Oreios Tiefens tiefster Fels,
in Dunkelheit gediehen,
zu Dunkelheit geworden,
vom hohen Herrn entliehen;dem ewig Feld Bestellenden,
die Garben sensend ein,
wird Schiffer, Strom und Händelsmann
jed letzter Reise sein.Wie auch des Styxens Wasserlauf,
unmerklich zeits, mal reißend,
ist auch der Stein aus Tiefen tiefst,
des Meisters Herz verheißend.Denn wehe dem, der Zorn erregt
vom fahlen Throns Hochkaiser!
Cháos – erwacht, Haus fällt zu Karten,
Blitzdonner brüllt sich heiser.Den Dinglauf biegen ist der Bure nur
für jen zu tun bereit,
der Ernte Teil ihm unterpfändet
vor der gesetzten Zeit.
Lied der Ourea
Posted in smile and look alive on 7. Mai 2011 by Herr GrauPasta al‘ Salmone affumicato
Posted in Essen & Trinken on 5. Mai 2011 by Herr Grau
Liegt nicht an mir, dass in letzter Zeit so viel Foodblogging hier passiert, wirklich nicht. Es stauen sich nur die Bilder an und es beginnt der alte Merksatz zu greifen „Je näher die Klausur, desto sauberer die Wohnung“. Respektive To-Do-Liste. Respektive der unveröffentlichte-Artikel-Ordner. Die Tatsache, dass dieser Artikel reine Prokrastination ist, soll ihn jedoch nicht weniger wertvoll machen. Im Gegenteil: Je wertvoller der Artikel sich für den Einzelnen am Ende herausstellt, desto weniger war es haltlose Prokrastination und desto- ach, lassen wir das…
Es geht um ein Gericht, dass ich seit etlichen Jahren koche. Angefangen hat die Geschichte bei dem selben Italiener, bei dem ich auch die Tortellini in Salbeibutter entdeckt hatte. Eine Version von Penne al Salmone hatte es mir dort damals sehr angetan, sodass ich mich sogleich an einen Nachkochversuch machte. Seit dem ist etlich Wasser die Flüsse runtergewuppert, der Zubereitungsduktus hat sich erheblich verändert. Namentlich benutze ich Räucherlachs anstatt Lachsfilet, was man sehr selten findet. Ich bilde mir daher ein, meine eigene kleine Variante geschaffen zu haben. Ich finde sie ziemlich hervoragend und kann nur empfehlen, sie einmal zu probieren.
Man nehme pro Person eine halbe kleine rote Zwiebel. Da brauchts ein bisschen Gefühl, für zwei Personen nahm ich immer eine halbe normalgroße. Das Schalengewächs wird fein gewürfelt und auf mittlerer Flamme in Olivenöl glasig gedünstet. Eine Knoblauchzehe (auch hier: nach Gefühl! Es braucht nicht für jede Person eine da rein.) hacken und hinzu geben. Mit einem guten Schwenk (~100ml) eines nicht zu sauren Weißweins – ich nehme den Charette Chardonnay von Aldi – ablöschen und auf großer Flamme auf ein Drittel einreduzieren lassen. Einen Becher Sahne angießen (hier ist einer pro Person schon recht passend), drei in Stücke geschnittene Scheiben Räucherlachs zugegeben, sowie einen Spritzer Tomatenpüree, etwa 3 EL. Bis zur gewünschten Sämigkeit einkochen, eine klitzekleine Prise Zucker kommt dazu, dann salzen und anständig pfeffern. Wenn man hat, macht sich ein kleines bisschen geriebene Zitronenschale auch gut in dem Gericht, die ganz zum Ende dazu kommt. Aber wer hat sowas schon…
Das ganze servieren wir mit einer robusten Pasta. Ich mag Penne dazu sehr gerne (Penne rigate allerdings, die vermaledeiten Penne lisce, die auf dem Bild zu sehen sind, sind – obwohl Barilla! – Teufelswerk, Finger weg!).
Großartig.
Tortellini di Carne con Burro e Salvia
Posted in Essen & Trinken on 2. Mai 2011 by Herr Grau
Die meisten wunderbaren Dinge sind überraschend einfach; etliche Diplomyogis behaupten in Wort und Schrift (teils mehrfarbig gestaltet), dass nur Glücklichkeit erlangen könne, wer die einfachen Dinge zu schätzen lerne. Bei dieser Pastavariante muss man sich kaum Mühe geben, der hervoragende Geschmack entbindet uns von vorheriger Selbstverbesserung, die Selbsthilfefolianten können bis zur Abendlektüre im Wäscheschrank bei den adulten Bildbänden verweilen.
Das erste und einzige mal, dass ich dieser Zubereitungsart in der freien Wildbahn begegnet bin, war bei einem klitzekleinen Italiener in Münster. Der damalige Besitzer, leider inzwischen vom Erdboden verschwunden, hatte etliche kulinarische Kniffe auf und in der Pfanne, unter anderem auch dieses Rezept. Wobei: Von einem Rezept braucht man hier kaum sprechen, man muss nur die Idee einmal vermitteln. Tortellini oder Ravioli mit Fleischfüllung gar ziehen lassen, einen guten Brocken Butter in einer Pfanne auslassen und vier bis fünf gehackte frische Salbeiblätter, sowie etwas Salz und Pfeffer dazu geben. Kurz bei niedriger Hitze durchziehen lassen. Das eine in dem anderen schwenken, essen und dem Weg Zum Licht™ (rechtlich geschützt) ein bisschen näher sein…
Beefsteak Tatare
Posted in Essen & Trinken on 29. April 2011 by Herr GrauNachdem wir alle gewaltige drei Tage Frühling genossen haben, ist jetzt offenbar Sommer. Meine Spione aus den südlichen Landen melden Temperaturen größer 30° nach Celsius, sodass dort teilweise schon straffrei tagsüber Radler getrunken werden darf, ohne dass ich die Eignung des Einzelnen für die eigenen externen Geschlechtsorgane publikumswirksam in Frage stellen muss. Bei solchem Wetter geht einem naturgemäß der Appetit ein wenig flöten, leichtes Essen muss her.
Schnitt.
Der Tatare als solcher war ein sehr geschäftiger Reitersmann, der gern und viel in den östlichen Teilen Mitteleuropas einfiel und dort Tod und Zerstörung verbreitete. Wenn man ein Mann mit einem Plan ist, ist oft keine Zeit, mal anzuhalten, um sich mal kurz ein halbes Schwein zu grillen, da will geritten werden. Da aber Morden und Plündern zeitens sehr anstrengend ist, will trotzdem oben ausreichend Nahrung eingefüllt werden. Dann muss eben roh. Was muss, das muss. Man war ja zielorientiert.
Um das Ganze halbwegs gangbar zu machen, legten die Herren eine rohe Portion ihres toten Liebingstiers unter ihren Sattel, ritten fleißig zu und hatten am Abend ein sehr mürbes Stück Fleisch, wenn auch von vermutlich fragwürdigem Aroma.
Schnitt zurück.
Warum jetzt irgendein mit überschaubarer Realitätsnähe gesegneter französischer Küchenfreund der Meinung war, man müsste dieser Tradition dringend mal wieder gemahnen, entzieht sich meinem Verständnis. Was ich allerdings weiß, ist, dass Beefsteak Tatare eines der leckersten Gerichte der klassischen französischen Bistro-Küche ist. Und da ich ja konstant über meine Verhältnisse leben muss, um meinen Ruf zu wahren, gönne ich es mir auch von Zeit zu Zeit, wenn der Appetit eher zur leichten Küche schlägt. Womit wir wieder am Anfang wären.
So, genug Worte verloren. Wie man in den Genuss des richtig zubereiteten rohen Rindfleisches kommt, soll natürlich nicht in Unerwähnung verbleiben.
Punkt eins ist das Fleisch: Die Qualität des Ausgangsfleisches spielt eine gewaltige Rolle, wenn man das Fleisch in einer fast puren Form zu genießen trachtet. Hackfleisch vom Aldi kommt hier nicht in Frage. Was da drin ist, weiß ja auch keiner. Vielmehr ist es jetzt andem, Fleisch aus dem ganzen Stück selbst zu hacken oder dies vom Metzger seines Vertrauens machen zu lassen. Jetzt ein wichtiger Punkt: Kein Filet nehmen! Filet ist der teuerste Schnitt, aber dadurch nicht automatisch das beste Fleisch für alles. Es ist sehr zart, aber da wir das Fleisch eh hacken, ist dieser Vorteil völlig egal. Filet hat gleichzeitig auch am wenigsten Fleischgeschmack. Den dagegen wollen wir auf jeden Fall. Man ist daher mit einem viel günstigeren Teil des Rinds wesentlich besser beraten. Ein Stück aus dem flachen Roastbeef ist ideal, Entrecôte oder Rumpsteak, allerdings sollte das Fleisch nicht wie für ein Steak „dried“ sein, wir wollen es frisch und saftig.
Wie man das fertige Rindfleisch anmacht, ist sehr Sache des Einzelnen, es gibt große regionale Unterschiede. Ich rechne für eine Portion für mich etwa 130g Fleisch, dazu kommt eine kleine gehackte Scharlotte, ein bis zwei Sardellen und ein TL Kapern zusammengehackt, ein großer TL milder Löwensenf, ein guter Schuss Worcestershiresauce, ein Schuss Tabasco, ein Eigelb, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer. Ich esse das ganze am liebsten auf frischem Baguette, auch wenn das nicht die traditionelle Variante ist.
Heaven.
Wer des Englischen mächtig ist, möge sich dieses Video hier anschauen, in dem der großartige Fleischmeister Jack O’Shea erklärt, wie er es macht. Der Gute hat eine andere Art der Zubereitung, die ich auch dringend noch mal ausprobieren will:
Recherchiert: F. Dick Messer stauchgeschmiedet
Posted in Scharfe Messer on 4. April 2011 by Herr Grau
Es tut schon fast ein bisschen weh, diesen Artikel schreiben zu müssen, aber wat mutt dat mutt. Ein authorisierter Dick-Fachhändler bestätigte mir jetzt schriftlich, was ich nach genauer Ansicht schon geahnt hatte:
Friedrich Dick benutzt ebenfalls das Stauchschmiedeverfahren.
Wo die Rohlinge hergestellt werden, ist allerdings ein Firmengeheimnis. Da das Stauchschmieden von der
Fa. Zwilling J.A. Henckels patentiert ist, steht es entweder zu erwarten, dass der mir bis jetzt doch liebe Traditionshersteller aus Deizisau die Rohlinge von dort zukauft oder sie in Lizenz selbst herstellt. Da aus letzterem aber vermutlich kein Geheimnis gemacht werden würde („Fertigung im eigenen Hause“), darf man Ersteres getrost annehmen.
Dick ist durch diese Art von Irreführung als Messerempfehlung für mich dann auch gestorben. Ich habe meinen Kaufratgeber entsprechend angepasst.
Ich rate hiermit klar von dem weiteren Kauf von Friedrich Dick-Messern ab.
Wer auf sein Messer „geschmiedet“ draufschreibt und die Klinge stanzt, ist ein Betrüger. Dass die Materialeigenschaften dadurch weniger ideal sind, ist die eine Seite. Dass die Firma die Leute für dumm verkauft, ist die andere, die für mich persönlich genauso wichtig oder sogar wichtiger ist.
Over and out.
Recherchiert: Victorinox Gran Maitre
Posted in Scharfe Messer on 16. März 2011 by Herr Grau
Es gibt zwei Schmieden europäischer Küchenmesser, von denen ich nicht wusste, woher ihre Rohlinge kommen: Victorinox und Friedrich Dick.
Ich habe jetzt recherchieren können, dass die Rohlinge der Küchenmesser des schweizer Traditionsunternehmens ebenfalls von Julius Kirschner & Sohn in Solingen im Gesenk handgeschmiedet werden und nicht der Zwilling’schen Stauchschmiedebetrügerei entspringen.
Damit bleiben sie auf meiner Liste der Empfehlungen in meinem Messerratgeber.
Worte und Dinge #6
Posted in smile and look alive on 16. März 2011 by Herr GrauHalf of the time I dont know what to say. I consider that the better half, for the other times I do.
Wichtige Worte: George Carlin #1
Posted in smile and look alive on 15. Februar 2011 by Herr GrauHere’s another pack of low grade morons who ought to be locked into portable toilets and set on fire…
Worte und Dinge #5
Posted in smile and look alive on 15. Februar 2011 by Herr GrauEvery path taken is wrong, there’ll always be better choices to be made. Only in your youth can you learn to be happy about making the wrong decision.
Geld gegen Essen – Finders (Aachen)
Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 26. Januar 2011 by hoegiDas Finders in Aachen spricht zwei wichtige Rezeptoren im Hirn eines Mannes an. Einerseits lockt es durch seine „All-you-can-eat“-Politik (Essen bis zum Brechreiz, yeah!), andererseits darf/muss man hier sein Essen selber auf dem Tisch grillen (Urinstinkte ftw!!). Gelockt von diesen beiden Faktoren zog es mich vergangene Woche zwecks Jahrestag mit meiner Freundin in besagtes Lokal. Der hohe Preis (~22€/p.P) wurde im vornherein durch das Vorhandensein eines Gutscheinbuches relativiert, sodass wir nur noch 11€ pro Nase zu zahlen hatten.
Das Lokal liegt an der Aachener Theaterstraße und damit von der „richtigen“ Innenstadt ein wenig abgelegen. Von der Front lässt sich nicht vermuten welche Ausmaße der Laden nach hinten hin hat. Bei Ankunft wurden wir nach unserer (zum Glück vorhandenen) Reservierung gefragt und zum Tisch geleitet. Vorbei an Fleisch- und Salatbüffet, durch den Raucherraum und dann in den hinteren Saal. Bereits hier waren wir leicht verstört, dass wir jedes Mal zum Fleisch holen durch den Raucherraum spazieren müssen. Am Tisch, oder besser gesagt an der Tafel, wurden uns dann zwei gegenüberliegende Plätze, jeweils an einer Ecke eines Grills, zugewiesen. Schnell fiel uns auf, dass das Alles keine so fürchterlich gute Idee war: Durch den Grill auf dem Tisch saßen wir circa 1,20m voneinander entfernt. Kommunikativ ist diese Entfernung schon nicht mehr.
Der zuständige Kellner führte uns höflich in die Geheimnisse des Grillbetriebes ein. Zuerst solle man das Fleisch aufspießen und sobald dieses dann über dem Grill verweilt könne man sich am Salatbüffet bedienen; das würde Zeit sparen. Leider war das Salatbüffet nicht besonders gut, insbesondere wenn man überdenkt, dass eigentlich 22€ pro Person fällig wären. Sämtliche Salate schmeckten zwar, allerdings war das auch nicht viel anders als die Beilagensalate beim Grillen im Garten.
Nach der Einführung durch den Kellner packte mich der Durst und ich beschloss etwas dafür/dagegen zu tun. Bier musste her. Mit 4€ für nen halben Liter Veltins bewegte sich der Preis schon auf einem fast unverschämten Niveau… aber dass eine gleich große Cola 4,50€ (!) kostete war dann wahrhaftig unverschämt. Daher beließen wir es bei einem Getränk pro Person.
Viel wichtiger ist dann ja doch das Essen und voller Vorfreude spazierte ich (natürlich durch die Raucherecke) mit meinem Teller ans Fleischbüffet. Zur Auswahl standen sämtliche gängigen Fleischsorten (Hähnchen, Pute, Schwein (Bauch, Filet), Rind, allesamt verschieden mariniert) sowie eine Auswahl an spießbarem Gemüse wie Zwiebeln, Paprika, Zucchini… und Champignons. Die sind allerdings mit einem quadratischem Spieß mit Kantenlängen von gut 4-5mm nicht spießbar, sondern nur spaltbar. Schade eigentlich.
Zurück am Tisch setzten wir unseren Fleischprengel zusammen und warteten geduldig auf den Grill. Anfangs dauerte der Grillvorgang recht lange, nach einer halben Stunde war der Grill dann allerdings auf Betriebstemperatur und es ging sehr flott. Am Fleisch selber gab es nichts auszusetzen. Das Fleisch war nicht zu durchwachsen und frei von jeglichen Störkörpern.
Leider stellte sich bei mir nach dem zweiten Spieß schon das Raclette-Phänomen ein: Sobald ich zu lange auf kleine Portionen Essen warte, werde ich satt. Beim Raclette ist da meist schon nach 4-5 Schäufelchen Schluss, beim Tischgrill nun nach 2 Spießen.
Gemessen an der geringen Menge Fleisch war so eigentlich nichtmal der Preis von 11€ gerechtfertigt, aber das habe ich mir selbst zuzuschreiben. Passionierte Fleischfanatiker und Dreschkönige werden wohl eher auf ihre Kosten kommen.
Fazit:
Wer viel Essen kann, viel Geld hat, viel Zeit hat und viel Platz zwischen sich und seinem Gegenüber möchte, sollte dem Finders mal einen Besuch abstatten. Wer nicht zu viel Geld hat, sollte sich vorher ein Gutscheinbuch zulegen (momentan 15,80€) und spart zumindest 6,20€ auf ein Essen. Ich hatte persönlich irgendwie mehr von dem Laden erwartet, auch wenn es teilweise meine Schuld ist wenn ich nicht genügend esse. Dass wir trotz Nichtraucherreservierung durch den Raucherraum gehen mussten und dass wir trotz vorhandenem Büffetmobiliar im hinteren Saal immer eine ordentliche Strecke nach vorne gehen mussten ist für den Preis einfach nicht hinnehmbar.
Essen: 8/10
Service: 7/10
Sauberkeit: 9/10
Preisgestaltung: 2/10
Ambiente: 4/10
Ergebnis: 3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen.





Finders
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52062 Aachen
Fon: 0241 – 400 81 77
Fax: 0241 – 401 10 72
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