Howto: Alpenföhn Groß Clock´ner einbauen

Posted in Angewandte Wissenschaft on 15. Januar 2011 by hoegi

Ich hatte es mir lange vorgenommen, aber immer aufgeschoben, aber jetzt habe ich mir endlich mal einen neuen CPU-Kühler zugelegt.
Meine Wahl fiel auf den EKL Alpenföhn Groß Clock´ner (Revision B), hauptsächlich wegen des niedrigen Preises. Bedenken bezüglich der nicht ganz kompakten Ausmaße schob ich beiseite, notfalls kann man sowas ja zurückschicken.

Schon beim Auspacken überkam mich ein leichter Schock; das Teil ist wirklich groß. Versuche, mir diesen Trümmer in meinem Gehäuse vorzustellen, scheiterten am Fehlen weiterer räumlicher Dimensionen in meiner Vorstellung. Nun gut, EKL wird schon keinen Kühler vertreiben, der in ein normales Midi-Case (in meinem Falle ein Antec Three Hundred) nicht reinpasst. Also ran an die Arbeit.

Natürlich muss zu allererst der alte boxed Kühler entfernt werden, was mittels einfachen Klammersystems kein Problem darstellte. Verblendet von der Einfachheit des erstmaligen Einbaus des boxed Lüfters ging ich auch dieses Mal wieder davon aus, den Kühler einfach aufzusetzen, irgendwie zu verzurren und „fertig ist die Laube“. Denkste. Für den Einbau muss das Mainboard entfernt werden. Da die mitgelieferte „Anleitung“ nicht sonderlich ergiebig war und ich im Internet auf die schnelle kein Tutorial finden konnte, versuche ich mich jetzt mal daran.

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Geld gegen Essen – Pera (Aachen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien, Getestet on 15. Januar 2011 by hoegi

Als Student in Aachen ist Aachen fällt einem die Wahl des mittäglichen Speiselokals oft sehr schwer. Denn neben der miserablen Mensa gibts es in unmittelbarer Nähe eine Fülle von günstigen und teils auch guten Restaurants, die es zu entdecken gibt.
Der heutige und erste Kandidat in diesem Feld ist das Pera. Ich wollte den Laden immer schon ausprobiert haben, bin aber komischerweise nie dazu gekommen. Eines Tages war es dann scheinbar für immer geschlossen und das Ladenlokal stand etwa ein Jahr lang leer. Zwischzeitlich hatte dann die amerikanische Fritten-und-Tittenschleuder Hooters angekündigt, das Lokal beziehen zu wollen. Ich denke aber mangels gut bestückter, williger, heißer Frauen in Aachen (einige Stadt in NRW mit größerem Männer- als Frauenanteil!) wurde diese Idee dann verworfen. Seltsamerweise zog es das Pera dann wieder an seine ehemalige Stätte.

Im Zuge meiner Mittagshungrigkeit verschlug es mich also gestern tatsächlich das erste Mal ins Pera. Gelockt hatte mich ein Mittagsangebot für einen Cheeseburger mit Pommes und Salat für 4,90€. Das ist für die Pontstraße ein ziemlich durchschnittliches Angebot, aber um der Entdeckung willen nahm ich es halt wahr. Als „Beilage“ drängte sich mir ein auf einem Tischaufsteller angepriesenes Eigenmarkenbier auf. Es hörte auf den Namen Pera und schien ein obergäriges Helles zu sein. Als dann die Kellnerin mit Flasche plus Kölschglas ankam, war meine Befürchtung bestätigt. Kölsch. Dafür schmeckte es allerdings nicht so schlimm wie erwartet und als Sidekick zum Essen war es allemale brauchbar. Außerdem sind 1,90€ für 0,3l günstiger als größengleiche Softdrinks.
Das Essen kam mit etwa 5 Minuten recht zügig, was mich eigentlich hätte stutzig machen sollen.
Das Patty auf dem Burger war gelinde gesagt winzig (vor allem sehr flach!) und verschwand unter/über einer größeren Salat/Gewürzgurken/Zwiebel/Tomatenschicht. Das Brötchen war gut getoastet und abgesehen von dem eben angesprochenen zu klein geratenem Fleischbrätling war das Produkt essbar. Weniger genießbar waren leider der angrenzende Salat als auch die Steakhousepommes. Das Salatdressing schmeckte wie fürchterliche Medizin und hielt mich vom weiteren Verzehr der Heckenbeilage ab. Die Pommes waren zwar heiß (ich habe mich sogar daran verbrannt…), leider aber sehr labberig. Erkaltet erinnerten sie an festeres Kartoffelpürree. Hier ist aber positiv anzumerken: Ohne Aufforderung kam jeder Teller mit jeweils einer großen Tüte Majo und einmal Ketchup. Woanders kostet das gerne mal empfindlichen Aufpreis.

Das Ambiente in dem Lokal gefällt auf jeden Fall. Dunkle Holzverkleidungen (wenn auch nur Furnier), passives Licht und warme Farben schaffen eine gemütliche und zugleich moderne Atmosphäre. Leider wird es dort relativ schnell laut.
Die Bedienung war mal flott, mal langsam, mal vergesslich; im Schnitt also durchschnittlich bis unauffällig. Kein Pluspunkt und kein Minuspunkt.

Fazit: Ich habe in der Pontstraße definitiv schon besser gegessen, allerdings denke ich, dass hier noch ein gewisses Potential vorhanden ist. Besonders die Cocktail-Happyhours (So.-Do. ab 18 Uhr bis Ende, Fr.+Sa. 22 Uhr bis Ende, 3,90€ für alle Cocktails) klingen verlockend und dank des ansprechenden Interieurs wird mich das Pera mindestens noch einmal als Gast begrüßen dürfen.

Wertung:
Essen: 4 /10
Service: 6 /10
Sauberkeit: 9 /10
Preisgestaltung: 9 /10
Ambiente: 9 /10

Ergebnis: 3,6 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Pera
Pontstraße 95
52062 Aachen
Telefon: 0241-94 37 99 19
Interwebs: http://www.pera-ac.de

GTA IV – Die Zukunft des Gamings?

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 13. Januar 2011 by hoegi

In der Historie der Computerspiele gab und gibt es alle Jubeljahre Spiele, die die Welt des Gamings verändern sollten. Nennen wir sie Meilensteine des Zockens. Einer dieser Meilensteine ist meiner Meinung nach GTA. GTA steht übrigens für Grand Theft Auto, aber wer das bis jetzt noch nicht wusste, sollte jetzt seinen PC ausschalten, sich eine Eselsmütze schnappen, die nächste Ecke des Zimmers suchen und sich mehrere Tage schämen. GTA I fiel irgendwo in die Untiefen meiner Kindheit hinein und auch wenn ich der kümmerlich vorhandenen Story kaum folgen konnte, hatte ich doch wenigstens immer Spaß daran, einfach mit einem Auto durch die Gegend zu fahren und Polonaisen von Elvis-Imitaten zu überrollen. Jahre später waren wir reifer. GTA als auch ich. GTA II hatte schon eine tiefere Atmosphäre, aber Elvisse überfahren machte immernoch Spaß. GTA III fesselte mich Jahre darauf noch mehr, insbesondere weil die für damalige Verhältnisse riesige 3D-Landschaft einfach Spaß und die Story auch einfach Bock machte. Mit GTA Vice City und GTA San Andreas schaffte Rockstar es nicht mehr ganz, an die Spieltiefe von GTA III heranzukommen, obgleich diese Spiele auch für eine gewisse Zeit ihren Reiz hatten. Eine ganze Zeit lang haben wir nichts mehr voneinander gehört, GTA und ich.
Vor nicht allzulanger Zeit erschien dann GTA IV. Zwar erst nur für Konsolen, aber immerhin ein kleines Lebenszeichen. Schließlich wurde das Spiel dann auch auf den PC portiert und ich hatte mir vorgenommen, es zu kaufen. Doch viele negative Berichte über unendlich viele Bugs und irgendwelche multiplen Plattformanmeldungen, die getätigt werden müssen, sowie ein (für PC-Spiele leider üblich) hoher Kaufpreis hielten mich dann wirklich vom Erwerb ab. Bis… ja bis es im Steam Holiday Sale GTA IV, sowie Tales from Liberty City als auch The Ballad of Gay Tony zusammen für 8,95€ gab. Jegliche negativen Konnotationen waren schon lange in einem Brei aus Alkohol und anderen Späßen in meinem Gehirn versumpft und schließlich gewann das Kind in mir die Überhand: Ich kaufte das Spiel.
Dank meiner 6000er Leitung dauerte es auch nur rund 12 Stunden, bis das Spiel dann geladen war (nur GTA IV, die Add-Ons dauern nochmal so lange…) und voller Vorfreude startete ich das Spiel. Würde es mich wieder packen? Gibt es wieder Elvis-Horden? Ist die Story gut?
Debil sabbernd wartete ich diverse Installationsvorgänge vor dem Spiel ab. Hätte ich da mal gewusst, was da geladen wurde…
Zuerst poppte vor Spielstart ein billig anmutendes Fenster auf. Ein gewisser „Rockstar Social Club“ möchte meine Registrierung. Genau. Und danach gebe ich einem sprechenden Esel meine Kreditkartendaten. „Click“, weiter! Alsbald erschien das Hauptmenü und nachdem ich ein paar Einstellungen vorgenommen hatte, konnte es losgehen. Hoffentlich… Das Introvideo lief flüssig und ich sah mich schon die kommenden 20 Stunden wie festgegurtet vor dem PC hängen, als sich plötzlich ein unheilvoller Ton in meine Gehörgänge bohrte. Das Spiel stürzte ab und Windows meldete, dass dem Spiel nicht genügend Grafikspeicher zur Verfügung stünde. Fuck. Also das Spiel neugestartet. Grafikoptionen etwas modifiziert (in den Optionen wird direkt gezeigt wieviel VRAM das Spiel nutzen wird. Gute Idee, das!) und dann auf ein Neues! Vorspann nochmal von vorne laufen lassen… Yes! Da stand ich nun. Niko Bellic in Liberty City. Na wartet ihr fiesen Wichser, jetzt mache ich die Stadt un… w00t? Vom oberen Bildrand flutschte wie ein Erdbeereishörnchen bei 35°C im Schatten ein Windows-Live!-Layer ins Bild. Ich solle mich doch bitte bei Windows-Live! registrieren, damit das Spiel automatisch meinen Fortschritt speichert. Wer hat sich sowas denn ausgedacht bitte? Nun gut. Was tut man nicht alles für ein hoffentlich gutes PC-Spiel. Ich drücke in diesem Layer auf „OK“ damit ich auf eine Registrierseite geleitet werde. Natürlich muss das Spiel dafür beendet werden, weil dass sowas nicht auch parallel funktioniert, beweist Steam ja oder wie? Leider kommt es gar nicht erst richtig zum Registrierfenster, denn das Spiel friert spontan ein und mit ihm auch der Befehl, mich gefälligst auf die Registrierseite zu schicken. Fuck it. Jetzt habe ich das Spiel auf brutalstmögliche Weise beendet und bin auf der Suche nach einer Windows-Live! Registrierung. Leider scheinen die Winzigweich-Seiten unter dem neuen Firefox 4 (Beta) irgendwie nicht zu funktionieren, also muss ich für den Spaß meinen verstaubten Internet Exploder aus den Untiefen meines Explorers graben. Rund 5 Minuten später verfüge ich über eine Windows-Live!-ID und voller Erwartung starte ich das Spiel erneut. Jetzt sollte dem Spielspaß doch nichts mehr im Wege stehen? Tatsächlich konnte ich mich im Spiel/Windows-Live!-Layer dann auch mit meinem frischen Konto einloggen. Hurrah! Allerdings war dieses „etwas“ dann der Meinung, dass das Windows-Live!-Plugin doch Aktualisierungen bräuchte. Um die zu installieren, muss selbstverständlich mal wieder das Spiel beendet werden. Ist ja klar. Also wieder von vorne: Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Noch eine Aktualisierung. Spiel beenden, Updaten… Und nochmal von vorne. Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Noch eine Aktualisierung. Leicht angefressen (Ich hatte bis jetzt schon 45 Minuten damit verbracht, irgendwie dafür zu sorgen, dass ich verdammtnochmal spielen kann!!) fing ich mit dem ganzen Schlonz mal wieder an. Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Geschafft! Oder? Windows-Live! wies mich dezent darauf hin, dass meine Live!-ID ja noch nicht mit einem Gamer-Tag verknüpft wäre, den ich scheinbar wirklich brauche, damit der Rotz funktioniert. Wo kriege ich so einen Tag her? Naaa? Natürlich außerhalb des Spiels! Also wieder raus, Gamertag besorgt, mit Live! verknüpft, Spiel starten, „Social Club“-Fenster wegklicken, bei Windows-Live! einloggen uuuuund: Fertig? Ich kann spielen? Kann nicht euer Ernst sein. Mittlerweile war eine Stunde vergangen und ich durfte tatsächlich spielen? Damit hätte ich meinen Lebtag nicht mehr gerechnet.
Zum Spiel: Es macht ähnlich viel Spaß wie GTA III, allerdings bietet es bislang noch nicht viel bahnbrechend Neues. Ich werds auf jeden Fall noch eine Weile spielen und selbst wenn ich keine Lust mehr habe weiterspielen. Ich will diese Strapazen nicht umsonst auf mich genommen haben!

Achja: Für den Social Club habe ich mich letztenendes doch noch angemeldet, denn nur damit kann man Multiplayer spielen. Cool, oder?
Ich spiele also jetzt ein Spiel für das ich:
– bei Steam eingeloggt bin (Shift+Z und Steam geht auf)
– bei Windows Live! mit meiner ID und meinem Gamer-Tag eingeloggt bin (Pos1 und Live! geht auf)
– und mich vor jedem Spielstart im „Social Club“ anmelden muss damit der Multiplayer-Modus funktioniert.

Sehe nur ich das oder ist das irgendwas zwischen völlig Banane und übertriebener Analität? Es hätte so einfach sein können. So verdammt einfach…
Und um zur Überschrift zurückzukommen: Die Zukunft des Gamings? Hoffentlich nicht! Wenn ich für jedes neue Spiel so viel Scheiße in Kauf nehmen muss, schließe ich mich dem CCC an und zerficke sämtliche Firmen die dafür verantwortlich sind. Oder ich werde wie so viele verprellte Gamer einfach überzeugter „Raubkopierer“.

Getestet – Severin MW 9675

Posted in Getestet on 12. Januar 2011 by hoegi

Seit gut einem halben Jahr wohne ich nun alleine und das einzige was meine Wohnung bislang missen ließ, war eine Mikrowelle. Als leidenschaftlicher Koch (der gerne auch mal „etwas“ zu viel zubereitet) war diese Anschaffung sogar als eher dringend einzustufen. Aufgrund von Platzmangel und völliger Unentschlossenheit was eine Mikrowelle für mich denn können muss schob ich die Anschaffung eine ganze Weile vor mir her. Vor wenigen Tagen sah ich dann ein nur allzu verlockendes Angebot von einem Elektro-Discounter der die Severin MW 9675 für günstige 77€ anbot (vgl. Amazon momentan 87€, zwischenzeitlich aber auch teurer). Das Angebot war scheinbar so gut, dass mir nichts anderes übrig blieb als das Ausstellungsstück zu kaufen; der Rest war in der betreffenden Filiale und sämtlichen Filialen im Umkreis vergriffen. Spoiler: Den Kauf sollte ich nicht bereuen!
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Review – Squier SA-105 – Die funktionierende Gitarre für 58€

Posted in Getestet, smile and look alive on 12. Januar 2011 by Herr Grau

Wenn man mich vor fünf Jahren gefragt hätte, ob es für 50€ eine vernünftige Gitarre zu kaufen gibt, dann hätte ich mit einer Mischung aus Verwirrung, Wut und Trauer reagiert. Man sprach in Gitarristenkreisen sogar bei den furchtbar zusammengeschusterten Machwerken, die kaum als Deko taugten, von „Chinakrachern“, vermutlich weil beim Blasen in den Gurtpin gerne mal der Hals abfiel und dann mit Berühren des Bodens in einem jämmerlichen Schwelbrand verging. Es wäre fast an mir vorbeigegangen, dass namhafte Firmen sich diesem Umstand angenommen haben. Der Chinese braucht offensichtlich einen dicken, peitschenbewehrten Amerikaner, der ihm einen Plan gibt und sagt, an welchen Ecken die Qualität welches Niveau nicht unterschreiten darf, damit er so funktioniert, dass er glücklich macht. Ob Blackheart- oder Harley Benton-Amps, t.bone-Mikrophone oder auch diese Squier-Gitarre, wenn man einmal mehr als sonst überprüft, was man da kauft, kann man mit Chinaprodukten heute einen sehr guten Schnitt machen. Nein, ich bin kein Haleluja-Schreier und ich bin auch kein Fan von China. Und entsprechend misstrauisch war ich, als unser Leser bic_mac freudestrahlend verkündete, er habe sich eine Gitarre für 60€ bestellt. Als ich das Instrument dann aber in Händen hielt, änderte sich meine Stimmung. Was Fender da via Thomann an den Mann gebracht hatte, war kein Müll.

Tatsächlich überzeugte mich das Klampfophon des Kollegen so sehr, dass ich mir selbst eines anschaffte. Denn eine hochwertige Gitarre ist gut und schön, aber sie verlangt schon ein wenig gute Behandlung und dazu gehört nun dezidierterweise eben nicht, sie im Gigbag durch die kalte Winternacht zu einer Party mitzunehmen und dort jedem Heiopei in die Hand zu drücken. Genau danach gelüstet es mich aber von Zeit zu Zeit. Nach der kurzen Überlegung, dass diese Gitarre etwa so viel wie vier meiner normal benutzten Saitensätze (Elixir) kostet, erwarb ich sie im Thomann-Bundle, das einem für 11€ mehr noch einen Rockbag (Warwick! Qualität! Wahnsinn!..), einen Gurt, einen Satz Saiten und Plektren hinterher schmeißt.

Die Gitarre besitzt eine laminierte Fichtendecke und Zargen und Boden aus laminiertem Nato. Ja, Brotbaumholz. Man kann daraus Gitarren bauen und nein, fragt besser nicht… Während die Decke in Natur, Sunburst oder Schwarz zu haben ist, kommen Zargen, Boden, Hals und Kopfplatte immer mit tadelloser schwarzer Hochglanzlackierung daher. Brücke und Griffbrett sollen angeblich aus Palisander sein. Wenn dem so ist, handelt es sich um das dunkelste Palisander, das ich je gesehen habe. Ich weiß, dass andere Leute aus solche Hölzern nicht mal Zigarrenkisten für sich akzeptieren würden, aber wie wir ja von Volker Pispers wissen: Wichtig ist, was hinten raus muss.

Und im Ergebnissegment kann sich die Gitarre sehen lassen. Sie ist von Werk aus hervorragend eingestellt, da könnte sich mancher große Hersteller noch eine Scheibe von abschneiden. Ja, Gibson, Takamine, ich rede mit euch! Stellt euch lieber einen von diesen Chinesen zum Einpendeln eurer Klampfen ein, die können das besser. Der Klang ist natürlich kein Anlass für auditiv ausgelöstes Glücksstöhnen, aber durchaus ausgewogen, voll und nicht unschön.
Dazu gibt es zwei Soundfiles, die ich flott und ohne viel Einstellboheo aufgenommen habe (2x EV Cardinal, eins auf 12ten Bund, eins auf Steg, ~30cm Abstand):

Der Diskant ist bisweilen ein bisschen viel, aber sei’s drum. Zu der sehr guten Bespielbarkeit und dem passabelen Klang gesellt sich eine völlig erträgliche Verarbeitung. Das Griffbrett wurde ein bisschen an den Rändern mitpoliert, wenn man durch das Schallloch schaut, kann man ein wenig unversäuberte Leimungen erkennen. Die Schalllochkante hat leichte Fehlerstellen. Alles Details, die für die Funktion unwichtig sind und deren Wegignorieren sich bei dem Preis von selbst versteht. Die Gitarre hält ihre Stimmung und scheint bundrein. Es zeigt sich eine minimale Okatavunreinheit, aber die fällt in der Praxis nicht auf. Sie reagiert allerdings auf unterschiedlichen Druck auf die Saite sehr stark, was beizeiten den Eindruck erweckt, sie wäre verstimmt. Tatsächlich ist man aber selbst der Übeltäter, man muss sich hier ein wenig Griffdisziplin angewöhnen. So gesehen bringt einem das Brett sogar noch was bei. Guck an, Pädagogik eingebaut.

Ergo censeo: Als Zweitgitarre (Party-, Wander- und Wegwerfgitarre) oder für den Anfänger ein absolut empfehlenswertes Instrument und für den Preis ein absoluter Kracher.

Review – Traditional Rainwear Trenchcoat – oder: Die Jagd nach dem leeren Mantel

Posted in Getestet, smile and look alive on 9. Januar 2011 by Herr Grau

Relativ lange wollte ich jetzt schon einen Trenchcoat haben. Es war für mich klar, dass ich keinen Kurzmantel haben wollte, denn – bei allem Respekt – das ist einfach nichts. Beige ist auch nicht so meine Farbe. Man sollte meinen, dass ein Kleidungsstück, das zu aberhunderttausenden für militärische Zwecke gefertigt wurde und das im Prinzip jeden zweiten Mantel, den man auf der Straße sieht, massiv geprägt hat, irgendwie zu bekommen wäre. Selten habe ich einen größeren Fehlschluss getan. Manufaktum hat seine Linie gecancelt, übrig bleibt nur Burberry. Und für ein Stück Stoff 1500+€ auszugeben, kam für mich nicht in Frage. Ich will gar nicht wissen, wie viel von den Kosten nur auf das Namensschild entfällt.

Ich recherchierte Woche um Woche. Das Internet blieb stumm. Ich war enttäuscht, fast entrüstet, selten hat es mich so im Stich gelassen. Erst durch einen Hinweis in einem kleinen Forum kam ich endlich auf die Lösung meines Problems: Eine Firma in Manchester, die scheinbar auch schon länger für Burberry die Trenchcoats herstellt und auch für etliche andere große Namen Zulieferer spielt, bietet Trenchcoats in Maßkonfektion an. Es handelt sich um Traditional Rainwear Ltd.

Hier ist allein der Link und das Wissen Gold wert. Die kompromisslos klassischen Trenchs können in kurz, mittel und lang gehabt werden, in schwarz, navy, beige oder stone, mit oder ohne herausnehmbarem Innenfutter aus Wolle, in zwei verschiedenen Stoffen und natürlich in jeder Größe. Ein Mantel für Männer kommt dabei für 275£, einer für Frauen für 235£, unabhängig von der Auswahl der Zusammenstellung. Der Versand nach Deutschland kommt mit gerade mal 5£ sehr günstig. Ich musste allerdings eine Kreditkarte organisieren, da man leider nicht per Paypal zahlen kann.

Es dauerte ein paar Wochen, bis das Paket bei mir ankam. Ich will es kurz machen: Die Verarbeitung meines Mantels ist makellos. Er passt hervorragend. Der Stoff ist etwas gröber und starrer, als der eines exakt gleichen Burberrymantels, aber es kann sein, dass der andere angebotene Stoff, das Polycotton, diesem entspricht. Er verfügt aber ebenfalls über die berühmten wasserabweisenden Fähigkeiten der Garbadine-Bindung, ohne beschichtet zu sein.

Mein im Folgenden abgebildeter und freundlicherweise von der adonischen Figur des Autorenkollegen The Tool zur Schau getragener Mantel entspricht den Spezifikationen long, navy, 100% cotton, chest size 44 (was meinem wohlmeinenden Manequin offenbar etwas zu groß ist). Ich habe ein wollenes Futter mitbestellt, das gerade jetzt im Winter schon gute Dienste geleistet hat. Da es heraustrennbar ist, sehe ich nicht, warum man dies nicht tun sollte.

Alles in allem bin ich hoch zufrieden und kann die Firma und ihre Produte nur wärmstens empfehlen.

Traditional Rainwear Limited
1 Harding Street Pendleton
Salford
United Kingdom M6 6WE

E-mail: admin@traditionalrainwear.co.uk
Website: www.traditionalrainwear.co.uk

Probleme des Lebens #12

Posted in Probleme des Lebens on 5. Januar 2011 by Herr Grau

Gefunden in der Zitatesektion der P.M.:

Wenn „Karnevalist“ deine zweitwichtigste Qualifikation ist, hast Du schon sehr gewonnen.
Ich höre schon den Aufschrei der Handwerkskammer. „Hallodri“ wird sofort zum Ausbildungsberuf. Mit Innung.

Neujahrsgruß – „Anlage 1“

Posted in smile and look alive on 1. Januar 2011 by Herr Grau

Als Neujahrsgruß mit eingebauter Prädiktion gibt es ein kleines Stück aus meiner Wenigkeit Feder. Es handelt sich um eine Letterate für zwölf Phnaguffen in pdf-Moll.

Der Titel: “Anlage 1

Worte und Dinge #4

Posted in smile and look alive on 1. Januar 2011 by Herr Grau

Panik ist eine unbegrenzte Ressource.

Geld gegen Essen – Rimini (Göttingen)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 19. Dezember 2010 by Herr Grau

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Empfehlenswert

Gerade zurück aus diesem italienischen Restaurant, das im göttinger Vorort Geismar zu finden ist. Gerade bei diesem Wetter zwar ein lebensgefährliches Charakterziel, dort essen gehen zu wollen, aber jeden riskierten Hals wert. Zwar erschließt sich die Parkplatzlage nicht wirklich, aber wenn man den Karren einmal abgestellt, die Öffnungszeiten einmal getroffen und die Pforte durchschritten hat, kann man sich kaum über etwas beschweren.

Das Interieur ist leicht maritim-nautisch angehaucht und für ein italienisches Restaurant ungewohnt rustikal, aber gemütlich und sauber. Der Service ist adrett, flott und sehr freundlich. Die Karte enthält bis auf das von mir vielleicht etwas zu viel geliebte Tiramisú alles, was das Herz begehrt. Die Gerichte liegen mit 5-10€ Durchschnitt auf einem sehr freudeerregenden Niveau und kommen in einem sehr sauberen Zeitrahmen.

Mein Carpaccio war so gut, wie ich es selten gegessen habe. Zu lamentieren, was der Rukola da drauf verloren hat und dass es ein klitzefitzelkleines bisschen zu sauer angemacht war, ist Kritik auf einem extrem hohen Niveau. An der Sauce meiner Penne al Salmone habe ich gar nichts zu mäkeln. Die Nudeln selbst waren leider ein bisschen zu lang gekocht. Wir reden noch nicht über verkocht, aber es war schon so, dass es mir aufgefallen ist. Zu den Vorspeisen gab es eine frische, sehr leckere Focaccia. Das Omelett des Kollegen Hildeborn war sehr gut, die dazu gereichten Pommes vielleicht nicht hundertprozentig passend, aber ebenfalls handwerklich fehlerfrei und gut gewürzt. Die Calzone des Hauptgangs war endlich mal in der Pfanne gemacht, wie es sich gehört, anstatt im Ofen oder in der Friteuse und schmeckte sehr gut.

Das ganze zeichnet ein sehr angenehmes Bild – dieses Restaurant hat mich mit Sicherheit nicht zum letzten mal gesehen. Ich bin hoch zufrieden.

Wertung:
Essen: 9 /10
Service: 10 /10
Sauberkeit: 8 /10
Preisgestaltung: 9 /10
Ambiente: 7 /10

Gesamtergebnis: von 4,3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Restaurant Rimini
Von-Ossietzky-Straße 28
37085 Göttingen
Telefon: 0551/ 76001

Öffnungszeiten: Täglich 11:30 – 14:30Uhr & 17:30 – 23Uhr