on 16. Dezember 2009 by Herr Grau
Wieee jezz? Burger in der German Heaven-Sektion? Ja genau. Die historische Diskussion über den Ursprung des Burgers ist nicht geklärt, aber jeder Mensch mit Verstand sieht die deutsche Handschrift auf jeder einzelnen Zutat. *hust* Auf jeden Fall teile ich heute mein persönliches Geheimrezept, was dem Ganzen auf jeden Fall den Stich deutsche Persönlichkeit einhaucht, den es braucht, um in dieser Kategorie erscheinen zu dürfen.
Nicht nur in Anbetracht dessen, was die Fast-Food-Ketten verzweifelt als Burger zu verkaufen versuchen, könnte man auf die Idee kommen, dass es bei der Zubereitung auf nichts Besonders ankäme. Das Gegenteil ist der Fall. Burger sind an einigen Eckpunkten kritisch und ich werde zeigen, was ich über Jahre im Selbstversuch lernen musste.
1. Fleisch
Hier lauern direkt mehrere Fehler auf den arglosen Carnivoren. Die Zusammensetzung des Hackfleischs ist essentiell, ebenso wie die Menge des Fleischs und der Verarbeitungsmodus.
Das Burgerfleisch sollte idealerweise aus Rinderfleisch und Schweinefleisch im Verhältnis 2:1 bestehen. Ein Schweineanteil wie im Halbundhalb macht zu siffige Fleischstücke. Die Qualität des Fleisches ist sehr wichtig für den Gesamtgeschmack des Burgers. Hüfte ist nicht gleich Hüfte, Filet nicht gleich Filet – der Gang zum Metzger des Vertrauens lohnt doppelt. Im Idealfall kommt der Anteil des Rindfleischs aus dem Roastbeef, das Schweinefleisch sollte nicht zu mager sein. Das gesamte Fleisch sollte möglich doppelt und dabei recht fein gewolft werden. Gewürzt wird das Fleisch nur mit Salz und Pfeffer, davon aber ruhig reichlich.
In Feldversuchen exzerpiert wurde die richtige Fleischmenge. Anfänger tendieren dazu, zu große Fleischberge auf die Burger zu packen, was das Gleichgewicht der Speise erheblich stört. Als ideal erwiesen hat sich für das 12cm-Format der klassische Quarterpounder, also 125 Gramm Fleisch.
Vor dem Braten sollte das Fleisch gefrostet werden. Dass das Fleisch gefroren in die Pfanne oder auf den Grill geht verhindert – warum auch immer -, dass die Patties „aufgehen“, sich also in der Mitte auswölben. Auch sehr wichtig für einen guten Burger.
2. Zutaten und Reihenfolge
Viele Leute meinen, dass das schöne am Burger sei, dass man ihn individuell zusammensetzen könne. Ich bin von dieser Idee abgekommen. Der Grund ist, dass eine bestimmte Zusammensetzung von Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge einfach wesentlich besser als alles andere funktioniert. Diese Erfahrung wurde von vielen Leuten bestätigt.
Wir brauchen: Burgerbrötchenunterseite, normalen Ketchup, Eisbergsalat, Burgerfleisch, Cheddarkäse, Bacon, Zwiebeln, Röstzwiebeln, dänische Remoulade und Burgeroberseite. Und zwar genau in dieser Reihenfolge.
Um einen Richtfaden für die Menge der Zutaten zu geben (und natürlich um allen den Mund gediegen wässerig zu machen), habe ich eine schöne Bilderserie zusammengestellt.

Um ein perfekt getoastetes Brotergebnis zu erhalten, muss man seinen Backofen kennen; meiner braucht auf 200°C Umluft etwa vier bis viereinhalb Minuten (vorgeheizt). Ich nehme die großen Burgerbrötchen von Golden Toast.

Der Ketchup sollte, wie die Remoulade auch, noch verstrichen werden.

Zur Besseren Verteilbarkeit und damit er sich nicht so aufbiegt, lohnt es, den Eisbergsalat kurz etwas zu hacken.

Fleisch braten muss einfach gekonnt sein; 2 Minuten pro Seite reichen aus; dabei wird darauf geachtet, dass der Patty gedreht wird, sobald er sich von selbst vom Rost/Pfannenboden löst. Der Käse wird nach dem letzten Wenden aufgelegt und sollte möglichst etwas schmelzen. In der Pfanne nicht so einfach…

Röstzwiebeln am besten auf die Remoulade streuen, so halten sie. Bacon natürlich vorher anbraten.



Go. Do it.