Archive for the Essen & Trinken Category

Rotes Thai-Curry

Posted in Essen & Trinken on 13. April 2010 by Herr Grau

Heute gibt es ein Rezept für eins meiner Lieblingsgerichte, nämlich das, was mir mal um mal den Hals rettet, wenn mich irgend ein schwiegermütterliches Schicksal in ein Chinarestaurant treibt: Thai-Curry.

Anders als der Name es vermuten lassen könnte, hat das Thai-Curry nicht viel mit indischem Curry gemeinsam. Es ist eine auf Kokosmilch aufbauende Sauce zum Reis und benötigt nicht viele exotische Gewürze. Wenn man die Grundzutaten einmal gekauft hat, kann man viele Portionen für ziemlich schmales Geld kochen.

Currypasten schmecken übrigens von Anbieter zu Anbieter verschieden. Ich habe mich mehr oder minder auf die von Bamboo Garden Thai eingeschossen, vor allem auch, weil sie überall zu haben ist.

Wir benötigen: (2-3 Portionen)

  • Eine Dose Kokosmilch (besser: Kokoscreme)
  • Rote Currypaste
  • Sojasauce
  • Fischsauce
  • Braunen Zucker
  • Sambal Olek oder einen ähnlichen Scharfmacher
  • Fleisch nach Wahl (ich empfehle die Variante mit Geflügel)
  • Gemüse nach Wahl (hier bieten sich Paprika, Karotten, Sojasprossen, Bambussprossen, Zwiebelspalten, etc. an)

Zubereitung:

Kokosmilch in eine Pfanne geben. Wenn die Milch einen Bodensatz aus Kokoswasser gebildet hat, diesen nicht mit in die Pfanne gießen. Einfach so trinken. Schmeckt lecker. Hitze voll aufreißen. Je nach Geschmack (ca. einen guten Esslöffel) rote Currypaste darin auflösen. Einen EL braunen Zucker, einen EL Sojasauce und einen EL Fischsauce ebenfalls dazu geben. Ich persönlich verzichte auf massiveren Einsatz von Fischsauce und salze etwas. Schärfemittel der Wahl ebenfalls einrühren. Aufkochen und einreduzieren lassen. Pro Person etwa 100g Fleisch in kleine Stücke schnetzeln, Gemüse ebenfalls klein schnippeln. Das Fleisch wird zuerst zugegeben und erst ganz am Ende das Gemüse, damit es schön knackig bleibt. Das Timing muss man etwas rausfummeln, aber wenn das Fleisch etwas länger mitkocht, macht das überhaupt nichts. Dazu gibt es natürlich Reis.

Lecker Biergulasch

Posted in Essen & Trinken on 8. Februar 2010 by Herr Grau

Ich bin gar nicht da. Eigentlich bin ich gerade lernen. Aber im Dunkeln lassen kann ich euch trotzdem nicht über mein einfaches und extrem schmackhaftes Gulasch-Rezept:

500g Fleisch (hier tut es wirklich alles, selbst marginal fleischdurchsetzter Sehnenbraten für 1,99€/kg wird absolut zart) werden gewürfelt und in zwei Esslöffeln Butter scharf angebraten und dann sehr flott mit einer Flasche dunklem Bier abgelöscht (dunkles Weizen hat sich bei mir bewährt). Dazu kommen zwei große Zwiebeln, die grob zerkleinert wurden, Salz, Pfeffer und ordentlich süßes und scharfes Paprikapulver (mindestens 1EL von beidem, eher mehr). Deckel druff und 20 Minuten auf mittelkleiner Flamme köcheln lassen (die Kochzeit ist eine Mindestangabe, je länger man kocht, desto weicher wird das Fleisch). Zwei in Streifen geschnittene rote Paprika dazu geben. Noch mal 40 Minuten köcheln lassen. Mit Mehl binden (wenn es eine Sauce werden soll und keine Suppe) und noch einmal final abschmecken – fertig.

Rührei richtig gemacht

Posted in Essen & Trinken on 10. Januar 2010 by Herr Grau

Dass ich Rührei bestellt und nicht ein Omlett bekommen habe, ist schon ganz schön lange her. Auch etapesker Trockenpamps aus der Warmhaltetheke ist näher mit dem gemeinen Tapetenkleister als mit dem angeblichen dargestellten Vorbild verwandt. Wie Rührei richtig zubereitet wird, hat der leicht hyperaktive Weltklassebeleidiger und Hobbykoch Gordon Ramsay in mein Leben gebracht:

In aller Kürze: Eier in einen Topf geben und eine gute Spalte Butter dazu geben, Hitze voll auf. Die ganze Zeit rühren, bis es anfängt zu stocken. Von der Hitze nehmen und arbeiten lassen. Die ganze Zeit rühren. Solange auf die Platte und wieder runter, bis ein schönes, cremiges Rührei entstanden ist. Am Ende einen kleinen Stich Creme Fraiche dazu geben, um den Kochprozess abzubrechen, wenn es perfekt ist. Erst dann salzen und pfeffern. Auf gediegenem Brot servieren.

Wenn man den Dreh einmal raus hat, ist Rührei auf Brot eine absolut großartige Sache.

Studentenfutter – Das Ding aus dem Kühlschrank

Posted in Essen & Trinken on 17. Dezember 2009 by Herr Grau

Im Gegensatz zu gestern, wo es um Perfektion ging, war das Thema gerade eher „Ob man das wohl essen kann?“

Eben gemacht, wirklich ziemlich erträglich: Eine Studentenvariante der Carbonara: Nudeln aufsetzen, Schinkenspeckwürfel in Ölivenöl mit Knoblauch anbraten. Nebenbei vorbereitet: 1 Ei mit Salz, Pfeffer und zwei Scheiben zerschnibbeltem Cheddar-Sandwichkäse verschlagen. Einen EL Nudelwasser mit in die Pfanne geben zum Abbinden, Pfanne vom Feuer nehmen, dann Nudeln abießen und in die Pfanne schütten. Käse-Ei-Mix unterrühren. Es hat erstaunlich unschlecht geschmeckt.

Es ist auf jeden Fall ein würdiges Mitglied in der Familie jener schmackhaften Sportspeisen, die nie im Leben Sodbrennen oder hohes Cholesterin auslösen würden.

Da meine Freundin auch eine Portion wollte, gibt es doch noch ein Photo. Allerdings ist das die Sauce etwas viel, da man die Einheit „1 Ei“, die sich auf 140g Nudeln bezieht, schlecht verkleinern kann.

German Heaven – Perfekter Burger

Posted in Essen & Trinken, German Heaven on 16. Dezember 2009 by Herr Grau

Wieee jezz? Burger in der German Heaven-Sektion? Ja genau. Die historische Diskussion über den Ursprung des Burgers ist nicht geklärt, aber jeder Mensch mit Verstand sieht die deutsche Handschrift auf jeder einzelnen Zutat. *hust* Auf jeden Fall teile ich heute mein persönliches Geheimrezept, was dem Ganzen auf jeden Fall den Stich deutsche Persönlichkeit einhaucht, den es braucht, um in dieser Kategorie erscheinen zu dürfen.

Nicht nur in Anbetracht dessen, was die Fast-Food-Ketten verzweifelt als Burger zu verkaufen versuchen, könnte man auf die Idee kommen, dass es bei der Zubereitung auf nichts Besonders ankäme. Das Gegenteil ist der Fall. Burger sind an einigen Eckpunkten kritisch und ich werde zeigen, was ich über Jahre im Selbstversuch lernen musste.

1. Fleisch

Hier lauern direkt mehrere Fehler auf den arglosen Carnivoren. Die Zusammensetzung des Hackfleischs ist essentiell, ebenso wie die Menge des Fleischs und der Verarbeitungsmodus.

Das Burgerfleisch sollte idealerweise aus Rinderfleisch und Schweinefleisch im Verhältnis 2:1 bestehen. Ein Schweineanteil wie im Halbundhalb macht zu siffige Fleischstücke. Die Qualität des Fleisches ist sehr wichtig für den Gesamtgeschmack des Burgers. Hüfte ist nicht gleich Hüfte, Filet nicht gleich Filet – der Gang zum Metzger des Vertrauens lohnt doppelt. Im Idealfall kommt der Anteil des Rindfleischs aus dem Roastbeef, das Schweinefleisch sollte nicht zu mager sein. Das gesamte Fleisch sollte möglich doppelt und dabei recht fein gewolft werden. Gewürzt wird das Fleisch nur mit Salz und Pfeffer, davon aber ruhig reichlich.

In Feldversuchen exzerpiert wurde die richtige Fleischmenge. Anfänger tendieren dazu, zu große Fleischberge auf die Burger zu packen, was das Gleichgewicht der Speise erheblich stört. Als ideal erwiesen hat sich für das 12cm-Format der klassische Quarterpounder, also 125 Gramm Fleisch.

Vor dem Braten sollte das Fleisch gefrostet werden. Dass das Fleisch gefroren in die Pfanne oder auf den Grill geht verhindert – warum auch immer -, dass die Patties „aufgehen“, sich also in der Mitte auswölben. Auch sehr wichtig für einen guten Burger.

2. Zutaten und Reihenfolge

Viele Leute meinen, dass das schöne am Burger sei, dass man ihn individuell zusammensetzen könne. Ich bin von dieser Idee abgekommen. Der Grund ist, dass eine bestimmte Zusammensetzung von Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge einfach wesentlich besser als alles andere funktioniert. Diese Erfahrung wurde von vielen Leuten bestätigt.

Wir brauchen: Burgerbrötchenunterseite, normalen Ketchup, Eisbergsalat, Burgerfleisch, Cheddarkäse, Bacon, Zwiebeln, Röstzwiebeln, dänische Remoulade und Burgeroberseite. Und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Um einen Richtfaden für die Menge der Zutaten zu geben (und natürlich um allen den Mund gediegen wässerig zu machen), habe ich eine schöne Bilderserie zusammengestellt.

Um ein perfekt getoastetes Brotergebnis zu erhalten, muss man seinen Backofen kennen; meiner braucht auf 200°C Umluft etwa vier bis viereinhalb Minuten (vorgeheizt). Ich nehme die großen Burgerbrötchen von Golden Toast.

Der Ketchup sollte, wie die Remoulade auch, noch verstrichen werden.

Zur Besseren Verteilbarkeit und damit er sich nicht so aufbiegt, lohnt es, den Eisbergsalat kurz etwas zu hacken.

Fleisch braten muss einfach gekonnt sein; 2 Minuten pro Seite reichen aus; dabei wird darauf geachtet, dass der Patty gedreht wird, sobald er sich von selbst vom Rost/Pfannenboden löst. Der Käse wird nach dem letzten Wenden aufgelegt und sollte möglichst etwas schmelzen. In der Pfanne nicht so einfach…

Röstzwiebeln am besten auf die Remoulade streuen, so halten sie. Bacon natürlich vorher anbraten.

Go. Do it.

German Heaven – Matjesbrötchen

Posted in Essen & Trinken, German Heaven on 9. Dezember 2009 by Herr Grau

Original mit Rundstück oder Schrippe, bei mir eher mit Brötchensurrogatersatzextrakt von Aldi.

Hälften buttern, dann Salat, Matjes, Zwiebeln. Von allem reichlich. Absolut wunderbar. Gibt wenig Besseres.

…und zack: Brot

Posted in Essen & Trinken on 1. Dezember 2009 by Herr Grau

Wie ein Lauffeuer hat es sich über das Internetz verbreitet, das No-Knead-Bread, das Marc Bittner (NY Times) von der Sullivan Street Bakery in Hells Kitchen bekommen und der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Der Clou: Kneten fällt aus. Alles in allem braucht dieses Brot 5 Minuten Arbeit. Inklusive Abwaschen. Der Grund für seinen ernormen Erfolg ist neben der Einfachheit aber vor allem die Qualität des Ergebnisses: Kaum ein Bäcker schafft es, etwas vergleichbares herzustellen.

Man geht wie folgt vor:

Man schmeißt 400g Mehl in eine Rührschüssel, gibt 1 1/2 TL Salz und 1/4 TL Trockenhefe dazu und vermischt es kurz. Dann gießt man 320ml Wasser dazu. Das ganze wird grob vermengt, bis es einigermaßen homogen ist. Ein Knethaken eines Rührgeräts hat sich als ideal für diesen Zweck erwiesen. Sonst tut es aber auch eine Gabel. Dann wird die Rührschüssel mit einem feuchten Handtuch oder Klarsichtfolie abgedeckt und 18 Stunden stehen gelassen. Aktiver Arbeitsaufwand bis jetzt: 1-2 Minuten.

Am nächsten Tag bemehlt man seine Arbeitsfläche und bugsiert den zähflüssigen Klumpatsch mit einem Teigschaber darauf. Von allen Seiten gut mit Mehl beklopfen, sodass es nicht mehr klebt. Teig rechteckig ausziehen und wie einen Brief zusammen falten. Auf ein bemehltes oder mit Semmelbrösel bestreutes Handtuch legen, zudecken, noch einmal 2 Stunden gehen lassen. Das waren jetzt nochmal 1-2 Minuten Arbeit.

30 Minuten vor Ende der Gehzeit wird der Ofen auf 250°C vorgeheizt. Darin stehen sollte ein Topf, der einen ofenfesten Deckel hat. Ofenfeste Glasformen sind gut, am besten aber gusseiserne Bräter. Nachdem Ofen und Topf verdammt heiß sind, Topf rausholen, Teigfladen reinplumsen lassen, Deckel druff und ab in den Ofen. Noch eine Minute schweißtreibende Arbeit. Puh.

30 Minuten später wird der Deckel abgenommen und die Temperatur auf 230° reduziert. Ich würde empfehlen, zu diesem Zeitpunkt auch Wasser auf den Ofenboden zu schmeißen und die Klappe dann ganz schnell zuzumachen. So wird die Kruste besser.

Weitere 15-20 Minuten später: Zack, Brot.

Also sieht das nicht mal lecker aus? Kruste schön knackig, Krume fluffig mit großen Löchern und großartigem Geschmack.

Try it. Wont take long.

German Heaven – Currywurst

Posted in Essen & Trinken, German Heaven on 29. November 2009 by Herr Grau

Ich weiß nicht mal, ob es in anderen Ländern Currywurst gibt. Eins steht aber auf jeden Fall fest: Erfunden wurde die Currywurst im Berlin der Nachkriegsjahre. Es ist ein bisschen wie mit der Erfindung des Rades, um deren Patentrechte ja auch immer noch ein heftiger Streit zwischen Diplom-Hausverwalter Heinrich-Erwin Kowastzki aus Gelsenkirchen, dem erfolgreichen Fantasyautor aus Englisch-Amerika Stephen Hawkins und Reinhold Messner in der Position des Erbverwalters seiner Vorfahren tobt: Keiner weiß genau, wer das erste mal Currypulver auf Ketchup auf Wurst gemacht hat. Selbst der CIA gibt sich in dieser Frage geschlagen. First Lieutenant John Henry Gray, offizieller Sprecher in Wurstfragen der amerikanischen Hitschmiede, gibt zu:

Wir können nur mit Sicherheit behaupten, etwa 60% der gesamten Wurst-Aktivität im Berlin der Jahre 1945-50 beweissicher dokumentiert zu haben. Es ist uns peinlich, durch diese lückenhafte Überwachung Zusammenarbeit mit den Bürgern die Aufklärung dieser historisch wichtigen Tatsache nicht mit ausreichend statistisch verwertbarem Material untermauern zu können. Wir arbeiten aber ernsthaft an diesem Missstand und sind zuversichtlich, sehr bald ein flächendeckendes Wurst-Monitoring garantieren zu können.

Wichtig ist an dieser Stelle aber vorderranging der kulturelle und kulinarische Wert einer guten Currywurst. Der arglose Endverbraucher wird aber einmal mehr von den Volksverblödungsdistributoren dem hochqualitativen Bildungsfernsehen im Stich gelassen in seinem Streben nicht weiter bestärkt. Wer einmal versucht hat, Tim Mälzers Currysauce nachzukochen, weiß um die rücksichtslose Protektoratspolitik der Imbissbudensyndikate. Auch im Internetz finden sich für dieses Kernstürk der Currywurst kaum brauchbare Rezepte.

Wir haben eins. (natürlich geklaut.)

Currysauce àla Admin (Grillsportverein):

2 Gläser Ketchup
1 TL Chilipulver
3 EL Worcestershire-Soße
3 EL Sojasauce
1 Glas Fleischbrühe
1 EL Paprika süß
und natürlich mindestens 2 EL Curry, abhängig
von der Schärfe des Pulvers.

Ketchup erwärmen, Brühe angießen. Gewürze einrühren. Warm werden lassen. Nicht zu sehr dran rumfuddeln, das Rezept funktioniert hervoragend.

Das ganze plantiert man auf dem Bratling seines Vertrauens – stilecht sind feine Brühwürste mit und ohne Darm. Ich mag sie ohne lieber, so wie Vaddi auch getan hat. Diverse Paraphernalia bieten ihr Dazugereichtwerden an, Fritten, Kroketten, Kartoffelsalat, und selbst sautiertes Sukuma Wiki.

Das ganze ergibt ein schnelles, enorm leckeres und natürlich kompromisslos gesundes Fair-Trade-Fitness-Essen. Ausprobieren lohnt sich. Manchmal auch direkt zweimal nacheinander.

German Heaven – Mettbrötchen

Posted in Essen & Trinken, German Heaven on 28. November 2009 by Herr Grau

Ich möchte diese exzellente Kategorie mit einem Beitrag eröffnen, der mir sehr am Herzen liegt. Es geht darum, die wunderbaren Seiten der ja teils unerträglichen urdeutschen Art zu zeigen. Dinge, die hier erfunden wurden, hier hin gehören oder die es nur hier gibt. Und was wäre dafür besser geeignet als das Mettbrötchen?

Gerade durch mein Studium mit Leuten aus anderen Ländern ist mir klar geworden, wie viel wir daran haben, dass wir Deutschen die Wunder des Metts früh entschlüsselt und unserem nationalen Gedächtnis zugeeignet haben. Viele dieser armen Seelen kennen die Genüsse gar nicht, die ihnen ihrer Unkenntnis wegen verschlossen bleiben. Deshalb will ich hier die Montage eines korrekt assemblierten Mettbrötchens demonstrieren. Richtig zubereitet ist es eine einfach anzufertigende Delikatesse, die sich auch vor dem gourmetsianischen Niveau eines getrüffelten Weinberg-Schneckerichs im flambierten Aprikosenespuma nicht verstecken braucht. Bei erneutem Lesen meines Satzes dämmert mir, dass es dessen kulinarischen Wert sogar um Welten ausstechen dürfte.

Also, frisch ans Werk!

Schritt 1:

Ein Weizenbrötchen seiner Wahl vorbereiten.

Schritt 1.2 (optional):

Sich ärgern, was Aldi für unterirdisch grausame Aufbackbrötchen für den arglosen Konsumenten bereitstellt.

Schritt 2:

Jetzt kommt’s drauf an! Gutes Mett ist von nöten. Also entweder den Metzger seines Vertrauens konsultieren oder aber zum Geheimtipp, dem Tip-Schinkenmett von Real greifen.

Absolut essentiell ist das Brötchen/Mett-Verhältnis. Unser allseits beliebter Universalexperte Professor Felicius A. Grau des Instituts für Ontoidetik der Universität Uppsala erklärt:

Was uns hier begegnet, ist ein klassisches Sättigungsproblem, bei dem das System ‚Brötchen‘ möglichst nah an seine optimale Sättigung gebracht werden muss. Sinkt die Sättigung auf unter 80%, so überwiegt die hygroskopische Wirkung des Krumenmaterials, bei zu hoher Sättigung kommt es zu einem Interferrenzproblem an dem Palatenkomplex und schließlich sogar zur Trennung von Metteinheiten vom Gesamtkontinuum Speise. Der Genuss als Funktion der Sättigung beschreibt dabei eine, oft nach ihrem Erstbeschreiber Freddi Gauß benannte, glockenförmige Kurve.

Damit der ahnungslose Heimanwender nicht völlig im Regen steht, haben wir eine kleine Fotoserie zusammengestellt.

FALSCH:

BESSER, ABER AUCH FALSCH:

Fehlt noch Schritt 3:

Mett kräftig mit frisch gemalenem schwarzen Pfeffer .. pfeffern und mit gediegenen Zwiebelringen garnieren und schon ist das Ergebnis

RICHTIG:

(Achtung! Das Mett geht dezeptiv in die Tiefe des Brötchens weiter! Es ist mitnichten dünn.)

Wunderbar! Guten Appetit.


Brüssel sehen… und saufen.

Posted in smile and look alive, Getestet, Essen & Trinken on 10. September 2009 by hoegi

For herrgrau writing every one of his cocktail reviews bilingual, I decided to make this one a bilingual post too. Drinking is international.
—Scroll down for english version—

Äußerst verspätet und daher auch nur mit geringsten Erinnerungen an die diversen Geschmackserlebnisse kommt hier ein kurzer kulinarischer Bericht aus der selbsternannten Biermetropole Brüssel.

Fangen wir mit einem Exoten an. Das „Bellevue Extra Kriek“ erinnert höchstens entfernt an Bier im klassischen Sinne. Im Zuge des Brauprozesses werden diesem Bier Kirschen zugefügt, die sich fast gänzlich lösen und dem Bier eine dunkelrote Trübe verpassen.
Geschmacklich erinnert das Bier stark an eine frische Kirschlimonade; der Bieraspekt ist nur wenig bis gar nicht vorhanden, dennoch schmeckte mir das Bier vom Fass außerordentlich gut. In Deutschland ist das Bier gelegentlich auch in Flaschen erhältlich, aber es schmeckt so nicht annähernd so gut, wie frisch vom Fass.

Rodenbach. Wenn ich diesen Namen höre, bekomme ich leichten Brechreiz. Auf der Bierkarte (ja, soetwas gibt es in Brüssel) las sich die Beschreibung lecker: Es handele sich um eine Mischung aus „frischem“ Bier und 6 Monate (glaube ich) in Eichen- (oder Buchen?)fässern gelagerten und gereiftem Bier. Da ich für solche Experimente offen bin/war bestellte ich also ein Rodenbach.
Das Bier schmeckte nach Verwesung. Ich bildete mir ein, dass das einfach nur schlecht schmeckt weil ich zuvor das Kirschbier hatte… Weit gefehlt. Auch die nächsten Schlücke gestalteten sich als ekelig. Mit jedem Schluck wurde der Brechreiz größer. Eine fürchterliche Erfahrung. Ob ich das Bier wirklich getrunken habe, erfahrt ihr weiter unten.

Das Primus-Bier ist ein sehr unspektakuläres aber gut trinkbares Bier. Ich meine mich erinnern zu können, dass es sehr süffig und mild war. Daher gut trinkbar. Für den Rest des Abends war dies das Bier der Wahl für die gesamte Runde.

Leffe ist das berühmteste Bier Belgiens und entstammt der größten Brauerei des Landes. Da Leffe ein Kloster ist/war, schmeckt das Bier so, wie die meisten Klosterbiere schmecken. Es hat eine leichte pilsige Frische mit einem stark hefigen, vollmundigen Abgang. Wer etwas handfestes trinken möchte, ist mit Leffe gut beraten.
Btw: Dieses Glas hat in dem Restaurant 6,50€ gekostet! Kein Wunder, dass auf der Karte keine Preise standen.

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Bellevue Extra Kriek

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Rodenbach

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Primus

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Leffe

Pretty late and for that reason only with vague memories: My small report of a more or less tasteful journey to the wannabe-beer-capital Brussels.

Let´s start with the most exotic beer. The „Bellevue Extra Kriek“ only reminded me barely of beer as we know it. In the process of brewery, cherries are added and dissolve nearly completely in the beer, which leads to a crimson-like color.
It tastes mostly like a fresh cherry lemonade, than everything else. Despite that, I liked that „beer“ a lot. Sometimes you can buy that stuff bottled, but it tastes not as half as good as when it comes directly from the tap.

Rodenbach. Hearing this name, first thing I´d like to do is to vomit. The beer menu (yep, there really is a beer menu in Belgium) made me wanna try that one for it´s description. Rodenbach would be a mixture from fresh and mature beer. It was more mature than I could even imagine but at that point I just didn´t know yet. The beer tasted like rotten food. Maybe even worse. Every sip made me want to puke even more. I would not even make my nemesis drink that stuff. If I really succeded in finishing that piece of hell? Scroll down for an answer.

The primus beer is a very unspectacular but nonetheless well drinkable beer. I think that I remember that it was really smooth and süffig (look it up, theres no comparable word in english except for „quaffable“…) For the rest of the evening this beer was our first choice.

Leffe is the most famous beer of Belgium and it stams from the largest brewery of the country. For Leffe is/was an abbey, the beer tastes like you want an abbey-beer to taste. With a hint of lager in the first place, and a wheat-beerish finish. If you want a real mouthful of beer: Take this one.
By the way: This beer cost us 6,50€!

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Geschafft. I did it.