Metrischer Ballistikrechner als Tabellenkalkulation

Posted in Angewandte Wissenschaft on 12. Oktober 2011 by Herr Grau

Ich war schon etwas frustriert, als ich mich aufs 300m-Schießen vorbereiten wollte und feststellen musste, dass fast alle Ballistikrechner entweder bei mir nicht funktionieren, ich sie nicht verstehe undoder sie im großartigen imperialen System sind. Ich muss zugeben: Ich bin schlecht mit Zahlen, dabei ist es so einfach:
Ein Inch sind 2,54cm, 12 Inch sind ein Foot, 3 Feet ein Yard und 5280 Feet eine Meile. 1,2 Pegel sind ein Pfiff, 16,8 Pfiffe machen ein Gescheide, oder aber natürlich 19,6 Pegel. Ein Kumpf macht vier Gescheide, wovon wieder 12,2 einen Scheffel füllen, womit ein Scheffel offensichtlich drei Kumpf sind. 20,9 Scheffel geben ein Stück, 2,87 Stück eine Schiffslast, 1,76 Schiffslasten oder 5 Stück einen Kubikklafter. Außer im Februar, der hat 28. Also, alles ganz einfach, aber wie gesagt: Ich bin nicht gut mit Zahlen.

Einer der übersichtlichsten und einfachsten Außenballistikrechner wird von jacksonrifles.com zur Verfügung gestellt. Er kommt als kleine Tabellenkalkulation daher, die auf den Formeln von Prof. Arthur Pejsa basiert, und ist im Internet dank seiner Praktikabilität recht bekannt und gern genommen. Die Tabelle läuft auf Smartphones, Netbooks, Palms und vermutlich sogar auf dem Casio Klappabakus. Leider ist auch sie im imperialen System geschrieben. Na, das kann man doch ändern – frisch ans Werk!

Ich also so: Bäm.
Download für Excel

Gern geschehen.

Die Rechte bleiben natürlich bei Jackson Rifles und Prof. Pejsa.

Kalkulationstabelle Wiederladekosten

Posted in Angewandte Wissenschaft on 12. Oktober 2011 by Herr Grau

Ein weiteres Artefakt aus Herr Graus wunderbarer Welt der Faulheit™ hier für meine Lieblingsleser zum Download:

Meine Kalkulationstabelle für Kosten wiedergeladener Munition für unsere Excel-User.

Tadaaaa! … Okay. Es interessiert wahrscheinlich keine Sau, aber hey – vielleicht fällt ja mal wieder über Google jemand drüber und wir gewinnen einen weiteren Leser. Man weiß es nie…

Probleme des Lebens #14

Posted in Probleme des Lebens on 5. Oktober 2011 by Herr Grau

Zu diesem einzigartigen vierzehnten Jubiläum will heute etwas gezeigt sein, dass verblüfft und erstaunt, das fesselt und unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt. Kurz:

Wer kann sich eine Party „ohne“ noch vorstellen? Wie oft hört man Sätze wie: „Bier haben wir ja genug, aber – verdammt, ich muss noch mal schnell los, Schmalz holen!“  Wahrscheinlich deshalb übrigens national auch fast überall zu kaufen. Aus Gründen.

Scotch Whisky Tasting Notes – Stand 01/2014

Posted in Getestet, Mixed Feelings, smile and look alive on 1. Oktober 2011 by Herr Grau

Last Update – 27.01.2014

Scotch ist ja bekanntlich lecker und gesund. Daher trinke ich ihn gern und viel, so es denn mein klammes Studentenbudget zulässt. Ich werde in diesem Beitrag in immer wieder geupdateter Form meine Tasting Notes jedem Interessierten zur Verfügung stellen.
Die Preisangaben stammen aus The Whisky Store zum Zeitpunkt des Reviews.

Precise Notes

Bowmore 12yo – 27,99€
Nose: Rauch, Holz, Leder, Tabak, leicht alkoholisch
Taste: Leicht wässerig, feucht, viel Rauch
Abgang: Kurz, recht warm, Rauch wird gegen Ende etwas unangenehm phenolig
Fazit: Das 12er Kaliber von Bowmore ist meinem Geschmack nach ziemlich eindimensional. Ich würde „geradlinig“ oder „unkompliziert“ sagen, wenn diese alkoholischen Noten und der leicht unangenehme Abgang nicht wären.
Punkte: 3/10  —  Punkte/Preis-Verhältnis: 1,1

Finlaggan Cask Strength – 31,90€
Nose: Sprittig, Rauch
Taste: Scharf alkoholisch, dann Rauch, der sich in den Abgang hinein zunehmend durchaus angenehm entfaltet
Abgang: Mittellang. Alkoholisch-warm, präsenter Rauch, der am Ende etwas nussig wird
Fazit: Der Whisky gewinnt weder in Nose, noch Taste durch ein bisschen Wasser irgendetwas dazu, er bleibt eine eindimensionale Kreuzung aus merklich sprittiger Alkoholität und Rauch. Mehr ist da nicht.  Nicht furchtbar unangenehm – so fuselig ist er dann doch nicht und der Rauch ist von der angenehmen, wenn auch sehr unkomplexen Sorte -, aber auch wirklich nicht besonders gut. Erinnert stark an einen ungehobelt-alkoholischeren Bowmore – ich würde tippen, dass er daher kommt.
Punkte: 2/10  —  Punkte/Preis-Verhältnis: 0,6

Laphroaigh Quarter Cask – 34,90€
Nose: Rauch, Stall, Leder, gutes Holz, Salz, Küstenluft, dann Tabak, Lakritze
Taste: Der klassische Laphroaig-Rauch, den genau so auch sonst keine Brennerei hat: Stallig, lederig, sehr gediegen, warm, aber kein scharfer Alkohol, Seeluft, Tang
Abgang: Mittellang, warm, angenehmste Rauchnoten
Fazit: Der Quarter Cask ist ein wunderbarer Whiskey und seinen Preis mehr als auf jeden Fall wert. Der Rauch ist massiv präsent, aber übertölpelt einen nicht, lässt auch andere Geschmacksnoten daneben zu. Der Whiskey ist warm, aber kein bisschen sprittig, bis in den Abgang. Anders als bei vielen anderen getorften Whiskys wird der Rauch im Abgang kein bisschen unangenehm und er funktioniert hervoragend mit der Wärme zusammen.
Punkte: 7,5/10  —  Punkte/Preis-Verhältnis:  2,1

Tomatin 12yo – 27,90€
Nose: Vanille, Bienenwachs, Lavendel, Tabak, Trauben, Portwein, Holz
Taste: Kribbelig, salzige Seeluft, wunderbare Gerste, phenolig rauchig, kräftiges Holz
Abgang: Kurz bis Mittel. Rauch und Holz bleiben noch lange im Mund und werden etwas herb bis bitter. Mund wird nicht trocken.
Fazit: Nicht besonders komplex, die Nose setzt sich so nicht durch, reduziert sich eher auf vanilligen Bienenwachs, einfache Geschmäcker und Aromen dominieren. Trotzdem durchaus lecker.
Punkte: 4,5/10  —  Punkte/Preis-Verhältnis: 1,6

Tomatin 18yo – 59,90€
Nose: Sherry, dunkele Früchte und blühende Kräuter, Vanille, Bienenwachs
Taste: Süß, fruchtig, kribbelig, dann Gerste, Holz und Rauch
Abgang: Mittellang, wärmend, rauchig – zunehmend phenolig – und rund karamellig herb abschließend
Fazit: Der 18-Jährige ist erkennbar der 12yo in viel besser. Dessen „ungehobelten“ Kanten sind nunmehr rund, angenehm und großartig balanciert. Keine Facette übertölpelt die andere, Sherry und Rauch, Süße und Herbe spielen sich ideal zu. Nicht extrem komplex, aber exquisit in dem, was er tut.
Punkte: 7/10  —  Punkte/Preis-Verhältnis: 1,2

Memories

Laphroaig 10yo – 29,99€
Ja, er ist sehr günstig und man könnte sich dazu hingezogen fühlen, den Aufpreis für den Quartercask nicht zahlen zu wollen – aber das ist falsch. Der 10-Jährige ist rauh, ungehobelt und insgesamt recht sprittig. Ich habe meine Flasche (mit diesen Hinweisen) weiterverschenkt, weil ich ihn nicht trinken wollte.

Port Charlotte The Peat Project – 38,50€
NOCH ein Whiskey von Bruichladdich, als sei es nicht langsam genug. Dieser jetzt unter einer völlig unnötigen neuen Marke. Der Whiskey ist recht geschliffen und hat ein sehr angenehmes, ziemlich kräftiges Torfaroma, das insgesamt deutlich mehr an die größeren Laphroaigs erinnert, als an Bruichladdich. Also durchaus eine Empfehlung für o.g. Preis. Meistens ist er aber teurer, und für 10€ mehr die Flasche muss man sich das ganze doch wieder gut überlegen, denn für wiederum einen Zehner mehr gibt es dann schon den achtzehn Jahre alten Laphroaig, der doch noch deutlich mehr kann.

Aberlour A’bunadh – 51,90€
Ein Whisky, um Sherry-Finishes kennen zu lernen. Fassstark, kräftig, fruchtig, sherrysüß und mit langem Abgang bleibt dieser unaussprechliche Tropfen einem doch länger im Gedächtnis.

Dalwhinnie 15yo – 29,99€
Der erste Scotch, den ich überhaupt in meinem Leben getrunken habe. Inzwischen ist er mir immer mal wieder vorgesetzt worden. Ja, er riecht leicht rauchig-holzig, ja, er schmeck süßlich honigmäßig, aber nein, ich halte nicht viel davon. Er hat weder ein Gesicht, noch reiche Facetten, noch finde ich ihn besonders stimmig.

Jura Superstition – 29,90€
Wurde mir von einem wohlmeinenden Freund spendiert. Leider ist bei mir ein Whiskytasting vorbei, wenn das aureane Nass nach billigen Fusel dünstet und oder schmeckt. Was bei diesem leider der Fall war.

Oban 14yo – 39,90€
Ein weiterer Classic Malt aus der viel gescholtenen Kommerz-Mühle. Im Gegensatz zum Dalwhinnie – auch wenn sich das Geschmacksprofil ähnlich liest – ein meines Erachtens sehr guter Whisky, schön balanciert zwischen Rauch und Süße. Er ist kein Komplexitätswunder, aber durchweg angenehm. Wenn er ein bisschen günstiger wäre, hätte ich ihn immer zuhause.

Scapa 14yo – n/a (discontinued, replaced by Scapa 16yo)
Anderen wird es unterstellt und ist unterschwellig zu finden – der Scapa bringt Honig und Vanille zum Anfassen. Darüber hinaus bietet er keine gewaltige Komplexität, vielleicht ein paar leckere Früchte in der Nase, aber das, was er tut, tut er hervorragend. Find isch jut.

Talisker 10yo – 29,99€
Inzwischen ist mir der Talisker einige Male über den Weg gelaufen. Was hängen bleibt, ist die sprittig-alkoholische Note, die sowohl in Nose, als auch Taste sehr dominant ist. Ich hab genug Korn getrunken, um das nicht zu „kräftiger Pfefferigkeit“ hochintellektualisieren zu müssen. Mies.

Auchentoshan 12yo (31,90€) und MacDuff 26yo (n/a)
Fielen meiner Erinnerung nach aus dem selben Grund wie Talisker und Jura Superstition durch: Zu präsente, überlagernde Fuselnote. Genau erinnern kann ich mich leider jedoch nicht.

Bruichladdich 12yo – 39,90€
Meine Erinnerung, dass ich diesen Whisky wirklich nicht mochte, ist alles, das ich dazu noch weiß. Wird bei Zeiten elaboriert.

Scheinheiligenschein

Posted in smile and look alive on 28. September 2011 by Herr Grau

Wenigstens ist der alte Mann wieder in Rom und das ewige Presseloch, das eigentlich inzwischen immer zu existieren scheint, wenn nicht gerade irgendwo ein Tsunami explodiert, dieses Mahnmal der völligen Abwesenheit von allem anderen als Kriesenboulevardismus, kehrt wieder zu seinem inhaltlosem, den Blutdruck nunmehr kaum beeinflussenden Selbst zurück. Dass ich bis jetzt nichts geschrieben habe, war so lange Faulheit, bis mir eingefallen ist, dass ich mich aus der Masse des populistischen Schreibenden Packs würde hervortun können, gäbe ich dem ganzen nur ein wenig Zeit zum Abhängen und Mürbewerden.

In der Menge der unerträglichen Dummquasselei, sowohl auf Seiten der sich vielstimmig artikulierenden Kirche, als auch auf Seiten der Atheisten, von denen wie immer die am lautesten und damit pressewirksamsten und damit wieder rufschädigendsten schreien, die am unerträglichsten sind – Davilá hat mal geschrieben, dass man sich gegen die Last der Idioten auf der eigenen Seite nur mit völlig anachronistischen Meinungen schützen könne -, stach eine heraus, über die ich etwa genauso dringend stolpern musste, wie die US of A Dick Cheney gebraucht haben: In einem Schwall epischer Furchtbarkeit erbrach sich SPON-Kolumnist Jakob Augstein in die ihm fortan zu verbietende Tastatur. Dass ich, als ich meinem Hass verbal Luft machte, mehrfach die Phrase brauchte „Rudolf Augstein muss das Blach adoptiert haben, das kann einfach nicht die selbe DNA sein!“ und sich gerade bei der kürzest möglichen Recherche herausstellt, dass es tatsächlich so ist, ist nur das Prelude zu einem der wunderbarsten Stücke, die mein Hirnaneurisma je hat spielen müssen. Und nur ein weiterer Beweis, dass Martin Walser, der natürlich der leibliche Vater sein musste, wirklich nur noch aus dem bitterbösen Plan lebt und wirkt, uns so lange und viel wie möglich Schmerzen zuzufügen.

Ich bin ja ein Mensch von Gleichmut. Ich kann dem Christlamisten, der völlig begeistert ist, genauso mit Gleichgültigkeit und Desinteresse (meinen Familientalenten) begegnen, wie dem Kreuzanbeter, der von dem Reaktionismus des Pontiflex eher in die Magengrube getreten wurde, also Randgruppen, zum Beispiel, wie die gesamte evangelische Kirche. Ich war der letzten Tage sogar derart ausgeglichen, dass ich die Trottel tolerieren konnten, die überall im Internet meiner Sache als Ablehner der institutionalisierten Kirchen schaden, weil sie sie hemmungslos mit ihren nicht fest genug zurückgehaltenen Gedanken besudeln. Als ich aber den Satz las

[…]So viel Gewicht hat nun der Vatikanstaat nicht, mit seinen 993 Einwohnern und einer Wirtschaftskraft, die in etwa der von Lummerland entspricht. Es sei denn, man rechnet die Herstellung von Seelenheil zu seiner Exportindustrie, in welchem Fall sein Bruttosozialprodukt jeden Maßstab sprengen würde.

und dann auch noch erleben musste, wie er fortfährt

[…]es ist Sache der Kirche, wie sie ihre inneren Angelegenheiten regelt. Nicht-Katholiken kann der Zölibat und die kirchliche Benachteiligung der Frau egal sein. Wer katholisch ist und diese Dinge anders sieht, soll innerhalb der Kirche um Reformen ringen – oder austreten.

und sich dann auch die Kirsche für Obendrauf nicht sparen kann

Wir brauchen den Papst zum Beispiel, weil das deutsche Forschungsministerium mit öffentlichem Geld die Entwicklung eines Tests fördert, der ohne jedes Risiko für die Mutter feststellt, ob ihr Baby das sogenannte Down Syndrom aufweist. Dieser Test hat nur einen Zweck: Selektion. Ethik und Politik sind nämlich nur manchmal deckungsgleich. Es kann nicht schaden, in Rom einen sitzen zu haben, der mit uns über die Conditio humana in einer Zeit spricht, in der wir glauben, uns mit nichts abfinden zu müssen, in der wir für alles vorsorgen wollen und keine Gefahr mehr laufen mögen – und am Ende doch alle sterben.
Wer sich da jetzt, in und außerhalb des Parlaments, in aller Selbstgerechtigkeit seinem rechtschaffenem Protest gegen den Papst hingeben will, sollte sich daran erinnern, dass die Kirchengeschichte älter ist als die Abtreibungsdebatte und das Mysterium der menschlichen Existenz tiefer als die Frage nach der Homo-Ehe.

war es um mich geschehen. Ich war verliebt. Verliebt in Schreien. Irritierte Gesichter starrten mich an, als ich brüllend und kreischend, die Kleider mir vom Leibe reißend durch die Ambulanz rannte und aus einem Fenster sprang. Kollegen waren verschreckt, mühsam zu Patienten aufgebaute Vertrauensverhältnisse in tausend Scherben zerbrochen. Worte wie „Hexenverbrennung“, „Inquisition“, „AIDS“, „Überbevölkerung“, „Unerträgliches Leid“ und „Kreuzzüge“ mischten sich eher schwierig zu verstehen in ein schleifend-schäumendes Grunzen, das die Kapitulation vor der mehrdimensionalsten aggressiven Dummheit markiert, die dem Chronisten des menschlichen Geistes überhaupt bekannt ist. Man kann nur mit einer gewissen Menge an Ebenen, auf denen etwas abartiger Durchfall ist, zurecht kommen, bevor der Verstand ein erlösendes TILT von sich gibt und außer Rot den Augen nichts mehr zu sehen ist.

Und der Spiegel? Ödipus mag seinen Vater erschlagen haben, weil der ihm forsch von links die Vorfahrt nahm – der hier sich uns zeigende Vatermord aber ist bilderbüchlicher, als alles Dagewesene. Seit des guten Augsteins Tod degeneriert der Spiegel zusehens, das Online-Portal kann schon seit Jahren kaum mal einem Artikel vorweisen, den mehrere 1-Baht-Volontäre in mehrstündiger Gewaltarbeit gemeinsam wenigstens auf das orthografische Richtigkeitsniveau eines Volksschul-Diktats gequält hätten.
Vielleicht ist es Gnade, dass es Jakob Augstein gibt, der dem Medium den Gnadenstoß von Innen gibt. Es mag Gnade sein, aber wahrlich, die Gnade ist grausam.

Glossner Helles Neumarkter Bio-Hefe-Weiss`

Posted in ... weiter nichts als Bier, Getestet on 13. September 2011 by hoegi

Beim Aufstocken meiner „Pinkus Alt“-Reserven in meinem neuen Stamm-Biosupermarkt wanderte mein Blick auch mal am Pinkus vorbei, querfeldein über die anderen dort so erhältlichen Biere. Pinkus war nämlich dann alle und ich brauchte Alternativen für schlimmere Tage. Von einem Angebotsschild angezogen hielten meine Döppen dann am Glössner Hefeweizen an. Rein damit!

Art:
Hefeweizen, 5,3 Vol-%

Geschmack: 8 Punkte
Von diesem mir bislang gänzlich unbekanntem Bier hatte ich nicht besonders viel erwartet; dieser Geschmack sprengt meine Erwartungen nichtsdestotrotz in Gänze! Das Bier wartet mit einer feinen, aber sehr präsenten Hefenote auf. Dabei geht das Bier wirklich sehr süffig und gaumenfreudig an ebendiesem vorbei, es ist ein wirklich angenehm zu trinkendes Bier. Wenn meine Erinnerungen mich jetzt nicht im Stich lassen, geht dieses Gebräu stark in Richtung des Andechser Weizens, das allgemein bekannter sein dürfte.

Preis: 8 Punkte
Im Angebot gabs die Flasche für sagenhafte 0,79€, regulär kostets glaube ich 0,99€. Der Vergleich: Im normalen Supermarkt kostet eine Flasche Erdinger/Paulaner/whatever normal 0,95€. Dafür, dass das Bier auch noch Bio und damit natürlich besten Gewissens zu trinken ist, ist der Preis sehr in Ordnung!

Flasche: 7 Punkte
Endlich mal wieder eine Bügelflasche und dann auch noch ein Weizen! Horido! Und nicht nur das: die Flasche kommt auch noch mit Prägung auf dem Übergang zwischen Bauch und Hals. Edel, edel. Dafür ist das Etikett wenig bis gar nicht ansprechend und ehrlich gesagt verstört mich der gelbe Dichtungsring am Verschluss etwas.

Fazit: 8 Punkte
Ohne große Rechnerei (Prozentrechnung so spät am Tag? „Nein, Danke!“) komme ich hier auf solide 8 Punkte für dieses plötzlich in mein Leben gestürzte Bier. Eine schöne Sache, denn jetzt kann ich im Bioladen nicht nur pilsartiges Bier, sondern auch noch Weizen kaufen! Hurra!

Original Pinkus Münstersch Alt

Posted in ... weiter nichts als Bier, Getestet on 6. September 2011 by hoegi

Um die Serie „lokale Biere“ fortzusetzen, habe ich heute im Bio-Supermarkt meines Vertrauens (höhö.) zwei Flaschen „Original Pinkus Münstersch Alt“ erstanden. Denn dank „Bioland“ und Bio-Siegel nach EG-Verordnung scheint das letzte überhaupt in Münster direkt gebraute Bier in Bioläden überall in der Republik erhältlich zu sein. Schön sowas.

Art:
Alt, 5,1 Vol-%

Geschmack: 8,5 Punkte
Es trägt nur geringfügig zum Geschmack bei, aber die Schaumbildung spielt bei Biergenießern oftmals eine wichtige Rolle. Wie auf dem Foto zu erkennen, fiel es mir schwer misslang es mir, eine ordentliche, geschweige denn überhaupt eine Krone auf das Bier zu bekommen. Vom Perlverhalten erinnert es irgendwie an Limonade. Für die Optik natürlich schade.
Das Pinkus Alt hat mit gemeinem Alt etwa so viel zu tun, wie ein Stück Nähgarn mit den sieben Zwergen. Abgesehen von der Bezeichnung und der obergärigen Brauart etwa gar nichts. Den typischen malzigen Charakter eines klassichen Alts sucht man im Pinkus vergebens. Vielmehr dominiert eine leichte Frische, die man so selbst bei den meisten Pilsenern nicht findet. Dieses Bier bewegt sich in einer absolut geschmacklichen Grauzone. Das ist nicht negativ zu verstehen, aber es fällt schwer, diesen Geschmack zu kategorisieren. Es ist – wie erwähnt – frisch, sowie weder herb, noch besonders würzig, aber es schmeckt nichtsdestotrotz nach Bier. Einen Hauch Fruchtigkeit lässt es im Nachklang auch erkennen. Ich finde dieses Bier zwar sehr ungewöhnlich, dafür aber auch ungewöhnlich lecker!

Preis:
6 Punkte
Im Bio-Supermarkt gibt es Pinkus nur in Einzelflaschen zu kaufen. Ich habe für eine Flasche 1,09€ auf den Tisch gelegt. Nicht zu viel für ein sehr individuelles, dabei auch noch „biologisch einwandfreies“, sowie im Herzen von Münsters Altstadt gebrautes Bier. Wer mit dem Glück gesegnet ist, in oder um Münster herum angesiedelt zu sein, kann die Kiste Pinkus im Getränkefachhandel für 14€ bis 15€ erwerben. Für Biergourmets sollte dieser Preis durchaus im Rahmen des Erträglichen sein.

Flasche: 5 Punkte
Pinkus kommt generell in der schlichten und üblichen braunen NRW-Halbliterpulle. Das „Original Münstersch Alt“ ist mit rotem Etikett bedruckt, welches leider etwas billig und schnell hingeklatscht anmutet. Wie auch schon das Bier im Glas ist diese Flasche optisch leider kein Hochgenuss, aber ich habe auch schon Schlimmeres gesehen. Für die Zeichnung der Münsteraner Altstadt muss ich natürlich auch noch einen Bonuspunkt einrechnen.

Fazit: 6,5 Punkte 8 Punkte

Empfehlung? Ja! Mit 6,5 Punkten kommt das Bier eher schlecht weg, was aber vor Allem an Preis und Flasche liegt. An diesem verqueren Punktesystem muss der Rat der Weisen noch etwas schrauben. Wer dieses Bier nicht getrunken hat, kann darüber nicht urteilen, und wer es getrunken hat wird es entweder lieben oder hassen. Pinkus-Biere polarisieren. Das ist gut so, denn Durchschnitt, der jedem schmeckt, schmeckt nicht jedem.

 

Anmerkung Herr Grau aus der hinteren Reihe: Der werte Kollege hat im offensichtlichen Suff übersehen, wie unser Wertungssystem funktioniert und sich dazu entschlossen, lieber darüber zu pöbeln. Sehr deutsch und damit natürlich eigentlich unterstützenswert. Wenn man aber aus dem eigenen Bauchgefühl schon einen Index mit vierzehn Stellen hinter dem Komma errechnet, dann soll der Leser wenigstens nicht am Ende mit einem falschen Ergebnis dastehen. Darum korrigiert.

DEGRAA Pils

Posted in ... weiter nichts als Bier, Getestet on 3. September 2011 by hoegi

Ahoi miteinand´!

Nach erneuter längerer Abstinenz am Tastenbrett melde ich mich mit einem aktuellen Report aus der Aachener Brauerszene zurück.
Vor noch nicht allzulanger Zeit, etwa bis zu Beginn der 90er, war Aachen auf der Deutschlandkarte der Brauhäuser noch mit dem Bier DEGRAA verzeichnet, ehe durch eine Machtübernahme durch einen Kölschen Clan die Marke DEGRAA aus konkurrenztechnischen Gründen von eben dieser Karte getilgt wurde.
Jetzt, also rund 20 Jahre später gibt es wieder DEGRAA. Im Unterschied zu damals handelt es sich bei dem Bier heute um ein Pils; damals handelte es sich um ein obergäriges Lager nach kölscher Brauart. Der Werbespruch damals übrigens: „Opa wurde hundertjährig, stets trank er Degraa obergärig!“, der gerne mit „Oma wurde hundertzehn, hatte DEGRAA nie gesehn!“ gekontert wurde.
Auf den Markt kam das Bier am 1. Juli 2011, und ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich der erste Privatkunde war, der pünktlich zum Beginn des Werksverkaufes am 1.7. um 9:00 Uhr morgens die erste Kiste aus der Halle schleppte. Als kleines Präsent für die ersten 500 Kunden gab es diesen formschönen Flaschenöffner (siehe Bild).
Doch wie steht es jetzt mit der Aachener Braukunst? Noch wird das Bier in Krefeld gebraut und nach Aussage des jetzigen Verantwortlichen Helmut Schwichtenberg (Sohn des letzten DEGRAA-Braumeisters, so schließt sich der Kreis.) nach einer Rezeptur, die den Wünschen der Aachener Biertrinker entlehnt ist, gebraut. Nun denn.

Art:
Pils, 5,0 Vol-%

Geschmack: 5 Punkte
Unwahrscheinlich, dass es an zwei- bis dreiwöchiger horizontaler Lagerung im Kühlschrank liegt, aber das Bier schmeckt auf die ersten Schlücke leicht metallisch. Im weiteren Verlauf nicht annähernd herb, dafür sehr würzig im Abgang. Auch wenn ich auf dem Feld der Kölner Biervergewaltigung kein Kenner bin, aber ich finde dieses Pils geht in die Richtung von Kölsch, wenn auch nicht ganz so wässrig.

Preis: 5 Punkte
Ich habe die Kiste für 14,49€ (vielleicht auch für 14,99€) im „Werksverkauf“ erworben, was vor zwei Monaten noch exklusiver Verkaufsstandort war, mittlerweile soll es aber auch im freien Handel verfügbar sein. Mit dem Preis bewegt es sich im oberen Premiumbiersegment, allerdings ist bei der noch recht kleinen Zielgruppe und damit niedriger Auflage (und der Tatsache, dass es im Lohnbrauverfahren woanders gebraut wird) ein niedriger Preis völlig utopisch. Kann man also keinen Vorwurf machen.

Flasche: 7 Punkte
Das Bier kommt in der braunen Standard-NRW-Longneckflasche mit gold-grün-rotem Etikett. Das sieht doch sehr nach Weihnachten aus. Das Etikett ziert die Silhouette der Aachener Altstadt und ist mit einem scheinbar angetrunkenen Bären versehen, der einen leicht angewiderten Gesichtsausdruck an den Tag bringt. Marketingtechnisch sicher bedenklich.

Fazit: 5 Punkte

Empfehlung? Jein. Wer in Aachen ist, sollte dem Bier mal eine Chance geben, insbesondere wenn man es denn mal vom Fass bekommen sollte. Meine Richtung ist es nicht unbedingt, Freunde des Kölschen könnten aber durchaus ihre Freude daran haben.

Wenn man die Kinder mal alleine lässt

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 25. August 2011 by Herr Grau

Über den großartigen GMX-Newsticker (Tor Zur Welt™ seit 15 Jahren) bin ich über eine Sache gestolpert, die wie lange keine andere illustriert, was in der Grundgedankenstruktur unserer Gesellschaft falsch läuft – ich will die Geschichte kurz umreißen:

Ein Polizeichief stellt sich vor einen Hörsaal und spricht über öffentliche Sicherheit. Gegen Ende weist der freundliche ältere Herr darauf hin, dass Vergewaltiger dazu tendieren, aufreizender angezogene Frauen anzugehen und empfiehlt daher jenen, welche nicht am Businessende einer Vergewaltigung zu landen trachten, die Nuttigkeit des Oberkleids um 3° Hilton zurückzufahren. Die Emanzen im Saal empören sich, aktivieren ihren Emailverteiler und beraumen öffentlichen Protest samt Aktionstag (den s.g. „Slut Day“) an – der Polizeichef kriegt medial mit dem glühenden Hammer auf den Sack.

„Was ist hier passiert?“ schleicht sich die nötigste aller Fragen direkt vom Neocortex in die Area Postrema. Diese ganze Situation speist sich aus einem einzigen eklatanten Fehlschluss: Alles wird danach bewertet, ob es ideell sein darf oder nicht. Ein Hinweis auf die dem Wunschgedanken widersprechende Realität wird als Affront gegen die Political Correctness gesehen. Einige Realitäten lassen sich ändern und für das mag es sich zu streiten lohnen; die, dass ein Triebtäter statistisch gesehen immer eher auf ein aufreizend zurechtpräpariertes Opfer losgehen wird, ist eine in der Sache so unänderbare wie die Gravitation oder die Tatsache, dass Patrick Steward eigentlich der neue James Bond hätte werden müssen.

 

Vortragender: „Wenn Menschen zu lange hungern, werden sie auf der Suche nach Essen alle Mittel nutzen und schließlich sich auch mit Gewalt Nahrung verschaffen.“
(aus der 2ten Reihe empört): „Hungernde sind keine gewaltigbereiteren Menschen!“
(von weiter hinten, aber lauter): „Er diskriminiert Hungernde!“
(ein Chor bildet sich): „Hetzer! Hetzer! Hängt ihn auf!“
Eine halbe Stunde später verbleibt der Vortragende  unter einem Strick. Neben ihm hängt noch der Mann, der vor zwei Tagen für die Wiedereinführung der Todesstrafe plädierte.

Wichtige Worte: something positive #3

Posted in smile and look alive on 25. August 2011 by Herr Grau

Ah, sweet alcohol. Like a true friend, you replace the anger with better, louder anger.