Archive for the smile and look alive Category

Erkenntnisse aus der Maybrit Illner Show

Posted in The Hawthorne Catalyst with tags , , , , , , , , on 30. Januar 2014 by J

Chem Özdemir’s ebenso schmerzhafte wie zahlreiche Vergleiche mit der beliebten Komperativ plus „wie“ Satzfigur prügelten den Zuhörer fast zum Abschalten, als ich seine folgende, das ganze opportunische Gefasel in sich vereinende Forderung vernahm:

„Wir müssen unsere Kranken besser ausbilden!“

Das ist natürlich mehr als nur ein Versehen. Das ist vor allem richtig! Nur am Krankenbett ist der Bundesbürger noch bildungsfauler als daheim bei Wein und Weib, wo der Allgemeinheit – nebenbei bemerkt – auch die bezahlte Abwesenheit von Gesell- und Wirtschaft deutlich billiger kommt.

Hiermit möchte ich öffentlich (zumindest theoretisch kann es jeder lesen!) drohen, die Ergüsse dieses derzeitig auf gleich diversen Planken torkelnden Sozialdemokraten und Hobbygenetikers zu lesen – so denn es mir jemand zur Verfügung stellt und ich mit Obamas Ferienlektüre fertig bin (in dem urbanen Englisch amerikanischer Großstädte werde ich mich nie wohlfühlen). Ich möchte wissen, was das für ein bewußtseinserweiternder Nimbus ist und wie man sich einen solchen aus Wort und Schrift erheben läßt, dass einem die Muse so dermaßen das Hirn rausvögelt.

Dann war da noch ein Schweizer, der vergeblich versuchte, dem zusammengepferchten Einbildungsbundesbürgertum das mit der freien Meinungsäusserung sinnvollerweise einhergehende Konzept der Diskussion zu erklären. Resignierend erklärte er den sich in einkonditionierten rhetorischen Reflexen bis zur Taubheit Verhedderten, die Republik sei ja schliesslich auch noch recht jung. Das ist beruhigend. Ich dachte immer wir seien (um es mit den unsterblichen Worten meines Lateinlehrers zu sagen) schlicht zu blöd.

Thursday, September 2, 2010

Das Linke Spinner

Posted in The Hawthorne Catalyst with tags , , , , , on 18. Januar 2014 by J

Die Deutsche Bahn scheint ausgewählte Stammkunden neuerdings mit Kuhmistodeur zu begrüßen. Während ich noch kurz versuchte, dieses olfaktorische Attentat näher zu charakterisieren, trieb mich mein Selbsterhaltungstrieb – in der naiven Illusion, die nächste Schwingtüre wäre dem Nebel eine Schranke – weiter in den Zug hinein. Und tatsächlich: Ich fand einen freien Sitzplatz. Doch ein neuerliches Geruchserlebnis lies mich zögern. Den angebissenen Hundeknochen neben den Sitz wertete ich als Bestätigung, dass es sich bei dem Geruch um caninen Urin handeln musste.

Der Zug fuhr an. Dies war wohl der Schlüsselreiz für drei Kinder in maximal Metergröße, aus dem Abteil am vorderen Ende unseres Sitzplatzensembles zu stürmen und – wohl ganz ohne Training in Camps des Nahen Ostens – ihr Talent als Zwergenterroristen zu demonstrieren. Fenster wurden schreiend betrommelt, an Geländern gerissen und geschaukelt, die umsitzenden Langweiler konsequenterweise mit Müll beworfen und die zwei biologisch zumindest anteilig verantwortlichen Individuen intermittierend und abwechselnd angeschrien oder in einer Weise bearbeitet, für die an Jahren Ältere schon wegen Vergewaltigung verurteilt wurden. Einer der Zuchtguerillias hatte ein besonders freiheitliches Ritual: Er setzte sich auf den Boden, rieb abwechselnd die Öffnung und den Boden seiner 0,5L pet Flasche auf dem Boden und leckte dann daran. Plötzlich konnte ich dem Uringeruch etwas Positives abgewinnen.

Ich betrachtete diese hilflosen Wesen, die sklavisch hinter der anarchischen Brut herräumten: eine schwarzhaarige, dünne Frau in Sandalen, regenbogenfarbendem Gehrock und gelbem T-Shirt mit dem Konterfei von Ché Gevara und eine hochgewachsene auf blond gefärbte, gebräunte Frau in unauffälligerem Outfit. Letztere sah zwar auch für ihr postpeak Alter ziemlich gut aus, verscherzte sich aber die dadurch gewonnenen Symphatien durch ihren Mix aus einem stark durch einen zweifelsfrei deutschen Akzent kompromittiertem Englisch und einzelnen, wahllos eingestreuten deutschen Wörtern. Angeblich eine Südafrikanerin. Naja, wahrscheinlich aus Moabit.

„Können die Kinder etwas leiser sein!“ brüllte eine nach Gymnasiallehrerin prä Frührente aussehende Frau in der Reihe vor mir. Mit dem angebrachten Zweifel in der eigenen Antwort rief eine der Mütter „Wir versuchen es!“. Was folgte war ein halbstündiger steter Wechsel aus Beschwörungen und Bestechungsversuchen. Vergeblich. Die aufgeheizten Gnome waren unbestechlich. Interessanterweise war schliesslich durch die Anwednung eines Biene Maja Hörspiels der Lärmpegel und somit auch die damit in exponentiellerweise verbundenen Kollateralschäden deutlich zu senken. Biene Maja schlägt vandalisierende Antichristen. Ob Nietzsche das wusste?

Leider gab dies den Müttern Gelegenheit zur Unterhaltung. „Meine Eltern sind ja total links“, tat die Regenbogen-gewandete Frau kund, „aber als ich in so’m Magazin gelesen hab ‚das Merkel‘ – da musst ich mich doch hinter die stellen! Solidarität und so!“ und fügte leise hinzu „A-Aber politisch, politisch sind die Merkel und ich – So!“.

„Das linke Spinner“ ist also weiblich.

Thursday, August 26, 2010

Vagabund

Posted in The Hawthorne Catalyst on 18. Januar 2014 by J

Moin.

Wie schon angekündigt, werde ich nun hierhin migrieren. Das spart. Was, weiß man nicht. Dann also demnächst die alten Texte, und vielleicht auch mal was Neus. Also dann.

Neue Kategorie, Vorsätze, Geständnisse

Posted in Musik & Melodey, smile and look alive on 9. Januar 2014 by Herr Grau

Fröhliche Datumswillkürlichkeit, alle miteinand! Das fabrikfrische Jahr kommt glänzend und glitzernd und rappelvoll mit den wildesten Verheißungen. In meinem Fall heißt das vor allem: Examen. Dass ich darunter nicht so wahnsinnig aktiv werde sein können menetekelt sich daher schon recht absehbar an die Wände unseres schnuffeligen kleinen Blôqqs. Also ist die inhaltliche Brache endlich in einer angemessen Rechtfertigung angekommen. Ja, ich bin mir dessen schon bewusst, dass hier überall der verräterische rote Sand langer Trockenperioden herum liegt.

Und da man qualitative Unzulänglichkeiten traditionell mit buntem Licht, lauter Musik und einer überwältigenden Flut an Neuem kompensiert, gelobe ich, trotz eventueller Zeitknappheit mehr Beschickung Ihres ganz persönlichen Happy Place im Internetz. Also diesem Blog, nicht dass wir uns da falsch verstehen. Diesem Zweck halber habe ich just eine neue Kategorie eröffnet, die ich bis jetzt aus noch unerforschten Gründen verantwortungslos schändlich lange ignoriert habe: Wie das Feld der Musik von einem Menschen wie mir, der diese derartig lebt und atmet, unbeacktert bleiben konnte, ist völlig unklar. Ab jetzt also endlich auch das. Zeit war. Das Format steht noch nicht ganz fest, aber das pendelt sich schon ein. Im Idealfall bin ich in der Lage, mein recht großes Repertoire an Musikern und Musik, das ich schon immer sehr stark mit der Welt teilen wollte, in einem auch für mich vertretbaren Zeitrahmen in ganz herzzerreißend dolle Beiträge zu stricken. Win-win.

Auch sonst wird der 14er-Jahrgang hoffentlich einige Annehmlichkeiten bringen: Ein neuer Autor glüht am Horizont, es wird auch darauf hingearbeitet, dass die anderen Kontributoren dieser Netzseite sich wieder vermehrt die Ehre hier geben, ich bin frisch gewaschen und habe sogar eine Hose an – was hält uns also? Voran!

Worte und Dinge #19

Posted in smile and look alive on 18. Dezember 2013 by Herr Grau

„Was sind SIE denn von Beruf? Amateur?!“

– Ein anonym gehaltener Chefarzt

Reisebericht – Rom

Posted in smile and look alive on 3. November 2013 by Herr Grau

Er war in Rom. Da man jedem guten Menschen das Gleichtun nur wärmstens empfehlen kann, war es für mich ein Selbstverständliches, meine Erfahrungen, Empfehlungen und Fehler kurz festzuhalten, auf dass der aus der Ferne die ewige Hauptstadt noch Anschmachtende aus ihnen seine wohlfeile Lehre zu ziehen vermöge. Allen anderen mag dieses kleine Reisejournal zur Kurzweil gereichen. Vorneweg bleibt zu sagen, dass ich es auch für Leute lesbar haben wollte, die noch nicht jeden Stein der Stadt auswendig kennen. Ich bitte daher zu entschuldigen, wenn ich scheinbar Offensichtliches gut ausgeleuchtet und in bunten Farben ausbreite. Weiterlesen →

Dresswatches – eine persönliche Favoritenliste

Posted in smile and look alive on 14. Oktober 2013 by Herr Grau

Als Mann sind einem nicht viele Accessoires gegeben, durch deren wohlfeile Wahl man seinen überlegenen Geschmack dem tumben Pack richtig schön ins Gesicht dreschen kann. Das wichtigste dieser sowieso schon kleinen Ding-Menge ist fraglos der Zeitmesser.
Oder anders gesagt: Ich kaufe deutlich zu viele Uhren.

Jetzt finde ich die allermeisten Klötze schlicht prollig. Mir ist einfach nicht so richtig klar, warum jeder Spargeltarzan von einem Sachbearbeiter dringend einen Diver-Chronographen braucht. Die Kisten sind riesig, schwer und in neunundneunzig von siebzig Fällen ein klarer Fall von gewollt und nicht gekonnt. Der Rolexträger ist die Überholspur-Pars Pro Toto für den großen Haufen Leute, die entweder Preis oder Menge an Metall, am liebsten aber beides mit Schönheit verwechseln. Warum ich einen guten Teil meiner Leser gerade schwer beleidige? Ich kaufe zu viele Uhren. Ich muss es rechtfertigen.

Mein Ideal einer Uhr ist die Dresswatch: Von der Größe her auf den Arm abgestimmt, so flach wie möglich und im Design von schlichter Schönheit. Und ja, ich rede von mechanischen Uhren. Nein, ich kann das nicht wirklich rechtfertigen. Mechanische Uhren sind einfach wertiger, sie fühlen sich wie ein tatsächlicher Gegenstand an, nicht wie eine kurzfristige Erscheinung aus dem Kaugummiautomaten. Aber weil ich glaube, dass jemand, der nicht an einem zumindest ähnlichen Uhren-Wahn leidet wie ich, diesen Artikel gar nicht bis hier gelesen hätte, gehe ich also jetzt mal laut jodelnd die Zwischenrufe übertönend davon aus, dass mir alle so weit zustimmen und unwahrscheinlich neugierig sind, wohin die Reise geht. Nun – ich spüre meiner idealen Uhr schon seit Jahren nach; es wird Zeit, die Ergebnisse mit der Welt zu teilen. Zu diesem Zweck jetzt eine Aufzählung meiner fünf persönlichen Favoriten.

1. Jaeger LeCoultre Master Ultra Thin 38
    Edelstahl – 4950€

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Die Liste wird angeführt von der Ultra Thin von JLC. Nicht weil sie teuer ist – ist sie – oder von einem der prestigeträchtigsten Hersteller überhaupt kommt – tut sie -, sondern schlicht und einfach, weil ich sie für die perfekte Dresswatch halte. Die eine. In ihr tickt – man erwartet es bei dem Preis – ein Manufakturkaliber, das nur 1,85mm dicke Calibre 849. Durch die Verwendung dieses kleinen Viechs ist die Uhr nur 6,3mm dick und unschlagbar unschlagbar. Es gibt sie in etlichen Ausführungen, in Edelstahl gefällt sie aber am meisten. Für Menschen mit großen Armen gibt es sie auch in 41mm, für mich ist das aber deutlich zu raumgreifend. Sollte ich irgendwann mal über einen Topf Gold stolpern – der nächste Gang wäre schnurstracks zum JLC-Konzi.

2. Stowa Antea Kleine Sekunde – 680€

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Die Firma Stowa aus Pforzheim hat sich unter den wiederbelebenden Händen von Jörg Schauer prächtig gemacht. Sie lancieren wunderbare Flieger- und Marineuhren und fertigen auch auf Basis des großartigen Peseux 7001 eine Antea Kleine Sekunde genannte Bauhaus-Uhr, die dem unbedarften Betrachter wahrscheinlich von Nomos seiten her bekannt vorkommen dürfte. (Ich habe sie hier schon einmal vorgestellt.) Tatsächlich hat Stowa dieses Design jedoch historisch gesehen vor Nomos verwendet, sodass man besser nicht laut „Plagiat!“ schreit und hysterisch Richtung Stowa zeigt.  Die Kleine Sekunde misst 36mm im Durchmesser und ist dank des Peseux-Werks nur 6,9mm hoch. Für Menschen mit dickeren Armen gibt es auch Varianten in 39mm (Antea 390 – 8,1mm hoch) und 41mm (Antea KS41 – 9,7mm hoch), aber beide sind des dort verbauten Uhrwerks wegen (Soprod A10 und Unitas 6498-1) deutlich teurer und bauen auch höher. Die 36mm der Kleinen Sekunde wirken der dünnen Wände und der zylindrischen, nicht rezidierenden Form wegen aber auch an einem normalen Männerarm keinstenfalls verloren. Die Uhren sind ausnahmslos vorbildlich verarbeitet und kommen mit Saphirglas in Deck- und Bodenglas.

3. Hamilton Intra-Matic
Edelstahl / Helles Ziffernblatt – 700€

intramatic

Hamilton war lange eine der traditionsreichsten Uhrenmarken der Verstaatlichten Einheiten Englischamerikas, bevor sie sich zum großen Wehleid der USaner 1969 gezwungen sah, ihre gesamten Produkte in der Schweiz fertigen zu lassen und das Heimatwerk in Pennsylvania zu schließen. Solche Schritte werfen nie gute Schatten voraus, und so kam es dann auch, dass die Produktion ’71 vollständig eingestellt und der Name an die Swatch Group verkauft wurde. Nachdem diese Fachleute dann etliche Wiederbelebungsversuche mit Hochdruck in den Sand gesetzt hatten, gelang es in den späten 80ern endlich, die Marke wieder mit Leben zu füllen und am Markt zu etablieren. Man kann nur sagen, dass Hamilton seit dem sehr vorausschauend und sinnhaft gemanaget worden ist. Die Designs arbeiten Erfolge der Vergangenheit mit viel Fingerspitzengefühl wieder auf, wodurch eine größere Zahl sehr tragbarer Uhren entstanden ist. Die Intra-Matic borgt ihren Namen und ihr Design von einem Vorgänger aus den 60er-Jahren: Die Uhr war mit dem damals revolutionären Burgen Mikrorotor-Kaliber 1320/22 ausgestattet, das seinerzeit um die Krone des flachsten Automatikkalibers rang und schließlich als erstes Automatikuhrwerk überhaupt zu einem Chronographen umgerüstet werden konnte. Man hört Stimmen unter den Liebhabern, die die Neulancierung dieser Uhr – besonders unter diesem Namen – mit dem ETA 2829-2 als Faupax gegen diese glorreiche Geschichte beweinen. Meine Augen dagegen sehen eine großartige – und bezahlbare – Uhr, die mit großer Liebe zum Detail die klassische amerikanische Dresswatch wieder erwerbbar macht. Es ist mir nur recht, dass unter der Haube kein elendig teures Mikrorotor-Manufakturkaliber tickt, sondern das „bessere“ ETA Automatikwerk, das von jedem Uhrmacher in der kirgisischen Steppe noch für einen schmalen Rubel revidiert werden kann. Nominell ist die Uhr zwar 10mm dick, aber das gilt nur für die Mitte des gebogenenen Saphirglases. Durch Zurückschneidungen am Rand wirkt sie deutlich dünner und trägt sich auch sehr leicht. Desweiteren macht der dünne Rand sie optisch größer als ihr Durchmesser von 38mm das suggerieren würde. Meine einzige Kritik trifft das weniger doll aussehende Fabrikband und die Tatsache, dass auf dem Ziffernblatt sowohl „Automatic“ als auch „Intra-Matic“ steht. Aber man kann sich natürlich auch alles zernörgeln. In meinen Augen übrigens auch die schönere Alternative zur Mathiesen OM8, die zwar etwas flacher, aber auch im Durchmesser etwas klein ist und es deswegen nicht in diese Aufzählung geschafft hat.

4. Junghans Meister Handaufzug
Edelstahl – 1090€

Junghans

Junghans ist eines der wenigen noch bestehenden deutschen Traditionsunternehmen, mit deren Name fast jeder etwas anfangen kann. Einst waren sie mal der größte Uhrenhersteller der Welt. Der Weg zum heutigen Tag war allerdings zwischenzeitlich ganz schön holperig. 2008 war das Unternehmen nämlich insolvent und wurde schließlich von dem deutschen Unternehmer Hans-Jochem Steim gekauft. Zu unser aller Glück ist der neue Besitzer kein Dödel, sondern offensichtlich ein Mann mit Verstand: Seit der Übernahme schreibt Junghans wieder schwarze Zahlen und lanciert eine schöne Uhr nach der nächsten. Bereits vor der Übernahme gab es die Linie der exzellenten Max Bill Uhren und man darf sich zurecht freuen, dass diese Linie jetzt weiter verfolgt wird, heißt: Schöne Bauhausuhren in guter Fertigungsqualität. Die Meister Handaufzug ist ein ganz großer Wurf, wenn man mich fragt oder auch nicht brutal genug zum Schweigen zwingt. Das verbaute Peseux 7001 – Junghans nennt es aus Eitelkeit J815.1 – erlaubt eine Bauhöhe von gerade mal 7,3mm bei 38mm Durchmesser, die dünnen Wände lassen die Uhr größer wirken, als sie ist, wodurch der Arm etlich kräftig werden muss, bis sie zu klein ist. Die einzigen beiden Makel sind das verbaute Plexiglas (obgleich man darüber trefflich streiten kann, denn Plexiglas hat das Alleinstellungsmerkmal, sich einfachst wieder aufpolieren zu lassen) und .. der Preis. Meines Erachtens müsste die Uhr mindestens zweihundert Euro günstiger sein. Damit haben wir auch schon den einzigen Grund, warum ich noch keine besitze. Kommt aber noch. Die Meister Klassik mit Soprod A10 („J820.2“) ist übrigens auch eine sehr schöne Dresswatch und hätte es fast in diese Liste geschafft.

5. Nomos Glashütte Orion 38 – 1720€

Picture 004Die Firma Nomos aus Glashütte hat sich mit ihrer Tangente vor einigen Jahren einen Goldesel an den Markt gestellt – den man in der Form allerdings günstiger und authentischer von Stowa haben kann. Seitdem variieren sie das Thema die Straße rauf und runter: Marine, sportlich, eckig, lateinische Zahlen, andere Ziffernblattfarben .. und die Orion, die zwar schon merklich dem gleichen Designkonzept entspringt aber dann doch ganz anders ist. Namentlich ist der Ziffernsatz als aufgesetzte Striche ausgeführt und kontrastiert in dieser Version wunderbar gülden mit den gebläuten Zeigern, desweiteren ist das Gehäuse nicht bis oben hin streng zylindrisch. Diese beiden Fakten – und dass sie mit ihren Maßen 38mm / 8,8mm äußerst plaisierlich daher kommt – machen sie zu einer wunderbaren Dresswatch, die durchaus neben einer Tangente oder Antea im Regal stehen darf, ohne redundant zu wirken. Leider spürt man das Manufakturkaliber alpha (Handaufzug, 10 ½ Linien, 2,6mm hoch) deutlich im Portmonee. Dafür hat man dann aber auch die Uhr schön.

Und jetzt gehet los und gebet auch zu viel Geld für Uhren aus!…

Probleme des Lebens #19

Posted in Probleme des Lebens on 26. September 2013 by Herr Grau

Die Sonderausstellung zu Sex und Evolution im Museum wird mit „Mitmachstationen und Einbindung interaktiver Medien“ beworben.
Ein ganz normaler Tag in Deutschland.

Ein Offenbarungseid

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 12. September 2013 by bic_mac

Disclaimer: Dieser Artikel hat nichts mit kochen, trinken, schneiden, fliegen, oder anderen schönen Dingen zu tun. Es ist ein klassischer Rant, der am besten in pöbelesquer Stimmung genossen werden sollte.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Da diese Zeile existiert ist es nun aber offenbar so, dass ich es schlussendlich tat. Und da sind wir auch schon beim Leitmotiv angekommen: die falsche Verwendung des Wortes offenbar durch deutschsprachige Medien. So wie oben gesehen ist es recht; ein Sachverhalt ist für jedermann leicht zu verstehen und erschließt sich auf den ersten Blick. Eigentlich nicht schwer, ist das Wort doch eigentlich ab Werk selbsterklärend – möchte man meinen.

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Kochmesserhaltung, Wetzstahl benutzen und Wiegeschnitt

Posted in Angewandte Wissenschaft, Scharfe Messer, smile and look alive on 12. Mai 2013 by Herr Grau

Ein scharfes Messer ist schön und gut, aber wenn man nicht weiß, wie man damit umzugehen hat, führt das nur zu effizienter abgetrennten Fingerkuppen. Tatsächlich würden viele der Leute, denen ich im Laufe der Jahre eine Messerberatung habe angedeihen lassen, wesentlich mehr von drei Minuten Lernen profitieren als von dem schönen neuen Hobel. Da sich das Ganze in Wort und stehendem Bild nur recht unterirdisch vermitteln lässt, die Videographie dagegen richtig Freude aufkommen lässt, begab ich mich auf die Suche nach einer entsprechenden Lichtspielaufnahme auf dem einschlägigen Portal. Zu meiner Überraschung bin ich entweder erstmals zu deppert, um etwas entsprechendes zu finden oder es existiert tatsächlich keine zusammenfassende Erklärung in teutonischer Mundart. Diesem Problem musste natürlich abgeholfen werden, auch wenn das für mich regelrecht Arbeit bedeutete. In den Hauptrollen: Meine wohlgeformten Hände und ein Herder-Nakiri. Komparsenrollen: Kochlöffel und alte Zwiebel. Danke an alle.