Worte und Dinge #8: Beziehungsspielchen

Posted in smile and look alive on 13. Juni 2011 by Herr Grau

Wie ein Mann mit einem Problem umgeht, kommt auf seine Größe an.

Die Bigotterie des Lokalradios oder „Kann hier jemand Englisch?“

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 8. Juni 2011 by hoegi

Lokalradio. Es läuft in etwa jedem deutschen Durchschnittshaushalt (Durchschnitt ist wörtlich zu nehmen.) mehrere Stunden am Tag und versorgt die Hausfrau von heute mit „den Hits aus den 80ern, 90ern und dem Besten von heute!“. Heißt in der Praxis: Ein bisschen Phil Collins, viel Madonna und ganz viel Fahrstuhlmusik aus den letzten 3 Dekaden.
Stutzig wurde ich vor wenigen Monaten, als „Fuck You“ von Cee Lo Green auf jedem Radiosender auf und ab lief. Wenn ich denn mal Radio höre, dann Einslive. Hier also ebenso tagein, tagaus „Fuck You“.
Als ich das Lied dann aber mal im Lokalradio hörte fiel mir schnell auf, dass da was anders läuft. Plötzlich heißt das Lied „Forget You“ und aus dem Hintergrundchoral mit „oh shit, she´s a golddigger, just thought you should know, nigger!“ wurde ein „oh sh.., she´s a golddigger, just thought you should know, ….“. Bemerkenswert. Scheinbar sind solch böse Worte im Lokalradio nicht gerne gehört und so bedient man sich hier der prüden amerikanischen Radioversion. Nun gut.
Später traf es dann auch noch das Lied „Fucking Perfect“ von Pink, das im Lokalradio 65 mal am Tag als „F…ing Perfect“ durch den Äther fleucht. Naja. Sollen sie halt machen.
Wirklich absurd ist allerdings Folgendes: In der vergangenen Zeit habe ich etwa 3 Male das Lied „Bobby Brown goes down“ von Frank Zappa im Lokalradio gehört. Das letzte Mal war gerade eben.
Hier kleine Textauszüge:

„I got a cheerleader here wants to help with my paper
Let her do all the work n maybe later I’ll rape her“
„I tell you people I was not ready
When I fucked this dyke by the name of freddie“
„She had my balls in a vice, but she left the dick
I guess it’s still hooked on, but now it shoots too quick“
„Oh God I am the american dream
But now I smell like vaseline
An Im a miserable sonofabitch
Am I a boy or a lady…i don’t know which“
„An none of the jocks can even tell Im a homo
Eventually me n a friend
Sorta drifted along into s&m
I can take about an hour on the tower of power
Long as I gets a little golden shower“
„Oh God I am the american dream
With a spindle up my butt till it makes me scream“
„Oh god, oh god, Im so fantastic!
Thanks to freddie, Im a sexual spastic!“

Im Prinzip hätte ich auch die kompletten Lyrics kopieren können.
Wer des Englischen auch nur teilweise mächtig ist, wird festgestellt haben, dass dieses Lied fast ausschließlich die Fornikation in sämtlichen Facetten beschreibt und dabei wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt.
Aber schön, dass „Fucking perfect“ und „Fuck you!“ zensiert werden. Wenn die Kinder sowas hören würden…

Kauft nicht bei Elektronik-„Discountern“!

Posted in Probleme des Lebens on 7. Juni 2011 by hoegi

Die Erkenntnis ist vielleicht nicht neu und auch nicht bahnbrechend, aber ich möchte dennoch darauf hinweisen:
Kauft nicht bei Elektronik-„Discountern“!
Warum muss ich das jetzt in den Äther schreien? Ganz einfach, am Wochendene kam mir in diesen Läden wieder die Galle hoch.
Ziel meines Einkaufs war eigentlich nur so eine Kassette mit 3,5mm-Klinkenkabel dran. Kennt wahrscheinlich jeder, braucht aber auch heutzutage eigentlich niemand mehr. Ich hätte es schon gebrauchen können zu dem Zeitpunkt. Wie teuer kann so ein Ramsch denn sein? Mediamarkt wie auch Saturn möchten für so ein Gerät der extraordinär hochwertigen und knallhart spezialisierten Allroundfirma „hama“ doch echt 17€ haben! Keine Ahnung wer sowas zahlt. Das Internet verrät mir, dass es genau dieses Ding für 5,50€ gibt. Ist mir aber auch jetzt egal; ich brauchs nicht mehr.

Ein weiterer Fall: Meine alte optische Logitech 08/15 3-Tasten-Maus gibt langsam den Geist auf. Also möchte ich gerne eine neue. Die Logitech MX518 passt mir gut ins Budget und auch vom Handling her gefällt sie mir. Wenn ich mich nicht täusche, gibts das Ding bald bei Medimax für 19,99€. Interessehalber habe ich dann aber mal bei den beiden großen Discountern geguckt: Saturn will 49,99€ (!!!) haben und Mediamarkt immerhin noch 34,99€. Das Internet verkauft mir die Maus für 22€. Man könnte meinen, es lohne sich Preise zu vergleichen.

Medimax ist zwar auch ein größerer Elektronikhändler, aber doch irgendwie was Anderes. Wenn man mal irgendwo vor Ort etwas günstig bekommt, dann da. Vor rund 2 Jahren habe ich meine Senseo-Maschine da für 44€ gekriegt; bis heute habe ich das Modell nirgendwo auch nur annähernd zu einem vergleichbaren Preis gesehen.

Fazit: Danke Internet!

„There, I fixed it!“ – Der wackelige Schreibtisch

Posted in Angewandte Wissenschaft, Probleme des Lebens on 6. Juni 2011 by hoegi

Seit über einem Jahr wohne ich in meiner aktuellen Wohnung und seit über einem Jahr wackelt der damals neu zusammengeschraubte Schreibtisch wie eine Grünunke kurz vor der Balz. Also schon ziemlich.
Fast genau so lange hatte ich mir vorgenommen, dieses Problem anzugehen und den Schreibtisch irgendwie zu stabilisieren.
Die Lösung des Problems war und ist eine einfache Diagonalstrebe, wie man sie in jedem rahmenbasiertem Bauwerk wie z.B. in einem Parkhaus zuhauf findet.
Das echte Problem waren aber die runden Tischbeine, wie man sie in jedem Baumarkt für ne schmale Mark bekommt. Wie soll ich an lackierte, glatte und wie gesagt runde Beine so eine doofe Strebe befestigen? Die zündende Idee kam mir irgendwann, ich vermute mal beim Kacken: Schlauchklemmen.
Im ersten dahergelaufenen Baumarkt bekam ich dann für rund 4€ zwei dieser Dinger. Die Maße meiner Beine musste ich spontan abschätzen, da ich den Baumarktbesuch gar nicht von langer Hand geplant hatte, aber glücklicherweise passten die gekauften Dinger dann wie angegossen.
Als Strebe dient in meinem Falle ein entbehrliches Stabilisierungskreuz von dem Ikea-Regal IVAR. Leider sind die vorgebohrten Löcher am Stabilisierungskreuz zu klein gewesen für die der Klemmen beigelegten Schrauben, also mussten dafür auch Neue her. Weil damit auch das Gewinde der Schlauchklemme wegignoriert wurde, brauchte ich noch passende Muttern für die Schräubchen und weil die Schraubenköpfe zu klein waren für die Halterung an der Klemme mussten auch noch Unterlegscheiben her. Schlimm das.
Alles in Allem kostete die Aktion 10€, dafür habe ich jetzt aber auch genug Schrauben. Und Muttern. Und Unterlegscheiben.
Und einen stabilen Tisch.

Geld gegen Essen – Tijuana Aachen

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 6. Juni 2011 by hoegi

Vor wenigen Wochen erweckte eine Werbung am kürzlich geschlossenen Café Extrablatt am Aachener Markt meine Aufmerksamkeit.
Sonntags im Tijuana „Das deftige Dutzend“. 12 Burger inklusive Pommes, Ketchup und Mayo ab 4,90€.
Das musste natürlich getestet werden und letzte Woche war es dann soweit.
Ich versuche mich hier kurz zu fassen: Das Personal war weitestgehend nett, leider aber auch in Teilen arg unfähig.
Bestellt hatten wir einen Chickenburger ohne Zwiebeln und einen normalen „God save the queen“-Burger (Cheeseburger mit Bacon). Wir bekamen einen Chickenburger mit Zwiebeln und einen Cheeseburger ohne Zwiebeln. Nach Reklamation unsererseits wurde dann der Chickenburger mitgenommen. Fragwürdig ist hier schon, warum mein Burger nicht auch mitgenommen wurde, schließlich fehlten mir ja die Zwiebeln.
Nach maximal einer Minute kehrte der Chickenburger an den Tisch zurück und der Fehler sollte behoben sein. Denkste. Alles war wie vorher. Die Frage nun: „Was zur Hölle habt ihr mit dem Burger da gemacht??“. Naja, selbst ist der Mann: Zwiebeln von Burger zu Burger transplantiert und dann rein mit dem Bulettenbrötchen.
Vom Geschmack her war mein Cheeseburger eher als durchschnittlich zu bezeichnen. Nicht spektakulär aber auch nicht ungenießbar. Am Schlimmsten war allerdings das Handling. Die ziemlich glatte Bulette flutschte bei jedem Biss einen Stück in Richtung entgegengesetztem Burgerrand. Das sollte man vermeiden können. Die beigefügten Pommes (eher Steakhouse Frites) waren gut gewürzt und die dazu gereichten Pöttchen Mayo und Ketchup ausreichend dimensioniert. Das war nicht schlecht.

Fazit: Für 5,90€ kann man in einem Restaurant am Aachener Markt sicherlich nicht meckern, aber für den vergleichsweise geringen Aufwand, den ein Burger in der Zubereitung erzeugt, ist der Preis auch schon wieder grenzwertig. Schlimm waren die Getränkepreise: 0,25l Cola für 2,20€ und 0,4 l für 3,95€! Ich glaub es hakt.

Essen: 6/10
Service: 3/10
Sauberkeit: 7/10
Preisgestaltung: 3/10
Ambiente: 8/10

Ergebnis: 2,7 von 5 möglichen Vanilleeiskügeln mit Senf und Gürkchen.

Markt 45-47
52062 Aachen
Tel: 0241 – 4019437
http://www.aachen.bar-tijuana.de/

Ein Experiment: Nudeln in Baconrahmsoße

Posted in Essen & Trinken on 6. Juni 2011 by hoegi


Horido und Halali!
Nach längerer Blogabstinenz meldet sich der Kombüsenmaat zurück am Sonnendeck des Internetz´.
Aus gegebenem Anlass, in diesem Falle der völligen Verrohung dieses Blogs in einen Food-Blog, muss ich mich zuerst mit einem soeben fabrizierten und verdrückten kulinarischen Exkurs hier einfinden.
Seit Wochen schon schlummerte eine Packung Bacon in meinem Kühlschrank und wartete sehnsüchtig auf ihren Verzehr. Kurz vor knapp, also vor dem MHD erbarmte ich mich also heute und kreierte eine wundersame Baconrahmsoße.
Die Zutaten für eine Person wären da: Die soeben genannte, vor sich hin siechende, Packung Bacon (100g), ein Päckchen Sahne (200ml, heute nur H-Sahne, aber die tuts auch), ~200ml Brühe (dazu gleich noch mehr), 140g Nudeln, Salz, Pfeffer, Oregano und eine Zehe Knoblauch zum Würzen sowie etwas gehäckselte Petersilie aus dem Glas (ihr wisst ja, das Auge und so…).
Um Platzmangel in der Pfanne entgegenzuwirken empfiehlt es sich, zuerst den Bacon in handlichere Stückchen zu schnippeln. Quadrate bieten sich aufgrund ihrer hervorragenden geometrischen Eigenschaften ebenso gut an wie Kreise und Septagone. Wichtig an dieser Stelle: Wenn man wie ich zu faul ist jeden Streifen einzeln zu schneiden alles im Batch verarbeitet, sollte man die so gewonnenen Stückchen vor dem Pfannentauchgang erstmal auseinanderfriemeln sonst gibts nachher Baconklötze. Das will ja auch Keiner.
Zusammen mit fein gewürfelten Zwiebeln (die ich nicht aufgeführt habe, weil ich sie blöderweise gerade vergessen habe…) wird das Speckgehäcksele dann in der Pfanne bis zur gewünschten Bräunung und Knusprigkeit gebraten. Wenn mich jemand in Zukunft nach meinen Lieblingsgerüchen fragen sollte, werde ich neben dem Geruch von einer Backstube am Morgen sowie frisch gemähtem Gras definitiv auch den Geruch von bratendem Bacon anbringen. Gibts sowas eigentlich als Parfum?
Jetzt löschen wir diese lecker riechenden Meisterstücke mit der Brühe ab.

Exkurs: Brühe
Ein heikles Thema. Ich als leidenschaftlicher aber auch reichlich uninformierter Hobbykoch habe in der Vergangenheit etwa 3 Gläser der „Klaren Brühe“ von Maggi durch meine Pfanne gejagt, bis mir neulich erst auffiel, dass tatsächlich echter und originaler Geschmacksverstärker in dem Zeugs drin ist. Das hat mich natürlich etwas schockiert, am Schlimmsten war aber, dass ich da nicht viel früher drauf geachtet habe. Viele leckere Gerichte in der Vergangenheit tragen nun den Makel Geschmacksverstärker beinhaltet zu haben und so fing ich an zu zweifeln, ob ich überhaupt kochen kann, oder ob Maggi das nicht doch für mich getan hat.
Natürlich musste dann auch ein Ersatzprodukt her. Zur Wahl standen diverse Möglichkeiten: Ich könnte mir in langwieriger Arbeit selber eine Gemüsebrühe einkochen, ich könnte teurere Produkte kaufen, fertige Brühen oder gar Fonds, doch all das stellt mich nicht recht zufrieden. Ich möchte nicht Stunden in der Küche verbringen um Brühe zu bekommen und ich möchte auch nicht jedes Mal wenn ich koche ein Vermögen dafür loswerden (>3€/Glas Fond). Nach kurzer Internetzrecherche stieß ich auf die Alnatura-Brühe von dm. Ja richtig, ein Bio-Produkt aus einer Drogeriekette. Erstaunlicherweise kostete das Glas (für 12,5 Liter) nur etwa 2,50€ und war damit doch recht erschwinglich. Das Produkt ist tatsächlich völlig geschmacksverstärkerfrei. Weder als solcher gekennzeichnet, noch versteckt in Hefeextrakt oder nochwas. Damit konnte und kann ich mich anfreunden. Seit 2 Wochen ist das nun das Mittel der Wahl. Zurück ins Kochstudio.

Nachdem die Baconbrühe ein paar Minuten schön vor sich hin geköchelt hat, geben wir die Sahne dazu und würzen je nach Belieben. Ich habs leider etwas mit dem Salz übertrieben, denn der Bacon hat doch noch enorm Salz abgeben. Damit also sparsam sein!
Wenn die gewünschte Sämigkeit erreicht ist (~ 10 Minuten bei mittlerer bis mäßig starker Hitze) sollten wir am Ziel sein.
Soße auf die Nudeln und ab dafür!
Leider geht der Bacongeschmack nicht so sehr in die Soße über wie ich das erhofft hatte. Im Prinzip habe ich nur eine gewürzte Rahmsoße gekocht mit Bacon als Beigabe. Tja. Wenn ich von der leichten Versalzung des Essens absehe hat es aber gut geschmeckt und wird gewiss auch noch verfeinert. Wer also in den Untiefen seines Koelkastes eine Packung Bacon findet und nicht weiß wohin damit: Rahmsoße frisst Alles.

Nachtrag: Die Suche nach der idealen Brühe geht weiter… 😦

Worte und Dinge #7

Posted in smile and look alive on 2. Juni 2011 by Herr Grau

Kein Versprechen, eine Drohung.



Pasta per l’Amica

Posted in Essen & Trinken on 21. Mai 2011 by Herr Grau

Ob ich diese Variante erst gemacht habe, weil ich keine Kapern und Oliven für eine Putanesca im Haus hatte und dann festgestellt habe, dass es eine klasse Variante ist für Leute, die keine Kapern und Oliven mögen, oder ob es anders herum war – ich kann es wirklich nicht mehr sagen. Punkt ist, dass besonders meine beste Freundin ziemlich augenblicklich ein großer Fan dieses Rezepts wurde, als sie das erste mal damit kollidierte. Eine kurze Suche offenbarte keine ähnlichen Rezepte, also musste eine neue Bezeichnung geschöpft werden. Das ist der Grund für den ominösen Namen.

Man würfelt eine halbe kleine Zwiebel pro Person und schneidet ein bis zwei – je nachdem, wie man da veranlagt ist – große Knoblauchzehen nach bester Goodfellas-Manier in mikrotomdünne Scheiben. Mit einer gesunden Portion Olivenöl wird das ganze bei mittlerer Hitze glasig gedünstet. Der Kniff an dieser Sauce ist, dass sie nicht mit Pfeffer, sondern mit Chili gewürzt wird. Dies habe ich in Italien gelernt, man benutzt auch dort für Ragú Peperoncini. Dieser Punkt ist allerdings auch der kniffelige, denn Chili sind heimtückisch. Alle sind unterschiedlich scharf, selbst aus dem selben Glas, und so kann es sein, dass manchmal eine Chilischote genau richtig ist, das nächste mal ist es mit der selben Menge völlig überwürzt. Außerdem zieht die Schärfe beim Kochen nach, weswegen ich die Chili so früh wie möglich, also auch am Anfang dazu gebe. Um diese diffizile Balance zwischen zu viel und zu wenig ( – die „geringe therapeutische Breite“ für die Mediziner unter uns – ) zu treffen, sollte man sich langsam rantasten. Ich fange etwa bei einer drittel Schote von den grünen aus dem Glas pro Person an und gehe dann nur vorsichtig höher. Wenn die Schärfe allerdings genau richtig ist, wird man mit einem einzigartigen Genuss belohnt, der den Aufwand einfach wert ist. Okay, Chili kommt auch in die Pfanne. Dann löschen wir das ganze mit einem guten Schwenk Rotwein ab und lassen das Ganze einreduzieren, etwa auf 1/3. In dieser Phase kommen Sardellen dazu, in Salzlake eingelegte, die vorher kurz abgewaschen werden, etwa zwei pro Person. Wenn der Wein fertig einreduziert ist, geben wir Tomatenpüree dazu, etwa 200ml pro Person, plus minus, und ein guter Schuss Sahne, vielleicht 50ml pro Person. Wenn die Sauce etwas zu scharf geworden ist, kann man jetzt mit etwas mehr Sahne noch korrigieren. Salz, dann doch eine kleine Prise Pfeffer für untenrum und eine kleine Prise Zucker gegen die Säure von Wein und Tomaten runden das Pastaapplikanz ab. Es wird dann einige Minuten gekocht, bis eine Konsistenz erreicht ist, die uns dieses warme Zufriedenheitsgefühl in der Körpermitte bereitet.

Als Pasta eignet sich eigentlich alles, was etwas robuster ist, bei mir heißt das entweder Bavette oder Penne Rigate.

Guten Appetit! Und preiset den Herrn! Grau.

Probleme des Lebens #13

Posted in Probleme des Lebens on 11. Mai 2011 by Herr Grau

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass die Taschentücher von Aldi „Solo Talent“ heißen?

Studentenfutter: Tuna Sandwich

Posted in Essen & Trinken on 8. Mai 2011 by Herr Grau

Heute ist mal wieder eine der famosen Episoden, die sich mehr mit jener kulinarischen Seite meines Daseins befassen, die vom Inhalt meines Schrankes geprägt wird, statt durch mein Streben nach Perfektion. Spricht aber nichts dagegen, auch hier umsichtig zu arbeiten.

Der Grund, warum ich überhaupt beschreibe, wie man ein solches Sandwich macht, ist, dass es in Deutschland bis zur Publikation von Tuna Subs im Prinzip unbekannt war. Einem Ami muss man sowas nicht erklären, in Amerika wird mehr als die Hälfte des verkauften Dosenthunfischs für Sandwiches verwandt. Hierzulande kann aber eine kurze Anleitung samt Betrachtung der wichtigen Punkte nicht schaden.

Wie immer steht die Qualität der Hauptzutat, in diesem Fall des Thunfischs, im Vordergrund. Nur weil es sich um ein Dosenprodukt handelt, sollte man nicht auf die Idee kommen, dass der Inhalt automatisch Dreck ist. Ein guter Thunfisch im eigenen Saft (in Öl hat keine Vorteile, außer mehr Kalorien und die tolle Sauerei, die wir alle so lieben) macht was her und ist im Endprodukt deutlich zu schmecken. Wenn man nicht zum Allerbilligsten greift, sondern gewillt ist, auch mal knapp über 1€ pro Dose zu investieren, kann man selbst bei Tegut schon das Mittelpreisprodukt bekommen, man wird belohnt mit einer nicht-graubraunen Farbe und der Abwesenheit von fischigem Geruch. Das Meeresgetier riecht frisch und ist von einer hellbeigen Apparenz. So muss das.

Nachdem wir also eine halbe Stunde über Thunfisch nachgedacht haben, öffnen wir die Dose, auf die wir so durchdringend gestarrt haben. Saft abgießen, ab mit dem Inhalt in eine Mixschüssel. Dazu kommen zwei gehackte Gewürz-gürkchen, eine halbe rote Zwiebel – die so frisch wie möglich sein sollte, sonst ist sie zu süß, es fehlt dann der Biss -, ein halber TL milder Löwensenf, Salz, Pfeffer, ein EL gutes Olivenöl, ein Schuss Tabasco und gehackte Petersilie. Außerdem so viel Mayonnaise, wie man mag, um das Ganze zu binden; ich nehme etwa drei bis vier TL, manchmal auch mal mehr oder weniger. Ist sehr Geschmacksfrage, das. Mit einer Gabel schön durchmischen, schließlich sollte der Thunfischsalat dann etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank stehen, damit er richtig schön kalt ist.

Das Substrat verbergen wir jetzt geschickt samt einem halben Blatt Chinakohl oder Eisbergsalat zwischen zwei leicht (!) getoasteten Brotscheiben.
Leckrrrr.

Auf Basis dieses Grundrezeptes kann man natürlich nach Lust und Laune variieren. Tomaten – als Scheiben auf dem Toast oder Würfel im Salat -, Käse – als Feta im Aufstrich oder als Schmelzkäse auf dem Brot -, gehacktes hartgekochtes Ei… Der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Ich persönlich ertappe mich allerdings dabei, immer wieder zu dem Ausgangspunkt zurückzukehren…