Archive for the … weiter nichts als Bier Category

Moosbacher Weißbier

Posted in ... weiter nichts als Bier on 14. Februar 2012 by Herr Grau

Art: Weißbier, 5,0% Alkohol

Geschmack: 1 Punkt
Gewaltige Krone, Blume hefig, merklich nach Zitronengras. Antrunk mit gut balancierter, feiner Kohlensäure, Substanz, Hefe, leichte Süße, dunkelfruchtig. Leider wird der Geruch intensiver, wenn der Schaum sich verabschiedet und das Bier beginnt, intensiv nach Zitronenklostein zu riechen. Das kann nicht normal sein. Die Note findet sich dann auch im Mund etwas später gegen Abgang und ist auch am Flaschenhals unverkennbar, ist also diesmal kein Fehler meiner Seite. Eine seltsame Geschmacksempfindung bleibt am Gaumen, die einem ungeheuer ist. Pfui deibel!

Fazit: 1 Punkt
Wieder ein Bier mit extrem viel Potential, denn eigentlich ist der Geschmack richtig gut. Leider geht das so gar nicht, tut mir leid. Ärgerlich!

St. Georgen Bräu Pilsener

Posted in ... weiter nichts als Bier on 13. Februar 2012 by Herr Grau

Art: Pilsbier, 4,9% Alkohol

Geschmack: 8,5 Punkte
Hopfiger Geruch, recht wenig Kohlensäure normaler Perlung, aber noch konsistent mit einem Pils, eine sehr subtile Süße mischt sich in die dann folgende, recht ausgeprägte, leckere Herbe, die gut balanciert ist. Der Abgang ist frisch und hinterlässt keine unangenehmen Geschmäcker. Süffig herb und sehr lecker, dem Jever recht ähnlich.

Preis: 3 Punkte
Schwer zu kriegendes Spezialitätenbier. Schande, ich würde es in meinen herben Phasen Jever vorziehen.

Flasche: 6 Punkte
Standardflasche, aber ganz nett gestaltet. Vielleicht einen Tick zu Eckkneipe, der Schriftzug. Kein Rückenetikett.

Fazit: 8 Punkte
Dass die Georgen exzellenten Hopfen haben, wusste ich seit dem „Hopfenzupfer“ – was ich mir da gewünscht hatte, nämlich nicht so einen völlig überzogenen Umgang mit der Pflanze, ist im Pilsener Wahrheit geworden. Es exzellentes Bier für den Freund des herben Genusses, das nur unter seiner schlechten Verfügbarkeit nördlich der Weißwurstäquatoriale leidet.

St. Georgen Bräu Buttenheimer Hopfenzupfer

Posted in ... weiter nichts als Bier on 12. Februar 2012 by Herr Grau

Art: Festbier, 5,6% Alkohol

Geschmack: 6 Punkte
Feste Krone, Geruch von frischem Hopfen. Antrunk mit feiner, zurückhaltende Kohlensäure, leichte subtilst süßliche Mälze und dann schnell sehr präsenter Hopfen, der sich erst zum Gipfel der Herbe hinentwickelt. Dabei ist der Hopfen zwar sehr zentrales Element, aber nicht völlig übertrieben. Das Bier ist recht süffig und erinnert an herbe Pilsener wie Jever. Je mehr man von dem Bier trinkt, desto mehr bleibt der Hopfen am Gaumen haften, bis es einem am Ende des Bieres doch ein bisschen zu viel des Guten ist.

Preis: 3 Punkte
Bierspezialität. Außerhalb des Herstellungsgebiets recht teuer.

Flasche: 7,5 Punkte
Zwar Standardflasche, aber sehr nett gestaltet. Ein durstanregender Klappentext verschönert die Erfahrung.

Fazit: 6 Punkte
Für den Freund des Hopfens ist dieses Bier sicher eine gute Wahl, es ist aber eigentlich nicht mehr, als ein Schaukasten für die hohe Qualität des eigenen Hopfengartens. Für alle anderen hat dieses Paradestück das selbe Problem, wie alle statuierten Exempel: Zu viel einer Sache ohne jedes Beiwerk. Und das für teuer Geld.

Grønland Ice Cap Beer – Ice Fjord Lager

Posted in ... weiter nichts als Bier on 1. Februar 2012 by Herr Grau

Art: Dunkeles Lager, 6% Alk.

Dieses „Ice Fjord Lager“ kommt unerwarteterweise als sehr dunkeles Bier daher. Es verspricht, mit dem reinsten Wasser der Erde, direkt aus dem arktischen Eis geschlagen, gebraut zu werden. Grönland ist jetzt nicht unbedingt für seine kulinarischen Errungenschaften oder seine Braukunst bekannt, aber geben wir den Skandinaviern einfach die Bühne, auf der es sich entscheidet: Mein Glas.

Geschmack: 4 Punkte
Karamellig-malziger Geruch, feinblasiger Schaum, sehr süß und vollmundig, dabei brotig und wenig, aber angenehm herb. Recht kurzer Abgang, in dem die Süße vergeht und eine seltesame kräuterige Herbe sich einstellt, wie der Abgang eines Kräuterbitters. Bei genauerer Recherche zeigt sich, warum: Die Zutatenangabe „Wasser, Hopfen, Gerstenmalz, Hefen“ auf der Flasche ist nicht akkurat – die Marke selbst schreibt auf ihrer Website:

It is brewed on a special recipe with, among other anise, ginger, cinnamon, coriander which together give it a fresh and spicy taste […]

Zu deutsch: Da hat einer mit Gewürzen gespielt. Wenn diese Note nicht vorhanden wäre, dann wäre dieses Bier wirklich lecker. So kommt, zusammen mit dem höheren Alkoholgehalt, das Gefühl von Jägermeister auf, das man wirklich beim Biergenuss weder sucht, noch braucht.

Preis: 1 Punkt
Sonderspezialbier. Furchtbar zu kriegen, sehr hochpreisig hier (~2,79€ pro 0,5l!). Für das Gebotene niemals nie nicht angemessen.

Flasche: 7 Punkte
Och Ker, die Flasche ist nicht schlecht. Sonderform, geschmackvoll gestolten, was will man mehr. Leider mit Lügen der Zutaten bezüglich befleckt. Schade drum.

Fazit: 4 Punkte
Mensch, wirklich! Ich bin wirklich etwas wehmütig – ohne den Quark mit den Würzwaren wäre das Bier dem Schwarzen Abt sehr ähnlich, das die Lücke der süßeren Biere im Moment als eines von wenigen füllt und wäre ein wirklich leckeres, unorthodoxes Bier. Aber nein, alles im Eimer. Schade. Nicht, dass das Bier einfach zu haben wäre und daher eine Alternative wäre…

Kauzen Helles Landbier

Posted in ... weiter nichts als Bier on 31. Januar 2012 by Herr Grau

Art: Helles Landbier, 4,8% Alkohol

Geschmack: 7,5 Punkte
Recht grobblasige Kohlensäure, eine recht lange Phase folgt, die nur aus Frische, Kälte und Süffigkeit zu bestehen scheint, dann setzt die sehr gut balancierte Herbe ein und läutet den Abgang ein. Leichte Geschmacksverfärbung des Hopfens ins Unangenehme verbleibt im Mund. Ich schmecke hier wenige Dimensionen, aber alles in allem ein durchaus leckeres Bier, das über sehr großer Süffigkeit nicht seine Herbe an den Haken hängt. De facto könnte sich da so manches Fernsehnbier ne Scheibe von abschneiden. Ich muss sagen, dass dieses Bier sehr tschechisch schmeckt, was es angenehm von den Spezialbieren Bayerns abhebt.

Preis: 3 Punkte
In Bayern vermutlich bezahlbar, hier im Norden nur als Bierspezialität zu haben – zu horrenden Preisen.

Flasche: 7,5 Punkte
Ich kann mir nicht helfen – die Farbwahl ist zwar mächtig ungünstig getroffen und es gibt keinen appetitanregenden Text auf dem Rückenetikett, aber der Kauz reißt alles raus. So ein knuffiges Wappen, das hat man einfach selten gesehen.

Fazit: 7 Punkte
Ein leckeres Bier, das den meisten großen Namen die Hosen ausziehen würde. Leider teuer und kaum zu haben – sehr schade drum.

Großer Kneipencheck – Münster

Posted in ... weiter nichts als Bier, Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, German Heaven, Getestet, smile and look alive on 30. Januar 2012 by Herr Grau

Wo die Arbeit am Göttinger Pendant zu diesem Artikel – vielleicht aus schierer Ignoranz – noch allein bestreitbar war, so gestaltet sich dies in unserer uns wohl bekannten Heimatstadt Münster doch etwas schwieriger, taten sich doch bei erster Schätzung rund siebzig zu bewertende Etablissements auf – Tendenz steigend. So mussten wir die geballte Kraft dreier in der freien Wildbahn überaus schwer zu fangenden Autoren am Himmel sammeln, um diese Aurora von in jahrelanger, aufopferungsvoller Kleinstarbeit erstrittenen Kompetenz abbrennen zu können.

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Reichold Hochstahl Lager

Posted in ... weiter nichts als Bier on 28. Januar 2012 by Herr Grau

Typ: Lager, 4,9% Alk.

Beispielfoto - Achtung: Realität kann von Phantasie abweichen

Geschmack: 8,5 Punkte
Hochstahl Lager – was für ein Name! Phonetisch ist es schon mal vom allerfeinsten und dann kommt es auch noch durstbeflügelnd bernsteinfarben daher, dieser Stolz der 1906 gegründeten Brauerei Reichold aus Aufsess. Es hat keine riesigen Schaummengen, sodass der Geruch nach Farbmalz sofort durchschlägt. Dann Antrunk:
Frisch, recht grobblasige Kohlensäure, leichter Karamell und Malzigkeit, dann überraschende Herbe, die lange anhält und in der sicherlich Herbe von Farbmalz und Hopfen Hand in Hand gehen. Sehr subtile Süße. Durchaus süffig. Alles in allem ein sehr leckeres Bier, das einen ein bisschen an Nachtisch denken lässt, auch wenn es wirklich nur kaum merklich süß ist.

Preis: 3 Punkte
Schwer zu kriegen ist es und schlägt, wenn man es denn kriegt, mächtig zu Buche. Wert ist es den Preis aber.

Flasche: 6 Punkte
Nicht richtig schön, aber wenigstens auch nicht hässlich. Schlicht und halbwegs geschmackvoll. Kein Rückenetikett, keine weiteren Informationen.

Fazit: 8 Punkte
Da kann man echt nicht meckern. Ein sau gutes Bier, das. Ich würde mich nicht unbedingt auf den Kopf stellen, um eine Kiste zu kriegen, aber jederzeit eine kaufen, wenn ich sie sähe. Empfehlung!

Großer Kneipencheck – Göttingen

Posted in ... weiter nichts als Bier, Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, Getestet, smile and look alive on 25. Dezember 2011 by Herr Grau

Der Mensch lebt bekanntermaßen nicht vom Brot allein. Wenn der Freizeit zur Pflicht ins Horn gestoßen wird, auf dass man sich sammele und die gegenseitige Gesellschaft in Anwesenheit entsprechender Soziallubrikanzien genieße, ist es von Vorteil, die einschlägigen Etablissiments zu kennen. Zu diesem Zweck will ich einen kurzen Abriss über die Möglichkeiten geben, die dem unschlüssigen Kneipenconnoisseur zur Wahl stehen. Die Stadt, um die es sich handelt, ist die meiner Residenz: Göttingen

Irish Pub
Im Herzen der Altstadt gelegen findet sich der Irish Pub in einem schönen alten Fachwerkbau und im Sommer optionalem Biergarten. Das gut ausgeführte Pub-Thema täuscht recht suffizient darüber hinweg, dass die Besitzer alles sind, aber keine Iren. Dezentes Arabisch ist an der Theke eher zu hören. Die Auswahl an Bieren, Ales und Whiskeys ist sehr gut und auch preislich erträglich gestaltet, häufig wertet Livemusik das gelungene Ambiente noch weiter auf. Die Kellnerinnen arbeiten auf Kommission, was sie aber aus irgend einem Grund nicht zu Freundlichkeitseskapaden motiviert. Heißt: Der oft aus kaum Deutsch sprechenden Frauen bestehende Service ist gerne einmal mürrisch. Außerdem ist es Hauspolitik, das jedes gebrachte Getränk sofort abkassiert wird, was schon den Fluss des Abends stört. In Kürze: Laden mit guter Atmosphäre und Auswahl, aber kleinen Schwächen.

Mr. Jones
Auch das Mr. Jones am Rande der Altstadt wird von einem geschäftstüchtigen Araber geführt, der in Konfliktsituationen mit unangenehm sehr wohlwollend umschrieben ist. Das Ambiente ist durchschnittlich, die Getränkeauswahl gut, wobei die Cocktails eher unteres Mittelmaß sind. Preislich erträglich, der Service ließ mehrfach schon etwas zu wünschen übrig. Bestellungen wurden vergessen und es brauchte teils erstaunlichen Aufwand, um überhaupt die Aufmerksamkeit einer der Servierhilfen zu ergattern. Für mich eher eine Ausweichlösung.

ZAK
Am Wochenmarkt schräg gegenüber vom Café Einstein liegt das Zak. Die Räumlichkeiten sind schön, das Personal nett und fleißig, entsprechend füllt sich der Laden auch flott, Reservierung ist angeraten. Positiv anzumerken ist das recht gute Essen und die respektabele Getränkekarte, auch wenn beides gefühlt einen Tick zu teuer ist. Trotzdem eine klare Empfehlung.

Nautilus
Ich kann mir nicht merken, ob es noch Nautilus heißt oder Nautibar, ist ja auch wurscht. Ebenfalls in der Innenstadt lokalisiert, liegt diese Befüllungsanstalt weitestgehend unter Tage, hat dort aber erstaunlich große Räumlichkeiten zu bieten, in denen man vom zügigen und freundlichen Service mit ein bisschen Pech einen der berühmten „Tiefseetaucher“ serviert bekommt. Vorsicht: Dieses Getränk besteht zu mehr als dem dreifachen seines Volumens aus Alkohol. Der Unterschied zwischen Tiefseetaucher und Hammer an den Kopf? Der Hammer schmeckt besser.

Thanners
Das Thanners am Wilhelmsplatz ist eine der Traditionsadressen in Punkto Ausschankhandwerk. Der verwinkelte Laden ist fast immer voll, die mächtige Theke ist ein Eckdatum des deutschen Willens, Holz in Form zu schnitzen. Die Geschichte hängt merklich in den Räumlichkeiten und gibt dem Ort etwas altehrwürdiges. Für meinen Geschmack leider meistens zu voll, Tische sind rar und das am Tresen Sitzen des Durchgangsverkehrs wegen hektisch, sodass ich das Potential der Hallen nie genießen kann.

Trou
Das Trou ist nur eine Straße weiter vom Thanners und eine absolute Ausnahmeadresse, es handelt sich nämlich um einen alten Gewölbekeller. Was für einen Klaustrophobiker sicher die größte Katastrophe seit „Schrei“ (Kaulitz et al. 2005) ist, stellt für mich einfach das großartigste dar, was im Rahmen der menschlichen Architektur überhaupt möglich ist. Die Atmosphäre, die ein kerzenilluminiertes Gewölbe aus schwarzem Naturstein verströmt, ist unbezahlbar. Das Trou ist nicht groß und wird eigentlich fast immer nur von einem Thekenmann allein bewirtschaftet, was dazu führt, dass man ab und an mal länger auf sein Bier warten muss. Die Beziehung zu seinem Bierpatron ist aber freundlich und persönlich und so kann man mit diesem Makel eigentlich sehr gut leben.

Nooners
Was heute „Nooners“ heißt, ist die alte Akademikerkneipe am alten Campus am Kreuzbergring. Früher trank dort der gesamte Lehrstab und die distinguierte Professerie, heute wird nur noch der sporadische Anatom dort gesichtet, der des Nachmittags auf eine Weinpause dort einkehrt. Primär ist das Nooners aber zu einer Kneipe für Studenten gediehen – und neuerdings auch lautem, unangenehmem Pöbel, was auf die geänderte Politik des neuen Besitzers zurück geht. Wer auf Publikumsakquise durch flächendeckendes Zeigen von „Bauer sucht Frau“ setzt, zieht unweigerlich ein gewisses Publikum an. Ebenfalls abgeschafft sind die Aktionstage, die geliebten Frittierplatten und das erstaunlich gut sortierte Fuselkabinett. Inzwischen besticht das Nooners leider nur noch mit seiner Lage und dem angebotenen Landbier.

Blooming Bar
Die Blooming Bar ist wohl primär eine Schwulen- und Lesbenkneipe, aber das sollte einen vom Besuch nicht abhalten. Die Räumlichkeiten sind nämlich schön, das Publikum ruhig und der Service super und freundlich. Mit Sicherheit ein Geheimtipp.

Sausalitos
Sausalitos ist natürlich Kette samt dem zweifelhaften Charme, den so ein Betrieb mit sich bringt. Cocktails lohnen nur in der Happy Hour, sind von sehr mittelmäßiger Qualität und der Fusel macht schon manchmal Kopp. Ist eben auf Gewinn optimiert. Genauso verhält es sich mit dem Kellnerstab, der chronisch überfordert scheint, da er immer auf Hochdruck laufen muss. Toll kalkuliert. Auch macht das Sausalitos zu, wenn es sich betriebswirtschaftlich nicht mehr lohnt, die Tore geöffnet zu lassen, so wird man dann selbst in größerer Gruppe auch gerne mal um zehn vor zehn vor die Tür gesetzt. Die Platzausnutzung ist ebenfalls maximiert, sodass etwas Massenabfertigungsfeeling und wenig Privatssphäre aufkommt.  Die Burger allerdings sind von sehr überzeugender Qualität und Montag, wo es sie zum halben Preis gibt, sogar bezahlbar. Für mich daher an Montagen eine viable Alternative.

Hemmingway’s
Hier haben wir es mit einer kleinen Kneipe am Kreuzbergring zu tun, die für bezahlbar Geld eine erstaunlich gute Küche bietet. Der Service ist nett und persönlich. Leider ist auch diese Kneipe häufig bis unter’s Dach voll, da sich die Güte der Einrichtung inzwischen wohl herumgeschwiegen hat.

Villa Cuba
Am alten Rathausplatz in der Innenstadt findet sich das einzige Gasthaus im Großraum Göttingen, auf dessen Toilette man die Reden Fidel Castros hören kann. Das ist natürlich erst mal ein Schild zum Aushängen. Die Kneipe selbst ist recht nett hergerichtet und auf kubanisch romantisch verfallen getrimmt. Man kann hier sehr gut frühstücken, die Küche ist ebenfalls ganz in Ordnung, die Cocktails einen Ticken teuer. Alles in allem aber wirklich immer nett.

Café Schröder
Coole kleine Kneipe in den Räumen des ehemaligen Jacobinerstübchens. Leider sind besagte Räumlichkeiten eher klein geraten, sodass ich schon wesentlich öfter vor einem gerappelt vollen Laden stand, als dass ich tatsächlich mal herein gehen konnte. Eine Empfehlung für jeden Fachmann der Schlacht am kalten Buffet, der die Herausforderung selbst beim Ergattern eines Platzes sucht.

Myer’s
Mehr Restaurant als Kneipe, bietet das Myer’s die Möglichkeit, unter den verbitterten und leicht übergewichtigen Mittdreißigern der Region zu sitzen und zu speisen. Das Interieur ist irgendwie mit modern-künstlerischer Farbgestaltung auf Hip getrimmt, verströmt dabei aber eher den fragwürdigen Charme einer Kette. Der Service im Myer’s ist allerdings schnell und zuvorkommend und das Essen sehr gut. Mir persönlich missfällt es trotzdem etwas.

Café Einstein
Ebenfalls am Wochenmarkt gelegen bietet das Einstein auf zwei Etagen recht wohlige Atmosphäre. An schlichten Holztischen findet man ein Publikum eher gehobener Betragensweise, dem entspricht auch Service, Küche und Getränkekarte. Das Essen ist bemerkenswert gut, aber eben etwas auf fancy gezüchtet, in meinen Augen schon recht gewollt. Die uniformierten, ästhetisch ansprechend ausgewählten Kellner arbeiten schnell und akkurat und zaubern so die gute Trunkauswahl und die tatsächlich recht hochklassigen Cocktails im Handumdrehen auf den Tisch. Man bezahlt dafür zwar leicht gehobene Preise, für das Dargebotene verbietet sich aber jedwedes unqualifiziertes Genörgel darüber kategorisch.

Déjà Vu
Wenn man im Deschawüü geendet ist, dann hat der Abend meistens seinen Zenit so weit hinter sich wie Anita Ekberg Schönheit. Eine abgerissene Pinte an der Ecke beim Sausalitos, die hauptsächlich dazu anstiftet, die Thekenkraft zu bemitleiden und sich zu fragen, ob in den servierten Shots tatsächlich noch Alkohol ist.

Zum Schwarzen Bären
Zum Abschluss das einzige wirklich abschreckende Beispiel, das ich die göttinger Kneipenlandschaft kenne. Ohne Ende unfreundlich, wir wurden kurzerhand heraus geschmissen, weil unsere Visagen dem Chef nicht passten. Finger weg!

Bis jetzt nicht bewertet: SonderBar

Einbecker Dunkel (Update)

Posted in ... weiter nichts als Bier on 9. November 2011 by Herr Grau

Nachdem meine Kamera leider gerade ohne Vorwarnung einfach den Dienst quittiert hat, um in der Tschecheslowakei Quitten anzubauen, muss es leider heute vermittels Beispielfoto von statten gehen. Wie ein Dunkelbier aussieht, weiß aber denke ich sowieso jeder. Dunkel. Dabei ist das Einbecker Dunkel gar kein so richtiges Dunkelbier, zumindest was den Geschmack angeht. Es steht meiner bescheidenen Meinung nach viel näher am Landbier, als an einem Schwarzbier. Ebenfalls jener demütigen Meinung meinerseits entspringt das Urteil: Was für ein Glück!

Aber von vorn, wie so oft presche ich vor, ohne auf meinen werten Leser und dessen Konfusionszustand Rücksicht zu nehmen. Ich hatte vor einer Woche das Glück, an einer Brauereiführung in Einbeck teilnehmen zu dürfen. Neben der Erkenntnis, dass dieses kleine niedersächsische Städtchen im Mittelalter wohl für Bier das gewesen sein muss, was Salzburg für Salz und Kiel für den harten Schanker war, entdeckte ich bei der sich an die Führung anschließende Verkostung im Braukeller (nebenbei: Fünf Euro für die Führung, Schnittchen und zwei Stunden lang so viel Bier wie man trinken kann – das ist schon ein Angebot!…) neben etlichen Bieren, die in Ordnung, aber keine Kracher waren, das Einbecker Dunkel. Es kam in großen Steinzeugkrügen und direkt vom Fass, ich hatte also schon die begründete Befürchtung, dass der hervoragende Geschmack und das Trinkgefühl dem Weingut-Phänomen unterliegen könnte – aber! Geirrt!

Art:
Untergäriges Dunkelbier, 4,9% Alkohol, 11,5% Stammwürze

Geschmack: 9 Punkte
Ich vergebe einfach kalt neun Punkte, da kenn ich nichts. Das Bier ist lecker. Sehr. Es ist hat das Grundgefühl eines guten Pilses, ist dabei aber lecker malzig und etwas brotig, nicht zu herb und bringt vor allem eine enorme Süffigkeit ins Spiel. Alles in allem erinnert es in seinem Charakter stark an das von mir auch hochgeliebte Bayreuther Aktien Landbier, was niemand ernsthaft schlecht finden kann. Es ist eher noch einen Tick süffiger. Auf jeden Fall bringt es keine übertriebene Bitterkeit von zu viel Dunkelmalz mit, sondern bringt die Ausgewogenheit genau auf den Punkt. Wirklich überlegen ist das Aktien Landbier nur noch dadurch, dass es keinerlei Kater macht, wogegen das Einbecker „nur“ auf dem Niveau eines guten Premiumbieres liegt.

Preis:  8 Punkte
Wer jetzt denkt, dass es einem für diesen Genuss Dukaten aus den Ärmeln regnen muss, der liegt glückerlicherweise völlig daneben. Hier in Göttingen liegt die 20er (Achtung! In Worten: Zwanzig) 0,33er Kiste zwischen 9 und 10€! Ich weiß nicht, in welchem Umkreis das Bier zu haben ist und wie teuer es dann wird, aber hier – und nur darauf kommt’s mir natürlich an – ist es ein Preis-Leistungs-Kracher.

Flasche:  6 Punkte
An und für sich habe ich gar nichts gegen die Flasche, das Design ist einfach und hübsch. Leider gibt es das Dunkel ausschließlich im 0,33er Hohlglas. Das macht ein kleines bisschen wehmütig.

Fazit:  8,75 Punkte
Ich musste die Wertung im Nachhinein etwas korrigieren, als mir die 20er-Kistengröße klar wurde. Trotzdem ist das Bier sehr lecker und günstig, oder um es kurz zu sagen: Einbecker Dunkel ist mein neues Hausbier. Punktum.

Unbedingte Empfehlung

Glossner Helles Neumarkter Bio-Hefe-Weiss`

Posted in ... weiter nichts als Bier, Getestet on 13. September 2011 by hoegi

Beim Aufstocken meiner „Pinkus Alt“-Reserven in meinem neuen Stamm-Biosupermarkt wanderte mein Blick auch mal am Pinkus vorbei, querfeldein über die anderen dort so erhältlichen Biere. Pinkus war nämlich dann alle und ich brauchte Alternativen für schlimmere Tage. Von einem Angebotsschild angezogen hielten meine Döppen dann am Glössner Hefeweizen an. Rein damit!

Art:
Hefeweizen, 5,3 Vol-%

Geschmack: 8 Punkte
Von diesem mir bislang gänzlich unbekanntem Bier hatte ich nicht besonders viel erwartet; dieser Geschmack sprengt meine Erwartungen nichtsdestotrotz in Gänze! Das Bier wartet mit einer feinen, aber sehr präsenten Hefenote auf. Dabei geht das Bier wirklich sehr süffig und gaumenfreudig an ebendiesem vorbei, es ist ein wirklich angenehm zu trinkendes Bier. Wenn meine Erinnerungen mich jetzt nicht im Stich lassen, geht dieses Gebräu stark in Richtung des Andechser Weizens, das allgemein bekannter sein dürfte.

Preis: 8 Punkte
Im Angebot gabs die Flasche für sagenhafte 0,79€, regulär kostets glaube ich 0,99€. Der Vergleich: Im normalen Supermarkt kostet eine Flasche Erdinger/Paulaner/whatever normal 0,95€. Dafür, dass das Bier auch noch Bio und damit natürlich besten Gewissens zu trinken ist, ist der Preis sehr in Ordnung!

Flasche: 7 Punkte
Endlich mal wieder eine Bügelflasche und dann auch noch ein Weizen! Horido! Und nicht nur das: die Flasche kommt auch noch mit Prägung auf dem Übergang zwischen Bauch und Hals. Edel, edel. Dafür ist das Etikett wenig bis gar nicht ansprechend und ehrlich gesagt verstört mich der gelbe Dichtungsring am Verschluss etwas.

Fazit: 8 Punkte
Ohne große Rechnerei (Prozentrechnung so spät am Tag? „Nein, Danke!“) komme ich hier auf solide 8 Punkte für dieses plötzlich in mein Leben gestürzte Bier. Eine schöne Sache, denn jetzt kann ich im Bioladen nicht nur pilsartiges Bier, sondern auch noch Weizen kaufen! Hurra!