Schokoladenkuchen

Posted in Essen & Trinken on 14. Mai 2012 by Herr Grau

Ich hab lange nachgedacht, ob man den Titel nicht noch irgendwie spezifizieren sollte. Denn wie Claudia von foolforfood, von der ich das Rezept geklaut habe, auch schon festgestellt hat, gibt es doch einen Haufen Entitäten, als die so ein Schokokuchen daher kommen kann, alle Dichte- und Fluffigkeitsgrade wandeln irgendwo unter der Sonne und jeder hat seine eigenen Favoriten. Leider ist mir kein gutes Adjektiv eingefallen, um publikumswirksam zu beschreiben, was die wohlfeile Quelle als „Zwitter aus Schokoladenkuchen und Brownie“ bezeichnet. Muss also ohne gehen.

Erwähnenswert ist vielleicht, dass ich eine etwas schwierige Beziehung zu meinem Backofen hege. Kochen ist Gefühlssache, Backen ist Wissenschaft. Ich kann nachts in der Tundra vor Bischkek mit verbundenen Augen aus einem alten Kaktus und etwas saurer Eselsmilch eine Pastasauce zaubern, aber wenn es ans Backen geht, muss ich mir jeden Erfolg hart erarbeiten. Ich bin also ein kleines bisschen stolz, dass der Kuchen recht gut funktioniert hat. Das Publikum war .. sagen wir mal zurückhaltend begeistert. Schon recht gut, aber nicht fantastisch. Ich kann aber nicht sagen, ob das an mir und meiner völligen Talentlosigkeit im Süßgebäck-Sektor liegt oder am Rezept. Trotzdem: Das Ganze war lecker, das Rezept ist so einfach, dass man es tendentiell auch ohne schriftliche Unterstützung in jeder unmöglichen Situation aus dem Hut ziehen kann und .. ich habe einen Kuchen gebacken, verdammt, und das haben jetzt alle zu erfahren!

Beim Backen ist es von Vorteil – zumindest das habe ich inzwischen schmerzhaft gelernt – jeden Schritt auf den Buchstaben genau auszuführen. Das wollte ich wenigstens erwähnt haben, kann ich doch sonst nicht allzu viele gute Ratschläge mit auf den Weg geben. Na denn los.

Wir brauchen:
250 g dunkle Schokolade, 3-4 Esslöffel Wasser, 250 g Butter, 250 g Zucker, 4 Eier, 250 g Mehl und Puderzucker zum Bestäuben

1. Eine Springform (24 cm Durchmesser) mit Butter ausreiben, kühl stellen und dann mit Mehl ausstäuben. Backofen auf 180 Grad vorheizen.

2. Die Schokolade zerkleinern. Das Originalrezept sagt „Zerhacken“, aber ehrlich: Die Schokoladenpackung ein paar mal aggressionsmildernd auf die Küchenplatte geprügelt – fertig. Einen kleinen Topf mit ein bisschen Wasser füllen und zum Kochen bringen. Schokolade mit 3-4 Esslöffeln Wasser in eine metallene Rührschüssel geben (Achtung, in die Rührschüssel muss noch etlich mehr Zeug passen) und auf den Topf stellen. So schmelzen wir die Schokolade, ohne Gefahr zu laufen, sie ungewollt zu fossilem Brennstoff umzuwandeln, was doch schnell geschafft ist.

3. Die Butter in kleinen Stücken nach und nach unter die geschmolzene Schokolade rühren. Den Zucker ebenfalls unterrühren.

4. Die Rührschüssel vom Topf nehmen und ein Ei nach dem anderen unterrühren. Dann soll die Masse so lang geschlagen werden, bis sie deutlich heller wird – ich habe mir ein Bein ausgerührt, deutlich was getan hat sich da nicht. Im Zweifel einfach bis zum Erschöpfungstod arbeiten.

5. Das Mehl portionsweise zur Schokoladencreme sieben und sorgfältig darunterziehen. Die Backresultate werden erfahrungsgemäß fast immer besser, wenn das Mehl gesiebt wird.

6. Den Teig in die vorbereitete Form geben, glatt streichen und ab in den vorgeheizten Ofen auf der untersten Rille, es möge 50-60 Minuten gebacken werden. Auf dem Kuchen soll sich eine Kruste bilden, die später beim Schneiden leicht bricht; innen soll der Kuchen jedoch noch gut feucht sein. Aus dem Ofen nehmen und in der Form auskühlen lassen.

7. Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben. Diverser Schabernack darf damit natürlich getrieben werden – ich habe einen Muttertagskuchen gebacken, also habe ich orthographisch stimulierend das siegener Wort „MUDDR“ hinein phonetisiert.

Wie gesagt: Lecker und sowohl einfach zu merken, als auch zu machen. Ich kann nur jedem den Backversuch ans Herz legen.

Worte und Dinge #15

Posted in smile and look alive on 11. Mai 2012 by Herr Grau

Kein Applaus für Scheiße.

Hildebrandts Drittes Gesetz

Posted in Angewandte Wissenschaft, smile and look alive on 9. Mai 2012 by Herr Grau

Aus gegebenem Anlass werde ich im Folgenden das bis dato verlorene Gesetz mit Ihnen teilen, mit dem es dem ungarische Anatom György Sándor Hildebrandt erstmals bereits am 7ten Juli 1441 gelang, seine Beobachtung, dass wohlgediehenes Weibsvolk bei Erreichen eines bestimmten Sommerklimas in großen Mengen offenbar aus dem Nichts heraus zu existieren beginnt, mathematisch zu beschreiben. Erst 1931 konnte der deutsche Physiker Prof. Dr. Günter-Wilhelm Zwinger nachweisen, dass der beobachtete Frauenanteil in einer Subraumphasenverschiebung verschwindet und damit tatsächlich formal den Existenzzustand ändert – weshalb die Menge der fluktuierenden weiblichen Wesen heute „Zwinger-Menge“ genannt wird.

Die Formel lautet:

y = tanh ( x – [ e² * π *К + [1/( π * d²)]])

mit
e (Euler’sche Zahl) = 2,71828 18284 59045 23536 …
π (pi) = 3,14159 26535 89793 23846 …
К (Landau-Ramanujan-Konstante) = 0,76422 36535 89220 66299 …
wobei
x   die Umgebungstemperatur in °C,
d   die Anzahl der Tage seit Wetterumschwung  und
y   die Zwingermenge als Teil von 1  
ist.

Bei abgeschlossenem Wetterumschwung ergibt sich der folgende Graph:

Das Gesetz ist heute noch so gültig, wie praktisch, erlaubt es schließlich die korrekte Prädiktion des plötzliche Auftauchens unerklärlich hübscher Damen. Glänzen Sie jetzt vor Ihren Freunden! Drucken Sie den Graph aus und benutzen Sie das vergessene Wissen antiker und keinstenfalls frei erfundener Universalgenies zu Ihrem Vorteil! Fast kostenlos und garantiert nebenwirkungsarm! Dermatologisch getestet! Die Nutzungsgebüren werden automatisch von einem willkürlich ausgewählten Konto abgebucht.

Risen 2 Review – oder: Drei Herren im Wald

Posted in Getestet, smile and look alive on 6. Mai 2012 by Herr Grau

Wer guten Geschmack, erhabenen Intellekt und atemberaubende Schönheit in sich vereint, hat eine Vorbildfunktion, ob er will oder nicht. Glücklicherweise sind mir alle diese lästigen Eigenschaften erspart geblieben, sodass ich, die verbindliche Obligation, im Zweifel wenigstens eine schreckliche Warnung zu sein, ernst nehmend, bequem von der Seite ungehemmt über alles und jeden nörgeln kann. Nun ist es ja ein wohlbekannter und indiskutabeler Fakt, dass Gothic 1 und 2 die besten Computerspiele aller Zeiten sind. Und es würde doch mit dem Beelzebub zugehen, wenn diese Einleitung nicht darauf hinleiten würde, dass ich jetzt anfange, über das neuste Opus Magnum der Exilbochumer Gothic-Macher Piranha Bytes zu nörgeln. Risen 2, nämlich. Release: Gerade eben.

Da Piranha Bytes bei seiner Trennung vom Publisher JoWood 2007 die Rechte an seiner eigenen Serie Gothic verloren hat – was ganz nebenbei den beiden katastrophalen Trotteleien „Götterdämmerung“ und „Arcania“ den Weg geebnet hat -, mussten sie sich etwas neues ausdenken. Das Ergebnis war das 2009 erschienene Risen. Dankbarerweise haben die Jungs aber nur die alten Qualitäten in neue Gewänder geworfen und die Qualitäten, die die Menschen an Gothic fasziniert haben, nicht bahnbrechend verändert. Heißt es zumindest. Gerade dieser Behauptung wollen wir im Folgenden einmal auf den Zahn fühlen. Aber halt: Meine Deutschlehrerin muss sowie schon des nachts ob meines katastrophalen Stils Tränen vergießen; wir wollen sie nicht noch trauriger machen, deshalb schmeiße ich jetzt erst mal ne Runde Einleitungen.

Risen 2 springt mutig in ein neues Szenario: Wo alle seine Vorgänger im mitteralterlichen Setting spielten, begibt sich dieses Spiel in die Welt der Piraten. Es gibt Südsee statt Minental, Wettermäntel statt Rüstungen, Musketen an Stelle von Bögen und – Herz werd warm! – keine Heiltränke mehr, sondern Rum. Den Stein des Anstoßes, so erklärt das Spiel, habe die Erfindung der Feuerwaffe geliefert, danach wurde Schnaps automatisch lecker und gesund und überall flogen plötzlich Papageien herum. Sei’s drum. Trotz Palmen und fässerweise Fitnessbrand ist aber eben alles nicht eitel Sonnenschein. Um genau zu sein liegt die Welt schon in Trümmern, als wir in die Haut des heruntergekommenen – immer noch namenlosen – Helden schlüpfen. Endlich mal werden wir mal nicht an irgend einer Küste angespült und vermissen danach Gedächtnis wie Körperkraft. Das alte Abenteuer ist mitnichten vergessen und wir duften auch kein bisschen nach Meister Proper Bergfrühling. Vielmehr ist der Held von den Ereignissen des ersten Spiels tief gezeichnet, er hat sein Auge durch das dubiose Okkular des Inquisitors verloren und ist der Sauferei verfallen, um seine dunkelen Gedanken zu vertreiben. Monatelang als aufgabenloser Ehrenoffizier in einer Hafengarnison herumzuhocken, die vom Chaos umschlossen ist und daher nicht verlassen werden kann, von morgens bis abends besoffen – da ist es absolut glaubwürdig, dass man etwas abbaut, aber auch, dass die Fähigkeiten recht flott zurück kommen. Dass man innerhalb weniger Tage ein meisterhafter Säbelfechter, gewiefter Dieb und charismatischer Charmeur wird und nebenbei hinterm Rücken mit der Muskete dem Tell-Filius gleich drei Äpfel von der oberen Schwungmasse schießen könnte, wird so immerhin etwas nachvollziehbar. Die Restunsicherheit rationalisieren wir mit dem Wort „Held“ weg. Oder „Weltenlenker“, wie es die Vodootante Emma im Piratennest Antigua nennt.

Zurück zur Story: Das ganze Land wird von den so genannten Titanenlords in Schutt und Asche gelegt. Es gibt noch eine letzte Bastion auf dem Festland und ein paar Inseln und das ist es. Ein besonderes Hühnchen haben wir mit der Meerhexe Mara zu rupfen, deren Kraken Seereisen zu einer etwas unangenehmen Geschichte macht. Für die Menschen uncool, da sie eigentlich ganz gerne mal flüchten würden, für einen Piraten auch mehr weniger geil, weil Piraten und Kraken einfach von sich aus ihre gottgegebene Animosität fühlen. Langeweile alleine wäre für uns schon Grund genug, dem Drecksvieh volles Pfund aufs Maul hauen zu wollen, aber der Gang der Ereignisse wird uns noch die ein oder andere Motivation in den Schoß werfen…

Story ist ein gutes Wort, um uns zum Hauptteil dieses Artikels bezufördern, nämlich der Kritik. Man kann nicht sagen, dass Piranha Bytes je packende Geschichten dramatisch erzählt hätte. Meistens war die Handlung der Spiele in ein paar Worten zusammenfassbar und recht straight forward. Bei der Handlung legt Risen 2 auf jeden Fall einen guten Tacken zu. Es geht in die richtige Richtung, es gibt ein paar schöne Cut-Scenes, einige schicke Wendungen und Entdeckungen, einige tolle Ideen und man hat stets das Gefühl, dass man jetzt besser die Segel hisst und irgendwas zusammen tritt, weil die Welt dann doch auch sonst untergeht. Ich hätte mich über noch mehr davon durchaus gefreut, die Zwischensequenzen hätten häufiger passieren dürfen, man hätte sie gut rendern können und  länger hätten sie auch ausfallen dürfen. Genug Möglichkeiten dafür hätte es absolut gegeben. Die sonstigen Quests sind oft genug von normaler töte-dies-und-bring-mir-jenes-Art, was aber nicht stört, da sie liebevoll designt sind und die Dialoge einfach exzellent geschrieben sind. Der rauhbeinige Charme der Vorgänger ist auch hier wieder mit von der Partie.

Ich komme an dieser Stelle allerdings auch zu einem der größten Kritikpunkte überhaupt: Charaktere und Spiel sind ziemlich blass. Außer einem selbst und der Handvoll, die sich später in unserer Crew findet, gibt es kaum erinnerungswürdige Figuren. Dabei konnten die Piranhas gerade das immer besonders gut: Lustige, wahnsinnige, schrullige, erninnerungswürdige, kurz: Einmalige Typen bevölkerten traditionell die Gothic-Spiele an jeder Ecke. Es gab überall Anekdoten zu erleben, die sich aus dem alltäglichen Irrsinn und den lustigen Leuten ergaben. Alleine deshalb wollte man bei allen Leuten alle Gesprächsoptionen anklicken, immer auf der Suche nach einem Witz, einer Nebenquest, einer Geschichte, einem Hinweis… Es kommt einem etwas so vor, als wollte das Spiel erwachsen werden, in Wirklichkeit verliert es leider viel von seinem Charme. Das Writing der reinen Sprache, der sich die Charaktere bedienen, ist zwar auf dem alten Niveau, aber es fehlt zu oft der Witz und die Originalität. Die Welt teilt dieses Schicksal: Alles ist zwar nach wie vor mit aufopferungsvoller Liebe von Hand gebaut – und das gehört in höchsten Tönen gelobt, das ist eine der großartigen Dinge, die die Piranhas ehrt! -, aber es gibt nicht mehr so viel zu entdecken. Ich habe glaube ich kein einziges Easteregg gefunden, und das, obwohl ich das Spiel wirklich sehr vollständig gespielt habe. Auch besondere Items findet man wenig – und das, obwohl es legendäre Items gibt! Oft genug muss man diese aber bei einem Händler kaufen, was die dümmste Lösung für sowas überhaupt ist. Ich will Hinweise finden und dadurch das ganze dann entdecken, über Dächer springen, einbrechen oder in gewitzten Dialogen den Leuten das gewünschte Stück abluchsen. Oder Quests. Aber doch nicht irgendeinem Hafenheini 2000 Goldstücke an den Kopf werfen, um dann ein legendäres Stück Piratengeschichte zu besitzen. Da wäre wesentlich mehr drin gewesen. Auch wäre es schön, wenn man sich mit den Leuten über die legendären Gegenstände mal unterhalten könnte. Mehr als ein zwei Sätze in herumliegenden Büchern gibt es aber zu fast keinem Item.

Eine Sache, die mich schon bei Risen 1 gestört hat, ist die Menge der Figuren. Wenn man in Gothic 1 durchs Sumpflager gelaufen ist, musste man sich erst mal orientieren. Das ganze war verwinkelt gebaut, überall standen Leute herum, und seien sie auch namenlos und egal. Es gab feste Tagesabläufe für jeden Einzelnen und alles war voller Leben. Nicht nur, dass die Tagesabläufe der Leute radikal zusammengestrichen worden sind – mehr als schlafen und arbeiten tut kaum einer -, es ist einfach völlig unglaubwürdig, dass fünf Leute im Wald eine der Fraktionen und irgendwie für irgendwen bedrohlich sind. Bildlich gesprochen brauchen sich nur zwei der Eingeborenen mal ein Ei klemmen und der ganze Stamm stirbt aus. Es kommt mir so vor, als seien auf den ganzen Inseln insgesamt weniger Leute, als man in Gothic 1 alleine in der neuen Mine gefunden hat. Und das ist einfach quatsch so. Nicht nur sind die Charaktere also gesichtslos, es sind auch kaum welche da. Das kostet gewaltig Glaubwürdigkeit. In Städte gehört Leben und die gefürchteten Eingeborenen sind nicht drei Herren im Wald. So.

Rückschrittig ist auch das Kampfsystem. Das war in Risen 1 noch besser, den neuen „Dirty Tricks“ zum Trotz. Gegen Menschen funktioniert’s halbwegs – auch wenn man schnell raus hat, wan man zuschlagen kann und wann man blocken muss, um jeden Kampf zu gewinnen -, aber gegen Tiere ist es einfach nur stumpfes Geklicke, weil man nicht ausweichen kann. Gerade wenn man vom Witcher 2 verwöhnt ist, hätte man doch gerne ein richtiges Kampfsystem. Es ist doch keine Schande, sowas einfach ein richtig gutes System zu kopieren. Apropos Witcher: Wo der Hexer Gerald der ein oder anderen Dame seine Liebesdienste angedeihen lassen kann, sieht es für den coolen Piraten in Risen ziemlich mies aus. Wo man in Gothic 2 im Hafenbordell gegen Bares noch ein züchtiges Renderfilmchen bekam, steht uns diese Option nicht einmal offen. Auch wenn wir einen riesigen Erdschieber Gold mit uns herum schleppen, ist keine Dame interessiert. Naja, so ganz stimmt das nicht – es gibt eine Sekretärin, die unserem Held auf Erwachsenenart Glück wünschen will, aber diesen Erfolg quittiert uns das Spiel mit einer schwarzen Ausblendung für drei Sekunden. Toll. Mal ganz abgesehen davon, dass wir die ganze Zeit mit der feschen Piratenbraut Patty durch die Gegend segeln, für die wir den ganzen Welt-retten-Scheiß – wenn wir mal ganz ehrlich sind – eigentlich machen, wovon man aber mal gar nichts kriegt. Piranha Bytes hat sich darauf beschränkt, die offensichtliche Zugetanheit der beiden für ein bisschen oberflächlichen Humor zu nutzen, ausbauen kann man die Romanze nicht. Allerdings sieht Pattys Dekoltée auch nicht so wahnsinnig einladend aus.

Womit ich wieder eine meiner berühmten brillanten Überleitungen geschafft habe, zur Technik nämlich. Die Grafik hat eine seltsame Diskrepanz. Die Welt sieht teilweise echt toll aus, ich stand einmal da und hab mir einen ganzen Sonnenuntergang angeschaut, einfach weil’s so schön war. Ich hab doch… irgendwo.. aha! Da ist es, das Bild:

Sonnenaufgang auf Antigua

Wenn man in’s Detail guckt, sieht es aber eben doch recht angestaubt aus. Im Kampf sind die Animationen (dank Motion Capturing, denke ich) flüssig und natürlich, im Gespräch gibt es immer noch die etwas bizzar aussehenden Armbewegungen, die man noch aus Gothic 1 kennt. Dass sich ein kleines Studio keine Hightech-Engine kaufen kann, ist irgendwo klar. Vielleicht gebricht es auch an Manpower, um sowas selbst zu schreiben. Aber das mit den Armen hätte man doch schon mal lösen können… Alles in allem hat mich die Grafik aber selten gestört. Ich bin da zugegebenermaßen aber auch etwas gleichgültig. Meinetwegen könnten die Piranhas mit der Gothic-2-Engine arbeiten, wenn das Restspiel dann gleich gut wird.

Langsam ist mal Zeit für eine Zusammenfassung, bald sind die Buchstaben alle.

Positiv: Tolle, von Hand gebaute Welt – besseres Storytelling mit guter Story – gut geschriebene Dialoge – gute Sprecher – gute Musik – sauber umgesetztes Piratenszenario – „Gothic Feeling“
Negativ: Technik veraltet – Tagesabläufe zusammengestrichen – Berufsfähigkeiten fast überflüssig – Potential legendärer Items wird nicht ausgenutzt – Kampfsystem unterdurchschnittlich – Witz und Charme leiden unter der Abwesenheit ausgeflippter Charaktere, Eastereggs und Anekdoten – unglaubwürdig wenige Charaktere – schlechter Umgang mit Sex und Romantik

Fazit: Ich hab Risen 2 schon frenetisch und gerne gespielt, es ist ein wirklich tolles Spiel, für einen Gothic-Fan ist es auf jeden Fall Pflicht. Eigentlich würde ich da gerne einen Punkt machen, aber leider hat es eben aber auch merkliche Probleme, was umso ärgerlicher ist, weil viele davon so einfach hätten vermieden werden können, einige Sachen waren sogar in den Vorgängern schon mal besser gemacht worden! Gerade das Piratenszenario hätte so viele Chancen auf lustige und skurile Situationen und Charaktere gehabt, es tut weh, wie wenig davon Gebrauch gemacht wurde. Das DLC für 10€ – das ich als Vorbesteller umsonst bekommen habe – übrigens ist absolute Nepperei. Ich habe es in einer Viertelstunde durchgespielt, es ist sehr lieblos, sehr viel zu einfach und sein Geld kein bisschen wert. Vermaledeite Geldschneiderei.
Ich würde das Spiel trotzdem jedem ans Herz legen, spätestens, wenn man es bei Steam mal günstig kriegt. Denn die negativen Punkte sind ärgerlich, aber im Endeffekt haben sie keine Schnitte, das Tolle am Spiel kaputt zu machen. Steckt jede Menge Liebe drin. Und jede Menge Gothic.

Wichtige Worte: something positive #4

Posted in smile and look alive on 5. Mai 2012 by Herr Grau

This must be something I’ve always wanted
otherwise it wouldn’t suck so much to finally have it

Wichtige Worte: xkcd #1

Posted in smile and look alive on 2. Mai 2012 by Herr Grau

All the fun parts of life are optional.

Ein Beitrag zum Thema „Regenerative Energien“

Posted in Angewandte Wissenschaft with tags , , , on 26. April 2012 by hoegi

Meine Damen und Herren,

wie Sie wahrscheinlich unlängst mitbekommen haben, befindet sich unser geliebtes Vaterland in einer Phase der energetischen Umstrukturierung. Qualmende und vor Kraft strotzende Verbrennungskraftwerke, angefeuert von blanker Energie in Form von jahrmillionenlang gereiftem Kohlenstoff, sind nicht weiter gefragt. Strom muss jetzt grün werden, Nachhaltigkeit, meine Damen und Herren, ist hier das Stichwort.
Viele Versuche wurden in den vergangenen Jahrzehnten unternommen, erneuerbare Energien anwendbar zu machen, nicht immer mit glänzendem Erfolg. Regenerative Energien bringen immernoch zahlreiche Probleme mit sich. Meistens sehen die Anlagen alles Andere als ansprechend aus, die Energien stehen nicht immer vollumfänglich und gleichmäßig zur Verfügung und daraus resultiert dann zu allem Überfluss, dass man die spontan anfallende Energie auch nicht immer vollständig nutzen kann. Zu diesem Zwecke schufen findige Ingenieure schon vor vielen, vielen Jahren die sogenannten Pumpspeicherkraftwerke. Wenn spontan mal irgendwo ein Deut zuviel Energie in das Netz eingespeist wird, werden größere Mengen flüssigem Dihydromonoxids vermittels Pumpwerken durch Stollen bergauf getrieben und dort in einem sogenannten Speichersee gelagert. Fehlt es dann zu einer anderen Tageszeit an Energie im Stromnetz, lässt man das Fluid einfach wieder über einen anderen Stollen den Berg runterdonnern und wandelt die Lageenergie mittels Turbinen und Generatoren wieder in elektrische Energie. Diese Idee ist gut, sie ist praktikabel, leider aber ist sie auch in diesem Lande vollends ausgeschöpft. Die mäßig-durchschnittliche Topographie des deutschen Herrschaftsbereiches erlaubt nur höchstselten die Anlage von künstlich angelegten Bergseen. Das ist schade, allerdings ohne Annektierung weiterer, weitaus bergigerer Gefilde, wie beispielsweise die Schweiz oder Österreich (das hatten wir ja auch schon), nicht mehr zu ändern.
Vor etwas mehr als einem Monat begab es sich dann, dass einem namentlich nicht genannt werden wollendem Ingenieursstudent, in einem bürgerlichem Gartenschuppen Think-Tank, unter Zuhilfenahme diverser Hilfsmittel, eine „bahnbrechende“ Idee in den Kopf schoss. Das Eisenbahnkollisionskraftwerk ward geboren.
Die Idee ist gleichsam clever und genial sowie bestechend logisch:
Zur Veranschaulichung der Idee und zur Begriffserklärung werden wir nun bildlich. Stellen Sie sich bitte die Bahntrasse Münster-Essen vor. Dort verkehrt in weitestgehend willkürlicher Regelmäßigkeit die Rhein-Haard-Bahn RB42. Solch ein Zug der Baureihe 425 hat eine maximale Antriebsleistung von 2,35 Megawatt. Gehen wir zur brutalen Vereinfachung davon aus, dass durch Reibungs-, Strecken- und Luftwiderstandsverluste noch 42% der Antriebsenergie in Bewegungsenergie umgewandelt werden, fährt so im Idealfall noch 1 Megawatt Energie durch die Gegend. Zur Umsetzung der Idee des Eisenbahnkollisionskraftwerkes setzen wir nun voraus, dass dieser Zug ausschließlich aus überschüssiger, nicht weiter verwendbarer, erneuerbarer Energie (Wind, Sonne, Methan, BILD-Zeitungen) befeuert wird. Das erzeugt für den Fahrgast ärgerliche Stop-and-go-Zustände, für die Energiebilanz widerum hervorrangende Werte. In verkehrsgünstiger Lage (ein Pilotprojekt böte sich in Haltern am See an), wird nun ein solches Eisenbahnkollisionskraftwerk errichtet. Sobald der Abruf von Energie von Nöten ist, der unmittelbar zuvor noch in den Antrieb unseres Zuges gesteckt wurde, wird das Konstrukt, bestehend aus einer Prallplatte, Federn, Umlenkrollen, Seilzügen, Getrieben und Schwungrädern mit angekoppelten Generatoren, durch Ein-Euro-Jobber direkt vor dem, idealerweise voll beschleunigten, Zug platziert. Wie dieses Kraftwerk im Detail funktioniert bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Nun kommt der Moment auf den wir Alle sehnlichst warteten: Es macht ein zartes „KRAWUMMS!“ und die Bewegungsenergie des Zuges wird mit einer geschätzten Kraftwerkseffizienz von weiteren 42% als elektrische Energie ins Netz eingespeist. Gehen wir weiter davon aus, dass die Energie etwa 6 Minuten vorgehalten werden kann, könnte man damit rund 7 Einfamilienhäuser ein Jahr lang betreiben. Ein Schlusswort dann noch zum Thema Nachhaltigkeit und „regenerative Energien“: Empirische Beobachtungen haben gezeigt, dass Züge sehr wohl regenerativ sind. Es kommt grob jede Stunde einer.

Pasta al Porcini e Fegato

Posted in Essen & Trinken on 26. April 2012 by Herr Grau

Als allerALLERerstes, vorweg und ÜBERHAUPT: Das hier ist mein 200ster Beitrag! TRÖÖÖÖÖT! Und alle so: yeah.

Zum Jubliäum gibt es eins meiner Lieblingsrezepte. Es gibt, um genau zu sein, etliche auf den ersten Blick ähnliche Varianten von Pastasaucen mit Pilzen und Leber (z.B. Pasta Caruso), allerdings fallen sie alle ausnahmslos mit der Tür ins Haus. Wenn man pro Person mit hundert Gramm Leber und mehr wirft, dann könnte man das ganze auch Leberwurstsauce nennen, denn der Stoffwechselmotor aus dem rechten Oberbauch hat die Eigenschaft, sehr schnell alle anderen Geschmäcker zu übertünchen. Genau wie z.B. auch Sardellen sollte man Leber eher als Gewürz verstehen. Als zusätzliche Dimension im Hintergrund funktioniert sie nämlich hervoragend.

Da ich deshalb immer nur wenig Geflügelleber brauche, habe ich sie eingefroren. Ein handelsübliches Gebinde gereicht dadurch Ewigkeiten. Steinpilze habe ich getrocknet immer im Schrank, H-Sahne und Tomatenpüree gehören eigentlich überall vorätig. Ergo kann ich diese Sauce zu jeder unmöglichen Zeit aus dem Hut ziehen. Wie das geht, kommt nach der Werbung.

Als allererstes werden ein paar getrocknete Steinpilze in heißem Wasser aufgeweicht. Nehmen Sie nicht zu viel Wasser, das wollen wir gleich noch verkochen. Einen Liter in die Gasphase zu bringen stellt sich immer wieder als zeitintensiv heraus. Mit Grammangaben tue ich mich bei getrockneten Pilzen schwer. Ich würde sagen, dass man mit einem EL pro Person hinkommt. Mehr schadet nie, kostet dann aber irgendwann merklich. Derweil die Pilze einweichen, kann man sich frische Pasta machen oder eine Viertelstunde in der Hängematte der Wahl zubringen. So oder so finden wir uns bitte aber in absehbarer Zeit am Herd wieder, wo wir pro Person eine halbe Zwiebel würfeln und dann bei mittlerer Hitze in Butter glasig dünsten. Während das Schalengewächs fröhlich schmurgelt, hacken wir pro Person eine halbe bis eine Geflügelleber. Diese geben wir in die Pfanne, wenn die Zwiebelchen sich der Fertigdünstung nähern – Leber wird immer nur kurz ansautiert, sonst wird sie bitter. Wenn die Leber nach fleißigem Wenden ihre rote Farbe nach etwa einer Minute verloren hat, gießen wir das Pilzwasser mit den Pilzen an und reißen das Feuer auf. Insider halten hier schwunghafte Bewegungen und den Bodensatz des Wassers zurück, das schützt vor dem Extra an Knirsch bei der später hoffentlich folgenden Verköstigung. Wenn das Pilzwasser fast verkocht ist – weniger als ein Drittel sollte es nur noch sein – kommen 125ml Sahne und ein Schuss Tomatenpüree (~ 3-4EL) dazu. Das Ganze darf jetzt einkochen, bis uns die Sämigkeit gefällt. Nudeln aus der Packung sollten zwei bis drei Minuten kürzer gekocht werden, als die Packungsangabe, mit etwas Kochwasser in die Sauce gegeben und noch eine Minute auf dem Feuer kochen gelassen werden. Frische Pasta wird abgetropft und in die Sauce gerührt und nur ein paar Sekunden ziehen gelassen. Kniff des Hauses ist der Einsatz von einer Gremolata, der dem Gericht den wichtigen Aha!-Faktor anzaubert. Für die Gremolata hacken wir Petersilie und pro Person die Schale einer halben Zitrone zusammen und geben die Mischung kurz vor Schluss in mit die Pfanne. Das Zitronenaroma funktioniert hervoragend mit dem erdigen Geschmack der Pilze und hellt das Geschmacksbild merklich auf.

Das Ganze ist übrigens zum Essen. Falls das bis jetzt noch nicht klar geworden war, so sei dem vor Neugier bald platzendem Leser hiermit der letzte Puzzlestein und finaler Schritt der Anleitung an die Hand gegeben. Guten Appetit!

Geld gegen Essen – Altes Gasthaus Lohmann – Poseidon (Münster)

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 25. April 2012 by bic_mac

(aus Übersichtsgründen vorgezogenes) Prädikat: Naja

Mit diesem Artikel gebe ich meinen Einstand als Autor auf diesem hochgeschätzen Blog, daher bitte ich etwaige Logorrhöe zu entschuldigen. Ist halt mein erster Tag.

Durch die Wirtschaftskrise(TM) sahen sich viele fleißige Westfalen gezwungen, ihre über jahrhunderte in Familienhand befindlichen Gasthöfe zu schließen. Um diese Lokalitäten nun wieder zu vermieten, machte sich der findige Unternehmer eine List zueigen: Er warb in den entlegendsten Winkeln der bekannten Welt für seine Besitztümer, wo Kapital auf seine Investition wartete und wo niemand um die abgeschiedene Lage der Gehöfte wusste. Den dadurch angelockten Gastronomiebetrieben blieb dann nichts anderes mehr übrig, als den Kunden über den Preis zu ködern. Und dies wiederum führte dazu, dass wegen der schmalen Gewinnmarge die Räumlichkeiten nicht renoviert, sondern nur schnell überdekoriert wurden und der rustikale, westfälische Landhausstil erhalten blieb. Dies brachte uns so schöne Kombinationen wie Chinesisch-Westfälische Küche, Mongolisch-Westfälische Küche oder hier Griechisch-Westfälische Küche. So jedenfalls wirbt das Restaurant mit dem klangvollen Doppelnamen „Altes Gasthaus Lohmann – Poseidon“.

Draußen informiert ein im hellenischen Stil gehaltenes Schild über: „Mittagstisch ab 5€“, weshalb der studentische Geldbeutel in Verzückung gerät und man gerne den Weg zur Pforte sucht. Im Foyer erwartet den Besucher ein offener Kamin mit massivem Eichentisch, zur Rechten schließt sich der einladende Theken- und Raucherbereich an, zur Linken erstreckt sich der Speisesaal.

Ernüchterung. Die Einrichtung scheint der Versuch zugrunde gelegen zu haben, möglichst klischeehaft dem griechischen Stereotyp zu entsprechen, ohne dabei mehr als eine Tageseinnahme durch den Mittagstisch auszugeben. Das zumindest ist ausgezeichnet gelungen. Auf jedem Tisch wartet zudem eine Flasche gefüllt mit vergorenen roten Traubensäften aus verschiedenen EG und nicht-EG Ländern mit dem verheißungsvollen Namen „Cuvée Superior“, welche schon durch zu langes anschauen des Etiketts Kopfschmerzen auslösen kann.

Ein Blick in die Speisenkarte verstärkt den lieblosen Eindruck. Die meisten Gerichte kennt man auch von einem griechischen Imbiss, die, die anders sind, sind es nicht viel. Und das endtäuschendste: der versprochene westfälische Teil ist nonexistent! Wie sehr freute ich mich auf einen Strammen Max mit Gyros oder Wurstebrot und Leberbrot mit gefüllten Weinblättern! Aber halt, diese Gaumenfreuden sollen einem verwehrt bleiben.

Was also bleibt ist der Gesamteindruck eines durchschnittlichen griechischen Restaurants mit durchschnittlicher Küche, unterdurchschnittlichem Service und überdurchschnittlichen Preisen. Um es mit den Worten meiner Oma zu sagen: Muss man wissen ob es das wert ist.

Wertung:
Essen:  5/10
Service:  3/10
Sauberkeit:  7/10
Preisgestaltung:  4/10
Ambiente:  6/10

Gesamtergebnis: von 3 von 5 Vanilleeiskugeln mit Senf und Gürkchen

Altes Gasthaus Lohmann – Poseidon
Mecklenbecker Str. 345
48163 Münster

Tel: 0251 / 7475153

Öffnungszeiten:
Mo. Ruhetag, Di. – So. 12:00 Uhr bis 14:30 Uhr und 17:30 Uhr bis 23:00 Uhr

Intercontinentales Frühstück – Buttermilk Pancakes & British Breakfast

Posted in Essen & Trinken on 12. April 2012 by Herr Grau

Wenn zwei Männer dem maßvollen Umgang mit isotonischen Sportgetränken frönen, so kommt es am nächsten Morgen öfter zu unterschiedlichen Ansichten, wie die Individualverköstigung zur Gestaltung zu kommen hat. Selten klafften die Ansichten der stimmgewichtigen Teilnehmer weiter als kürzlich. Nach einer kurzen, aber heftigen Disputation war schnell klar, dass keine Übereinkunft mehr erreicht werden würde: Mir war nach süß, dem Autorenkollegen Högi nach gesalzen Fleisch. Wir entschlossen uns also zur Zubereitung von Ein-Teller-Glaubensmanifesten. Entsprechend darf sich der Text auch in zwei Teilen finden, die vom entsprechenden Fürsprecher mit wohlgesotten Rede garniert wurden.

Buttermilk Pancakesby Herr Grau

Der Englischamerikaner hat ja ein untrügliches Talent dafür, Zucker in immer neue, unverschämt leckere Formen zu bringen. Der Pancake nimmt unter den kompromisslos gesunden Speisen der Diner einen der traditionellsten Plätze ein. Sündig lechzt einen das fluffige Pfannenbackwerk an, es mit Süßigkeiten zu liebkosen und damit zu dem unwiderstehlichen Sukkubus aus luftiger Chewyness und Süße zu machen. … Ja, ich mag diese Dinger etwas zu sehr…


Wie geht das ganze nun von statten? Man nehme pro Person 1 Ei, 2 EL geschmolzene Butter, 150ml Buttermilch, 90 g Mehl, 1 EL Zucker, 1/4 TL Natron und eine kleine Prise Salz, schlage Eier, Butter und Buttermilch mit dem Schneebesen zusammen und mische sodann dies mit dem Rest der Zutaten zusammen, aufdass keine Klumpen mehr darin seien. Dann soll die Mixtur eine Viertelstunde stehen, damit das Mehl quellen kann. Dass man die Pancakes dann in einer recht heißen Pfanne mit wenig Öl ausbackt, erklärt sich eigentlich selbst. (Danke an Cruiser aus dem GSV-Forum für das Rezept)

Ich persönlich kann mit Ahornsirup nicht so viel anfangen. Die deutsche Antwort, der Steckrübensirup, hat mit mir auch eine etwas komplizierte Beziehung. Also griff ich auf eine andere Lösung zurück: Schokostreusel.
Es bleibt nur noch einmal zu betonen, wie lecker diese Dinger sind. Und wie sie dem katerschweren Morgen mit süßer, warmer Umarmung den Schrecken zu nehmen wissen. Um es mit Soule Smith zu sagen: „Who has never tasted one, has lived in vain.“

The English Breakfast – by Högi
Ah, yes… quite pleasant meal ´twas indeed! Wie schon Obelix seinen Leitspruch passenderweise adaptierte („die Spinnen die Briten“), so trifft das auch noch rund zwei Millennien später auf dieses seltsame Inselvolk zu. Man kann den Briten viele berechtigte Vorwürfe machen, insbesondere auch im kulinarischen Bereich, jedoch bestätigen Ausnahmen ja gerne mal die Regeln. Abgesehen vom legendären British Breakfast kann man deren Küche getrost als abscheulich, widerwärtig, abstoßend und ekelerregend bezeichnen. Aber das Frühstück… Manchmal sagen Bilder ja auch mehr als tausend Worte:

Im Uhrzeigersinn, beginnend bei High Noon, finden sich auf dem Atkins´schen Frühstücksteller folgende Speisen wieder: eine Bratwurstschnecke, eine handvoll Bacon, gebratene Champignons, sowie zwischen 9 und Mitternacht gleichermaßen ein dreifaltiges Rührei nebst Cevapcici in Ermangelung des Enthusiasmus´ ein eigenes Hackbulletenprodukt zu erzeugen. Es steht zur Debatte, ob solch eine Platte in der Form jemals jenseits des Ärmelkanals auf einem Frühstückstisch gelandet sei, fest steht aber, dass der Geist der Sache vollständig befriedigt ist. Speisen, die früh am Tage schon aus Fett an Fett auf Fett bestehen und den Magen früh mit Lubrikantien versorgen (Vgl. Dr. Hittichs Gastro-Neoalginat: „Schmiert den Magen und beschleunigt die Verdauung immens!“).
Fazit: Fett ist gut, viel Fett ist besser!