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Falkenfelser Export

Posted in ... weiter nichts als Bier on 1. März 2010 by hoegi


Art:
Export, 5,4% Alkohol

Geschmack: 5 Punkte
Das Bier fühlt sich sehr weich an und es entwickelt sich recht schnell ein süßlich herbes Aroma. Ich finde es hat eine leichte Bockbier-Note. Erinnert stark an Felskrone. Alles in Allem aber wohl trinkbar.

Preis: 9 Punkte
Ich habe das Bier nicht selber gekauft; es fand sich plötzlich in meinem Kühlschrank wieder. Dem Etikett ist aber zu entnehmen, dass es von Plus/Netto kommt und wohl eine Eigenmarke ist. Damit sollte es nicht teurer als 6€/Kasten sein. Viel günstiger geht also kaum.

Flasche: 4 Punkte
Eine 08/15-Bierflasche mit einem ebenso nichtssagenden Etikett. Lediglich die kleine Abbildung eines Falken hat was…

Fazit: 5,35 Punkte
Das Bier setzt sich momentan ins absolute Mittelfeld der bisher getesteten Biere. Für den Preis ist das Bier eine Überlegung Wert. Gegenüber Oettinger oder Hansa würde ich es definitiv vorziehen.

Zlatopramen Pils

Posted in ... weiter nichts als Bier on 16. Februar 2010 by hoegi

Art:
Pilsener, 4,9% Vol. Alc.

Geschmack (85%): 5 Punkte
Das Bier kommt mit einer äußerst goldenen, leckeren Farbe daher, die förmlich zu schreien scheint: „Ich bin süffig!“ Süffig. Ja, sehr süffig. Zu süffig. Wahrscheinlich bedingt durch die Verpackung (dazu gleich mehr) leidet der Kohlensäuregehalt doch sehr, was den süffigen Charakter noch unterstreicht, wenn nicht gar ins Labberige zieht. Man kann es gut trinken, es schmeckt nicht schlecht. Für mehr als 5 Punkte reichts aber nicht.

Preis (10%): 7 Punkte
Anscheinend gibt es das Bier in Deutschland nur in 1,5 Liter PET-Flaschen. Bezahlt habe ich 1,49€ für das „Fläschchen“ und ich finde mit umgerechnet 50 Cent für den halben Liter schlägt dieses Bier jedes normale Deutsche Kistenbier. Daher 7 Punkte.

Flasche (5%): 4 Punkte
Eigentlich sind PET-Flaschen nicht so mein Fall. Eigentlich müsste ich hier etwa einen Punkt geben. Weil die ungeheure Größe dieser Flasche jedoch einen sehr penneresken Effekt hat und die Grundidee hinter der Verpackung („ideal zum Mitnehmen“) sehr vernünftig ist, vermag ich hier 4 Punkte zu geben. Auch wenn das Bier scheinbar etwas unter der Verpackung leidet.

Fazit: 5,15 Punkte
Ziemliches Mittelmaß für ein Bier, das sich zumindest vom Namen anschickt, dem berühmten Staropramen Konkurrenz zu machen. Tschechisch ist es ebenso, nur nicht ganz so schmackhaft. Zur Verteidigung Zlatopramens muss man jedoch erwähnen, dass es frei von Zusätzen wie Glukosesirup ist im Gegensatz zu Staropramen. Wer mehr über das Bier erfahren möchte, kann sich hier informieren. Probiert haben sollte mans auf jeden Fall mal, außerdem ist es aufgrund seiner Unbekanntheit auch noch ein ziemlicher Partygag.

„Karnevalshochburg“

Posted in smile and look alive on 16. Februar 2010 by hoegi

Eines vorweg: Von Karneval habe ich wenig bis keine Ahnung. In den letzten Tagen habe ich die Bedeutung des Wortes erläutert bekommen („carne vale“ = „lebe wohl, Fleisch“, Beginn der Fastenzeit) und außerdem die Konsequenzen gespürt: In meiner „Wahlheimat“ Aachen drehen alle am Rad und man hält sich hier für eine Karnevalshochburg. Wir sind ja schließlich im Rheinland.
Dieses Jahr begab es sich zum ersten Mal, dass ich Rosenmontag tatsächlich auch mal hier residieren sollte. Eine tiefgreifende Erfahrung, insbesondere weil meine Freundin direkt am Startpunkt des Umzugs wohnt und es sich beinahe nicht vermieden ließ, sich morgens von plärrenden Boxen und unlustigen Jecken die „Alaaf!“ schreien, wecken zu lassen. Wie gesagt, ich hätte es vermeiden können. Ich wollte mir allerdings einmal ansehen, was hier so auf die Beine gestellt wird.
Als Kind war ich vielleicht 5 Mal beim Rosenmontagszug in Münster. Gab Süßigkeiten umsonst. Das war super. Das „Helau!“ rufen ging mir damals schon auf den Keks. Damals waren für mich dementsprechend immer die großen Wagen am wichtigsten, die am meisten Süßigkeiten in die Menge warfen. Alles andere war doof. Besonders die Niederländer aus dem Grenzörtchen Losser gingen mir auf den Keks, weil die zwar bunte Wagen hatten, aber nie Süßes schmissen. Und die Technomusik passte mir nicht so gut. Aber gut drauf waren die Leute. Soweit ich das als Kind beurteilen konnte. Schon damals fiel mir auf, dass fast alle Wagen Bezug auf irgendwelche politischen Ereignisse hatten. Einige lokale Themen wurden aufgegriffen (meist dargestellt durch eine gigantische Karikatur des amtierenden Bürgermeisters) und globale Themen fanden sich auch wieder. Als Außenstehender und selbst als Karnevalsverweigerer wie ich muss man anerkennen, dass in diese Wagen viel Zeit und Arbeit investiert wurde. Jahr für Jahr.
Jetzt zurück nach Aachen. Wenn eine Stadt sich „Karnevalshochburg“ schimpft darf man wohl zurecht gespannt sein auf die Anspielungen und Sticheleien in Richtung der Politik, wie sie für mich immer zum Rosenmontagszug gehörten. Selbst wenn ich als Kind die Zusammenhänge nur selten verstand.
Doch was musste ich erleben? Nix. Aachner Karneval besteht zu 99% aus reiner Selbstdarstellung. Die großen Karnevalsvereine fahren mit mehreren nichtsaussagenden Wagen, die lediglich ihre Vereinsfarben repräsentieren. Einige Wagen sahen sogar aus, als wäre seit 30 Jahren nichts mehr daran gemacht worden. Wo bleibt denn hier bitte der „Spaß“ am alljährlichen Umzug wenn man jedes Jahr die gleichen Wagen ohne Aussagen vorgesetzt bekommt? „Juhu, da kommt die Stadtgarde… yeah, die Börjerwehr… wie immer.“
Das klitzekleine bisschen, was ich in meiner Heimat am Rosenmontagszug noch respektabel fand, findet sich hier einfach gar nicht. In meinen Augen ist der ganze Zug hier nur Selbstbeweihräucherung und Selbstdarstellung. Nicht mehr und nicht weniger.
Deswegen möchte ich an dieser Stelle ein nicht unverdientes Lob an die Karnevalsvereine in und um Münster (mitten im Herzen des mürrischen, spaßbefreiten Westfalens) aussprechen, die Jahr für Jahr wenigstens noch richtig Arbeit leisten, um einen abwechslungsreichen Zug zu gestalten.
Zur Klarstellung: Ich werde Karneval weiter boykottieren. Diese Fröhlichkeit auf Knopfdruck (vom 11.11. um 11:11:11h bis zum Aschermittwoch) kann ich einfach nicht nachvollziehen und finde ich in gewissem Maße sogar sehr befremdlich. Ich brauche keine Termine oder Vereine um Spaß zu haben, das klappt nämlich auch so ganz gut bei mir. Und wenn ich sehe, was für eine Farce der Karneval in einer selbsternannten Karnevalshochburg wie Aachen ist (vgl. lokale Presse vor Rosenmontag; Zickenkrieg im AKV), sehe ich mich in meinen Vorurteilen bestätigt, dass die Verantwortlichen dieser „Events“ sobald die Narrenkappe fällt und die Öffentlichkeit nicht hinguckt einfach humor- und spaßbefreite Menschen sind.
Das war mein Senf zu der Angelegenheit. Wenn sich jetzt Karnevalsfreunde angegriffen fühlen: Spielt nicht die beleidigte Leberwurst, ich lass euch euren Spaß ja. Lasst mich damit nur einfach in Ruhe. Danke.

Bitburger Pils (PET-Flasche)

Posted in ... weiter nichts als Bier on 16. Februar 2010 by hoegi

Art:
Premium Pils, 4,8% Alc. Vol.

Geschmack (85%): 5 Punkte
Wie allgemein bekannt (denke ich zumindest) ist Bitburger ein eher herbes Bier. In Anlehnung an den Namen bezeichne ich die Herbe auch gerne als bitter. Vom Fass noch akzeptabel, aus der Glasflasche kaum erträglich; die Plastikflasche ist ein Kompromiss, aber „mögen“ ist auch der falsche Begriff für den Geschmack. Das Bier hinterlässt einen längeren Nachgeschmack, der im Vergleich zur ersten Geschmacksregung etwas angenehmer ist und schlussendlich das Bier doch an ein Pils erinnern lässt.

Preis (10%): 5 Punkte
Ich entsinne mich nicht mehr exakt an den Preis der Flasche, aber selbst im betreffenden Discounter war das Bier schon teuer. Ich rate jetzt mal und sage 69,- für den halben Liter. Das ist schon eher teuer.

Flasche (5%): 2 Punkte
Die Flasche… naja… Plastik. Bier. Plastik. Bier. Das ist wie Zahnpasta und Orangensaft. Es passt nicht wirklich zusammen, aber wenn mans trennt gehts doch irgendwie. Von der Haptik: Bescheiden. Vom Design: Wie immer. Wirklich nichts besonderes; das Material gibt den Ausschlag für eine miserable Bewertung.

Fazit: 4,85 Punkte
Wie gesagt finde ich Bitburger vom Fass noch recht akzeptabel, aus der Flasche sagt es mir irgendwie nicht zu. Das Feeling der Plastikflasche zerstört das, was eh kaum vorhanden ist… Das gehört sich halt einfach nicht. Bier in Plastikflaschen. Wirklich.

Paderborner Pilsener

Posted in ... weiter nichts als Bier on 15. Februar 2010 by hoegi

Art:
Pilsener, 4,8% Alc. Vol.

Geschmack (85%): 4 Punkte
Das Bier zeichnet sich durch eine nicht definierbare aber unangenehme Herbe aus. Der Geschmack verflacht extrem schnell, ein Nachgeschmack ist kaum merklich vorhanden. Paderborner ist keinesfalls süffig. Wenn man so will kann man es auch „unsüffig“ nennen.

Preis (10%): 10 Punkte
In Deutschland gibt es kaum/keine günstigere/n Biere als Paderborner. Erfahrung hat gezeigt, dass jeder Edeka dieses Bier führt. Meist zu einem Kurs von 5€ die Kiste, wenn es hochkommt auch mal 6€. Man kann sich also für den Preis einer normalen Kiste Bier mit Paderborner locker doppelt betrinken. Wenns denn schmeckt.

Flasche (5%): 3 Punkte
Die Flasche ist eine herkömmliche Mehrwegflasche wie man sie an deutschen Pennertreffpunkten millionenfach antrifft. Das Etikettendesign lässt auch eher zu wünschen übrig. Wahrscheinlich gebe ich auch nur 3 Punkte, weil Paderborner einen großen Teil meiner Jugend ausgemacht hat (das Geld…) und ich etwas in Nostalgie schwelge.

Fazit: 4,55 Punkte
Da hat der Preis das Gesamtergebnis ja noch wenigstens etwas aufgehübscht. In diesem Preissegment, nennen wir es „Billigbiersegment“ ist Paderborner schon eine recht gute Wahl. Es gibt deutlich unschmackhaftere Biere zu dem Preis. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass übermäßger Konsum von Paderborner zu extremem Schädel führt. Aber wer an der falschen Stelle spart, hats auch nicht anders verdient 😉

Gambrinus Premiumbier

Posted in ... weiter nichts als Bier on 15. Februar 2010 by hoegi

Art: Gambrinus wird in Pilsen gebraut und ist demnach auch ein echtes Pilsener, jedoch wird es auf der Flasche eben nicht „Pils“ genannt. Angesichts der Inhaltsstoffe verwunderlich. Aber das tut dem Bier keinen Abbruch.

Geschmack (85%): 7 Punkte
Ich würde mehr geben, wenn ich nicht wüsste, dass da noch Luft nach oben ist in der Skala. Das Bier ist sehr gut trinkbar, mit einer leckeren Hopfennote.. süffig… allerdings hinterlässt es bei mir mittelfristig einen leicht blechernen Nachgeschmack der mir nicht so ganz gefällt.

Preis (10%): 7 Punkte
Ich habe das Bier jetzt zu einem Sonderpreis von 35 Cent erstanden, im Regelfall kostet eine Kiste aber schon über 10€. Von den gängigen tschechischen Bieren ist es aber definitiv eines der Günstigeren. Im Vergleich mit normalen „Premiumbieren“ im Regelfall aber günstiger, daher 7 Punkte.

Flasche (5%): 7 Punkte
Das Bier kommt in einer braunen Flasche, was ich schonmal präferiere, jedoch stört besonders beim direkten Genuss aus der Flasche diese Goldfolie am Kronkorken. Das kann auch das recht gelungene Design des Etikettes nicht wettmachen.

Fazit: 7 Punkte
Beim einarmigen Banditen hätte das Bier jetzt voll abgeräumt; hier reichts nur für einen Platz im gehobenen Mittelfeld. Ich würde das Bier allerdings jederzeit den typischen deutschen „Premiumbieren“ wie Krombacher, Veltins, Bitburger etc. vorziehen wenn ich denn die Wahl hätte. Leider bekommt man das Bier längst nicht überall. Für Neulinge ein guter Einstieg in die tschechischen Biere. Pilstrinker werden das Bier definitiv mögen. Kaufempfehlung definitiv erteilt.

„Ich will nur Bier, Bier, Bier, weiter nichts als Bier, Bier, Bier…“

Posted in ... weiter nichts als Bier on 15. Februar 2010 by hoegi

Freunde der gepflegten Gerstenkaltschale und Alle, die es mal werden wollen!
Ihr kennt das: Ihr geht zum Getränkefachhändler eures Vertrauens, um euch mit diversen Behältnissen Bier einzudecken. Oft steht man vor der mannigfaltigen Auswahl und bei einigen Geschäften wird man förmlich von der Biervielfalt erschlagen. Doch was tun? Einfach mal auf Verdacht ein Bier zu kaufen geht in 70% der Fälle schief (ich verweise auf bekannte Studien aus dem Jahre 2006, genauer gesagt aus dem Jahresbericht der Grauland Industries Inc.). Alle Biere zu kaufen und zu verkosten bedarf Ausdauer, unbändigen Willen, sowie viel Geld. Fällt für den Einzelnen also auch flach. Konventionell bliebe noch eine Möglichkeit: Verlass dich auf Empfehlungen von Bekannten, Verwandten, oder geübten Hobbyalkoholikern (letzteres muss kein Ausschlusskriterium für die ersten beiden Möglichkeiten sein). Doch nicht Jeder hat die Möglichkeit einen Biertrinker seines Vertrauens um Rat zu bitten.
Hier kommen wir (Herr Grau sowie meine Wenigkeit) nun ins Spiel.
Wir werden in unregelmäßigen und völlig willkürlichen Abständen „zufällige“ Biere verkosten und die Testergebnisse hier zum Besten geben.
Der Testschlüssel wurde in einer hitzigen, langen, qualvollen Diskussion erarbeitet und ergibt sich zu

85% Geschmack
Unbestritten der wichtigste Aspekt des Bierkonsums (neben den gewünschten Nebenwirkungen versteht sich). Natürlich ist Geschmack eine sehr subjektive Angelegenheit, doch sollten sich Strittigkeiten um die Bewertung eines Bieres ergeben werden wir möglicherweise auch 2 Bewertungen zu einem Bier publizieren um eine möglichst große Bandbreite an Eindrücken zu schildern. Oft sind Biere aber einfach unbestritten widerlich oder unbestritten lecker. Zur allgemeinen Orientierung: Unsere geschmackliche Herkunft ist Westfalen. „Biere“ wie Kölsch oder Alt liegen eher an den äußeren Grenzen unseres Geschmacksempfindens und werden daher eher nicht bewertet werden. Hauptaugenmerk werden wir auf Pils, Weizen sowie Land- oder Spezialbiere legen.
In der Bewertung des Geschmacks findet sich unter Umständen auch der Geruch wieder. Sollte dieser extrem gut oder schlecht sein beeinflusst das den Genuss ungemein und sollte nicht unerwähnt bleiben

10% Preis
Der Preis macht nur ein Zehntel der Gesamtnote aus? Man mag denken, dass das wenig ist, aaaber: Für ein sehr leckeres Bier muss man gegebenenfalls halt auch mal tiefer in die Tasche greifen. Das darf nicht das ausschlaggebende Kriterium sein.

5% Design/Haptik/Verarbeitung
Ähnlich wie schon unter „Geschmack“ beschrieben macht das „Gefühl“ der Flasche einen kleinen Anteil am Gesamtbild aus. Es ist wie mit Menschen: Man sagt, es zählen nur die inneren Werte. Aber mal ehrlich: Wer achtet nicht auf die Verpackung?

Pro Kategorie gibt es 10 Punkte, die Punkte werden über das arithmetische Mittel berechnet, heißt also (Geschmackspunkte*0,85+Preispunkte*0,1+Sonstige Punkte*0,05 = Ergebnis). Um Störfaktoren zu beseitigen werden wir die Biere aus Gläsern trinken.

Sodann, zum Wohle!

Wohnen: Gerne, aber wie?

Posted in smile and look alive on 15. Februar 2010 by hoegi

Obwohl ich kürzlich erst die dritte Dekade meines Lebens angeschnitten habe, habe ich schon einiges durchlebt. Damit meine ich natürlich nicht Vietnam, Stalingrad oder eine vierstündige Wurzelbehandlung; nein, ich meine Wohnungen beziehungsweise deren Nutzungsarten. Im Folgenden werde ich die 4 Arten des „juvenilen Lebens“ kurz ansprechen und etwaige Vor- sowie Nachteile darstellen.

„Zu Hause bei Muttern“
Fangen wir chronologisch an. Wie fast jeder Mensch wuchs auch ich bei meinen Eltern auf. Doppelhaushälfte am Stadtrand. Ziemlich deutsch irgendwie. In der Altersklasse von 0 bis 16 Jahren ist diese Wohnweise jedem unbedingt nahezulegen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Sichergestellte Versorgung mit lebenswichtigen Gütern, wenig bis kein Arbeitsaufwand gefordert, alles wird erledigt. Mit zunehmendem Alter emanzipiert sich Mann im Regelfall jedoch auch weitestgehend von der Familie und es regt sich der Drang auszuziehen. Ist auch alles ganz natürlich, also nennen wir das mal „flügge werden“.

Doch wohin? Eigenständig wohnen hat in erster Linie immer ein riesiges Manko: Es kostet Geld. Nicht unerhebliche Summen um genau zu sein. So steht man nun vor der Wahl und muss abwägen. Möchte ich günstig wohnen? Wohnheim/WG wären angebracht. Möchte ich alleine wohnen? Apartement ist das Mittel der Wahl. Doch dafür benötigt es wieder Geld. Ein Teufelskreis. Ich persönlich habe bislang 2 Wohnformen durchgemacht: Zum Einen wäre die „Zweck-WG“ zu nennen, zum Anderen die „Kumpel-WG“

Die Zweck-WG
Studienplatz und -ort sind gefunden, zum Oktober gehts los, doch wo wohnen? Im Internet stieß ich schnell auf einen WG-Zimmer-Marktplatz im Internet und gleich das erste ausgesuchte Zimmer wurde genommen und bezogen. Ich („damals“ zarte 18) wohnte mit einem Medizinstudenten (25) zusammen. Wir kamen miteinander aus, wir respektierten die Wünsche des Anderen, haben in einem Jahr 2-3 Mal ein Bierchen zusammen getrunken, das wars dann aber auch. Wir waren keine Freunde, wir waren halt rücksichtsvolle Mitbewohner. Das Leben war auszuhalten, beide hielten in den Gemeinschaftsräumen Ordnung, doch irgendwie fehlte es an dem Teenspirit, den ich zu Studienbeginn suchte. Dazu gleich mehr. Die Zweck-WG erfüllt den Zweck des Nicht-mehr-zuhause-Wohnens, aber auch nicht viel mehr. Ausschweifende Partys sowie nackt durch die Wohnung rennen ist im Regelfall nicht möglich.

Die Kumpel-WG
Teenspirit, der. Den nämlich, den ich eigentlich suchte. Was käme also gelegener, als mit einem Schulkameraden zusammenzuziehen? Die Vorstellung ist super: Jeden Abend Bier trinken bis zum Morgengrauen, laute Musik hören, tun und lassen was man will… Je nach Personenkonstellation kann das auch gut funktionieren! Ich kenne solche Menschen. Wenn man allerdings das „tun und lassen was man will“ etwas zu übertrieben treibt und die Wohnung im Chaos und Siff endet, ist das auch nicht so das Wahre. Das Grundproblem besteht nämlich in der Aufgabenteilung. Während man in einer Zweck-WG seinen Arbeitsteil erfüllt, weil es eben einfach zweckmäßig ist, so ist in einer Kumpel-WG die Fragestellung eine andere: Warum soll ich ständig deinen Siff beseitigen? So etwas schaukelt sich dann halt hoch, bis sich doch mal jemand erbarmt und eine Grundreinigung durchführt. Die Etappen zwischen den Reinigungen sind allerdings nie so angenehm.
Fazit hier: Mit den richtigen Menschen und der richtigen Einstellung (das Bier wächst nämlich nicht auf Bäumen und es kommen auch keine Elfen, die die leeren Flaschen wegbringen!) kann das ganze auch supertoll funktionieren und man kann Jahre damit glücklich werden.

Das Single-Apartement
Habe ich noch nicht durchlebt, daher:
[fantastische Vorstellungen]Die Bastion der Glückseligkeit heißt „Alleine wohnen!“. Kostet je nach Ansprüchen meist mehr als ein WG-Zimmer, aber wer sich räumlich etwas einschränken kann, kann durchaus auch günstiger in Einraumwohnungen leben. Wenn man alleine lebt gibt es nur noch eine Person, der man Rechenschaft schuldet: Sich selbst. „Scheiße, schon wieder kein Geschirr mehr. Wer hat das alles benutzt? Ich. Muss ich wohl spülen.“ Wohnt man alleine geht der Geschirrnutzungsspülkoeffizient nämlich gegen 1. Die Formel lautet GNSK = (Geschirrteile benutzt)/(Teile gespült). In einer WG lautet die Faustformel: 1/Bewohner=GNSK. Allerdings verlängert sich im Idealfall auch der Zyklus, der den Abstand der Spülvorgänge bezeichnet. Ideal halt Spülvorgänge*Mitbewohner=Spülpflichtabstand. Beim Alleine-wohnen ist dieser natürlich 1. Man ist immer dran. Dafür kann man für sich selber entscheiden, wie sauber das Geschirr denn werden soll. Bei Mitbewohnern muss man abwägen: Wie sauber bekomme ich das Geschirr vorgesetzt? Wie sauber habe ich es also zu machen?
Ich drifte ab. Allerdings kann man diesen Spülcalculus auch auf andere Haushaltstätigkeiten übertragen: Bad putzen, saugen, Küche saubermachen, Müll rausbringen, blabla. Ich denke man sieht, worauf ich hinauswill. Man hat nicht mehr zu beseitigen, als man selber auch verursacht hat. Eine perfekte Balance aus Kosten und Nutzen.
Außerdem kann man ungehemmt nackt durch die Wohnung laufen (es sei denn, das Bad ist übern Hausflur), rauchen, furzen, Musik hören (bis die Nachbarn kommen), Dreck verursachen, heizen oder lüften wie es einem beliebt.. Es ist also ein Raum des beinahe freien Willens. Ein kleines Utopia für jeden Egozentriker. Ich freue mich drauf.[/fantastische Vorstellungen]

Bericht zur Lage der Nation

Posted in smile and look alive on 20. Januar 2010 by hoegi

Überraschung! Dieser Blog ist doch keine One-Man-Show (das war auch eigentlich nie die Intention), nein: Ich melde mich auch mal wieder, heute mit einem kurzen Bericht zur Lage der Nation.

Deutschland ist langweilig. Das sage ich jetzt nicht, weil ich mich hier nicht amüsieren kann, keinesfalls. Aber seien wir mal ehrlich: Was macht Deutschland aus? Wir haben durchschnittlich viel Küste im Norden, eine durchschnittliche Menge durchschnittlicher Berge im Süden, ein durchschnittliches Klima, durchschnittliche Frauen, durchschnitts-Penisse und einen (mittlerweile) sehr durchschnittlichen Kulturausstoß. Ja, wir haben Bier. Und wir sind eventuell auch noch Exportweltmeister, wenn China uns da nicht auch schon gekriegt hat. Aber beklagen kann man sich eigentlich nicht in diesem Lande: Jeder Mensch hat eine soziale Grundsicherung, die meisten von ihnen haben Arbeit, einige von ihnen werden sogar sehr gut bezahlt, wir haben Gewerkschaften, Tariflöhne, gesetzliche Krankenversicherung, wir dürfen alle Jubeljahre mal die Namen an der Regierung ändern. Kurzum: Wir haben eigentlich alles, was man so zum Leben braucht. Aber was kommt noch? Wenn man Nachrichten und selbsternannten „Experten“ glauben schenken darf, sind wir in absehbarer Zeit entweder alle arm, alle arbeits- und obdachlos, alle überflutet oder alle tot. Wobei Letzteres wohl am wünschenswertesten wäre, schenkt man den Hellsehern der Moderne Glauben.
Klimawandel: Die Erde erwärmt sich in den kommenden xxx Jahren um 1,nochwas °C! Das wird unser Untergang! Pillepalle. Wissenschaftler sind sich immer noch nicht einig, ob die Naturschauspiele (ich nenns einfach mal nicht Katastrophen) die sich momentan ereignen, überhaupt im Zuge eines „Klimawandels“ ereignen, oder ob das nicht sogar vielleicht ganz normal wäre mit der Erwärmung. Ich möchte hier mal an die Eiszeiten erinnern. Und selbst wenn die Polkappen jetzt ein bisschen tauen. Bleibt zu hoffen, dass es genug ist um Holland zu fluten, dann hab ichs nicht mehr so weit bis ans Meer. Und mal ehrlich: Wer hätte nichts gegen ein paar Grad mehr im Sommer? Bis die Welt untergeht haben wir jedenfalls noch genug Zeit, dass auch unsere Enkel noch ein schönes Leben haben werden.
Arbeitslosigkeit: „Experten“ erwarten in den kommenden Monaten über 200000 neue Arbeitslose in Deutschland! Ein Trend zeichnet sich ab! Werden wir bald etwa alle arbeitslos sein? Meine Meinung: Das dauert noch mindestens so lange, bis wir Androiden erschaffen haben, die uns sämtliche Arbeit abnehmen können. Ich veranschlage das mal etwa fürs Jahr 2150. Wenn das überhaupt funktionieren sollte. Wenns denn schlecht läuft haben meine Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel dann ein schlechtes Leben. Das ist natürlich hart.
Staatshaushalt: *hust* Jaa… hier sehe ich tatsächlich ein gewisses Problem auf uns zukommen. Unser Staat und insbesondere seine Repräsentanten, namentlich unsere aktuelle Regierung, hält es für eine gute Idee, immer weiter Schulden anzuhäufen. Hätten sie mal die Sendung vom Peter Zwegat gesehen, hätten sie gemerkt, dass man zwangsläufig in eine Schuldenfalle rennt, aus der man nicht mehr so schnell rauskommt. Aktuell werden 40% des Staatseinkommens für die Schuldentilgung ver(sch)wendet. Und wenn die Regierung den aktuellen Haushalt durchbringt, wirds über kurz oder lang auch noch mehr werden. Doch was tun? Klug reden können alle! Ich stell mich ja auch hin und sage: „Schulden machen ist scheiße.“, aber was ist die Alternative? Irgendwo muss das Geld ja herkommen. Es ist halt eine Sache für sich mit der Finanzpolitik. Meiner Meinung nach steuern wir langsam aber sicher auf eine Inflation zu. Das ist natürlich ziemlich kacke und ich hoffe, dass es anders kommt. Schließlich würden dann sämtliche Ersparnisse entwertet und wir hätten nüscht mehr viel. Das wäre schade. Idealerweise machen wir einfach unbehelligt weiter Schulden und hoffen, dass es erst Generationen trifft, die sich nicht mehr an uns erinnern können.

Fazit: Irgendwann ists vorbei mit dem angenehmen Leben. Vielleicht haben wir irgendwann die Wüste Gobi vor der Tür stehen, vielleicht klopft der Atlantik ans Wohnzimmerfenster, vielleicht wird Peter Zwegat Finanzminister, vielleicht sind wir in wenigen Jahren auch einfach alle tot, weil die Erde auf die Sonne zurast.
Mein Rat für alldiejenigen, die solange das Beste aus ihrem Leben machen wollen: Smile and look alive.

Brüssel sehen… und saufen.

Posted in Essen & Trinken, Getestet, smile and look alive on 10. September 2009 by hoegi

For herrgrau writing every one of his cocktail reviews bilingual, I decided to make this one a bilingual post too. Drinking is international.
—Scroll down for english version—

Äußerst verspätet und daher auch nur mit geringsten Erinnerungen an die diversen Geschmackserlebnisse kommt hier ein kurzer kulinarischer Bericht aus der selbsternannten Biermetropole Brüssel.

Fangen wir mit einem Exoten an. Das „Bellevue Extra Kriek“ erinnert höchstens entfernt an Bier im klassischen Sinne. Im Zuge des Brauprozesses werden diesem Bier Kirschen zugefügt, die sich fast gänzlich lösen und dem Bier eine dunkelrote Trübe verpassen.
Geschmacklich erinnert das Bier stark an eine frische Kirschlimonade; der Bieraspekt ist nur wenig bis gar nicht vorhanden, dennoch schmeckte mir das Bier vom Fass außerordentlich gut. In Deutschland ist das Bier gelegentlich auch in Flaschen erhältlich, aber es schmeckt so nicht annähernd so gut, wie frisch vom Fass.

Rodenbach. Wenn ich diesen Namen höre, bekomme ich leichten Brechreiz. Auf der Bierkarte (ja, soetwas gibt es in Brüssel) las sich die Beschreibung lecker: Es handele sich um eine Mischung aus „frischem“ Bier und 6 Monate (glaube ich) in Eichen- (oder Buchen?)fässern gelagerten und gereiftem Bier. Da ich für solche Experimente offen bin/war bestellte ich also ein Rodenbach.
Das Bier schmeckte nach Verwesung. Ich bildete mir ein, dass das einfach nur schlecht schmeckt weil ich zuvor das Kirschbier hatte… Weit gefehlt. Auch die nächsten Schlücke gestalteten sich als ekelig. Mit jedem Schluck wurde der Brechreiz größer. Eine fürchterliche Erfahrung. Ob ich das Bier wirklich getrunken habe, erfahrt ihr weiter unten.

Das Primus-Bier ist ein sehr unspektakuläres aber gut trinkbares Bier. Ich meine mich erinnern zu können, dass es sehr süffig und mild war. Daher gut trinkbar. Für den Rest des Abends war dies das Bier der Wahl für die gesamte Runde.

Leffe ist das berühmteste Bier Belgiens und entstammt der größten Brauerei des Landes. Da Leffe ein Kloster ist/war, schmeckt das Bier so, wie die meisten Klosterbiere schmecken. Es hat eine leichte pilsige Frische mit einem stark hefigen, vollmundigen Abgang. Wer etwas handfestes trinken möchte, ist mit Leffe gut beraten.
Btw: Dieses Glas hat in dem Restaurant 6,50€ gekostet! Kein Wunder, dass auf der Karte keine Preise standen.

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Bellevue Extra Kriek

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Rodenbach

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Primus

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Leffe

Pretty late and for that reason only with vague memories: My small report of a more or less tasteful journey to the wannabe-beer-capital Brussels.

Let´s start with the most exotic beer. The „Bellevue Extra Kriek“ only reminded me barely of beer as we know it. In the process of brewery, cherries are added and dissolve nearly completely in the beer, which leads to a crimson-like color.
It tastes mostly like a fresh cherry lemonade, than everything else. Despite that, I liked that „beer“ a lot. Sometimes you can buy that stuff bottled, but it tastes not as half as good as when it comes directly from the tap.

Rodenbach. Hearing this name, first thing I´d like to do is to vomit. The beer menu (yep, there really is a beer menu in Belgium) made me wanna try that one for it´s description. Rodenbach would be a mixture from fresh and mature beer. It was more mature than I could even imagine but at that point I just didn´t know yet. The beer tasted like rotten food. Maybe even worse. Every sip made me want to puke even more. I would not even make my nemesis drink that stuff. If I really succeded in finishing that piece of hell? Scroll down for an answer.

The primus beer is a very unspectacular but nonetheless well drinkable beer. I think that I remember that it was really smooth and süffig (look it up, theres no comparable word in english except for „quaffable“…) For the rest of the evening this beer was our first choice.

Leffe is the most famous beer of Belgium and it stams from the largest brewery of the country. For Leffe is/was an abbey, the beer tastes like you want an abbey-beer to taste. With a hint of lager in the first place, and a wheat-beerish finish. If you want a real mouthful of beer: Take this one.
By the way: This beer cost us 6,50€!

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Geschafft. I did it.