben, die dem unschlüssigen Kneipenconnoisseur zur Wahl stehen. Die Stadt, um die es sich handelt, ist die meiner Residenz: Göttingen

Irish Pub
Im Herzen der Altstadt gelegen findet sich der Irish Pub in einem schönen alten Fachwerkbau und im Sommer optionalem Biergarten. Das gut ausgeführte Pub-Thema täuscht recht suffizient darüber hinweg, dass die Besitzer alles sind, aber keine Iren. Dezentes Arabisch ist an der Theke eher zu hören. Die Auswahl an Bieren, Ales und Whiskeys ist sehr gut und auch preislich erträglich gestaltet, häufig wertet Livemusik das gelungene Ambiente noch weiter auf. Die Kellnerinnen arbeiten auf Kommission, was sie aber aus irgend einem Grund nicht zu Freundlichkeitseskapaden motiviert. Heißt: Der oft aus kaum Deutsch sprechenden Frauen bestehende Service ist gerne einmal mürrisch. Außerdem ist es Hauspolitik, das jedes gebrachte Getränk sofort abkassiert wird, was schon den Fluss des Abends stört. In Kürze: Laden mit guter Atmosphäre und Auswahl, aber kleinen Schwächen.

Mr. Jones
Auch das Mr. Jones am Rande der Altstadt wird von einem geschäftstüchtigen Araber geführt, der in Konfliktsituationen mit unangenehm sehr wohlwollend umschrieben ist. Das Ambiente ist durchschnittlich, die Getränkeauswahl gut, wobei die Cocktails eher unteres Mittelmaß sind. Preislich erträglich, der Service ließ mehrfach schon etwas zu wünschen übrig. Bestellungen wurden vergessen und es brauchte teils erstaunlichen Aufwand, um überhaupt die Aufmerksamkeit einer der Servierhilfen zu ergattern. Für mich eher eine Ausweichlösung.

ZAK
Am Wochenmarkt schräg gegenüber vom Café Einstein liegt das Zak. Die Räumlichkeiten sind schön, das Personal nett und fleißig, entsprechend füllt sich der Laden auch flott, Reservierung ist angeraten. Positiv anzumerken ist das recht gute Essen und die respektabele Getränkekarte, auch wenn beides gefühlt einen Tick zu teuer ist. Trotzdem eine klare Empfehlung.

Nautilus
Ich kann mir nicht merken, ob es noch Nautilus heißt oder Nautibar, ist ja auch wurscht. Ebenfalls in der Innenstadt lokalisiert, liegt diese Befüllungsanstalt weitestgehend unter Tage, hat dort aber erstaunlich große Räumlichkeiten zu bieten, in denen man vom zügigen und freundlichen Service mit ein bisschen Pech einen der berühmten „Tiefseetaucher“ serviert bekommt. Vorsicht: Dieses Getränk besteht zu mehr als dem dreifachen seines Volumens aus Alkohol. Der Unterschied zwischen Tiefseetaucher und Hammer an den Kopf? Der Hammer schmeckt besser.

Thanners
Das Thanners am Wilhelmsplatz ist eine der Traditionsadressen in Punkto Ausschankhandwerk. Der verwinkelte Laden ist fast immer voll, die mächtige Theke ist ein Eckdatum des deutschen Willens, Holz in Form zu schnitzen. Die Geschichte hängt merklich in den Räumlichkeiten und gibt dem Ort etwas altehrwürdiges. Für meinen Geschmack leider meistens zu voll, Tische sind rar und das am Tresen Sitzen des Durchgangsverkehrs wegen hektisch, sodass ich das Potential der Hallen nie genießen kann.

Trou
Das Trou ist nur eine Straße weiter vom Thanners und eine absolute Ausnahmeadresse, es handelt sich nämlich um einen alten Gewölbekeller. Was für einen Klaustrophobiker sicher die größte Katastrophe seit „Schrei“ (Kaulitz et al. 2005) ist, stellt für mich einfach das großartigste dar, was im Rahmen der menschlichen Architektur überhaupt möglich ist. Die Atmosphäre, die ein kerzenilluminiertes Gewölbe aus schwarzem Naturstein verströmt, ist unbezahlbar. Das Trou ist nicht groß und wird eigentlich fast immer nur von einem Thekenmann allein bewirtschaftet, was dazu führt, dass man ab und an mal länger auf sein Bier warten muss. Die Beziehung zu seinem Bierpatron ist aber freundlich und persönlich und so kann man mit diesem Makel eigentlich sehr gut leben.

Nooners
Was heute „Nooners“ heißt, ist die alte Akademikerkneipe am alten Campus am Kreuzbergring. Früher trank dort der gesamte Lehrstab und die distinguierte Professerie, heute wird nur noch der sporadische Anatom dort gesichtet, der des Nachmittags auf eine Weinpause dort einkehrt. Primär ist das Nooners aber zu einer Kneipe für Studenten gediehen – und neuerdings auch lautem, unangenehmem Pöbel, was auf die geänderte Politik des neuen Besitzers zurück geht. Wer auf Publikumsakquise durch flächendeckendes Zeigen von „Bauer sucht Frau“ setzt, zieht unweigerlich ein gewisses Publikum an. Ebenfalls abgeschafft sind die Aktionstage, die geliebten Frittierplatten und das erstaunlich gut sortierte Fuselkabinett. Inzwischen besticht das Nooners leider nur noch mit seiner Lage und dem angebotenen Landbier.

Blooming Bar
Die Blooming Bar ist wohl primär eine Schwulen- und Lesbenkneipe, aber das sollte einen vom Besuch nicht abhalten. Die Räumlichkeiten sind nämlich schön, das Publikum ruhig und der Service super und freundlich. Mit Sicherheit ein Geheimtipp.

Sausalitos
Sausalitos ist natürlich Kette samt dem zweifelhaften Charme, den so ein Betrieb mit sich bringt. Cocktails lohnen nur in der Happy Hour, sind von sehr mittelmäßiger Qualität und der Fusel macht schon manchmal Kopp. Ist eben auf Gewinn optimiert. Genauso verhält es sich mit dem Kellnerstab, der chronisch überfordert scheint, da er immer auf Hochdruck laufen muss. Toll kalkuliert. Auch macht das Sausalitos zu, wenn es sich betriebswirtschaftlich nicht mehr lohnt, die Tore geöffnet zu lassen, so wird man dann selbst in größerer Gruppe auch gerne mal um zehn vor zehn vor die Tür gesetzt. Die Platzausnutzung ist ebenfalls maximiert, sodass etwas Massenabfertigungsfeeling und wenig Privatssphäre aufkommt.  Die Burger allerdings sind von sehr überzeugender Qualität und Montag, wo es sie zum halben Preis gibt, sogar bezahlbar. Für mich daher an Montagen eine viable Alternative.

Hemmingway’s
Hier haben wir es mit einer kleinen Kneipe am Kreuzbergring zu tun, die für bezahlbar Geld eine erstaunlich gute Küche bietet. Der Service ist nett und persönlich. Leider ist auch diese Kneipe häufig bis unter’s Dach voll, da sich die Güte der Einrichtung inzwischen wohl herumgeschwiegen hat.

Villa Cuba
Am alten Rathausplatz in der Innenstadt findet sich das einzige Gasthaus im Großraum Göttingen, auf dessen Toilette man die Reden Fidel Castros hören kann. Das ist natürlich erst mal ein Schild zum Aushängen. Die Kneipe selbst ist recht nett hergerichtet und auf kubanisch romantisch verfallen getrimmt. Man kann hier sehr gut frühstücken, die Küche ist ebenfalls ganz in Ordnung, die Cocktails einen Ticken teuer. Alles in allem aber wirklich immer nett.

Café Schröder
Coole kleine Kneipe in den Räumen des ehemaligen Jacobinerstübchens. Leider sind besagte Räumlichkeiten eher klein geraten, sodass ich schon wesentlich öfter vor einem gerappelt vollen Laden stand, als dass ich tatsächlich mal herein gehen konnte. Eine Empfehlung für jeden Fachmann der Schlacht am kalten Buffet, der die Herausforderung selbst beim Ergattern eines Platzes sucht.

Myer’s
Mehr Restaurant als Kneipe, bietet das Myer’s die Möglichkeit, unter den verbitterten und leicht übergewichtigen Mittdreißigern der Region zu sitzen und zu speisen. Das Interieur ist irgendwie mit modern-künstlerischer Farbgestaltung auf Hip getrimmt, verströmt dabei aber eher den fragwürdigen Charme einer Kette. Der Service im Myer’s ist allerdings schnell und zuvorkommend und das Essen sehr gut. Mir persönlich missfällt es trotzdem etwas.

Café Einstein
Ebenfalls am Wochenmarkt gelegen bietet das Einstein auf zwei Etagen recht wohlige Atmosphäre. An schlichten Holztischen findet man ein Publikum eher gehobener Betragensweise, dem entspricht auch Service, Küche und Getränkekarte. Das Essen ist bemerkenswert gut, aber eben etwas auf fancy gezüchtet, in meinen Augen schon recht gewollt. Die uniformierten, ästhetisch ansprechend ausgewählten Kellner arbeiten schnell und akkurat und zaubern so die gute Trunkauswahl und die tatsächlich recht hochklassigen Cocktails im Handumdrehen auf den Tisch. Man bezahlt dafür zwar leicht gehobene Preise, für das Dargebotene verbietet sich aber jedwedes unqualifiziertes Genörgel darüber kategorisch.

Déjà Vu
Wenn man im Deschawüü geendet ist, dann hat der Abend meistens seinen Zenit so weit hinter sich wie Anita Ekberg Schönheit. Eine abgerissene Pinte an der Ecke beim Sausalitos, die hauptsächlich dazu anstiftet, die Thekenkraft zu bemitleiden und sich zu fragen, ob in den servierten Shots tatsächlich noch Alkohol ist.

Zum Schwarzen Bären
Zum Abschluss das einzige wirklich abschreckende Beispiel, das ich die göttinger Kneipenlandschaft kenne. Ohne Ende unfreundlich, wir wurden kurzerhand heraus geschmissen, weil unsere Visagen dem Chef nicht passten. Finger weg!

Bis jetzt nicht bewertet: SonderBar

Geld gegen Essen – Landgasthof Wilhelmer (Münster)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 31. Oktober 2011 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Schon irgendwie nett

Eins kann man mit Sicherheit sagen: Zufallskundschaft hat der Landgasthof Wilhelmer vermutlich wenig. Er liegt außerhalb und ziemlich versteckt, man muss also wissen, was man sich vorgenommen hat. Aus der Verlegenheit heraus, dass wir uns doch immer wieder durch die selben vier Restaurants tingeln fanden, befragte ich das mächtige Internetz™ nach Lösungen und es deutete mit einem nicht zu übersehenden Leuchtpfeil auf den Landgasthof und spielte dazu eine nette Melodie. They had me at the jingle.

Nachdem also alle drei Parteien ihre Navigationssysteme derart mit stumpfen Hiebwaffen kollimetriert hatten, dass sie tatsächlich zur Wegführung zum Haus im Walde in der Lage waren, stellten wir als erstes fest, dass das Landgasthaus tatsächlich recht schön im Grünen liegt, die Begrüßung ist freundlich, die Karte westfälisch. Die Preise liegen mit etwa zehn bis sechszehn Euro pro Gericht auf einem noch vertretbaren, wenn auch gefühlt einen Tick zu hohen Niveau. Das Essen kommt  in einer vertretbaren Zeit, aber auch hier gibt es Spiel nach oben, dank der angenehmen Atmosphäre ist die Bereitschaft, sich zu ärgern, aber mittelstark gedämpft. Ich kann mich erinnern, von meinem Geschnetzelten mit Äpfeln und Spätzle nicht unbedingt angetan gewesen zu sein: Die Sauce war dünn und geschmacklos, die Äpfel wirkten etwas deplaziert. Andere am Tisch waren aber durchaus zufrieden, hatten sich aber in ihrer Auswahl auch noch etwas bodenständiger orientiert.

Trotz der insgesamt leicht getrübten Erfahrung würde ich einer erneuten Einladung ins Landgasthaus nicht ungern folgen.

Wertung:
Essen: 7 /10
Service: 9 /10
Sauberkeit: 9 /10
Preisgestaltung: 7 /10
Ambiente: 8 /10

Gesamtergebnis: von 4 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Wilhelmer – Landgasthof & Café
Gasselstiege 631
48159 Münster
Telefon: 0049 – 251 – 213937
antoniusniemeyer@hotmail.com

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 11:30 – 23Uhr

Geld gegen Essen – Gasthaus Niemann (Münster)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 21. Oktober 2011 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Unterspektakulär

Das Gasthaus Niemann ist eines dieser Restaurants, die man schnell wieder vergisst. Es liegt .. äh.. am Horstmarer Landweg .. glaube ich. Es ist außen unspektakulär und präsentiert dem willigen Gast innen einen Versuch des bürgerlichen Wohnzimmers, der aber an pragmatischen Aspekten ein bisschen gescheitert ist. Samt Personal, denn die anderen Gäste waren allesamt regionale Senioren, die sich die Teller aus den angedienten Warmhaltetheken füllten. Wir dagegen bestellten von der Karte, die vielleicht ein kleines bisschen inkohärent ist, aber weitestgehend geradlinig bodenständige deutsche Küche verspricht. Das Gesamtbild dagegen ist schlüssig: Es ist weder teuer, noch günstig, weder besonders gut, noch besonders schlecht, der Service freundlich, aber nicht erinnerungswürdig – kurz: Das totale Mittelmaß. Kann man hingehen, muss aber wirklich nicht.

Wertung:
Essen: 6 /10
Service: 6 /10
Sauberkeit: 8 /10
Preisgestaltung: 6 /10
Ambiente: 4 /10

Gesamtergebnis: von 3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen


Gasthaus Niemann
Horstmarer Landweg 126
48149 Münster

Telefon: +49 (0)2 51 / 82 82 8
Telefax: +49 (0)2 51 / 88 80 0
e-mail: info@haus-niemann.de
Internet: www.haus-niemann.de

Öffnungszeiten: täglich 16:30 bis 24 Uhr, Sa., So. und Feiertags von 11 bis 14 Uhr und 16:30 bis 24 Uhr
Warme Küche jeweils von 11:30 bis 14 Uhr und 18 bis 22:30 Uhr.

Geld gegen Essen – Mahardscha (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 20. Juli 2011 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Empfehlenswert

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich noch nie indisch gegessen hatte, als ich einen Geburtstag zu beessen in das Maharadscha in Göttingen eingeladen wurde. Aber, wie wir ja schon vom alten Tell wissen: Den Mutigen hilft Gott. Also flugs den Karren angespannt und ab in die Gartenstraße.

Das allererste, was man sagen muss, ist, dass das Interieur wirklich nett ist. In meinen Augen gibts ja nur wenige Dinge, die schlimmer sind, als Kitsch. Dieses Restaurant ist einfach, aber geschmackvoll eingerichtet, die indische Atmosphäre ereilt einen trotzalledem effektiv. Zweiter Punkt von auffallender Günstigkeit ist der Service, der nämlich genau so ist, wie er sein sollte. Meine Herren, da können sich auch erheblich teurere Restaurants mal eine Scheibe von abschneiden – leise, effizient, sehr nett, informiert, so man denn eine Frage hat. So muss es sein. Begeisternd.

Dann ist Essen. Es fiel mir schwer, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, denn fast nichts auf der Karte sagte mir wirklich etwas. Ich hasse es, Entscheidungen treffen zu müssen, ohne ausreichend Informationen zur Verfügung zu haben. Meine kulinarische Ratetour brachte eine gelbe Linsensuppe und eine gemischte Tandooriplatte an meinen Platz, dessertiert von einem hausgemachten Eischen und einem Mango-Lassi. Geschwindigkeit? Gut.

Aus Gründen der Schriftstellerei fange ich in der Mitte an: Das Tandoori-Fleisch war allesamt lecker, saftig, teilweise in interessanten Marinaden, die einen raten lassen, was da wohl drin ist. Serviert mit drei Dipps, einer Joghurt, einer Minze und einer irgendwas sehr leckeres Rotes, das ich nicht identifizieren, aber zu meiner Lieblingssauce küren konnte. Zu fast jedem Gericht gibt es Brot und Reis dazu. Was z.B. bei den Currys, die Andere am Tisch hatten, absolut nötig ist, denn diese sind zwar enorm lecker, aber auch schon scharf. Wer da sensibel veranlagt ist, sollte lieber vor dem Bestellen einmal nachfragen. Der Lassi war lecker, ebenso das Eis. Aber. Aaaaaaaber. Die Suppe! War die gut. Sack Zement. Es fehlt an Wortgewalt. Diese gelbe Linsensuppe war einfach mal das Beste, was ich seit Ewigkeiten in einem Restaurant gegessen habe. Wenn der Laden auf dem Weg läge – ich würde sicherlich häufiger Mittags mal auf eine Dal Shorba absteigen. Die 3,50€ muss man einfach investieren, wenn man da ist.

Alles in allem ein sehr gutes Restaurant, referenzverdächtiger Service, gutes Essen, nette Atmosphäre. Wenn überhaupt, vielleicht einen Tick teuer. Gesehen haben sie uns aber mit Sicherheit nicht zum letzten mal.

Wertung:
Essen: 9 /10
Service: 10 /10
Sauberkeit: 9 /10
Preisgestaltung: 7 /10
Ambiente: 8 /10

Gesamtergebnis: von 4,3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Indisches Restaurant Maharadscha
Gartenstraße 25
37073 Göttingen
Tel: 0551/ 4 88 61 25
http://www.maharadscha.com

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 11:30 – 23Uhr

Geld gegen Essen – Tijuana Aachen

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 6. Juni 2011 by hoegi

Vor wenigen Wochen erweckte eine Werbung am kürzlich geschlossenen Café Extrablatt am Aachener Markt meine Aufmerksamkeit.
Sonntags im Tijuana „Das deftige Dutzend“. 12 Burger inklusive Pommes, Ketchup und Mayo ab 4,90€.
Das musste natürlich getestet werden und letzte Woche war es dann soweit.
Ich versuche mich hier kurz zu fassen: Das Personal war weitestgehend nett, leider aber auch in Teilen arg unfähig.
Bestellt hatten wir einen Chickenburger ohne Zwiebeln und einen normalen „God save the queen“-Burger (Cheeseburger mit Bacon). Wir bekamen einen Chickenburger mit Zwiebeln und einen Cheeseburger ohne Zwiebeln. Nach Reklamation unsererseits wurde dann der Chickenburger mitgenommen. Fragwürdig ist hier schon, warum mein Burger nicht auch mitgenommen wurde, schließlich fehlten mir ja die Zwiebeln.
Nach maximal einer Minute kehrte der Chickenburger an den Tisch zurück und der Fehler sollte behoben sein. Denkste. Alles war wie vorher. Die Frage nun: „Was zur Hölle habt ihr mit dem Burger da gemacht??“. Naja, selbst ist der Mann: Zwiebeln von Burger zu Burger transplantiert und dann rein mit dem Bulettenbrötchen.
Vom Geschmack her war mein Cheeseburger eher als durchschnittlich zu bezeichnen. Nicht spektakulär aber auch nicht ungenießbar. Am Schlimmsten war allerdings das Handling. Die ziemlich glatte Bulette flutschte bei jedem Biss einen Stück in Richtung entgegengesetztem Burgerrand. Das sollte man vermeiden können. Die beigefügten Pommes (eher Steakhouse Frites) waren gut gewürzt und die dazu gereichten Pöttchen Mayo und Ketchup ausreichend dimensioniert. Das war nicht schlecht.

Fazit: Für 5,90€ kann man in einem Restaurant am Aachener Markt sicherlich nicht meckern, aber für den vergleichsweise geringen Aufwand, den ein Burger in der Zubereitung erzeugt, ist der Preis auch schon wieder grenzwertig. Schlimm waren die Getränkepreise: 0,25l Cola für 2,20€ und 0,4 l für 3,95€! Ich glaub es hakt.

Essen: 6/10
Service: 3/10
Sauberkeit: 7/10
Preisgestaltung: 3/10
Ambiente: 8/10

Ergebnis: 2,7 von 5 möglichen Vanilleeiskügeln mit Senf und Gürkchen.

Markt 45-47
52062 Aachen
Tel: 0241 – 4019437
http://www.aachen.bar-tijuana.de/

Geld gegen Essen – Finders (Aachen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 26. Januar 2011 by hoegi

Das Finders in Aachen spricht zwei wichtige Rezeptoren im Hirn eines Mannes an. Einerseits lockt es durch seine „All-you-can-eat“-Politik (Essen bis zum Brechreiz, yeah!), andererseits darf/muss man hier sein Essen selber auf dem Tisch grillen (Urinstinkte ftw!!). Gelockt von diesen beiden Faktoren zog es mich vergangene Woche zwecks Jahrestag mit meiner Freundin in besagtes Lokal. Der hohe Preis (~22€/p.P) wurde im vornherein durch das Vorhandensein eines Gutscheinbuches relativiert, sodass wir nur noch 11€ pro Nase zu zahlen hatten.

Das Lokal liegt an der Aachener Theaterstraße und damit von der „richtigen“ Innenstadt ein wenig abgelegen. Von der Front lässt sich nicht vermuten welche Ausmaße der Laden nach hinten hin hat. Bei Ankunft wurden wir nach unserer (zum Glück vorhandenen) Reservierung gefragt und zum Tisch geleitet. Vorbei an Fleisch- und Salatbüffet, durch den Raucherraum und dann in den hinteren Saal. Bereits hier waren wir leicht verstört, dass wir jedes Mal zum Fleisch holen durch den Raucherraum spazieren müssen. Am Tisch, oder besser gesagt an der Tafel, wurden uns dann zwei gegenüberliegende Plätze, jeweils an einer Ecke eines Grills, zugewiesen. Schnell fiel uns auf, dass das Alles keine so fürchterlich gute Idee war: Durch den Grill auf dem Tisch saßen wir circa 1,20m voneinander entfernt. Kommunikativ ist diese Entfernung schon nicht mehr.
Der zuständige Kellner führte uns höflich in die Geheimnisse des Grillbetriebes ein. Zuerst solle man das Fleisch aufspießen und sobald dieses dann über dem Grill verweilt könne man sich am Salatbüffet bedienen; das würde Zeit sparen. Leider war das Salatbüffet nicht besonders gut, insbesondere wenn man überdenkt, dass eigentlich 22€ pro Person fällig wären. Sämtliche Salate schmeckten zwar, allerdings war das auch nicht viel anders als die Beilagensalate beim Grillen im Garten.
Nach der Einführung durch den Kellner packte mich der Durst und ich beschloss etwas dafür/dagegen zu tun. Bier musste her. Mit 4€ für nen halben Liter Veltins bewegte sich der Preis schon auf einem fast unverschämten Niveau… aber dass eine gleich große Cola 4,50€ (!) kostete war dann wahrhaftig unverschämt. Daher beließen wir es bei einem Getränk pro Person.
Viel wichtiger ist dann ja doch das Essen und voller Vorfreude spazierte ich (natürlich durch die Raucherecke) mit meinem Teller ans Fleischbüffet. Zur Auswahl standen sämtliche gängigen Fleischsorten (Hähnchen, Pute, Schwein (Bauch, Filet), Rind, allesamt verschieden mariniert) sowie eine Auswahl an spießbarem Gemüse wie Zwiebeln, Paprika, Zucchini… und Champignons. Die sind allerdings mit einem quadratischem Spieß mit Kantenlängen von gut 4-5mm nicht spießbar, sondern nur spaltbar. Schade eigentlich.
Zurück am Tisch setzten wir unseren Fleischprengel zusammen und warteten geduldig auf den Grill. Anfangs dauerte der Grillvorgang recht lange, nach einer halben Stunde war der Grill dann allerdings auf Betriebstemperatur und es ging sehr flott. Am Fleisch selber gab es nichts auszusetzen. Das Fleisch war nicht zu durchwachsen und frei von jeglichen Störkörpern.
Leider stellte sich bei mir nach dem zweiten Spieß schon das Raclette-Phänomen ein: Sobald ich zu lange auf kleine Portionen Essen warte, werde ich satt. Beim Raclette ist da meist schon nach 4-5 Schäufelchen Schluss, beim Tischgrill nun nach 2 Spießen.
Gemessen an der geringen Menge Fleisch war so eigentlich nichtmal der Preis von 11€ gerechtfertigt, aber das habe ich mir selbst zuzuschreiben. Passionierte Fleischfanatiker und Dreschkönige werden wohl eher auf ihre Kosten kommen.

Fazit:
Wer viel Essen kann, viel Geld hat, viel Zeit hat und viel Platz zwischen sich und seinem Gegenüber möchte, sollte dem Finders mal einen Besuch abstatten. Wer nicht zu viel Geld hat, sollte sich vorher ein Gutscheinbuch zulegen (momentan 15,80€) und spart zumindest 6,20€ auf ein Essen. Ich hatte persönlich irgendwie mehr von dem Laden erwartet, auch wenn es teilweise meine Schuld ist wenn ich nicht genügend esse. Dass wir trotz Nichtraucherreservierung durch den Raucherraum gehen mussten und dass wir trotz vorhandenem Büffetmobiliar im hinteren Saal immer eine ordentliche Strecke nach vorne gehen mussten ist für den Preis einfach nicht hinnehmbar.

Essen: 8/10
Service: 7/10
Sauberkeit: 9/10
Preisgestaltung: 2/10
Ambiente: 4/10

Ergebnis: 3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen.


Finders
Theaterstrasse 63
52062 Aachen
Fon: 0241 – 400 81 77
Fax: 0241 – 401 10 72
Web: http://www.finders-aachen.de